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Karl-Otto Dummer

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Karl-Otto Dummer (* 8. Dezember 1932; † Juni 2009)<ref>Todesanzeige Karl-Otto Dummer Kieler Nachrichten 18. Juni 2009</ref> war einer von sechs Überlebenden beim Untergang des Segelschiffs Pamir 1957, bei dem achtzig Besatzungsmitglieder der Pamir starben. Er schrieb zwei Bücher über das Unglück.

Als das Schiff in einem Hurrikan unterging, gab es nur drei losgerissene Rettungsboote im Wasser und nur wenige Männer konnten sie erreichen. Einer von ihnen war Karl-Otto Dummer, gelernter Bäcker und damals Kochsmaat auf der Pamir. Mit 24 Jahren war er wesentlich älter als seine Kameraden im Rettungsboot und übernahm daher das Kommando.<ref name="dradio" /> Im Kampf gegen die heimtückischen Halluzinationen behielt er als einziger die Nerven.<ref name="Spiegel" /> Er hatte die Idee für den Bau eines Notsegels und sorgte dafür, dass keine Panik ausbrach – obwohl den Schiffbrüchigen das Wasser in dem ramponierten Rettungsboot bis zu den Schultern stand und Haifische um sie kreisten.<ref name="Spiegel" /> Erst vier Tage nach dem Untergang wurden Dummer und vier weitere Männer vom New Yorker Dampfschiff Saxon gerettet.

Karl-Otto Dummer hat als einziger der Überlebenden jahrzehntelang eigene Erinnerungen überprüft und Erfahrungen anderer recherchiert.<ref name="dradio">SOS von PAMIR.Kapitän Deutschlandradio Kultur 1. November 2006</ref> Bereits wenige Jahre nach dem Unglück begann er, das Erlebte aufzuschreiben. Detailliert beschrieb er den Untergang in seinen beiden Büchern Pamir – Die Geschichte des Untergangs (1977 und 2007)<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Internetforum mit Buchkritik zu "Pamir – Die Geschichte des Untergangs" (Memento vom 31. Mai 2011 im Internet Archive)</ref> und Viermastbark Pamir (mit Jochen Brennecke).<ref name="Spiegel">Untergang der Pamir - Gefangene des Geisterschiffs Spiegel online, 21. September 2007</ref>

Karl-Otto Dummer fuhr noch zwei Jahre zur See, dann studierte er Betriebswirtschaftslehre und übernahm führende Positionen bei verschiedenen Warenhauskonzernen. Er wohnte in der Eifel, war dort 18 Jahre lang verheiratet und hatte einen Sohn.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Interview mit Karl-Otto Dummer (Memento vom 25. Januar 2009 im Internet Archive) (2006)</ref> Zuletzt lebte er in Lütjenburg in Schleswig-Holstein.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Vorlage:Webarchiv/Wartung/TodayDer Wert des Parameters archive-today muss ein Datum der Form YYYYMMDD oder Zeitstempel der Form YYYY.MM.DD-hhmmss bzw. YYYYMMDDhhmmss sein.</ref>

Bekannt wurde er insbesondere, als 2006 der Fernsehfilm Der Untergang der Pamir ausgestrahlt wurde. Den bezeichnete er als „ein Werk der Fantasie, das zu Unrecht behaupte, authentisch zu sein“. Er kritisierte das Drehbuch, z. B. die Darstellung von Boxkämpfen an Bord. „Lauter Sachen, die gar nicht sein konnten. Auch unsere Sprache war ganz anders. Die Vorgeschichte komplett erfunden. Ich habe den Fernsehleuten gesagt: Toller Film, prima Schauspieler, aber lasst verdammt noch mal den Namen ‚Pamir‘ weg, mit der hat das doch alles gar nichts zu tun! Ist die Wahrheit so undramatisch, dass man solche idiotischen Sachen dazudichten musste? Was ich aber am meisten vermisse, ist Ehrfurcht – Ehrfurcht vor denen, die mit der ‚Pamir‘ untergegangen sind.“<ref name="Abendblatt">SOS im Hurrikan - 20 Minuten später war die „Pamir“ weg Hamburger Abendblatt 17. November 2006</ref>

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

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