Ortasu
| Ortasu | ||||||
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| Basisdaten | ||||||
| Staat: | Datei:Flag of Turkey.svg Türkei | |||||
| Provinz (il): | Şırnak | |||||
| Landkreis (ilçe): | Uludere | |||||
| Koordinaten: | 37° 21′ N, 43° 0′ O
{{#coordinates:37,3419713|42,9924709|primary
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dim=10000 | globe= | name= | region=TR-73 | type=city
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| Einwohner: | 1.054<ref name="Infobox Ort in der Türkei.EinwohnerOrt">Nufusune.com: ŞIRNAK ULUDERE ORTASU KÖYÜ NÜFUSU - İl İlçe Mahalle Köy Nüfusu, abgerufen am 4. Februar 2026</ref> (2024) | |||||
| Telefonvorwahl: | (+90) 486 | |||||
| Postleitzahl: | 30300 | |||||
| Kfz-Kennzeichen: | 73 | |||||
| Struktur und Verwaltung (Stand: 2010) | ||||||
| Muhtar: | Haşim Encü | |||||
Ortasu (kurdisch: Roboskî) ist ein kurdisches Dorf im Landkreis Uludere der Provinz Şırnak im Südosten der Türkei. Das Dorf hatte im Jahr 2010 insgesamt 954 Einwohner.<ref>yerelnet.org.tr (türkisch)</ref> Der ursprüngliche Name war Robozik.<ref>Sevan Nişanyan: Adını Unutan Ülke. Türkiye'de Adı Değiştirilen Yerler Sözlüğü. Istanbul 2010, S. 294</ref>
Einnahmequellen der Dorfbevölkerung sind Schmuggel<ref>Tageszeitung Radikal vom 1. Januar 2012 (türkisch)</ref> und das Dorfschützersystem.<ref>Tageszeitung Radikal vom 30. Dezember 2011 (türkisch)</ref>
Landesweite Bekanntheit erlangte Ortasu am 28. Dezember 2011 durch ein tragisches Ereignis, bei dem 34 Dorfbewohner im Alter zwischen 13 und 38 Jahren durch Beschuss türkischer Kampfflugzeuge ums Leben kamen. Die Dorfbewohner waren mit Mauleseln auf einer Schmuggeltour unterwegs, als die türkische Armee sie angriff.<ref>Schmuggler statt PKK-Kämpfer getötet. ntv am 29. November 2011</ref> Die Armee erklärte, man habe die Gruppe irrtümlich für eine PKK-Einheit gehalten. Doch sprechen zahlreiche Indizien gegen diese Behauptung, u. a. die Tatsache, dass eine türkische Drohne die Gruppe vor dem Angriff vier Stunden lang, von ihrem Aufbruch im Dorf Ortasu an, beobachtet hatte.<ref name="Christiane Schlötzer">Christiane Schlötzer: Verbrannte Erde. Vor exakt zwei Jahren tötet das türkische Militär 34 Schmuggler, unter ihnen etliche Kinder. Eine Reise in die tiefe Nacht, an die Grenze zum Irak. In: Süddeutsche Zeitung vom 30. Dezember 2013, S. 3.</ref> Ein örtlicher Armeekommandant gab später zu Protokoll, dass er vor dem Bombenabwurf den Verantwortlichen bestätigt hätte, dass die Leute harmlos seien, wäre er nur gefragt worden.<ref name="Christiane Schlötzer" /> Ein Abgeordneter der Regierungspartei AKP hingegen erklärte, es könne sich schon deshalb nur um ein Unglück handeln, „weil der türkische Staat seine eigenen Bürger nicht absichtlich töten würde“.<ref name="Christiane Schlötzer" /> Ein abschließender Bericht steht noch aus, was zu Meinungsverschiedenheiten und Beschuldigungen zwischen Regierung und Opposition führt.
Einzelnachweise
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