Baryt
| Baryt | |
|---|---|
| Allgemeines und Klassifikation | |
| IMA-Nummer |
1971 s.p.<ref name="IMA-Liste" /> |
| IMA-Symbol |
Brt<ref name="Warr" /> |
| Andere Namen |
|
| Chemische Formel |
|
| Mineralklasse (und ggf. Abteilung) |
Sulfate (einschließlich Selenate, Tellurate, Chromate, Molybdate und Wolframate) |
| System-Nummer nach Strunz (8. Aufl.) Lapis-Systematik (nach Strunz und Weiß) Strunz (9. Aufl.) Dana |
VI/A.08 VI/A.09-020<ref name="Lapis" /> 7.AD.35 28.03.01.01 |
| Kristallographische Daten | |
| Kristallsystem | orthorhombisch |
| Kristallklasse; Symbol | orthorhombisch-dipyramidal; 2/m2/m2/m |
| Raumgruppe | Pnma (Nr. 62)<ref name="StrunzNickel" /> |
| Gitterparameter | a = 8,88 Å; b = 5,46 Å; c = 7,16 Å<ref name="StrunzNickel" /> |
| Formeleinheiten | Z = 4<ref name="StrunzNickel" /> |
| Physikalische Eigenschaften | |
| Mohshärte | 3 bis 3,5<ref name="Handbookofmineralogy" /> |
| Dichte (g/cm3) | gemessen: 4,50; berechnet: 4,47<ref name="Handbookofmineralogy" /> |
| Spaltbarkeit | sehr vollkommen nach {001}, vollkommen nach {210}, unvollkommen nach {010}<ref name="Handbookofmineralogy" /> |
| Bruch; Tenazität | uneben; spröde<ref name="Handbookofmineralogy" /> |
| Farbe | farblos, weiß, grau, gelblich, bräunlich, rötlich, grünlich, bläulich<ref name="Handbookofmineralogy" /> |
| Strichfarbe | weiß<ref name="Handbookofmineralogy" /> |
| Transparenz | meist durchscheinend bis undurchsichtig, selten durchsichtig |
| Glanz | Glasglanz, Harzglanz<ref name="Handbookofmineralogy" /> |
| Kristalloptik | |
| Brechungsindizes | nα 1,634 bis 1,637<ref name="Mindat" /> nβ 1,636 bis 1,638<ref name="Mindat" /> nγ 1,646 bis 1,648<ref name="Mindat" /> |
| Doppelbrechung | δ 0,012<ref name="Mindat" /> |
| Optischer Charakter | zweiachsig positiv |
| Achsenwinkel | 2V = 36° bis 42° (gemessen); 36° bis 40° (berechnet)<ref name="Mindat" /> |
| Pleochroismus | farblos |
| Weitere Eigenschaften | |
| Besondere Merkmale | Fluoreszenz, Phosphoreszenz |
Baryt, auch als Schwerspat bekannt, ist ein häufig vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der „Sulfate und Verwandte“ (siehe Klassifikation) mit der chemischen Zusammensetzung Ba[SO4]<ref name="StrunzNickel" /> und damit chemisch gesehen Bariumsulfat.
Baryt kristallisiert im orthorhombischen Kristallsystem und entwickelt meist gut ausgebildete, tafelige bis prismatische Kristalle bis etwa 85 cm Größe mit einem harz- bis glasähnlichen Glanz auf den Oberflächen. Er findet sich aber auch in Form von kamm- bis rosettenförmigen Kristall- sowie faserigen, stalaktitischen, körnig-erdigen oder massig-derben Mineral-Aggregaten.
In reiner Form ist Baryt farblos und durchsichtig. Durch vielfache Lichtbrechung aufgrund von Gitterfehlern oder polykristalliner Ausbildung kann er aber auch durchscheinend weiß sein und durch Fremdbeimengungen eine graue, gelbliche, bräunliche, rötliche, grünliche oder bläuliche Farbe annehmen, wobei die Transparenz entsprechend abnimmt.
Etymologie und Geschichte
Baryt wurde nach {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value), benannt aufgrund seiner für ein Mineral relativ hohen Dichte von 4,5 g/cm³. Auch die bergmännische Bezeichnung Schwerspat weist auf diese Eigenschaft hin.
