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Hugo Cassirer

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Datei:Hugo Cassirer in Granada.jpg
Hugo Cassirer in Granada
Datei:Lovis Corinth Hugo Cassirer 1908.jpg
Lovis Corinth: Hugo Cassirer, 1908.jpg

Hugo Cassirer (* 25. Dezember 1869 in Breslau; † 9. Juli 1920 in Berlin<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />genealogy.metastudies.net (Memento vom 11. August 2011 im Internet Archive)Vorlage:Abrufdatum</ref>) war ein deutscher Unternehmer aus der Familie Cassirer.

Leben und Werk

Er war der Sohn des Unternehmers Louis Cassirer und dessen Frau Emilie (geb. Schiffer). Seine Brüder waren Richard, Paul und Alfred Cassirer, zudem hatte er mit Else und Margaret zwei Schwestern. Er studierte in Berlin Chemie und wurde 1892 mit der Dissertation Beiträge zur Kenntniss des Orthocyanbenzylchlorids, nebst einem Anhang über einige Derivate des Orthonitrobenzylchlorids promoviert.<ref>Beiträge zur Kenntniss des Orthocyanbenzylchlorids, nebst einem Anhang über einige Derivate des Orthonitrobenzylchlorids</ref>

Datei:Hugo-Cassirer-Straße (Berlin-Hakenfelde) 09085738 001.jpg
Ehemalige Werkshalle der Kabelwerk Dr. Cassirer und Co. AG, entworfen von Hans Poelzig (Nordseite, 2011)

Cassirer gründete mit seinem Bruder Alfred Cassirer und seinem Onkel Julius Cassirer die Kabelwerke Dr. Cassirer & Co. und sammelte praktische Erfahrungen in der Kabelfabrik seines Onkels Otto Bondy in Wien. Durch ein Praktikum in England vervollständigte er seine Kenntnisse über die Gummifabrikation. Seine Fabrik war Zulieferer für die Elektroindustrie Berlins und anderer deutscher Standorte. Die Firma war vor dem Zweiten Weltkrieg auch international ein führendes Unternehmen in der Branche. Es wurde von den Nationalsozialisten enteignet.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Rede von Nadine Gordimer (Memento vom 14. Mai 2013 im Internet Archive) im Goethe-Institut Johannesburg am 20. Mai 1998 (englisch)Vorlage:Abrufdatum</ref> und von Siemens übernommen.<ref>Julia Encke: Ich bin nicht tapfer. In: faz.net, 7. September 2008</ref>

Cassirer war Bruder des Neurologen Richard Cassirer und des Kunsthändlers Paul Cassirer. Cassirer war selbst Kunstsammler. Er gehörte 1919 dem Kuratorium für den Wiederaufbau des deutschen Wirtschaftslebens an. Dieses unterstützte während des Wahlkampfes zur Nationalversammlung die DDP und andere bürgerliche Parteien.<ref>Christof Biggeleben: Das „Bollwerk des Bürgertums“. Die Berliner Kaufmannschaft 1870–1920. München 2000, S. 402</ref>

Hugo Cassirer starb 1920 im Alter von 50 Jahren in Berlin. Beigesetzt wurde er in einem Erbbegräbnis auf dem Jüdischen Friedhof Schönhauser Allee. Die Grabstätte ist erhalten.<ref>Hans-Jürgen Mende: Lexikon Berliner Begräbnisstätten. Pharus-Plan, Berlin 2018, ISBN 978-3-86514-206-1, S. 351.</ref>

Aus der Ehe mit Charlotte (Lotte) Jacobi gingen die Söhne Reinhold und Stephan Walter Cassirer hervor.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Genealogy.net (Memento vom 15. Juli 2014 im Internet Archive)Vorlage:Abrufdatum</ref> Sein Sohn Reinhold Cassirer (1908–2001) war Galerist und mit der Literaturnobelpreisträgerin Nadine Gordimer verheiratet. Ihm gelang es in der Zeit des Nationalsozialismus, die Kunstsammlung seines Vaters in die Niederlande zu schmuggeln. Gordimer widmete der Familie ihres Mannes 1956 die Kurzgeschichte Gesicht aus Atlantis.<ref>Spross einer berühmten jüdischen Familie aus Berlin – Zum Tode des Galeristen Reinhold Cassirer In: Die Welt online vom 3. November 2001</ref> Der gemeinsame Sohn trägt ebenfalls den Namen Hugo Cassirer.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Nadine Gordimer (Memento vom 27. April 2014 im Internet Archive) bei literature.britishcouncil.org (englisch)Vorlage:Abrufdatum</ref>

Das vom Architekten Hans Poelzig 1928–29 entworfene, nach Hugo Cassirer benannte Kabelwerk in Berlin-Hakenfelde im Bezirk Spandau steht heute unter Denkmalschutz.<ref>Eintrag 09085738 in der Berliner Landesdenkmalliste</ref>

In Berlin-Hakenfelde ist die Hugo-Cassirer-Straße am Standort des ehemaligen Kabelwerks nach ihm benannt.<ref>Hugo-Cassirer-Straße. In: Straßennamenlexikon des Luisenstädtischen Bildungsvereins (beim Kaupert)</ref>

Siehe auch

Kabelwerk Dr. Cassirer und Co. AG (in Liste der Kulturdenkmale in Berlin-Hakenfelde)

Literatur

  • Christian Kennert: Der Unternehmer Hugo Cassirer. Ein Beitrag zur Berliner Wirtschaftsgeschichte. In: Christian Kennert (Hrsg.): Der Bär von Berlin. Jahrbuch des Vereins für die Geschichte Berlins, Bd. 56 (2007), S. 123–150, ISSN 0522-0033.

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

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