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Seamus Elliott

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Seamus Elliott (1963)
Seamus Elliott (1963)
Zur Person
Geburtsdatum 4. Juni 1934
Sterbedatum 4. Mai 1971
Nation IrlandDatei:Flag of Ireland.svg Irland
Disziplin Straße
Karriereende 1966
Wichtigste Erfolge
eine Etappe Tour de France
zwei Etappen Vuelta a España
eine Etappe Giro d’Italia
UCI-Straßen-Weltmeisterschaften
1962 SilbermedailleStraßenrennen
Letzte Aktualisierung: 20. Juni 2023
Datei:Elliot Memorial.jpg
Gedenkstein für Elliott in Irland, an der Straße zwischen Laragh und Glenmalure

Seamus „Shay“ Elliott (* 4. Juni 1934 in Dublin; † 4. Mai 1971 ebenda) war ein irischer Radrennfahrer. Er war der erste Ire, der das Gelbe Trikot der Tour de France trug.

Radsport-Laufbahn

Seamus Elliott wurde als zweiter von drei Söhnen von Jim Elliott, einem Garagenbesitzer in Rathfarnham, und von dessen Frau Nell (geb. Farrell) geboren. Seine Eltern gehörten zu den Republikanern, die 1922 zu Beginn des irischen Bürgerkriegs die Four Courts in Dublin besetzt hatten. Elliott besuchte die Christian Brothers School in Crumlin, wo er Hurling und Football spielte. Erst mit 14 Jahren begann er mit dem Radsport.<ref name="dib">Paul Rouse: Elliott, Seamus (‘Shay’) – Dictionary of Irish Biography. In: dib.ie. 4. Juni 1934, abgerufen am 22. Juni 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

1954 wurde Seamus Elliott irischer Meister im Straßenrennen der Amateure. 1956 wurde er Profi und fuhr fortan für französische Mannschaften, hauptsächlich als Domestik für Jacques Anquetil und Jean Stablinski; Stablinski wurde später sein Trauzeuge und Pate seines Sohnes.<ref name="dib" /> Sechsmal startete er bei der Tour de France; 1963 gewann er die dritte Etappe und trug vier Tage lang das Gelbe Trikot. Bei der Tour 1959 wurde Elliott zum tragischen Helden: Brian Robinson, der gemeinsam mit Elliott (obwohl dieser Ire war) in der britischen Nationalmannschaft startete und kurz zuvor eine Etappe gewonnen hatte, war so erschöpft, dass er weit hinter dem Feld herfuhr und aus dem Zeitlimit fiel, nur Elliott blieb bei ihm. Während Elliott jedoch anschließend die Tour beenden musste, konnte Robinson weiterfahren, da nach den Regeln kein Fahrer, der so wie er unter den ersten Zehn platziert war, wegen Überschreitung des Limits ausgeschlossen werden konnte.<ref name="shay"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Shay Elliott auf rapha.cc (Memento vom 2. Februar 2012 im Internet Archive)</ref>

Bei der Vuelta a España 1962 belegte Elliott in der Gesamtwertung Rang drei, nachdem er das Rennen bis zum letzten Einzelzeitfahren angeführt hatte. Bei den anschließenden Straßenweltmeisterschaften 1962 gewann er die Silbermedaille im Rennen der Profis. Zwischen 1956 und 1966 startete er regelmäßig bei den UCI-Weltmeisterschaften im Straßenrennen der Berufsfahrer. Nur 1965 konnte er das Rennen nicht beenden. Nach seiner Silbermedaille 1962 war der 14. Platz 1956 sein zweitbestes Ergebnis.<ref>Helmer Boelsen: Die Geschichte der Rad-Weltmeisterschaften. Covadonga, Bielefeld 2004, ISBN 978-3-936973-33-4, S. 218–220.</ref> Weitere Rennen, die er gewann, waren u. a. der Grand Prix d’Isbergues (1956), der Omloop Het Volk (1959), die Manx Trophy (1959) und der Grand Prix d’Orchies und der Grand Prix de Saint-Raphaël (1965), letzteres Rennen als erster Nicht-Belgier. 1960 gewann er den Grand Prix Stan Ockers.

1965 zerstritt sich Elliott mit Anquetil und Stablinski, weil er sich von ihnen betrogen fühlte, und wechselte 1966 zum Team Mercier. Ende 1965 lieh er sich eine größere Geldsumme, um das „Hôtel d’Irlande: chez Seamus Elliott“ in Loctudy, Bretagne, zu eröffnen, das innerhalb kurzer Zeit insolvent ging. Daraufhin dopte er sich mit Benzedrin, um mit dem Preisgeld eines Rennens seine Schulden begleichen zu können. Er kehrte mittellos nach Irland zurück, während seine Frau mit dem gemeinsamen Sohn in Frankreich blieb.<ref name="dib" /> Seine letzten Siege holte er 1966, als er in Frankreich sieben Kriterien gewann. Der 5. Platz bei Gent–Wevelgem 1966 war seine letzte vordere Platzierung in einem bedeutenden Straßenrennen.

Nach dem Sport

Für ein Honorar in Höhe von 500 Pfund verkaufte Seamus Elliott der Zeitschrift People Informationen über den Drogenkonsum und Rennmanipulationen im professionellen Radsport. Er gab zu, anderen Fahrern gegen Geld zum Sieg verholfen zu haben. Er selbst habe vor 1966 unwissentlich leistungssteigernde Medikamente eingenommen, war sich aber sicher, dass die Mannschaftsärzte Drogen in seine Getränke gegeben hätten. Einmal wurde ein Mannschaftswagen, mit dem er nach Belgien fuhr, von der Polizei durchsucht, die in einem Sitz versteckte Drogen fand und ihn festnahm; das Verfahren gegen ihn wurde schließlich eingestellt.<ref name="dib" />

Mit dem Honorar von People erwarb Elliott eine Garage in Dublin. Er nahm 1970 am Rennen London to Holyhead teil, ließ sich re-amateurisieren und sollte dabei helfen, die irische Mannschaft auf die Olympischen Spiele in München vorzubereiten. Er nahm Antidepressiva, und am 4. Mai 1971, wenige Wochen nach dem Tod seines Vaters, wurde er tot in seiner Wohnung aufgefunden. Die Polizei entschied auf Suizid. Er habe sich mit einer Schrotflinte, die sein Preis für den Etappensieg bei der Vuelta a España im Jahr 1963 gewesen war, selbst erschossen.<ref name="dib" /> Seine Familie und Freunde dementierten, dass Elliott Selbstmord begangen habe. Seamus Elliott wurde in Kilmacanogue neben seinem Vater begraben; er wurde 36 Jahre alt.<ref name="dib" />

Ehrungen

1998 passierte die Tour de France, die in Irland gestartet wurde, Elliotts Grab als Zeichen des Respekts.<ref name="dib" />

Seit 1971 wird jährlich in Irland das Shay Elliott Memorial von den Bray Wheelers organisiert, das zuvor Route de Chill Mhantain genannt wurde. Seit Ende der 1960er Jahre hieß es Shay Elliott Trophy. Der erste Sieger wurde noch von Elliott selbst geehrt.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />braywheelers.com (Memento vom 28. September 2007 im Internet Archive)</ref> The Elliott gilt als das prestigeträchtigste Eintagesrennen Irlands.<ref name="shay" /> In der Nähe von Drumgoff Bridge im County Wicklow wurde ein Denkmal für ihn errichtet.<ref>Foto des Denkmals auf geograph.ie</ref>

Familie

Seamus Elliott war ein älterer Bruder des Radrennfahrers Paul Elliott. Sein Sohn Pascal kam 1978 im Alter von 16 Jahren in Frankreich bei einem Verkehrsunfall ums Leben.<ref>Ed Hood: Shay Elliott - Irish Legend and 'All Time Great'; a Story of Firsts and Mystery. In: veloveritas.co.uk. 24. Oktober 2017, abgerufen am 22. Juni 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Erfolge

1955
  • Paris–Evreux
1956
1958
1959
1960
1961
1962
1963
1964
  • Circuit du Morbihan
  • Manx Premier Trophy
1965

Wichtige Platzierungen

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Literatur/Film

  • Graham Healy/Richard Allchin: Shay Elliott: The Life And Death Of Ireland's First Yellow Jersey, Mousehold Press 2011.
  • Shay Elliott: Cycle of Betrayal. Regie: Martin Dwan. Drehbuch: Declan Quigley. 2009. Dokumentarfilm (mit Peter Crinnion, Seamus Elliott und Sean Kelly).<ref>Shay Elliott: Cycle of Betrayal (TV Movie 2009) - IMDb. In: imdb.com. Abgerufen am 22. Juni 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Weblinks

Commons: Seamus Elliott – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

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1948–1949 Stanley Thompson | 1950 Karl McCarthy | 1951 Joe McCormack | 1952 Colm Christle | 1953 Donal O’Connell | 1954 Seamus Elliott | 1955 Bart Sharkey | 1956 Gene Mangan | 1957 Christy Dunne | 1958 Cecil O’Reilly | 1959 Jim McGuire | 1960 Peter Crinnion | 1961 Jimmy Kennedy | 1962 Christy Kimmage | 1963 Morris Foster | 1964 Gordon Caldwell | 1965 Noel O’Neill | 1966 Steve Chivers | 1967, 1972 Noel Teggart | 1968 Peter Doyle | 1969 Phil O’Brien | 1970 Paul Elliott | 1971, 1973 Liam Horner | 1974 Pat McQuaid | 1975 Sé O’Hanlon | 1976 Alan McCormack | 1977, 1978 Tony Lally | 1979 Pat Healy | 1980 Mick Nulty | 1981, 1984 Paul Kimmage | 1982 Billy Kerr | 1983, 1985 John McQuaid | 1986 Alistair Irvine | 1987 Philip Cassidy | 1988 Anthony O’Gorman | 1989, 1991 Paul Slance | 1990 Julian Dalby | 1992 Ian Chivers | 1993 Robert Power | 1994 Mark Kane | 1994 Martin Earley (Elite) | 1995 Michael Fitzgerald | 1996 Peter Daly | 1997 Morgan Fox | 1998 Raymond Clarke | 1999 Tommy Evans | 2000, 2001, 2006 David McCann | 2002, 2003 Mark Scanlon | 2004, 2005, 2007 David O’Loughlin | 2008 Daniel Martin | 2009, 2016 Nicolas Roche | 2010–2013 Matthew Brammeier | 2014, 2017, 2021 Ryan Mullen | 2015 Damien Shaw | 2018 Conor Dunne | 2019 Sam Bennett | 2020, 2023 Ben Healy | 2022, 2025 Rory Townsend | 2024 Darren Rafferty

Bis 1994 starteten Amateure und Profis in manchen Jahren gemeinsam.

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