Baryt war als Schwerspat bereits im 18. Jahrhundert in der Bergmannsprache verbreitet, wurde allerdings für eine schwere Art von Gips angesehen. So ordnet auch Axel Frederic Cronstedt (1722–1765) den Schwerspat als „Gipsspat“ beziehungsweise „Schwerer Spat“ als Marmor metallicum ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) ein. Die chemische Zusammensetzung konnte erst 1774 unabhängig voneinander durch Carl Wilhelm Scheele und Johan Gottlieb Gahn ermittelt werden. Die chemische Verbindung wurde zu dieser Zeit unter verschiedenen Bezeichnungen bekannt wie unter anderem terra ponderosa (Schwererde) nach Torbern Olof Bergmann (1735–1784) und baryte in Frankreich.<ref name="Lüschen" />
Den bis heute gültigen Namen Baryt für das Mineral prägte um 1800 Dietrich Ludwig Gustav Karsten in der von ihm verfassten, ersten Edition der Mineralogischen Tabellen (Berlin, 1800).<ref name="Karsten" />
Baryt war bereits lange vor der Gründung der International Mineralogical Association (IMA) bekannt und als eigenständige Mineralart anerkannt. Damit hätte Baryt theoretisch den Status eines grandfathered Mineral. In der 1971 erfolgten Publikation der IMA: Commission on new minerals and mineral names wurde allerdings die Schreibweise Baryt ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) als einzig international gültige festgelegt und die anderen Bezeichnungen wie Barit(e), Barytin(e), Barytit(e) oder Schwerspat(h) als Synonyme diskreditiert.<ref name="IMA-1971" /> Da dies automatisch eine nachträgliche Ankerkennung für den Baryt bedeutete, wird das Mineral seitdem in der „Liste der Minerale und Mineralnamen“ der IMA unter der Summenanerkennung „1971 s.p.“ (special procedure) geführt.<ref name="IMA-Liste" />
Von der Vereinigung der Freunde der Mineralogie und Geologie wurde Baryt 2023 zum Mineral des Jahres in Deutschland und Österreich gewählt.
Klassifikation
Bereits in der veralteten 8. Auflage der Mineralsystematik nach Strunz gehörte der Baryt zur Mineralklasse der „Sulfate, Chromate, Molybdate und Wolframate“ (einschließlich einiger Selenate und Tellurate) und dort zur Abteilung „Wasserfreie Sulfate ohne fremde Anionen“, wo er gemeinsam mit Anglesit, Coelestin und Itoit in der „Baryt-Reihe“ mit der Systemnummer VI/A.08 steht.
In der zuletzt 2018 überarbeiteten Lapis-Systematik nach Stefan Weiß, die formal auf der alten Systematik von Karl Hugo Strunz in der 8. Auflage basiert, erhielt das Mineral die System- und Mineralnummer VI/A.09-020. Dies entspricht ebenfalls der Abteilung „Wasserfreie Sulfate [SO4]2−, ohne fremde Anionen“, wo Baryt zusammen mit Anglesit, Coelestin und Hashemit die „Barytgruppe“ mit der Systemnummer VI/A.09 bildet.<ref name="Lapis" />
Auch die von der International Mineralogical Association (IMA) zuletzt 2009 aktualisierte<ref name=IMA-Liste-2009 /> 9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Baryt in die Abteilung „Sulfate (Selenate usw.) ohne zusätzliche Anionen, ohne H2O“ ein. Diese ist allerdings weiter unterteilt nach der relativen Größe der beteiligten Kationen. Das Mineral ist hier entsprechend seiner Zusammensetzung in der Unterabteilung „Mit ausschließlich großen Kationen“ zu finden, wo es zusammen mit Anglesit, Coelestin und Olsacherit die „Barytgruppe“ mit der Systemnummer 7.AD.35 bildet.
In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen Systematik der Minerale nach Dana hat Baryt die System- und Mineralnummer 28.03.01.01. Das entspricht der Klasse der „Sulfate, Chromate und Molybdate“ und dort der Abteilung „Sulfate“. Hier findet er sich innerhalb der Unterabteilung „Wasserfreie Säuren und Sulfate (A2+)XO4“ in der „Barytgruppe“, in der auch Coelestin und Anglesit eingeordnet sind.
