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Die Hannoveraner

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Die Hannoveraner sind eine im Februar 2011 gegründete unabhängige Wählergemeinschaft in Hannover. Die Wählergemeinschaft versteht sich selbst als wertkonservativ, bewegt sich allerdings im politisch rechten Spektrum.<ref name="Morchner">Tobias Morchner: Das ist die neue Rechte in Hannover. In: Hannoversche Allgemeine Zeitung von 25. Januar 2015. Abgerufen am 8. September 2021.</ref>

Geschichte

Der Vorsitzende Jens Böning saß von 2006 bis 2011 als Einzelvertreter der Wählergemeinschaft „Wir für Hannover“ im Rat der Stadt Hannover, bevor er diese Gruppierung im Februar 2011 verließ und die Hannoveraner gründete. Zu den Gründungsmitgliedern zählten Personen, die zuvor in anderen Parteien und Wählergemeinschaften aktiv waren, sowie auch Personen, die sich zuvor noch nicht politisch engagiert hatten.

Nach der Kommunalwahl 2021 trat der rechte Flügel, zu dem auch die Abgeordneten Marina Sosseh und Gerhard Wruck zählten, als Mitglieder bei den Hannoveranern aus.<ref>https://m.neuepresse.de/Hannover/Meine-Stadt/Die-Hannoveraner-werden-ihren-rechten-Fluegel-los</ref>

Positionen

„Die Hannoveraner“ warnen auf Wahlplakaten vor einer „Islamisierung“, beispielsweise durch die Darstellung des Rathauses in Hannover als Moschee mit Minaretten und die Bildunterschrift „Lasst das nicht zu!“.<ref>DIE HANNOVERANER - Chronik | Facebook. In: www.facebook.com. Abgerufen am 19. August 2016.</ref> Die Wählergemeinschaft kritisiert die Flüchtlingspolitik anderer Parteien.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Sind die verantwortlichen Politiker noch zu retten? (Memento vom 24. September 2016 im Internet Archive)</ref> Die Finanzierung der Flüchtlingskrise werde mit massiven Einschnitten in die Kranken- und Altenversorgung der Bürger einhergehen, behaupten „Die Hannoveraner“ in einem Wahlflyer.

„Die Hannoveraner“ sprechen sich gegen Euro-Rettungspakete für „EU-Pleitestaaten“ aus.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Der ESM, der verhängnisvolle letzte Versuch, den EURO mit undemokratischen Mitteln zu retten (Memento vom 24. September 2016 im Internet Archive)</ref>

Kritik

Kritiker werfen der Wählergemeinschaft vor, dass sie ihre Unterstützer gezielt im rechtsextremen Milieu suche. So schaltete die Wählergemeinschaft eine Anzeige auf dem islamfeindlichen rechten Weblog Politically Incorrect und verlinkten sie mit ihrer eigenen Website.<ref name="Harbart">Felix Harbart: „Hannoveraner“ werben ganz rechts. In: HAZ. Verlagsgesellschaft Madsack GmbH & Co. KG, 22. November 2011, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 29. Dezember 2011; abgerufen am 20. Januar 2012.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.haz.de</ref> Mitglieder der „Hannoveraner“ beteiligten sich an rechten oder rechtsextremen Demonstrationszusammenschlüssen wie Hogesa oder Hagida.<ref name="Morchner" />

„Die Hannoveraner“ warben im Kommunalwahlkampf unter anderem mit folgenden Aussagen: Man stelle sich gegen die zunehmende „Deutschenfeindlichkeit“ und gegen ein kommunales Wahlrecht für Nicht-EU-Ausländer.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Freie Fahrt und Deutschpflicht - die Parolen der „Hannoveraner“ (Memento vom 29. September 2011 im Internet Archive), (PDF-Datei; 326 kB), Hannoversche Allgemeine Zeitung</ref>

Der Parteivorsitzende Böning und Stadtratsmitglied Gerhard Wruck waren zuvor Mitglieder der Republikaner. Wruck war auch schon Mitglied der NPD. Böning bezeichnete den türkischstämmigen SPD-Parteivorsitzenden in Hannover Alptekin Kirci als „orientalischen Facharbeiter“.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Ratsherren der Hannoveraner waren früher beide Republikaner (Memento vom 29. September 2011 im Internet Archive), (PDF-Datei; 326 kB), Neue Presse Hannover</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Hannover hat ein Nazi-Problem (Memento des Vorlage:IconExternal vom 12. Juli 2021 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.haz.de, HAZ, 15. Dezember 2011</ref>

Kontroversen

2012 wurde die Partei bei der Ausstellung der Volkshochschule Hannover „Demokratie stärken - Rechtsextremismus bekämpfen“ als rechtsextreme Partei bezeichnet. „Hannoveraner“-Chef Jens Böning bezeichnete das als „Hetze neuer Dimension“.<ref>Andreas Schinkel: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Rechtskonservative im Rat: Neuer Ärger um „Hannoveraner“ (Memento des Vorlage:IconExternal vom 12. Juli 2021 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.haz.de, Hannoversche Allgemeine, 21. März 2012</ref>

Teilnahme an Wahlen

Im September 2011 traten „Die Hannoveraner“ erstmals zur Kommunalwahl an und erreichten Fraktionsstärke im Rat der Stadt Hannover (3,3 Prozent, 2 Mandatsträger)<ref name="wahlerg">Ergebnisse der Kommunalwahl 2011, Stadt Hannover</ref> und der Regionsversammlung der Region Hannover (2,3 Prozent, 2 Mandatsträger).<ref name="wahlerg" /> Im hannoverschen Stadtteil Sahlkamp errang die Gruppierung über 10 Prozent der Wählerstimmen.

Zur Wahl der Stadtbezirksräte traten „Die Hannoveraner“ nicht an. Allerdings sind sie durch den Parteiwechsel Michael Sylvesters von den Piraten zu den „Hannoveranern“ seit Februar 2013 im Bezirksrat Mitte vertreten.<ref>Andreas Schinkel: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Bezirksrat Mitte: Pirat läuft über zu den Hannoveranern (Memento des Vorlage:IconExternal vom 12. Juli 2021 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.haz.de, Hannoversche Allgemeine Zeitung, 16. Februar 2013</ref>

Für die Kommunalwahl 2016 in Niedersachsen stellten „Die Hannoveraner“ Kevin Schumann für die Regionsversammlung, Jens Böning für den Rat und die Regionsversammlung sowie Gerhard Wruck für den Rat auf. Mit rassistischen Wahlplakaten und dem traditionell von migrantenfreundlichen Bürgerinitiativen verwendeten,<ref>Bürgerinitiative "Bunt statt braun". Abgerufen am 8. September 2021</ref> hier jedoch gegen eine Burka-Trägerin gerichteten Slogan „bunt statt braun“ mobilisierten sie gegen den Islam und „unbegrenzte Zuwanderung“.<ref>Andrea Scharpen: Rassistische Wahlplakate in Hannover: Ganz nah an völkischer Ideologie, Taz, 10. August 2016</ref> Sie erreichten erneut je zwei Mandate in der Regionsversammlung und im Rat der Stadt Hannover.<ref>Kommunalwahlen 2016: Regionsversammlung und Hannovers Rat werden bunter, hannover.de, 15. September 2016</ref>

Die Gruppierung trat am 12. September 2021 erneut zur Kommunalwahl an, und zwar sowohl für den Rat der Stadt Hannover als auch für die Regionalversammlung.

Weblinks

Einzelnachweise

<references />