Zum Inhalt springen

Zastler

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 24. April 2025 um 15:59 Uhr durch imported>KukiHaki (Literatur).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Zastler
Gemeinde Oberried
Das Ortswappen bitte nur als Dateipfad angeben!
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(450)&title=Zastler 47° 56′ N, 7° 58′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(450) 47° 56′ 0″ N, 7° 58′ 1″ O
 {{#coordinates:47,933352|7,966987|primary
dim=10000 globe= name=Zastler region=DE-Vorlage:Deutsches Bundesland/Code type=city
  }}
Höhe: 474 m ü. NN
Fläche: 20 km²
Einwohner: 450<ref name="frsw">Zastler: Schwarzwaldtal zwischen Oberried und Feldberg. Auf: freiburg-schwarzwald.de. Abgerufen am 8. Dezember 2014.</ref>
Bevölkerungsdichte: 23 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Oktober 1974
Postleitzahl: 79254
Das Bild bitte nur als Dateipfad angeben!

Das Dorf Zastler, heute ein Ortsteil der Gemeinde Oberried im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald, liegt östlich von Oberried im unteren Zastlertal. Zastler ist ein typischer Schwarzwaldort mit alten Holzhäusern und Einzelgehöften. Namensgebend war der Ort für die Zastler Hütte und das Zastler Loch.

Geografie

Der Ort besteht aus dem Zastlertal, das vom Zastlerbach bzw. Osterbach durchflossen wird und seinem Seitental Stollenbach. Begrenzt wird er durch die Bergrücken Feldberg und Toter Mann im Süden sowie durch den Hinterwaldkopf im Norden.<ref name="frsw" /> Dort findet man ein Naturphänomen, die Zastler Eislöcher. Vor Urzeiten haben sich durch Felsstürze Hohlräume gebildet, in denen sich auch im Sommer die schwerere kalte Luft sammelt, so dass man dort oft noch Ende Juli Eis findet. Bei den Einheimischen sind sie seit langem als natürliche Kühlschränke bekannt.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Eisiges Vergnügen (Memento vom 5. März 2016 im Internet Archive), Badische Zeitung, 7. August 2015, abgerufen am 8. August 2018.</ref> Zu Zastler, das am 1. Oktober 1974 nach Oberried eingemeindet wurde, gehörten die Höfe Adamshof, Burghardtshof, Gassenbauernhof, Glaserhausenhof, Jockelehof und -berghaus, Mederlehof, Schweizerhaus, Schweizerhof, Stefansgütle, Stollenbacherhof und Winterhalterhof und Schmiede und die Wohnplätze Antoniushäusle, Breiterackerhaus, Bürstenholzfabrik, Försterhaus, Holzmacherhaus, Kleislehof, Krummholzengütle, Mederleberghaus, Roteck, Schulhaus, Taddäushäusle, Weilersbacher Viehhütte und Zähringerhaus.<ref>Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band IV: Regierungsbezirk Freiburg. Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-007174-2. S. 113–117.</ref> Auf der Gemarkung des Orts befinden sich der Burgstall Büschelesköpfle<ref>Zastler, Büschelesköpfle in der wissenschaftlichen Datenbank „EBIDAT“ des Europäischen BurgeninstitutsVorlage:Abrufdatum</ref> und die Reste der Burg Zasteler Stein<ref>Zastler, Burgacker in der wissenschaftlichen Datenbank „EBIDAT“ des Europäischen BurgeninstitutsVorlage:Abrufdatum</ref> (auch Burg am Adamshof genannt).

Durch Zastler führen der Südschwarzwaldradweg und der Dreiseenradweg. Der Südschwarzwaldradweg verläuft als Rundweg von Hinterzarten über Waldshut-Tiengen, Basel und Freiburg rund um den Naturpark Südschwarzwald. Der Dreiseenradweg führt von Oberried über den Titisee und den Windgfällweiher zum Schluchsee und verbindet Zastler über den Rinken mit Hinterzarten.

Geschichte

Vorlage:Hinweisbaustein Der Name des Ortes Zastler ist erstmals 1557 beurkundet, ursprünglich war das nur der Name des hinteren Tales in Richtung Feldberg. Dieser setzte sich dann im 16. Jahrhundert für das ganze Tal durch. Davor wurde es erstmals 1311 unter dem Namen „Munswendi“ urkundlich belegt – ein Name, der später als „Mißwende“ nur noch einen einzigen Hof beschrieb.<ref name="leo">Zastler – Altgemeinde~Teilort, leo-bw.de, abgerufen am 8. Dezember 2014.</ref>

Dieser Name enthält den Begriff „svendi“, was so viel wie Abholzen bedeutet, sodass der Ursprung eine Holzhauer- und Glashüttensiedlung im Mittelalter sein dürfte.<ref>August Vetter: Feldberg im Schwarzwald. Selbstverlag der Gemeinde Feldberg (Schwarzwald), 1996, S. 77.</ref> Die Waldwirtschaft war bis zum Ende des 19. Jahrhunderts die Wirtschaftsgrundlage, da das Holz ein wichtiger Baustoff und Brennmaterial war. Das Tal war einer der wichtigen Holzlieferanten für Freiburg. Nach Freiburg wurde das Holz über den Wasserweg gebracht, der am Nägelesee endete, der sich etwa beim alten Messplatz in Freiburg befand.<ref>Stadtführung mit Joachim Scheck, leider kein Beleg zur Hand, außer dem Gewannnamen.</ref>

Das Zastlertal war Anfang des 16. Jahrhunderts im Besitz der Familie Schnewlin von Landeck und gehörte zur Herrschaft Ebnet. Die Schnewlins hatten die Rechte an dem Gebiet von den Herren von Falkenstein erworben, deren Bedeutung ab dem 15. Jahrhundert im Dreisamtal nachließ. 1568 übernahmen die Herren von Sickingen als Erben der Schnewlin von Landeck die Herrschaft und vererbten diese teilweise 1651 an die Herren von Pfirt.<ref>Rüdiger Hitz, Hillard von Thiesen: Familie, Arbeit und Alltag in Hinterzarten 1600 bis 1900. Stadler, Konstanz 1998, ISBN 3-7977-0396-1, S. 39.</ref> 1670 ging der Besitz des Ortes an die Freiherren von Neveu. 1786 ging die kirchliche Zuständigkeit von der Pfarrei Kirchzarten auf Oberried über.<ref name="leo" /> Nachdem der vorderösterreichische Breisgau mit dem Frieden von Pressburg 1806 an das im folgenden Jahr zum Großherzogtum erhobene Kurfürstentum Baden gefallen war, wurde ab 1809 der badische Staat zum Grundherrn.

Am 1. Oktober 1974 wurde Zastler zusammen mit Hofsgrund und St. Wilhelm aufgrund der baden-württembergischen Gemeindereform nach Oberried eingegliedert.<ref></ref>

Literatur

  • Klaus Haserodt, Wolfgang Stülpnagel: Die Gemeinde Oberried mit den Ortsteilen Hofsgrund, St. Wilhelm und Zastler. Freiburg 1974.
  • Ernst M. Wallner: Zastler. Oberried 1953 und 1990.

Weblinks

Commons: Zastler – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references /> Vorlage:Hinweisbaustein