Kristallstruktur
Vorlage:Farbe Ba2+ Vorlage:Farbe S6+ Vorlage:Farbe O2−
Baryt kristallisiert orthorhombisch in der Raumgruppe Pnma (Raumgruppen-Nr. 62) mit den Gitterparametern a = 8,88 Å; b = 5,46 Å und c = 7,16 Å sowie 4 Formeleinheiten pro Elementarzelle.<ref name="StrunzNickel" />
Der Anionenkomplex [SO4]2− bildet dabei einen leicht verzerrten Tetraeder mit Schwefel im Mittelpunkt und Sauerstoff an den vier Ecken. Innerhalb des Anionenkomplexes herrscht kovalente Bindung, zwischen dem Barium2+-Ion und den jeweils 12 umgebenden Sauerstoffionen dagegen Ionenbindung.
Eigenschaften
Baryt ist in Wasser nahezu unlöslich und deshalb im Gegensatz zu anderen Bariumverbindungen nicht giftig. Es ist auch chemisch recht beständig und löst sich selbst in heißer, konzentrierter Schwefelsäure nur langsam. Beim Erhitzen neigt das Mineral zur Rissbildung und erzeugt eine gelbgrüne Flammfärbung.
Unter Anregung mit UV-Licht zeigen einige Baryte eine gelbliche, orange oder rosafarbene Fluoreszenz. Hervorgerufen wird diese Emission durch Verunreinigungen mit Elementen wie Mangan oder Chrom. Gelegentlich kann auch Phosphoreszenz beobachtet werden, was auf Defektstellen im Kristallgitter zurückzuführen ist.
Varietäten und Modifikationen
Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Anker“ ist nicht vorhanden.Radiobaryt enthält geringe Anteile von Radium im Promillebereich, die das Barium in der Struktur teilweise ersetzen. Abhängig vom Radiumgehalt kann es das Mineral mit der stärksten natürlichen Radioaktivität sein: In einer Einzelprobe wurden 31,8 MBq/g nachgewiesen. Baryte mit mehr als 70 Bq/g werden im Allgemeinen bereits als Radiobaryte angesprochen.<ref name="radiobaryt" />
In wüstenhaftem Klima entstehen als besondere Wachstumsform, bei der zwischen den tafeligen Kristallen Sandkörner eingeschlossen werden, die sogenannten Barytrosen. Diese ähneln den Sandrosen und werden unter ähnlichen Bedingungen gebildet.
Als Hokutolith wird eine bleihaltige und gelegentlich auch radiumhaltige Baryt-Varietät bezeichnet.
Bildung
Baryt bildet sich aus hydrothermalen Lösungen oder auch sedimentär, teilweise unter Mitwirkung biologischer Prozesse. Vergesellschaftet ist er überwiegend mit Calcit, Dolomit, Fluorit, Galenit, Gips, Rhodochrosit, Sphalerit und Stibnit,<ref name="Handbookofmineralogy" /> kann aber auch mit vielen anderen Mineralen zusammen gefunden werden.
Sedimentär-exhalative Lagerstätten
Die bedeutendsten Lagerstättentypen sind SEDEX-Lagerstätten. Da Bariumsulfat nur sehr schwer löslich ist, findet eine Ausfällung des Minerals häufig an Orten statt, an denen sich barium- und sulfatreiche Lösungen mischen. So bilden sich die submarinen SEDEX-Lagerstätten bei der Mischung aufsteigender bariumreicher Hydrothermallösungen mit sulfathaltigem Meerwasser. Dieser Lagerstättentyp kann einige Millionen bis Milliarden Tonnen Baryt enthalten, die oftmals, aber nicht immer, mit Pb-Zn-Ag-haltigen Massivsulfiden vergesellschaftet sind. Beispiele sind die Lagerstätten in der Brooks Range in Alaska mit etwa zwei Milliarden Tonnen Baryt,<ref name="johnsonetal" /> der Nevada-Barytgürtel in den USA oder die Lagerstätten Meggen und Rammelsberg in Deutschland (beide stillgelegt).
Ganglagerstätten
Ganglagerstätten bilden sich auf Spalten in verschiedensten Gesteinen. Die Gänge können mehrere Meter mächtig werden und einige Millionen Tonnen Baryt enthalten. Oftmals kommen auf den Gängen neben Baryt auch Fluorit, Quarz, Calcit und verschiedene Sulfide vor.
Fundorte
Deutschland
Aktiv
In Deutschland wird derzeit Baryt in der Grube Clara in Oberwolfach im Schwarzwald abgebaut.
