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Stiel-Melde

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Stiel-Melde
Datei:Atriplex longipes 3 Rügen 8-2008 (Eckhard Garve).jpg

Stiel-Melde (Atriplex longipes)

Systematik
Ordnung: Nelkenartige (Caryophyllales)
Familie: Fuchsschwanzgewächse (Amaranthaceae)
Unterfamilie: Chenopodioideae
Tribus: Atripliceae
Gattung: Melden (Atriplex)
Art: Stiel-Melde
Wissenschaftlicher Name
Atriplex longipes
Drejer

Die Stiel-Melde (Atriplex longipes) ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Melden (Atriplex) innerhalb der Familie der Fuchsschwanzgewächse (Amaranthaceae).

Beschreibung und Ökologie

Vegetative Merkmale

Die Stiel-Melde ist eine einjährige krautige Pflanze. Der aufrechte Stängel ist basal verzweigt mit bogenartig aufsteigenden, langen Ästen und erreicht eine Länge von meist 20 bis 60, selten bis zu 90 Zentimetern.

Die Laubblätter sind wechselständig (die untersten auch gegenständig) am Stängel angeordnet. Ihre beiderseits grüne Blattspreite ist dreieckig-spießförmig, ab und zu auch elliptisch, und an der Basis etwas keilförmig.

Blütenstand und Blüte

Die Stiel-Melde ist einhäusig getrenntgeschlechtig (monözisch). Männliche Blüten enthalten fünf Blütenhüllblätter (Tepalen) und fünf Staubblätter. Weibliche Blüten, die nur aus dem Fruchtknoten bestehen, werden umhüllt von zwei nur am Grunde verwachsenen Vorblättern. Diese sind bei einer Länge von 5 bis 20 mm (bis 25 mm) dreieckig bis rhombisch-dreieckig, ganzrandig oder schwach gezähnt, mit glatter Rückseite ohne Anhängsel. Kennzeichnend für die Art ist, dass die meisten Vorblätter etwa 5 bis 15, selten bis 30 Millimeter lang gestielt sind.

Als Blütezeit wird für Deutschland Mai bis Juni<ref name="BiolFlor" /> und für die russische Ostseeküste Juli bis August angegeben. Die Bestäubung erfolgt in der Regel durch den Wind, ist aber auch durch Insekten oder durch Selbstbestäubung möglich<ref name="BiolFlor" />.

Frucht und Samen

Es gibt zwei Samentypen (Heterokarpie): rötlich-schwarze, etwas konvexe bis flache Samen mit einem Durchmesser von meist 1,2 bis 1,8, selten bis 2,5 Millimeter sowie rot-braune, konkave Samen mit einem Durchmesser von 2,0 bis 4,0 mm.

Die Ausbreitung der von den Vorblättern umgebenen Frucht erfolgt durch das Wasser (Hydrochorie). Die Diasporen sind nach Suchorukow (2007) lange schwimmfähig. Dabei dient der ausgestreckte Abschnitt der Vorblätter als Gegengewicht zum Vorblätterteil, der die Frucht enthält.

Chromosomenzahl

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 18.

Photosyntheseweg

Die Stiel-Melde ist eine C3-Pflanze mit normaler Blattanatomie<ref name="Kadereit" />.

Vorkommen und Gefährdung

Das Verbreitungsgebiet der Stiel-Melde umfasst die Meeresküsten von Westeuropa und des südlichen Skandinaviens, des Vereinigten Königreichs und der Niederlande im Westen bis nach Finnland im Osten<ref name="Uotila" />. Ihr Lebensraum sind Brackwasser-Salzmarschen.

In Deutschland ist die Stiel-Melde in Salzpflanzenfluren an den Küsten von Nordsee und Ostsee heimisch.

Während die Stiel-Melde in Niedersachsen und Bremen ungefährdet ist, gelten ihre Bestände in Schleswig-Holstein und Hamburg als „vom Aussterben bedroht“ (Rote Liste gefährdeter Arten 1).<ref name="FloraWeb" />

Systematik

Die Stiel-Melde (Atriplex longipes) zählt zur Sektion Teutliopsis <templatestyles src="Person/styles.css" />Dumort. innerhalb der Gattung Atriplex.<ref name="Kadereit" /> Zusammen mit der Frühen Melde (Atriplex praecox <templatestyles src="Person/styles.css" />Hülph.) und Atriplex nudicaulis <templatestyles src="Person/styles.css" />Bogusl. wird sie zum Atriplex longipes-Aggregat zusammengefasst.<ref name="Uotila" />

Die Erstbeschreibung von Atriplex longipes erfolgte 1838 durch Salomon Thomas Nicolai Drejer in Flora excursoria hafniensis, S. 107. Synonyme von Atriplex longipes <templatestyles src="Person/styles.css" />Drejer sind Atriplex prostrata var. longipes <templatestyles src="Person/styles.css" />(Drejer) Meijden und Atriplex stipitata var. longipes <templatestyles src="Person/styles.css" />(Drejer) Westerl.<ref name="BiolFlor" />

Atriplex longipes neigt zur Bildung von Hybriden mit Atriplex prostrata.

Literatur

  • Alexander P. Suchorukow: Zur Systematik und Chorologie der in Russland und den benachbarten Staaten (in den Grenzen der ehemaligen USSR) vorkommenden Atriplex-Arten (Chenopodiaceae). In: Annalen des Naturhistorischen Museums in Wien, Serie B, Band 108, 2007, S. 370 (Vorlage:ZOBODAT; Abschnitte Beschreibung, Chromosomenzahl, Systematik).

Einzelnachweise

<references> <ref name="BiolFlor"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Eintrag bei BiolFlor (Memento des Vorlage:IconExternal vom 9. April 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www2.ufz.de</ref> <ref name="FloraWeb">Stiel-Melde. auf FloraWeb.deVorlage:Abrufdatum</ref> <ref name="Kadereit">Gudrun Kadereit, Evgeny V. Mavrodiev, Elizabeth H. Zacharias, Alexander P. Sukhorukov: Molecular phylogeny of Atripliceae (Chenopodioideae, Chenopodiaceae): Implications for systematics, biogeography, flower and fruit evolution, and the origin of C4 Photosynthesis. In: American Journal of Botany, Band 97, Nr. 10, 2010, S. 1664–1687.</ref> <ref name="Uotila">Pertti Uotila: Chenopodiaceae (pro parte majore). In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. Atriplex longipes. 2011 (Eintrag bei PESI-Portal).</ref> </references>

Weblinks

Commons: Stiel-Melde (Atriplex longipes) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien