Elisabeth Schnitzler
Elisabeth Schnitzler (* 4. Dezember 1912 in Allenstein in Ostpreußen, heute Olsztyn/Polen; † 24. April 2003 in Rostock) war eine deutsche Archivarin.
Leben
Elisabeth Schnitzler war die Tochter des Pädagogen Heinrich Schnitzler. Sie legte 1932 das Abitur in Rostock ab und studierte von 1932 bis 1937 Latein, Geschichte und Theologie an der Universität Rostock,<ref>Siehe dazu den Eintrag der Erst- sowie der Zweitimmatrikulation von Elisabeth Schnitzler im Rostocker Matrikelportal</ref> in Innsbruck und Münster, wo sie 1937 die Prüfung für das höhere Lehramt bestand; 1938 folgte die Promotion. 1939 bekam sie eine Stelle als wissenschaftliche Hilfskraft am Stadtarchiv und am Museum in Rostock, wo sie in den Kriegsjahren 1942 bis 1945 für das Archiv verantwortlich war. Nach Kriegsende wurden unter ihrer Leitung die zuvor ausgelagerten Bestände zurückgeführt. Durch den Rektor Günther Rienäcker wurde Elisabeth Schnitzler 1948 zur ersten hauptamtlichen Leiterin des Universitätsarchiv der Universität Rostock berufen.<ref name="Uni_1995" /> Sie baute dieses neu auf, wobei auch ein Bildarchiv angelegt wurde. Auf Betreiben des Rektors Rudolf Schick und des Direktors des Historischen Instituts Gerhard Heitz wurde sie „wegen nicht gegebener politischer Qualifikation“ aus dem Universitätsarchiv „entfernt“. Von 1963 bis 1966 wurde sie pro forma auf eine wissenschaftliche Assistentenstelle an das Historischen Institut der Universität Rostock versetzt.<ref name="Uni_1995">Julius Schoenemann: Elisabeth Schnitzler – Ein Gelehrtenleben unter zwei Diktaturen. In: Elisabeth Schnitzler – Ihr Wirken für die Stadt und für die Universität Rostock (1939–1966). Siehe Literatur, hier S. 4–6.</ref>
Ehrungen
- 1990 Goldenes Doktordiplom der Universität Münster
- 1995 Kulturpreis der Hansestadt Rostock
- 2011 wurde eine Straße in der Rostocker Südstadt nach Elisabeth Schnitzler benannt.
Veröffentlichungen
- 1940 Das geistige und religiöse Leben Rostocks im späten Mittelalter (Dissertation)
- 1948 Beschreibung der Fresken von Irma Lang-Scheer "Das Jüngste Gericht" in der Christuskirche (Rostock) – Archiv 3 Seiten.Homepage zu Irma Lang-Scheer
- 1953/54 Die Universität im Jahre 1848
- 1953/54 Die Stiftungsbulle der Universität Rostock vom Jahre 1419
- 1955/56 Die Rektorkette
- 1955/56 Die Inauguration der Universität Rostock im Jahre 1419
- 1957/58 Die Gründung der Universität Rostock
- 1974 Die Gründung der Universität Rostock 1419
- 1979 Beiträge zur Geschichte der Universität Rostock im 15. Jahrhundert (3 Bände)
- 1992 Studien zur Archiv- und Bildungsgeschichte der Hansestadt Rostock
- 1998 Zur Stadt- und Universitätsgeschichte Rostocks. Kleine Beiträge (1941-1961) (RosDok)
Literatur
- Grete Grewolls: Wer war wer in Mecklenburg und Vorpommern. Das Personenlexikon. Hinstorff Verlag, Rostock 2011, ISBN 978-3-356-01301-6, S. 8946.
- Elisabeth Schnitzler – Ihr Wirken für die Stadt und für die Universität Rostock (1939–1966). 10. – 31. Januar 1995, Foyer des Universitätshauptgebäudes. Universität Rostock, Rostock 1995 (Volltext – RosDok – Ausstellung der Universität Rostock und des Archivs der Hansestadt Rostock).
Weblinks
- Literatur von und über Elisabeth Schnitzler im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Literatur über Elisabeth Schnitzler in der Landesbibliographie MV
- Werke von Elisabeth Schnitzler in der Landesbibliographie MV
Einzelnachweise
<references/>
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Schnitzler, Elisabeth |
| KURZBESCHREIBUNG | deutsche Archivarin |
| GEBURTSDATUM | 4. Dezember 1912 |
| GEBURTSORT | Allenstein |
| STERBEDATUM | 24. April 2003 |
| STERBEORT | Rostock |