In der Grube Niederschlag bei Bärenstein im Erzgebirge wurde 2013 mit dem Abbau von Fluorit und Baryt begonnen.<ref name="freie_Presse_2013" />
Die Lagerstätte Gehren bei Ilmenau im Thüringer Wald wurde von 2005 bis 2008<ref name="mineralien-hochrhein.de" /> erschlossen, lag dann lange mangels Absatz still<ref name="ilmenau.thueringer-allgemeine" /> und wird seit 2022 für den Abbau vorbereitet<ref>https://fluorchemie.de/phoenix/. Abgerufen am 24. September 2024.</ref>.
Stillgelegt
Bis Juni 2007 wurde noch bei Bad Lauterberg im Harz auf der Grube Wolkenhügel und im Schwerspatbergwerk Dreislar im Sauerland Baryt gewonnen und noch bis 1997 in der Grube Käfersteige auf dem Gebiet der Stadt Pforzheim. Bis 1991 waren im sächsischen Vogtland die Lagerstätte Brunndöbra und im thüringischen Trusetal die Lagerstätten Mommel und Hühn in Betrieb. Weniger bedeutende Reviere lagen im Richelsdorfer Gebirge bei Sontra, im Spessart z. B. bei Rechtenbach, Partenstein, Frammersbach, Hain im Spessart (Grube Elisabeth im Seebachtal) und Heigenbrücken (Grube Bächles) und im Saarland bei Nohfelden-Eisen. Zwischen den Dörfern Aue und Haindorf (Schmalkalden) gab es von 1887 bis 1978 eine Schwerspatmühle, die „Auehütte“. Die Bahnstation trägt heute noch diesen Namen. Die Hütte wurde 1887 in dem Gebäude des Walzwerkes einer vorherigen Eisenverhüttung von der Familie Utendörffer eingerichtet. Als VEB in der DDR schloss sie 1978.
In Hartenrod, heute Bad Endbach im Landkreis Marburg-Biedenkopf (Hessen), wurden in den Gruben „Bismarck“ ab 1884 und „Koppe“ von 1919 bis 1957 ein hochwertiges Schwerspatvorkommen abgebaut und in der angeschlossenen Spatmühle verarbeitet.<ref name="schlierbach-on.de" /> Im Odenwald wurde zwischen 1800 und 1939 an drei wichtigen Standorten Baryt gefördert: in Schriesheim an der Bergstraße entlang der Klüfte der Schriesheim-Formation, in Klein-Umstadt (heute Stadtteil von Groß-Umstadt) (von 1839 bis 1931 etwa 650.000 Tonnen barythaltiges Gestein) und im zentralen Bereich des Odenwaldes um Reichelsheim zwischen Ober-Kainsbach und Ober-Ostern.
Weitere Fundorte in Deutschland sind unter anderem Freiberg, Ruschberg (Grube Clarashall), Halsbrücke, Pöhla, Uersfeld (Bergwerk Bergkrone)<ref name="UersfeldBergkrone" />, Schwerspatgruben Leutnitz (Königsee, Thüringen), der Harz, das Lahn-Dill-Gebiet, das Christophstal bei Freudenstadt (Grube Christophstollen), der Thüringer Wald und das östliche Kyffhäusergebirge. Außerdem gab es Schwerspatabbau in der „Grube Marie“ (zwischen Oberbach und Wildflecken) im Landkreis Bad Kissingen.<ref name="MineralienatlasGrubeMarie" />
International bedeutende Lagerstätten
Alston Moor, Cumbria, Frizington, Mowbray und Isle of Arran (deren Vorkommen bereits seit 1770 bekannt sind<ref name="industriekultur" />) in Großbritannien, Iglesias auf Sardinien, Baia Sprie und Cavnic in Rumänien, Banská Štiavnica in der Slowakei, Dědova hora und Příbram in Tschechien, sowie Elk Creek/South Dakota in den USA.
Weitere Fundorte
Insgesamt konnte Baryt bisher (Stand: 2011) an rund 8600 Fundorten nachgewiesen werden<ref name="Mindat" />, so auch in Gesteinsproben des Mittelatlantischen Rückens und des Zentralindischen Rückens und an mehreren Orten des Pazifischen Ozeans. Außerhalb der Erde fand sich Baryt noch auf dem Mond, genauer in den Gesteinsproben in der Nähe der Landeplätze von Luna 16 (Mare Fecunditatis), 20 und 24 (Mare Crisium).<ref name="Fundorte" />
Der weltweite Abbau von Baryt verteilt sich wie folgt:<ref>U.S. Geological Survey, Barite Statistics and information.</ref>
| Land | 2019<ref name="usgs_2021">U.S. Geological Survey, Mineral Commodity Summaries 2021: BARITE.</ref> | 2020<ref name="usgs_2022">U.S. Geological Survey, Mineral Commodity Summaries 2022: BARITE.</ref> | Reserven |
|---|---|---|---|
| (in tausend Tonnen) | |||
| Datei:Flag of the People's Republic of China.svg Volksrepublik China | 2.800 | 2.800 | 36.000 |
| Datei:Flag of India.svg Indien | 2.000 | 1.600 | 51.000 |
| Datei:Flag of Iran.svg Iran | 202 | 202 | 100.000 |
| Datei:Flag of Kazakhstan.svg Kasachstan | 597 | 445 | 85.000 |
| Datei:Flag of Laos.svg Laos | 440 | 180 | n.bek. |
| Datei:Flag of Mexico.svg Mexiko | 384 | 323 | n.bek. |
| Datei:Flag of Morocco.svg Marokko | 1.100 | 410 | n.bek. |
| Datei:Flag of Pakistan.svg Pakistan | 110 | 86 | 40.000 |
| Datei:Flag of Russia.svg Russland | 160 | 287 | 12.000 |
| Datei:Flag of Turkey.svg Türkei | 250 | 180 | 35.000 |
| Datei:Flag of the United States.svg Vereinigte Staaten | 414 | n.bek | n.bek. |
| Andere Länder | 418 | 329 | 30.000 |
| Gesamt (gerundet) | 8.870 | 6.840 | 390.000 |
Verwendung
Die Hauptverwendung für Baryt ist in der Tiefbohrtechnik als Zusatz für Bohrspülungen. Der Grund hierfür ist die hohe Dichte des Baryts, mit dem ein hoher Schweredruck in der Flüssigkeit erzielt wird, der das Bohrloch stabilisiert und es ermöglicht, das durch den Bohrmeißel zerkleinerte Gestein an die Erdoberfläche zu transportieren.
Des Weiteren wird Baryt zur Herstellung von weißen Pigmenten wie Lithopone<ref name="SchröckeWeiner" /><ref name="Kremer" /> und von fotografischen Papieren verwendet und ist selbst auch im Colour Index unter C.I. Pigment White 22 und C.I. 77120 gelistet. Es ist ebenso Bestandteil von Schwerbeton wie von Kontrastmitteln bei Röntgenuntersuchungen des Magens. Baryt wird außerdem als Rohstoff zur Gewinnung von Barium abgebaut.
In der Automobilindustrie wird Baryt Kunststoffen und Dämmmatten beigemischt, um die Schalldurchlässigkeit zu vermindern.
Als Schmuckstein wird Baryt nur selten verwendet, da er zu weich (Mohs-Härte 3 bis 3,5) und empfindlich (vollkommene Spaltbarkeit) ist. Er wird von Sammlern bevorzugt in Form eines facettierten Achtecks geschliffen.<ref name="Schumann" />
Als Zuschlagsstoff wird Schwerspat benutzt, um die Strahlendurchlässigkeit von Beton zu vermindern (Barytbeton). Einsatzgebiet sind beispielsweise Wände in Röntgenräumen im Krankenhaus oder Behandlungsräume in der Strahlentherapie.
Siehe auch
Literatur
- Martin Okrusch, Siegfried Matthes: Mineralogie: Eine Einführung in die spezielle Mineralogie, Petrologie und Lagerstättenkunde. 7. Auflage. Springer Verlag, Berlin, Heidelberg, New York 2005, ISBN 3-540-23812-3, S. 70.
- Petr Korbel, Milan Novák: Mineralien Enzyklopädie. Nebel Verlag GmbH, Eggolsheim 2002, ISBN 3-89555-076-0, S. 138.
Weblinks
- Baryt und Mineralienportrait/Baryt. In: Mineralienatlas Lexikon. Geolitho Stiftung
- Baryte. In: mindat.org. Hudson Institute of Mineralogy (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).
- David Barthelmy: Barite Mineral Data. In: webmineral.com. (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).
- IMA Database of Mineral Properties – Baryte. In: rruff.info. RRUFF Project (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).
- Baryte search results. In: rruff.info. Database of Raman spectroscopy, X-ray diffraction and chemistry of minerals (RRUFF) (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).
- American-Mineralogist-Crystal-Structure-Database – Baryte. In: rruff.geo.arizona.edu. (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).
