Alaa Abd el-Fattah
Alaa Abd el-Fattah (arabisch علاء عبد الفتاح, DMG {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value); * 1981 in Kairo)<ref name="faz">Zum Tod von Ahmad Seif El-Islam – „Stattdessen gab ich dir die Gefängniszelle weiter“. FAZ.net, 27. August 2014.</ref> ist ein ägyptischer Blogger, der unter anderem antisemitische Hassbotschaften veröffentlicht hat. Seit Ende 2021 besitzt er auch die britische Staatsbürgerschaft.<ref name="Siefert">Almut Siefert: „Er lebt zurzeit von etwa 100 Kalorien am Tag.“ Interview mit Mona und Sanaa Seif. In: Zeit Online. 18. Juli 2022, abgerufen am 28. Juli 2022.</ref> Er wurde mehrmals wegen politischer Aktivitäten verurteilt und befand sich im Gefängnis. Ende 2025 reiste er in das Vereinigte Königreich ein.
Leben
Abd el-Fattah ist der Sohn des Rechtsanwalts und Menschenrechtsaktivisten Ahmad Seif el-Islam und der Mathematikprofessorin und politischen Aktivistin Leila Soueif. Er hat zwei Schwestern (Mona Seif und Sanaa Seif), die sich ebenfalls politisch engagieren.
Seit den 2000er Jahren ist Alaa als Aktivist für politische und digitale Rechte bekannt. Der Blog „manalaa“, den Abd El-Fattah gemeinsam mit seiner Frau Manal Bahey El-Din Hassan gegründet hat, gewann 2005 den Sonderpreis „Reporter ohne Grenzen“ im Wettbewerb „Best of Blogs“ der Deutschen Welle.<ref>Best Weblog of 2005 Goes to “Fat Woman”. Deutsche Welle, 21. November 2005, abgerufen am 15. Oktober 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Core to Commonplace: The evolution of Egypt’s blogosphere. In: arabmediasociety.com. 29. September 2008, abgerufen am 15. Oktober 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Am 7. Mai 2006 wurde er verhaftet, als er für eine unabhängige Justiz demonstrierte. Nach 45 Tagen Haft wurde er freigelassen und vom Vorwurf der „Beleidigung“ des Richters Abdel Fattah Murad freigesprochen, der die Sperrung von 49 Websites, darunter auch der Alaa-Website, angeordnet hatte.<ref>Egypt releases blogger jailed for 45 days after ‘insulting’ President. In: independent.co.uk. 20. Juni 2006, abgerufen am 15. Oktober 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Alaa Abdel Fattah: Portrait of a revolutionary. In: english.ahram.org.eg. Abgerufen am 15. Oktober 2022.</ref>
2011 trat er bei der „RightsCon“ in Silicon Valley auf und sprach über das dystopische Potenzial der sozialen Netzwerke und die Selbstausbeutung des Sharing-basierten Arbeitsmarktes.<ref>Alaa Abd El Fattah RightsCon Keynote Address. In: Access Now. 2. Juni 2022, abgerufen am 22. September 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Maspero-Massaker
Am 9. und 10. Oktober 2011 wurden koptische christliche Demonstranten von ägyptischen Sicherheitskräften angegriffen, wobei etwa 27 koptische Christen getötet und 329 verwundet wurden. In einer skandalösen Propagandamaßnahme stellte das staatliche Fernsehen unwahrheitsgemäß dar, dass die Massen stattdessen die ägyptischen Soldaten angriffen, und rief die ägyptische Öffentlichkeit auf, in Massen nach Maspero zu gehen, um die ägyptischen Soldaten vor den „wütenden christlichen Demonstranten“ zu verteidigen, wie es hieß. Im postrevolutionären Ägypten gab es zu dieser Zeit eine Welle der Verurteilung der sektiererischen Provokationen und der Aktionen der Armee.
Alaa schrieb einen Artikel in der ägyptischen Zeitung Al-Shuruk mit dem Titel „Mit Märtyrern ist es viel besser“,<ref>مع الشهداء ذلك أفضل جدًا - علاء عبد الفتاح - بوابة الشروق In: shorouknews.com. Abgerufen am 10. Oktober 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> in dem er das Zusammenspiel und die Komplizenschaft zwischen dem Regime und dem religiösen Institut beschrieb und den Terror beschrieb, der die Kopten heimsuchte.
Nach seiner Verurteilung des Regimes wurde er verhaftet. Es wurden Anschuldigungen gegen ihn erhoben, er habe einen Militärpanzer überfallen und persönlich die koptischen Demonstranten überfahren, obwohl der Staatsanwalt keine Beweise für diese Anschuldigungen vorgelegt hatte. Seine Verhaftung erfolgte zu einem Zeitpunkt, als die Militärstaatsanwaltschaft damit begann, Aktivisten und Priester zu ihrer angeblichen Beteiligung an der öffentlichen Aufforderung der Kopten zur Demonstration an diesem Tag zu befragen. Vom 30. Oktober 2011 bis zum 25. Dezember 2011<ref>Ägyptischer Blogger Alaa Abdel Fattah ist frei. Der Standard, 26. Dezember 2011, abgerufen am 4. Mai 2012.</ref> war er unter fragwürdigen Vorwürfen inhaftiert.<ref>Ägyptischer Blogger aus dem Gefängnis: ‚Versucht, für mich zu feiern‘. In: taz, 18. November 2011.</ref> Das Büro des Hohen Kommissars der Vereinten Nationen für Menschenrechte setzte sich für seine Freilassung ein.<ref>UN calls for release of Egyptian blogger. In: thedailynewsegypt.com. Daily News Egypt, 11. November 2011, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 15. November 2011; abgerufen am 25. August 2013 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value), Associated Press).</ref> Seine Mutter trat in einen Hungerstreik, um gegen seine Inhaftierung zu protestieren.<ref name="faz" />
Die Darstellung der Militärstaatsanwaltschaft brach schnell zusammen, und Alaa weigerte sich, als Zivilist in einem Militärprozess angeklagt zu werden.<ref>النيابة العسكرية تقرر حبس علاء عبدالفتاح 15 يومًا على ذمة تحقيقات ماسبيرو In: ahram.org.eg. Abgerufen am 11. Oktober 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Er erfuhr in Ägypten große Unterstützung und wurde schließlich von einem zivilen Richter freigesprochen.
Während der Präsidentschaft von Sisi
Im Januar 2014 wurde er erneut festgenommen und im Juni 2014 zu 15 Jahren Haft verurteilt.<ref name="faz" /> Seine erneute Freilassung erfolgte am 15. September 2014.<ref>Leading Egyptian activist Alaa Abdel Fattah freed on bail. In: Reuters. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 18. September 2014; abgerufen am 15. September 2014.</ref>
Weitere Verurteilungen und Verhaftungen
Am 23. Februar 2015 wurde er wiederum zu fünf Jahren Haft durch ein Gericht in Kairo verurteilt.<ref>Alaa Abdel Fattah sentenced to five years of maximum security prison. Aswat Masriya, 23. Februar 2015; abgerufen am 23. Februar 2015.</ref> Nach Verbüßung der Strafe wurde er am 29. März 2019 aus dem Gefängnis entlassen.<ref>Egypt Releases Prominent Democracy Activist After 5 Years in Prison. Haʾaretz, 29. März 2019; abgerufen am 29. März 2019.</ref>
Er kritisierte im September 2019 mit über 250 Autoren, dass die Stadt Dortmund die Verleihung des Nelly-Sachs-Preises an die Schriftstellerin Kamila Shamsie wegen deren Unterstützung der umstrittenen BDS-Kampagne (Boycott, Divestment and Sanctions gegen Israel), über die die Jury nicht informiert war, widerrufen hatte.<ref>The Right to Boycott. In: London Review of Books. 23. September 2019, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 23. September 2019; abgerufen am 25. September 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Am 29. September 2019 wurde er unter der Anschuldigung, Falschnachrichten verbreitet zu haben, erneut verhaftet.<ref>Egypt protests: Activist Alaa Abdel Fattah arrested amid rare unrest. In: BBC News. 29. September 2019, abgerufen am 29. September 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Amnesty international erhob schwere Foltervorwürfe gegen die ägyptischen Sicherheitskräfte. Dem Blogger seien die Augen verbunden worden; er sei ausgezogen, geschlagen, getreten, bedroht und beschimpft worden.<ref>–. In: news.ORF.at. Ehemals im Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 21. Dezember 2021. (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )</ref> Im Dezember 2021 wurde er zu einer Haftstrafe von fünf Jahren verurteilt, nachdem er zu diesem Zeitpunkt bereits seit über zwei Jahren im Gefängnis gesessen hatte.<ref>Markus Reuter: Menschenrechte – Ägypten verurteilt berühmten Blogger Alaa Abd el-Fattah zu fünf Jahren Haft. In: Netzpolitik.org. 20. Dezember 2021, abgerufen am 20. Dezember 2021.</ref> Er trat am 2. April 2022 in einen Hungerstreik und eskalierte ihn im November 2022. Medizinische Intervention wurde notwendig.<ref>Nach Hungerstreik in Gefängnis: Ägyptischer Aktivist ist in ärztlicher Behandlung. In: n-tv.de. 10. November 2022, abgerufen am 10. Februar 2024 (Lno/afp).</ref> Im selben Monat erhielt seine Familie einen Brief von ihm, in dem er ein Ende seines Hungerstreiks bekanntgab.<ref>Ägypten: Inhaftierter Aktivist Alaa Abdel Fattah bricht Hungerstreik ab. In: Spiegel Online. 15. November 2022, abgerufen am 15. November 2022.</ref>
Freilassung im September 2025
El-Fattah sollte nach Ablauf seiner fünfjährigen Haftstrafe im September 2024 freigelassen werden. Das Regime von Präsident Sisi ließ ihn aber erst Ende September 2025 frei.<ref>Egypt pardons jailed activist Alaa Abd el-Fattah. Deutsche Welle, 22. September 2025, abgerufen am 22. September 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Egypt’s President Sisi pardons high-profile Egyptian-British activist Alaa Abd El-Fattah, al Qahera news says. Reuters, 22. September 2025, abgerufen am 22. September 2025.</ref>
Einreise in das Vereinigte Königreich und antisemitische Hassbotschaften
Im Dezember 2021 wurde El-Fattah die britische Staatsbürgerschaft verliehen, da seine Mutter in London geboren wurde.<ref name="Siefert" />
Am 26. Dezember 2025 gab Keith Stamer als Premierminister des Vereinigten Königreichs bekannt, dass El-Fattah in das Vereinigte Königreich eingereist ist, und drückte seine „tiefe Erleichterung“ darüber aus.<ref>Keir Starmer says Egyptian-British activist Alaa Abd El-Fattah back in UK. In: aljazeera.com. 26. Dezember 2025, abgerufen am 29. Dezember 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Unittelbar nach seiner Ankunft im Vereinigten Königreich starteten Politiker der Conservative Party und der Partei Reform UK im Dezember 2025 eine Kampagne gegen El-Fattah, die seine Abschiebung zum Ziel hatte.<ref>Die Zeit: Politiker fordern Abschiebung von ägyptisch-britischem Aktivisten. In: zeit.de. 29. Dezember 2025, abgerufen am 13. März 2026.</ref> Sie beriefen sich dabei auf alte Posts, insbesondere aus den Jahren 2010 und 2011, mit menschenverachtenden Inhalten auf Twitter (heute X). So erklärte er dort, „Ich sage euch, dass ich weiße Menschen hasse“. Briten bezeichnete er in islamistischer Diktion als „Hunde und Affen“.<ref name="Starmer">Starmer welcomes ‚extremist‘ to Britain. In: telegraph.co.uk. 27. Dezember 2025, abgerufen am 29. Dezember 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Am 8. August 2011 schrieb er: „Meine eigentliche Kritik an diesen Unruhen nach einem Polizeimord ist der falsche Fokus – geht und brennt die City oder Downing Street nieder oder jagt die Polizei-Idioten.“<ref name="Starmer" /> Im selben Jahr schrieb er außerdem: „Polizisten sind keine Menschen. Sie haben keine Rechte, wir sollten sie einfach alle töten.“<ref name="Starmer" /> Am 3. Juli 2010 brachte er seine Unterstützung für die Tötung von Zionisten zum Ausdruck und bezeichnete solche Taten als „heldenhaft“.<ref>Harry Yorke: Killing Zionists is OK, said released activist Alaa Abd El-Fattah. In: thetimes.com. 27. Dezember 2025, abgerufen am 29. Dezember 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Am 10. September 2010 postete er eine Leugnung des Holocausts: „Es gab schließlich keinen Völkermord an den Juden durch die Nazis, denn schließlich sind viele Juden übrig geblieben.“<ref name="Starmer" /> Am 3. November 2010 bezeichnete er sich selbst als „gewalttätige Person“, die „die Tötung aller Zionisten einschließlich Zivilisten“ befürworte.<ref>Justin Cohen: ‚Serious questions to answer‘. PM condemned for celebrating arrival of activist who once urged killing of Zionists. In: jewishnews.co.uk. 27. Dezember 2025, abgerufen am 29. Dezember 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Im Dezember 2025 entschuldigte sich El-Fattah für die Posts.<ref>Alex Kleiderman und Harry Sekulich: British-Egyptian dissident apologises for tweets as Tories push for UK deportation. In: bbc.com. 29. Dezember 2025, abgerufen am 13. März 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Veröffentlichungen
- Abd el-Fattah: Ihr seid noch nicht besiegt. Ausgewählte Texte 2011–2021. Mit einem Vorwort von Naomi Klein. Aus dem Englischen von Utku Mogultay. Verlag Klaus Wagenbach, Berlin 2022, ISBN 978-3-8031-3724-1.
Weblinks
- Ägypten: Inhaftierter Aktivist in Lebensgefahr. Amnesty International Deutschland, 17. Mai 2022.
- Elisabeth Lehmann und Khalid El Kaoutit: Weisst du noch, damals auf dem Tahrir. Radio-Feature. Radio SRF 2 Kultur, 8. April 2016 (online)
Einzelnachweise
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Abd el-Fattah, Alaa |
| ALTERNATIVNAMEN | Abd el-Fatah, Alaa |
| KURZBESCHREIBUNG | ägyptisch-britischer Blogger und Softwareentwickler |
| GEBURTSDATUM | 1981 |
| GEBURTSORT | Kairo |