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Hummerbuden

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Die Hummerbuden (seltener Hummerhütten) sind ehemalige Schuppen und Werkstätten der Helgoländer Hummerfischer und dienen inzwischen als ein modernes Wahrzeichen der Nordseeinsel.

Datei:Hummerbuden auf Helgoland.jpg
Hummerbuden (2022)

Geschichte und Architektur

Vor dem Zweiten Weltkrieg waren Hummerbuden uneinheitliche Schuppen an unterschiedlichen Orten der Insel. Planungen die Schuppen einheitlich am Hafen zusammenzulegen hat es schon 1937 gegeben.<ref>Ulrich Höhns: Eine Insel im Aufbau. Otterndorf/Helgoland 1990, S. 38.</ref> Der versuchsweise Nachbau einer historischen Hummerbude mit Fischereiausstattung ist im Innern des 2021 neu gestalteten Museum Helgoland zu sehen.<ref>dpa: Nach Umbau: Museum Helgoland wieder geöffnet. In: Die Zeit, zeit.de. 21. Juni 2021, ISSN 0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 24. Oktober 2025]).</ref>

Die modernen Hummerbuden säumen als Ensemble in zwei Gruppen den Binnenhafen des Helgoländer Unterlandes und befinden sich an der Hafenstraße. Alle Hummerbuden sind nummeriert, von Nr. 1 (Hafenstraße 1063) bis Nr. 39 (Hafenstraße 1003).

Datei:Helgoland Hummerbuden 21955.JPG
Die von Hummerbuden gesäumte Promenade der Hafenstraße (2005)

Sie entstanden nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges und der Wiederbesiedelung Helgolands 1954–1955 nach einem Entwurf des Hamburger Architekten von Georg Wellhausen und waren – wie zuvor – ursprünglich Werkstattgebäude der Helgoländer Hummerfischer. Die Hummerbuden lehnen sich rückseitig an Stützmauern aus Trümmerbeton gegen die Geröllhänge des Mittellands.<ref>Dehio-Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler: Hamburg, Schleswig-Holstein. Bearbeitet von Johannes Habich, Christoph Timm u. a., aktualisiert von Susanne Grötz, Klaus Jan Philipp u. a. 3., durchgesehene und ergänzte Auflage. Deutscher Kunstverlag, Berlin/München 2009, ISBN 978-3-422-03120-3, S. 364. (Google Books; Abschrift auf de.dehio.org, abgerufen am 24. Oktober 2025)</ref> Die eng aneinandergereihten, zweigeschossigen Reihenhäuschen mit aussteifenden seitlichen Wandscheiben und flachen Giebeln zeigen ein absichichtsvoll abwechslungsreiches Spiel der Fassadenelemente mit bunter Farbgebung und erinnern an skandinavische Fischersiedlungen. Typisch sind Giebelprofile und Holzverschalungen.<ref>Georg Wellhausen 1898–1987. Architekten-Portrait von Jan Lubitz. Abgerufen am 10. Februar 2022.</ref> Die vorstehenden Firstpfetten dienten als Kranbalken für das als Speicher genutzte Obergeschoss.

Denkmalschutz

Die Hummerbuden dienen inzwischen als ein Helgoländer Wahrzeichen und sind wegen ihrer geschichtlichen und städtebaulichen Bedeutung nach dem Denkmalschutzgesetz Schleswig-Holstein eingetragene Baudenkmale.<ref>Liste der Kulturdenkmale im Kreis Pinneberg, Stand 20. Oktober 2025. (PDF) In: opendata.schleswig-holstein.de. Landesamt für Denkmalpflege Schleswig-Holstein, abgerufen am 24. Oktober 2025 (PDF-Seite 47 ff.).</ref>

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Moderne Nutzung

Erst seit den 1990er Jahren werden die Hummerbuden zusammen mit der neu gestalteten Hafenpromenade als Touristenmeile vermarktet. Die bunten Reihenhäuschen dienen heute vor allem als Imbisse, Kneipen, Cafés, Galerien und Souvenirläden. In den Hummerbuden 38 und 39 hat der Museumsverein seinen Sitz, das Standesamt der Gemeinde Helgoland bietet hier auch Trauungen an.<ref>Heiraten in den Hummerbuden auf Helgoland. In: museum-helgoland.de. Abgerufen am 24. Oktober 2025.</ref> In der Hummerbude 35 sitzt der Verein Jordsand und informiert über seine Helgoländer Aktivitäten zum Schutz der Seevögel und der Natur.<ref>Andreas Kirchner: Verein Jordsand Ausstellung in Hummerbude. In: hamburg-nach-helgoland.de. 20. Oktober 2025, abgerufen am 24. Oktober 2025.</ref>

Sonstiges

Auf dem Freigelände des Museums Helgoland, nahe der Nordseehalle, stehen nachgebaute kleinere Hummerbuden, in denen u. a. eine Ausstellung über den aus Helgoland stammenden Kinderbuchautor James Krüss untergebracht ist.<ref>Museumshof: Museum Helgoland. Abgerufen am 2. August 2022.</ref><ref>Roger Repplinger: James-Krüss-Museum: Kinderbücher in der Hummerbude. In: Die Tageszeitung: taz. 2. November 2008, ISSN 0931-9085 (taz.de [abgerufen am 24. Oktober 2025]).</ref> Im Buch Mein Urgroßvater und ich erzählte Krüss von einer Vorkriegs-Hummerbude auf dem Helgoländer Oberland.<ref>Süddeutsche Zeitung, Junge Bibliothek, Band 7: Mein Urgroßvater und ich von James Krüss. In: sueddeutsche.de. 10. Mai 2010, abgerufen am 25. Oktober 2025 (Abschrift der Erzählung).</ref><ref>Die Hummerbuden auf Helgoland. In: Helgoland – Eine andere Welt. 17. Juli 2009, abgerufen am 10. Februar 2022.</ref><ref>Mein Urgroßvater und ich. In: jameskruess.de. Erbengemeinschaft James Krüss, abgerufen am 24. Oktober 2025.</ref>

Literatur

  • Jan Lubitz: Architektur auf Helgoland. Rickmers Verlag & Archiv. Helgoland 2014, ISBN 978-3-9816915-0-4, S. 56–57.

Weblinks

Commons: Hummerbuden – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

Koordinaten: 54° 10′ 39,8″ N, 7° 53′ 18,1″ O

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