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Thygeson-Keratitis

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Klassifikation nach ICD-10
H16.1 Sonstige oberflächliche Keratitis ohne Konjunktivitis
Keratitis superficialis punctata
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ICD-10 online (WHO-Version 2019)

Bei der seltenen<ref name="DOG" /> Thygeson-Keratitis (auch: Keratitis superficialis punctata Typ Fuchs-Thygeson) handelt es sich um eine oft beidseitig auftretende, chronische Augenerkrankung, bei der es zu punktförmigen Defekten und Infiltraten (Keratitis superficialis punctata) der äußeren Hornhautschicht (Epithel) kommt. Die Veränderungen treten in rundlicher, sternförmiger oder ovaler Form auf, verschwinden wieder, treten neu auf und können nach Art und Anzahl häufiger wechseln. Das Krankheitsbild ist nach dem US-amerikanischen Arzt Phillips Thygeson (* 1903) benannt, der es 1950 erstmals in dieser Form beschrieb.<ref>Phillips Thygeson: Superficial punctate keratitis. In: J Am Med Assoc. 1950; 144, S. 1544–1549. PMID 14794375.</ref>

Symptome

Datei:Thygeson's superficial punctate keratitis.jpg
Punktförmige Hornhautdefekte bei einer Thygeson-Keratitis

Betroffene Patienten sind häufig Personen unter 40 Jahren. Sie beklagen ein leichtes Fremdkörpergefühl und je nach Lokalisation der Trübungen gegebenenfalls eine geringe Verschlechterung der Sehschärfe. Vermehrter Tränenfluss, Brennen, Juckreiz und Lichtscheu sind ebenfalls typisch. Der Verlauf kann Monate oder gar Jahre anhalten, ist aber meist selbstheilend. Es kommt während der Krankheit oft zu Befundverschlechterungen (Exazerbationen) oder aber zu leichten Besserungen jedoch ohne vollständige Heilung (Remissionen).

Die Entzündung beschränkt sich auf die Hornhaut. Bindehaut oder andere Augenstrukturen sind typischerweise nicht betroffen. Insofern ist die Thygeson-Keratitis differentialdiagnostisch von anderen Formen der Keratitis superficialis punctata abzugrenzen.

Ursache

Die Ursache der Erkrankung ist unklar und wird kontrovers diskutiert.<ref name="Connell" /> Vor allem in der Vergangenheit wurde eine Virusinfektion (Herpes-Zoster-Virus) oder eine Chlamydien-Infektion vermutet. Es gibt Hinweise auf eine genetische Assoziation mit dem HLA-DR3, einem Immun-Antigen.<ref name="Duszak" /><ref name="Darrell" />

Therapie

Es werden unkonservierte Tränenersatzmittel (künstliche Tränen) empfohlen. Bei fehlendem Erfolg können auch kortisonhaltige Augentropfen eingesetzt werden. Eine Alternative hierzu stellt lokal angewandtes Cyclosporin A dar, welches weniger Nebenwirkungen und Rezidive hervorrufen soll als Corticosteroide. Laut einer Studie Ende der 1990er Jahre bildeten sich bei über 70 % der so behandelten Patienten die typischen klinischen Symptome der Thygeson-Keratitis zurück.<ref name="Diss" /> Allgemein wird die Langzeitprognose als gut bezeichnet.

Einzelnachweise

<references> <ref name="Diss"> Bartosz Wojanowski: Sicherheit von lokalem Cyclosporin A bei entzündlichen Erkrankungen von Hornhaut und Bindehaut. In: Dissertation aus der Augenklinik der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. 2007 (uni-duesseldorf.de [PDF]). </ref> <ref name="DOG">Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG): <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Register seltener Erkrankungen (Memento des Vorlage:IconExternal vom 19. Februar 2018 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.dog.org</ref> <ref name="Connell"> Paul P Connell, James O' Reilly, Suzie Coughlan, Louis M T Collum, William J Power: The role of common viral ocular pathogens in Thygeson's superficial punctate keratitis. In: Br J Ophthalmol. Band 91, Nr. 8, 2007, S. 1038–1041, PMC 1954834 (freier Volltext). </ref> <ref name="Duszak"> </ref> <ref name="Darrell"> </ref> </references>

Literatur

  • Albert J. Augustin: Augenheilkunde. 3. Auflage. Springer, 2007, ISBN 978-3-540-30454-8, S. 253.
  • H. Pau (Hrsg.): Lehrbuch und Atlas der Augenheilkunde. Gustav Fischer Verlag, Stuttgart 1980, ISBN 3-437-00255-4, S. 229 ff.

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