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Ilham Tohti

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Datei:Professor Ilham Tohti.jpg
Ilham Tohti (2011)

Ilham Tohti ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value), chinesisch {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), Pinyin {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value); * 25. Oktober 1969 in Artux, Autonomer Bezirk Kizilsu, Xinjiang) ist ein chinesischer Wirtschaftswissenschaftler, Hochschullehrer und Regierungskritiker aus der Ethnie der Uiguren.

Leben

Tohti machte seinen Abschluss an der Pädagogischen Universität Nordostchinas in Changchun, Provinz Jilin in der Mandschurei, und ging danach nach Peking, wo er an der Fakultät für Wirtschaftswissenschaft der Zentralen Nationalitäten-Universität lehrte.<ref>Friederike Böge: Der Professor redet zu viel. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 1. Oktober 2011, S. 7, abgerufen am 20. Dezember 2012.</ref>

Ilham Tohti ist mit Guzelnur verheiratet, mit der er zwei Söhne hat. Aus einer früheren Beziehung stammt ein älteres Kind, seine Tochter Jewher.<ref>Edward Wong: "China Sentences Uighur Scholar to Life" NYT vom 23. September 2014.</ref><ref>Paul Gregoire: "“Free My Father”: An Interview with Jewher Ilham" sydneycriminallawyers.com.au vom 20. Mai 2019.</ref>

Verfolgung als Regimekritiker

2006 gründete Tohti die Website UyghurOnline.com mit dem Zweck, ein besseres Verhältnis und Verständnis zwischen Han-Chinesen und Uiguren herzustellen. 2008 schlossen die chinesischen Behörden diese Website, die von Radio Free Asia aus den USA als „moderne, intellektuelle Website für soziale Themen“ bezeichnet wurde.

Im März 2009 kritisierte Tohti in einem Radiointerview die Politik der chinesischen Regierung in Xinjiang, besonders die Siedlungspolitik in Bezug auf die Han-Chinesen. Durch diese Politik werde das Problem der Arbeitslosigkeit unter den Uiguren verschärft. Des Weiteren kritisierte er den Gouverneur von Xinjiang, Nur Bekri, als „unqualifiziert“ und verlangte für Xinjiang die konkrete Umsetzung des Gesetzes für regionale Autonomie.

Tohti vertrat den Standpunkt, dass uigurische Aktivisten in Xinjiang und internationale Terroristengruppen wie Al-Qaida keine Verbindung hätten und die chinesische Regierung und Medien den Kampf gegen den Terrorismus als Grund vorschöben, um die Minderheiten stärker anzugreifen.<ref>Stephanie Ho: Kina traži pomoć medjunarodne zajednice u borbi protiv terorizma. In: ba.voanews.com. 17. Mai 2011, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 5. Oktober 2019; abgerufen am 16. Juni 2020.</ref>

Noch im März 2009 wurde Tohti verhaftet und unter dem Vorwurf, separatistische Bestrebungen zu unterstützen, mehrmals verhört. Nachdem Anfang Juli 2009 in Ürümqi, der Hauptstadt Xinjiangs, Unruhen mit mehr als 150 Todesopfern unter Han-Chinesen wie Uiguren ausgebrochen waren, behauptete Gouverneur Bekri, die wieder aktive Website UyghurOnline habe die Ereignisse provoziert. Tohti wurde abermals verhaftet. Die Schriftsteller und Blogger Wang Lixiong und Tsering Woeser veröffentlichten in ihrem Blog eine Petition zu seiner Freilassung.<ref>A month without Word of detained Blogger Ilham Tohti. Reporters without borders, 7. August 2009, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 11. August 2011; abgerufen am 20. Dezember 2012 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref name="rsf.org–BLOGGER FREED">Uyghur Blogger Freed after six Weeks Incommunicado, but under close watch. Reporter ohne Grenzen, 25. August 2009, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 10. Februar 2014; abgerufen am 20. Dezember 2012 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/en.rsf.org</ref> Am 14. Juli 2009 hatten bereits mehr als 250 Han-Chinesen und auch Vertreter ethnischer Minderheiten wie der Blogger Ran Yunfei, ein Angehöriger der Minderheit der Tu, die Petition mit der Bitte um Freilassung Tohtis unterzeichnet. Insgesamt unterzeichneten die Petition 397 Menschen aus 30 Ländern.<ref name="rsf.org–BLOGGER FREED" /> Im August 2009 wurde Tohti aus der Haft entlassen. Seine Reisefreiheit und die seiner Familienangehörigen blieben jedoch eingeschränkt.

Am 15. Januar 2014 wurden Ilham Tohti und seine Mutter in Peking verhaftet. Seine Wohnung wurde durchsucht und sein Computer und Telefon beschlagnahmt.<ref>China lässt prominenten Kritiker verhaften. In: Tages-Anzeiger. 16. Januar 2014, abgerufen am 27. September 2014.</ref> Am 23. September 2014 verurteilte ihn das Mittlere Volksgericht von Ürümqi nach zwei Verhandlungstagen wegen „Separatismus“ zu lebenslanger Freiheitsstrafe und beschlagnahmte sein Vermögen.<ref>Es ist wie verhext. In: FAZ, 24. September 2014, S. 11.</ref> Sein Verteidiger legte erfolglos Berufung ein.<ref>Fang Wan: Lebenslänglich für Uiguren-Aktivisten Tohti. Deutsche Welle, 23. September 2014, abgerufen am 27. September 2014.</ref><ref>China bestätigt lebenslange Haft für Bürgerrechtler. In: Süddeutsche Zeitung. 21. November 2014. Abgerufen am 12. Oktober 2016.</ref>

Auszeichnungen

Datei:Sakharov Prize daughter of 2019 laureate Ilham Tohti receives prize on his behalf (49238839806).jpg
2019 erhielt Tohti den Sacharow-Preis des Europäischen Parlaments; seine Tochter Jewher nahm die Würdigung stellvertretend entgegen.

Werke

  • We Uyghurs Have No Say: An Imprisoned Writer Speaks. Verso, London 2022, ISBN 978-1-83976-404-2 (Übersetzt von Yaxue Cao, Cindy Carter, Matthew Robertson).

Weblinks

Commons: Ilham Tohti – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Navigationsleiste Träger des Sacharow-Preises

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