Detlef Schmidt (Politiker)
Detlef Schmidt (* 23. Dezember 1882 in Lüchow; † 9. Januar 1951 in Hameln) war ein deutscher Kommunalbeamter. Er war Oberbürgermeister von Neumünster und Hameln.<ref name="KCL1960" />
Leben
Schmidt, ein Sohn des damaligen Amtsgerichtsrats Louis Schmidt in Lüchow, begann an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg Rechtswissenschaft zu studieren. Im Mai 1901 wurde er im Corps Vandalia Heidelberg recipiert.<ref name="KCL1960">Kösener Corpslisten 1960, 68/709.</ref> Als Inaktiver wechselte er an die Ludwig-Maximilians-Universität München und die Georg-August-Universität Göttingen. Er bestand 1904 am Oberlandesgericht Celle das Referendarexamen und wurde 1910 Gerichtsassessor. Als solcher war er in Rodenberg und bei den Stadtverwaltungen in Osnabrück und Flensburg tätig. 1911 wurde er Stadtrat in Neumünster. Am Ersten Weltkrieg nahm er als Hauptmann der Reserve bei der 2. Garde-Reserve-Division teil. Für sein Wirken erhielt Schmidt neben beiden Klassen des Eisernen Kreuzes und des Friedrich-August-Kreuzes das Lippische Kriegsverdienstkreuz.
1919 wurde er Oberbürgermeister von Neumünster. Nach Ablauf der Amtszeit 1931 wurde er nicht wiedergewählt, blieb aber noch zwei Jahre kommissarisch im Amt. Von 1933 bis 1945 war er Oberbürgermeister von Hameln. Im Jahre 1941 meldete er sich freiwillig für den aktiven Wehrdienst.<ref>Wilfried Altkrüger: NS-Täter – Bürgermeister a. D. Emil Busching. 29. Oktober 2009, abgerufen am 11. Januar 2012.</ref> Von Oktober 1941 bis August 1943 war er Kommandant der Kreiskommandantur 728 in Sens. Dort war er auch verantwortlich für die Selektion und Deportation von Zwangsarbeitern in die Konzentrations- und Arbeitslager, wofür er 1943 mit dem Kriegsverdienstkreuz II. Klasse mit Schwertern ausgezeichnet wurde. Danach schied er als Major der Reserve a. D. aus.
In seiner Zeit als Oberbürgermeister veranlasste er die Ausschmückung der Stadt für Hitlers Propagandafahrten durch Hameln und überreichte ihm mit dem „Gelöbnis unwandelbarer Treue“ den Ehrenbürgerbrief auf dem Reichserntedankfest 1934.<ref>Stadtarchiv Hameln, Best. 90.1 Nr. 23</ref> Im Jahre 1939 war er aktiv an der Beseitigung der jüdischen Gemeinde in Hameln beteiligt.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Der Wert des Parameters archive-today muss ein Datum der Form YYYYMMDD oder Zeitstempel der Form YYYY.MM.DD-hhmmss bzw. YYYYMMDDhhmmss sein.</ref><ref>Bernhard Gelderblom: Die Juden von Hameln - von ihren Anfängen im 13. Jahrhundert bis zu ihrer Vernichtung durch das NS-Regime. Hameln 2011, ISBN 978-3-940751-39-3, S. 118.</ref> In einer Anhörung vor einem deutschen Entnazifizierungsausschuss 1946 gab er an, dass er seit 1933 Mitglied der N.S.D.A.P. gewesen sei und der SA als Ober-Sturmführer angehört habe. Die Control Commission for Germany/British Element hat ihn als „Ardent Nazi supporter“ zunächst in die Kategorie "M", später in "Cat. IV" eingestuft.<ref>Stadtarchiv Hameln, Best. 11, Acc. 1989/01 Nr. 1513</ref>
Sein jüngster Sohn Georg Dietrich gilt seit dem 17. Oktober 1943 als in Melitopol verschollen.
Literatur
- Die Mitglieder der Vandalia zu Heidelberg nach dem Stande vom 29. September 1935. Berlin 1936, S. 248.
Einzelnachweise
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Schmidt, Detlef |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Verwaltungsjurist, Oberbürgermeister von Neumünster und Hameln |
| GEBURTSDATUM | 23. Dezember 1882 |
| GEBURTSORT | Lüchow |
| STERBEDATUM | 9. Januar 1951 |
| STERBEORT | Hameln |
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- Verwaltungsjurist
- Bürgermeister (Neumünster)
- Bürgermeister (Hameln)
- Träger des Eisernen Kreuzes I. Klasse
- Hauptmann (Preußen)
- Major (Heer der Wehrmacht)
- Träger des Friedrich-August-Kreuzes
- Person im Ersten Weltkrieg (Deutsches Reich)
- Corpsstudent (20. Jahrhundert)
- Deutscher
- Geboren 1882
- Gestorben 1951
- Mann