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Ulrich Koester

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Ulrich Koester (* 20. Mai 1938 in Elbing<ref name="VWCSt" />) ist ein deutscher Agrarökonom an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, er war Lehrstuhlinhaber und langjähriger Berater der deutschen Bundesminister für Landwirtschaft und internationaler Organisationen.<ref>Researchgate zum 80. Geburtstag von Ulrich Koester</ref>

Leben und Wirken

Ulrich Koester wurde als Sohn einer ostpreußischen Gutsbesitzerfamilie geboren. Seine Mutter war Paula Koester, geborene Fähndrich, sein Vater der Landwirt Egon Koester. Er wuchs gemeinsam mit fünf Geschwistern nach Flucht und Vertreibung in der Pfalz auf. Er absolvierte nach der Mittleren Reife ein Jahr auf dem elterlichen Hof und legte 1959 die Reifeprüfung ab. Danach studierte er Agrarwissenschaften (Landwirtschaft) an den Universitäten Hohenheim und Gießen sowie Wirtschaftswissenschaften (Volkswirtschaft) an den Universitäten Saarbrücken und Göttingen. 1960 wurde er Mitglied des Corps Germania Hohenheim.<ref name="VWCSt">Verzeichnis Weinheimer Corpsstudenten 1990, S. 250.</ref> 1962 schloss er in Stuttgart-Hohenheim sein Studium als Diplom-Landwirt ab, 1965 in Göttingen das Studium als Diplom-Volkswirt. Von 1965 bis 1971 war er als Wissenschaftlicher Assistent tätig. Nach der Promotion zum Dr. rer. pol. an der Universität Göttingen im Jahr 1968 war er in den Vereinigten Staaten für ein Jahr (1968/1969) am Economics Department der University of California, Berkeley als Post Doctoral Fellow und Visiting Scholar tätig. Die Habilitation erfolgte nach einer Tätigkeit als Wissenschaftlicher Rat 1971 in Göttingen. Nach einem Gastsemester an der TU Berlin erhielt er eine Professur für sektorale Wirtschaftspolitik an der Universität Göttingen. 1974 war er Gastprofessor am Economic Department in Buffalo (USA), 1977/1978 Gastprofessor in Nairobi in Kenia. Koester folgte 1978 dem Ruf als Ordinarius an das Institut für Agrarökonomie der Universität Kiel. 1981/9182 hatte er einen Forschungsaufenthalt in Washington am International Food Policy Research Institute. Auch nach seiner Emeritierung 2003 ist er als Gastprofessor und Fachbuch-Autor gefragt. Zahlreiche Publikationen wurden in die englische, mongolische, russische und ukrainische Sprache übersetzt.

Koester war außer seinen Gastprofessuren an Universitäten in den USA und Afrika als in Osteuropa und Zentralasien tätig. Über zwanzig Jahre war er ab 1981 Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat des Bundesministers für Landwirtschaft, Ernährung und Forsten und übernahm Beratungsaufgaben für die Bundesregierung bei EU, Weltbank, OECD und FAO. Nach ihrer Habilitation wurden zehn seiner Schüler Professoren an einer Universität.

Ulrich Koeser ist evangelisch und heiratete 1969 Ute Kleinert. Aus der Ehe gingen ein Sohn und zwei Töchter hervor.

Ehrungen

Veröffentlichungen (Auswahl)

Koesters Forschungsinteresse liegt vornehmlich im Bereich der Agrarpolitik, des internationalen Agrarhandels und der Transformationsökonomie. Nachfolgend eine Auswahl seiner Veröffentlichungen:

  • Allgemeine Analyse der Nachfrage nach Nahrungs- und Genußmitteln (= Agrarwirtschaft. Sonderheft 27). Hannover 1968.
  • Sektorale Preisentwicklung und Geldwertstabilität. Hain 1974.
  • mit S. Tangermann: Alternativen der Agrarpolitik. Landwirtschaftsverlag, Münster-Hiltrup 1976.
  • EG-Agrarmarktpolitik in der Sackgasse. Nomos, Baden-Baden 1977.
  • mit Claus-Henning Hanf: Milchpreissenkung und Einkommensübertragung. 1980.
  • mit D. Brabänder und W. Hodapp: Nutzen-Kosten-Untersuchung forstwirtschaftlicher Zuschüsse. 1980.
  • Grundzüge der landwirtschaftlichen Marktlehre. 1981. 4. Auflage. Vahlen, München 2010.
  • als Hrsg. mit Reimar von Alvensleben und H. Storck: Agrarwirtschaft und Agrarpolitik in einer erweiterten Gemeinschaft (= Schriften der Gesellschaft für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften des Landbaues. Band 18). Hannover 1981.
  • Policy Options for The EC Grain Econonmy of the European Community: Implications for Developing Countries. 1982.
  • Regional Cooperation to Improve Food Security in Southern and Eastern African Countries (= IFPRI Report. Nr. 53). Washington, D.C. 1986.
  • mit R. Hermann: The EEC-ACP Convention of Lomé Forum No. 13. Wissenschaftsverlag Vauk, Kiel 1987.
  • als Hrsg.: Disharmonies in EC and US Agricultural Policy Measures. Report for the European Commission, Brussels 1988.
  • mit K. Larson et al.: EC Agricultural Policy for the 21st Century European Commission (= European Economy, Reports and Studies. Nr. 4) Luxembourg 1994.
  • mit V. Zaric: Trgovina poljprivredno-prehrambenim proizvodima – principi i politika. Univerzitet u Beogradu Poljoprivredni fakultet. Belgrad 2009.
  • Ulrich Koester, Sebastian Hess: Die Bedeutung von Preisbeziehungen und Preisänderungen in ausgewählten Agrarmärkten. Halle 2021.<ref>ECONSTOR, Hess Koester, Leibniz Institute of Agricultural Development in Transition Economies (IAMO), Halle (Saale)</ref>
  • Ulrich Koester, Stephan von Cramon-Taubadel: Agricultural Price Formation in Theory and Reality. Cambridge Scholars Publishing, 2023, ISBN 978-1-5275-2829-1.

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

Literatur

  • Hartmut Boettcher, Manfred G. Raupp: Hohenheimer Lexikon der Agrarbiografien. 2025.DOI:10.60848/12209
  • Koester, Ulrich. In: Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 673–674.

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