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Ziegeldurchschuss

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Vorlage:Hinweisbaustein Ziegeldurchschuss ist ein moderner Begriff für ein spezielles Merkmal antiker römischer Mauertechnik, nämlich die regelmäßige Einfügung von Ausgleichslagen aus römischen Ziegeln in das Gussmauerwerk, opus caementicium.

Datei:Trier Kaiserthermen BW 2.JPG
Mauerwerk der Trierer Kaiserthermen mit Ziegeldurchschuss
Datei:Burgh Castle Bastion and Wall - geograph.org.uk - 1951380.jpg
Burgh Castle, Norfolk/England, spätrömische Befestigungsmauer mit regelmäßigen Ziegellagen

Verwendung

Bereits in der Architektur der Griechen wurden vereinzelt Maueranker oder sogenannte Spannsteine verwendet, um die inneren und äußeren Mauerschalen zu verbinden und eine größere Stabilität zu erreichen ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)emplekton). Das Verfahren kam vermutlich deshalb in der römischen Mauertechnik regelmäßig zum Einsatz.<ref>Heinz-Otto Lamprecht: Opus caementitium. Bautechnik der Römer. 5. Aufl., Beton-Verlag, Düsseldorf 2001, S. 43.</ref> Es wird bereits bei Vitruv beschrieben, der sich nachdrücklich dafür einsetzt.<ref>Vitruv: De Architectura libri decem 2.8.7 (<templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />online bei thelatinlibrary.com (Memento vom 4. März 2016 im Internet Archive), letzter Zugriff: 12. April 2026.)</ref>

Datei:Sous-sol des thermes de Cluny 23.jpg
Die Thermen in Lutetia Parisiorum, (Paris), das Gewölbe aus einem Gussmauerwerk, opus caementitium, darunter die Ziegelsteinschicht

Der Ziegeldurchschuss eignete sich besonders für die in römischer Zeit weit verbreitete Technik des Gussmauerwerks mit vorgeblendeten Sichtquadern. Nach einer regelmäßigen Anzahl Lagen normaler Blendsteine wurde eine Ausgleichsschicht aus einer oder mehreren Lagen Ziegel verbaut, die entweder in den Mauerkern hinein- oder hindurchreichte. Der Zement wurde meist schichtweise zwischen die Ziegellagen eingebracht.<ref>Heinz-Otto Lamprecht: Opus caementitium. Bautechnik der Römer. 5. Aufl., Beton-Verlag, Düsseldorf 2001, S. 84.</ref> Das Verfahren wurde vielfach angewandt und ist an vielen antiken Großbauten zu beobachten. Prominente Beispiele in Deutschland sind die Kaiserthermen und die Barbarathermen in Augusta Treverorum (Trier).<ref>Heinz-Otto Lamprecht: Opus caementitium. Bautechnik der Römer. 5. Aufl., Beton-Verlag, Düsseldorf 2001, S. 136.</ref><ref>Wilhelm Osthues: Bauwissen im Antiken Rom. Max Planck Research Library for the History and Development of Knowledge, Studies 4, Neopubli, Berlin 2014, ISBN 978-3-945561-03-4, auf mprl-series.mpg.de [1] S. 326; 331</ref>

Quellen

Literatur

  • Heinz-Otto Lamprecht: Opus caementitium. Bautechnik der Römer. 5. Aufl., Beton-Verlag, Düsseldorf 2001, ISBN 3-7640-0350-2, S. 250.

Weblinks

  • Stefan M. Holzer: Römische Baukunst (200 v. Chr. – 400 n. Chr.) – Grundzüge der Bautechnik. ETH Zürich, auf ethz.ch [2]

Einzelnachweise

<references/>