- Joachim Lorenz: Baryt (früher auch als Schwerspat bezeichnet) - das weiße "Gold" des Spessarts! In: spessartit.de. Abgerufen am 19. Oktober 2025 (Webseite zu den Barytvorkommen im Spessart (Geschichte, Mineralogie, Abbau, Varietäten, Literatur) und vielen beispielhaften Abbildungen).
Einzelnachweise
<references> <ref name="freie_Presse_2013"> Gabi Thieme: Start für erstes neues Bergwerk. Freie Presse, 4. November 2013, abgerufen am 8. November 2013. </ref> <ref name="Fundorte"> Fundortliste für Baryt beim Mineralienatlas (deutsch) und bei Mindat (englisch), abgerufen am 4. März 2025. </ref> <ref name="Handbookofmineralogy"> </ref> <ref name="ilmenau.thueringer-allgemeine"> Gerd Schmidl, Arne Martius: Gericht klärte Aufteilung der Flussspatgrube zwischen Gehren und Langewiesen. In: Thüringer Allgemeine. 29. Dezember 2010, abgerufen am 2. Oktober 2017: „…ruht der Vortrieb in der Flussspatgrube und das möglicherweise bis 2012“ </ref> <ref name="IMA-1971"> </ref> <ref name="IMA-Liste"> Malcolm Back, Cristian Biagioni, William D. Birch, Michel Blondieau, Hans-Peter Boja und andere: The New IMA List of Minerals – A Work in Progress – Updated: January 2025. (PDF; 3,8 MB) In: cnmnc.units.it. IMA/CNMNC, Marco Pasero, Januar 2025, abgerufen am 4. März 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="Karsten"> </ref> <ref name="IMA-Liste-2009"> Ernest H. Nickel, Monte C. Nichols: IMA/CNMNC List of Minerals 2009. (PDF; 1,9 MB) In: cnmnc.units.it. IMA/CNMNC, Januar 2009, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 29. Juli 2024; abgerufen am 30. Juli 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="industriekultur"> <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Industriekultur-Ansichten – Barytminen bei Glen Sannox, Isle of Arran ( vom 14. September 2010 im Internet Archive) </ref> <ref name="johnsonetal"> C. A. Johnson, K. D. Kelley, D. L. Leach: Sulfur and oxygen isotopes in barite deposits of the western Brooks Range, Alaska, and implications for the origin of the Red Dog massive sulfide deposits. In: Economic Geology V. Band 99, 2004, S. 1435–1448. </ref> <ref name="Kremer"> 46100 Lithopone Silber 60 %, Silbersiegel. (PDF; 449 kB) Kremer Pigmente, 24. August 2021, abgerufen am 3. März 2025. </ref> <ref name="Lapis"> </ref> <ref name="Leuchs"> Johann C. Leuchs: Polytechnisches Wörterbuch, oder Erklärung der in der Chemie, Physik, Mechanik, Technologie, Fabrikwissenschaft, in den Gewerben [et]c. gebräuchlichen Wörter und Ausdrüke. 2. Auflage. Verlag von C. Leuchs & Comp., Nürnberg 1835, S. 22 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.). </ref> <ref name="Lüschen"> </ref> <ref name="Mindat"> Baryte. In: mindat.org. Hudson Institute of Mineralogy, abgerufen am 11. Dezember 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="MineralienatlasGrubeMarie"> Grube Marie. In: Mineralienatlas Lexikon. Geolitho Stiftung, abgerufen am 11. Dezember 2022. </ref> <ref name="mineralien-hochrhein.de"> Privatexkursion Thüringer Wald 2010. Abgerufen am 25. April 2011. </ref> <ref name="radiobaryt"> David Barthelmy: Radiobarite Mineral Data. In: webmineral.com. Abgerufen am 11. Dezember 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="schlierbach-on.de"> <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Dieter Stoppel: 100 Jahre Schwerspatabbau im hessischen Hinterland ( vom 29. November 2014 im Internet Archive) </ref> <ref name="Schumann"> Walter Schumann: Edelsteine und Schmucksteine. Alle Arten und Varietäten. 1900 Einzelstücke. 16., überarbeitete Auflage. BLV Verlag, München 2014, ISBN 978-3-8354-1171-5, S. 222. </ref> <ref name="SchröckeWeiner"> </ref> <ref name="StrunzNickel"> </ref> <ref name="UersfeldBergkrone"> Bergwerk Bergkrone in Uersfeld. Eintrag in der Datenbank „KuLaDig“ des Landschaftsverbands RheinlandVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="Warr"> </ref> </references>