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Kahle Melde

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Kahle Melde
Datei:Atriplex glabriuscula Herbar.JPG

Kahle Melde (Atriplex glabriuscula), Herbarbeleg

Systematik
Ordnung: Nelkenartige (Caryophyllales)
Familie: Fuchsschwanzgewächse (Amaranthaceae)
Unterfamilie: Chenopodioideae
Tribus: Atripliceae
Gattung: Melden (Atriplex)
Art: Kahle Melde
Wissenschaftlicher Name
Atriplex glabriuscula
Edmondston

Die Kahle Melde (Atriplex glabriuscula), auch Babingtons Melde genannt<ref name="MMPND" />, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Melden (Atriplex) innerhalb der Familie der Fuchsschwanzgewächse (Amaranthaceae).

Beschreibung

Datei:Atriplex glabriuscula cayeux-sur-mer 80 17092006 2.JPG
Vorblätter der weiblichen Blüten

Vegetative Merkmale

Die Kahle Melde ist eine einjährige krautige Pflanze. Der niederliegende oder kriechende (selten aufrechte) Stängel ist verzweigt mit oft gegenständigen Zweigen und erreicht eine Länge von meist 30 bis 60 Zentimetern (10 bis 100 Zentimetern). Der grüne bis blaugrüne Stängel ist gestreift, leicht gerippt und kahl oder zerstreut mit Blasenhaaren beschuppt.

Die Laubblätter besitzen bei einer Länge von 0,5 bis 10 cm und einer Breite von 0,3 bis 8 cm eine dreieckige oder lanzen- bis spießförmige Blattspreite. Ihr Blattstiel ist 0,2 bis 2,5, selten bis zu 3,5 Zentimeter lang, der Übergang zur Blattspreite erfolgt abrupt oder schmal keilförmig. Der Blattrand ist ganzrandig oder unregelmäßig buchtig gezähnt.

Blütenstand und Blüten

Die Blütezeit reicht von Juni bis September.<ref name="BiolFlor" /> Die Blüten stehen in end- oder seitenständigen, unterbrochenen, scheinährigen Blütenständen. Die grünen Blüten stehen in lockeren Knäueln in der Achsel von Tragblättern, welche fast bis zur Zweigspitze deutlich ausgebildet sind. Die Kahle Melde ist einhäusig getrenntgeschlechtig (monözisch). Männliche Blüten enthalten fünf längliche Blütenhüllblätter (Tepalen) und fünf Staubblätter. Weibliche Blüten werden umhüllt von zwei bis zur Mitte verwachsenen rhombischen Vorblättern, die ihre größte Breite in oder kurz unterhalb der Mitte haben. Blütenhüllblätter fehlen den weiblichen Blüten, sie enthalten nur einen Fruchtknoten.

Früchte und Samen

Die Frucht bleibt von den Vorblättern umschlossen, welche an der Basis schwammig verdicken und knorpelig verhärten. Zur Fruchtzeit sind die oft rötlich bis gelbbraun oder schwarz verfärbten Vorblätter eiförmig-dreieckig bis rhombisch-dreieckig mit plötzlich zusammengezogener Spitze und werden bis 13 mm lang. Ihre Oberfläche ist unregelmäßig weichstachelig oder zeigt knötchenartige Anhängsel oder ist glatt, die Aderung ist undeutlich. Der Rand trägt einige unregelmäßige Zähne oder ist ganzrandig.

Die Frucht enthält einen Samen, der schwarz, gelbbraun und rotbraun sein kann (Heterokarpie)<ref name="BiolFlor" />. Die braunen Samen mit einem Durchmesser von 2,5 bis 4 mm kommen häufiger vor als die nur 1,2 bis 3 mm großen schwarzen Samen.

Chromosomenzahl

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 18.<ref name="Tropicos" />

Photosyntheseweg

Atriplex glabriuscula ist eine C3-Pflanze mit normaler Blattanatomie<ref name="Kadereit" />.

Ökologie

Die Bestäubung erfolgt in der Regel durch den Wind, ist aber auch durch Insekten möglich.<ref name="BiolFlor" />

Ein Falscher Mehltaupilz Peronospora minor lebt parasitisch auf der Kahlen Melde<ref name="EOL" />.

Vorkommen und Gefährdung

Das Verbreitungsgebiet der Kahlen Melde umfasst West-, Mittel- und Nordeuropa, Island sowie das östliche Nordamerika.<ref name="Uotila" />

Diese nordisch-atlantische Art siedelt meist an den Küsten in Salzpflanzenfluren am Spülsaum und auf Kiesstränden. Die Pflanzensoziologie nennt sie als Kennart des Verbands Salsolo-Honkenyion peploidis. Sie benötigt volle Besonnung und zeigt überschwemmten Boden mit übermäßigem Stickstoffgehalt an.<ref name="FloraWeb" />

In Deutschland ist die Kahle Melde einheimisch. Während sie in Niedersachsen und Bremen nur als potentiell gefährdet gilt (Rote Liste gefährdeter Arten 4), ist sie in Schleswig-Holstein stark gefährdet (Rote Liste 2) und gilt in Mecklenburg-Vorpommern und Hamburg sogar als vom Aussterben bedroht (Rote Liste 1).<ref name="FloraWeb" />

Systematik

Die Kahle Melde (Atriplex glabriuscula) zählt innerhalb der Gattung Atriplex zur Sektion Teutliopsis <templatestyles src="Person/styles.css" />Dumort.<ref name="Kadereit" />.

Die Erstbeschreibung von Atriplex glabriuscula erfolgte 1845 durch Thomas Edmondston in Flora of Shetland, S. 39.<ref name="Tropicos" />

Synonyme von Atriplex glabriuscula <templatestyles src="Person/styles.css" />Edmondston sind Atriplex babingtonii <templatestyles src="Person/styles.css" />Woods und Atriplex patula subsp. glabriuscula <templatestyles src="Person/styles.css" />(Edmondston) Hall & Clem.<ref name="Tropicos" />

Von Atriplex glabriuscula gibt es in der Flora of North America 2003 in drei Varietäten:

  • Atriplex glabriuscula var. acadiensis <templatestyles src="Person/styles.css" />(Taschereau) S.L.Welsh
  • Atriplex glabriuscula var. glabriuscula
  • Atriplex glabriuscula var. franktonii <templatestyles src="Person/styles.css" />(Taschereau) S.L.Welsh

Nutzung

Die jungen Blätter der Kahlen Melde sind gekocht essbar. Die Samen können gemahlen als Mehlzusatz verwendet werden<ref>Atriplex glabriuscula bei Plants For A Future</ref>.

Quellen

Literatur

  • Henning Haeupler, Thomas Muer: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands (= Die Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. Band 2). Herausgegeben vom Bundesamt für Naturschutz. Ulmer, Stuttgart 2000, ISBN 3-8001-3364-4, S. 93. (Abschnitt Beschreibung)
  • Stanley L. Welsh: Atriplex glabriuscula, S. 338 - textgleich online wie gedrucktes Werk, In: Flora of North America Editorial Committee (Hrsg.): Flora of North America North of Mexico, Volume 4: Magnoliophyta: Caryophyllidae, part 1., Oxford University Press, New York u. a. 2003, ISBN 0-19-517389-9. (Abschnitte Beschreibung und Vorkommen in Nordamerika)

Einzelnachweise

<references> <ref name="Tropicos"> Atriplex glabriuscula bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="FloraWeb"> Kahle Melde. auf FloraWeb.deVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="BiolFlor">Eintrag bei BiolFlor.</ref> <ref name="EOL">Eintrag bei EOL Encyclopedia of Life.</ref> <ref name="Kadereit">Gudrun Kadereit, Evgeny V. Mavrodiev, Elizabeth H. Zacharias, Alexander P. Sukhorukov: Molecular phylogeny of Atripliceae (Chenopodioideae, Chenopodiaceae): Implications for systematics, biogeography, flower and fruit evolution, and the origin of C4 Photosynthesis. In: American Journal of Botany, Volume 97 (10), 2010, S. 1664–1687. </ref> <ref name="MMPND">Trivialnamen bei MMPND.</ref> <ref name="Uotila"> P. Uotila, 2011: Chenopodiaceae (pro parte majore). Eintrag Atriplex glabriuscula. In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. </ref> </references>

Weblinks

Commons: Atriplex glabriuscula – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien