Zum Inhalt springen

Ötüken

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 8. November 2025 um 16:59 Uhr durch ~2025-32167-63 (Diskussion) (Dativ (...den Gott opfern) versus Akkusativ (...dem Gott opfern). Im ersten Fall würde Gott das Opfer sein, im zweiten Fall würde Gott ein Opfer erhalten).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)

Vorlage:Hinweisbaustein Ötüken war die Bezeichnung einer bewaldeten und gebirgigen Landschaft in Zentralasien, die von den frühen türkischen Stämmen als heilig verehrt wurde und mythische Bedeutung besaß. Überlieferungen zufolge opferte man hier dem Gott (türkisch: Tanrı) oder traf wichtige Entscheidungen. Die Herrschaft über diese geheiligte Landschaft diente den türkischen Khaghanen als Legitimation ihrer Herrschaft.<ref>Kreiser und Neumann: Kleine Geschichte der Türkei. Stuttgart 2003, S. 20</ref>

Die Tonyukuk-Inschrift, die älteste der türkischen Orchon-Inschriften, lokalisiert Ötüken zwischen dem Tian Shan und dem Orchon-Becken.

Nach der Islamisierung der Türken verlor die Landschaft ihre religiöse Bedeutung. Mahmud al-Kaschghari beschrieb Ötüken in seinem Diwān Lughāt at-Turk als ein Gebiet in den tatarischen Wüsten nahe den Uighuren. In der beigefügten Karte lokalisierte er es allerdings nahe dem Quellgebiet des Irtysch.

Im 13. Jahrhundert erschien Ötüken in der Form Ätügän oder Itügän als Name einer Erd- und Fruchtbarkeitsgöttin bei den Mongolen.

Heute ist Ötüken ein männlicher türkischer Vorname<ref>Ötüken im Namenswörterbuch der türkischen Sprache (türk.)</ref> und besitzt für die türkisch-nationalistische Ülkücü-Bewegung eine ideelle Bedeutung.

Einzelnachweise

<references />

Literatur

Siehe auch

ru:Этуген