Marienbaum
Marienbaum Stadt Xanten
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| Das Ortswappen bitte nur als Dateipfad angeben! | ||||||
| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(1941)&title=Marienbaum 51° 42′ N, 6° 23′ O
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| Höhe: | 20 m ü. NHN | |||||
| Fläche: | 16,26 km² | |||||
| Einwohner: | 1941 (1996)[Ohne Beleg] | |||||
| Eingemeindung: | 1. Juli 1969 | |||||
| Postleitzahl: | 46509 | |||||
| Vorwahl: | 02804 | |||||
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Bild:Marienbaum in Xanten.svg|rahmenlos|268x335px|zentriert|Karte poly 188 541 350 500 353 554 388 569 436 534 458 566 389 621 394 644 364 649 345 582 223 575 Birten poly 125 489 197 433 223 447 223 447 235 395 273 392 302 440 362 420 441 442 417 544 390 564 354 504 305 505 192 538 Xanten poly 258 378 297 334 304 353 339 341 363 413 308 435 Lüttingen poly 121 483 196 432 217 441 263 374 303 327 311 352 342 336 235 224 193 289 128 301 101 306 69 383 76 436 Wardt poly 8 262 38 223 86 273 98 266 121 292 99 311 67 381 74 306 Marienbaum poly 86 197 146 181 218 223 195 282 129 296 98 261 89 269 46 221 Vynen poly 147 15 189 53 172 124 152 175 89 199 72 181 167 70 140 53 Obermörmter desc bottom-right </imagemap>Lage von Marienbaum in Xanten
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Marienbaum, bis 1969 eine eigenständige Gemeinde zuletzt im Kreis Moers, ist heute ein Stadtteil und einer der sechs Stadtbezirke der nordrhein-westfälischen Stadt Xanten im Kreis Wesel. Der Stadtbezirk heißt amtlich Wallfahrtsort Marienbaum.<ref>Hauptsatzung der Stadt Xanten. In: xanten.de. Stadt Xanten, 25. Juni 2015, abgerufen am 1. Dezember 2023.</ref> Marienbaum beansprucht den Titel als „ältester aktiver Wallfahrtsort des Niederrheins“.
Geschichte
Bereits im 11. Jahrhundert ist eine Besiedlung der Wald- und Wiesenlandschaft des 7 km vom Xantener Stadtzentrum entfernten Marienbaum belegbar, als im heutigen Stadtteil Vynen eine Kirche der umliegenden Bauerschaften gegründet wurde, an der auch „Broechem“ als das heutige Marienbaum beteiligt war. Im Jahr 1419 wurde in Broechem das „Haus Balken“ errichtet.
Die Wallfahrtsgeschichte Marienbaums beginnt im Jahre 1430, als der Sage nach ein gelähmter Hirte in der Krone einer treppenförmigen Eiche eine Figur der Maria entdeckt haben soll und daraufhin gesundete. 8 Jahre später begann der Bau einer Kapelle an der Fundstelle, welche „An gen Trappenboom“ genannt wurde. 1441 wurde der Bau vollendet und Wallfahrer bereisten Marienbaum. 1460 gründete Maria von Burgund nahe der Kapelle ein Doppelkloster nach der Ordensregel Birgitta von Schwedens. Während Marienbaum 1590 noch 17 Herdstellen zählte, lebten dort im Jahr 1705 110 Einwohner in 23 Häusern und knapp 80 Angehörige des Klosters. Zwischen 1712 und 1714 wurde die Kapelle zu Teilen abgerissen und über ihr die Kirche St. Mariä Himmelfahrt errichtet.
Unter napoléonischer Herrschaft wurde das Kloster säkularisiert und die Kirche in eine Pfarrkirche umgewandelt. Die Klostergebäude wurden hingegen abgerissen und bei einer Volkszählung 365 Einwohner gezählt. In dieser Zeit bildete Marienbaum eine Mairie nach französischem Vorbild, die zum Kanton Xanten im Arrondissement Kleve des Rur-Departements gehörte.<ref>GenWiki: Kanton Xanten</ref> Nachdem 1814 der gesamte Niederrhein auf dem Wiener Kongress dem Königreich Preußen zugeschlagen wurde, kam Marienbaum 1816 zum neuen Kreis Rheinberg. Aus der Mairie der Franzosenzeit wurde die preußische Bürgermeisterei Marienbaum, die die drei Landgemeinden Marienbaum, Obermörmter und Vynen umfasste.<ref>Otto v. Mülmann: Statistik des Regierungsbezirks Düsseldorf , 1867, S. 1004</ref> Seit 1823 gehörte Marienburg zum Kreis Geldern und seit 1857 zum Kreis Moers. 1928 wurde die Bezeichnung der Bürgermeisterei Marienbaum zu Amt Marienbaum geändert. Am 1. April wurden die Gemeinden Marienbaum, Obermörmter und Vynen zur nunmehr amtsfreien Gemeinde Marienbaum zusammengeschlossen.<ref>Amtsblatt für den Regierungsbezirk Düsseldorf 1934, S. 148</ref>
Im Februar 1945, kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs, war der Niederrhein Frontgebiet. Auf die Schlacht im Reichswald (7. bis 22. Februar 1945) folgte vom 26. Februar bis zum 3. März 1945 die Operation Blockbuster. Dabei kam es zum Kampf am Totenhügel bei Uedem zwischen Panzern der Wehrmacht und kanadischen Panzertruppen.<ref>Official history of the Canadian Army: Chapter XIX: The Battle of the Rhineland, Part II: Operation Blockbuster, 22 February – 10 March 1945, abgerufen am 26. April 2022.</ref> Der Bahnhof Marienbaum an der Bahnstrecke Rheinhausen–Kleve hatte in diesen Tagen strategische Bedeutung. Deutsche Truppenteile wurden per Eisenbahn dorthin transportiert und dort entladen. Marienbaum wurde bei Bombenangriffen auf den Bahnhof am 27. und 28. Februar 1945 zu 40 % zerstört und in der Nachkriegszeit wieder aufgebaut.
Am 1. Juli 1969 wurde Marienbaum in die Stadt Xanten eingegliedert<ref>Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 103.</ref> und 1973 mit dem Titel „Golddorf“ als schönstes Dorf des Niederrheins ausgezeichnet. Am 4. Juni 1999 gewann Marienbaum den Kreis-Vorentscheid des Wettbewerbs Unser Dorf soll schöner werden im Kreis Wesel, nachdem es zuvor mehrfach den zweiten Platz belegt hatte.
Bis einschließlich 1989 bestand zwischen den Städten Xanten und Kleve eine eingleisige Bahnverbindung, die u. a. auch Marienbaum sowie die Kommunen Kalkar und Bedburg-Hau durchquerte. Die Bahnlinie wurde im Dezember 1989 stillgelegt. Auf der Trassenfläche verläuft heute auf Xantener Stadtgebiet vollständig, auf Kalkarer Stadtgebiet teilweise ein Alleenradweg.
Marienbaum ist auch ein Wallfahrtsort.<ref>xanten.de: Wallfahrtskirche Marienbaum</ref>
Politik
Wappen, Siegel und Banner
Die Gemeinde Marienbaum führte bis zu ihrer Eingemeindung ein Wappen, ein Siegel sowie eine Banner. Das Wappen wurde am 24. April 1961 vom Regierungspräsidenten in Düsseldorf genehmigt. Zum selben Zeitpunkt dürften auch das Siegel und Banner genehmigt worden sein.<ref name=":0">Hermann Habben (Hrsg.): Wappen Siegel und Flaggen im Kreise Moers. Verlag Sattler & Koss, Rheinberg 1962.</ref>
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Wappen
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Banner
Wappen: Blasonierung: Auf blauem Grund eine silberne (weiße) Eiche mit drei Ästen und je 8:7:8 Blättern sowie drei Wurzeläste. Im Schildfuß vorn und hinten je eine goldene (gelbe) Lilie. Bedeutung: Es handelt sich um ein sogenanntes redenes Wappen. Der silberne (weiße) Baum im blauen Grund symbolisiert die Heilige Maria in ihren Marienfarben Blau und Weiß. Die Eiche nimmt Bezug auf den Baum, auf dem der Legende nach das Marienbild gefunden wurde, welches Wunder verursacht haben soll. Die goldenen Lilien sind dem Wappen der Herzogin von Kleve, Maria von Burgund, entnommen, die mit ihrer Stiftung eines Klosters im Jahre 1430 den Wallfahrtsort gründete.<ref name=":0" />
Siegel Das Siegel der ehemaligen Gemeinde Marienbaum basiert auf dem Wappen Marienbaums und ist mit dem Schriftzug „Gemeinde Marienbaum“ umrundet, wobei das Wort „Gemeinde“ oben im Siegel steht und das Wort „Marienbaum“ unten. Die beiden Wörter werden hierbei durch zwei heraldische Lilien getrennt.<ref name=":0" />
Banner Das Banner der ehemaligen Gemeinde Marienbaum ist in blau, weiß, blauen Tuchbahnen gestreift und trägt in einem weißen Bannerhaupt das Wappen der ehemaligen Gemeinde.<ref name=":0" />
Sehenswürdigkeiten
- St. Mariä Himmelfahrt, eine Wallfahrtskirche mit angeschlossenem Wallfahrtsmuseum
- Denkmal für Maria von Burgund, Stifterin des ehemaligen Birgittinenklosters Marienbaum
- Marienbaum liegt in direkter Umgebung des Naturschutzgebiets Uedemer Hochwald
Bürgermeister der Gemeinde Marienbaum
- Johannes Heirich Deymann (1760 – um 1790)
- Peter Jordans ( um 1790 – 1793)
- Theodor Deymann (1794 – 1802)
- Bernhard Joseph Jordans (um 1802 – um 1805)
- Bernhard Johann Jordans (um 1840 – um 1847)
- Constantin Wachendorf (1847 – 1851), kommissarisch
- Theodor Cornelius Alders
- Gerhard Maas (1946 – 1948)
- Engelbert Lensing (1948 – 1956)
- Theodor Wilhelm Deymann (1956 – 1958)
- Wilhelm Maas (1958 – 1969)
Persönlichkeiten aus Marienbaum
- Bols Arnold, Erster Rektor der Kapelle ab 1446
- de Graenley. Jacoubs, Pfarrer in Vynen und Bauherr der ersten Kapelle
- Deymann, Johann Heinrich (1730–1793), Erbauer der Ölmühle auf dem Deymanns Hof in Marienbaum
- Deymann, Jean Martin (1815–1889), Gründer der Likörfabrik Wallony in Belgien
- Jordans, Theodor (1863–1953), Landwirt und Politiker
- Mainz, Wilhelm, Deutscher Fernschachmeister 1960/62
- Karl_Timmermann (1952), deutscher Sänger, Komponist und Musiker
- Underberg, Emil (1941)<ref>Uwe Plien: Unternehmer aus Rheinberg: Emil Underberg wird 80 Jahre alt. In: rp-online.de. 10. Februar 2021, abgerufen am 18. Oktober 2025.</ref> – ehemaliger Geschäftsführer der Firma Underberg und mit Ehefrau Christiane Underberg wohnhaft bei Marienbaum (Haus Balken)
- Underberg, Christiane (1939) – Unternehmerin und mit Ehemann Emil Underberg bei Marienbaum (Haus Balken) wohnhaft<ref>Richard Lucas-Thomas: Xanten: Verantwortung übernehmen. In: rp-online.de. 21. April 2009, abgerufen am 18. Oktober 2025.</ref>
Literatur
- Willem van Gherwen: Historie Van Marien-Boom : Verdeelt in dry Deelen. Het eerste Deel. Van de Vindinge van het Mirakeleus Beelt. Het tweede Deel. Van de Opkomste des Kloosters. Het derde Deel. Van de Mirakelen aldaer geschiet door de Voor-spraeck van de Heylige Maget Maria. Abbema, Embrik 1711 (Digitalisat)
- J. M. Kreiten: Beschreibung des ehemaligen Klosters von Marienbaum von neuem historisch an's Licht. Qualburg 1845 (Digitalisierte Ausgabe)
- Bernhard Stroband: Die Geschichte des Wallfahrtsortes Marienbaum am Niederrhein. 1898. Digitalisierte Ausgabe der Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf
- Robert Scholten: Marienbaum als Wallfahrtsort und ehemaliges Birgittinnen-Doppelkloster. Gesthuysen, Xanten 1909 (Digitalisat)
- Elisabeth Klein: Das Heimatmuseum Marienbaum. 1986.
- Karl-Heinz Hohmann: Die Pfarr- und Wallfahrtskirche St. Mariä Himmelfahrt in Marienbaum. 1993.
- Klaus Michael Lehmann: Die Deymann Wassermühle in Marienbaum. 1993.
- Max Creutz: Marienbaum und seine Kunstschätze. 1927.
- Die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz 13, 1892, S. 34 ff.
- Ludwig Bergmann: Mirakelberichte aus den Wallfahrtsorten Marienbaum und Kevelaer. In: Das Gold-Blaue Buch geldrischer Geschichte. Festschrift zur Hundertjahrfeier des Historischen Vereins für Geldern und Umgebung. Butzon & Bercker, Kevelaer 1951, S. 137–147.
- Günther Elbin: Ein Dorf an der Front. Marienbaum erinnert sich. Mercator-Verlag, Duisburg 1989, ISBN 3-87463-157-5.
Weblinks
Einzelnachweise
<references />
Stadtbezirke: Birten | Lüttingen | Wallfahrtsort Marienbaum | Vynen/Obermörmter | Wardt | Xanten