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Stephan von Sarter

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Datei:Stephan von Sarter 1833–1902.jpg
Stephan von Sarter, um 1858
Datei:Stephan von Sarter Grab.jpg
Grab auf dem Friedhof Am Palastweiher

Freiherr Cornelius Stephan von Sarter (* 20. Dezember 1833 in Bonn; † 30. März 1902 in Paris) war ein deutsch-französischer Finanzfachmann, Börsen- und Unternehmensanalyst sowie Anleger, der als Erbauer des Schlosses Drachenburg bekannt wurde.<ref>Stefan Weiss: Schloss Drachenburg - Historische Burgenromantik am Rhein. Hrsg.: Nordrhein-Westfalen-Stiftung. Deutscher Kunstverlag GmbH Berlin München, 2010, ISBN 978-3-422-02241-6, S. 35–48.</ref>

Leben

Cornelius Stephan von Sarter wurde als Sohn des Bonner Gastwirtes Johann Gottfried Sarter (1788–1862) und seiner Ehefrau Caroline (1802–1880) geboren. Als der Vater 1834 nach einem Streit mit einem zahlungssäumigen Studenten das Gasthaus „Zum Helm“ aufgeben musste, das bei einem Trinkgelage von Studenten zerstört worden war, zog die Familie zu Verwandten nach Köln. Stephan Sarter verließ 1849 das Friedrich-Wilhelm-Gymnasium in Köln mit der Mittleren Reife und machte danach eine Ausbildung beim Kölner Bankhaus Leopold Seligmann. 1856 wechselte er zum Bankhaus Salomon Oppenheim und wurde bald zu dessen Filiale in Paris versetzt.

Zunächst als Analyst für die Bewertung von Anleihen und Aktiengesellschaften tätig machte er sich ab 1862 selbständig und erzielte mit Spekulationsgeschäften, wie z. B. mit Aktien der Sueskanal-Gesellschaft, deren Gründer, Ferdinand de Lesseps, zu seinen Geschäftsfreunden zählte, großen Reichtum. In eigenen Broschüren und einem eigenen Börsenblatt veröffentlichte er seine Einschätzungen des Kapitalmarkts.

Mit Hilfe einer Spende von 40.000 Mark wurde Stephan Sarter am 22. Mai 1881 durch Herzog Georg II. von Sachsen-Meiningen-Hildburghausen in den Freiherrenstand erhoben. Der damalige deutsche Botschafter in Paris, Chlodwig zu Hohenlohe-Schillingsfürst, stellte ihm ein wohlwollendes Gutachten aus, wahrscheinlich beeinflusst durch Sarters Mitgliedschaft im Deutschen Hilfsverein<ref>Sachsen-Meiningisches Staatsministerium: Akten zur Nobilitierung des Bankiers Stephan Sarter in Paris.</ref>. Der Stadt Meiningen ließ er weitere 25.000 Mark für ein Armenhaus zukommen, das den Namen Sarter-Stift trägt. Als Freiherren-Wappen wählte er eine Waage, getreu seinem Motto: Wäge und wage!

Als er durch die Erhebung in den Adelsstand zur gehobenen Gesellschaft gehörte, ließ Sarter von 1882 bis 1884 für insgesamt 1,7 Mio. Mark das Schloss Drachenburg erbauen. Für den Bau einer standesgemäßen Villa wählte Sarter nicht seine Wahlheimat Paris, sondern den vielbesuchten Drachenfels in Sichtweite seiner Geburtsstadt. Mit dem Bau von Schloss Drachenburg schuf Sarter eine selbstbewusste und weithin sichtbare Demonstration seines Ansehens und Reichtums. Sarter baute das Schloss, um es mit einer Jugendliebe zu beziehen. Bei der Fertigstellung war jene Geliebte bereits verstorben, weswegen er das Schloss nie bezog. Er lebte bis zu seinem Tod in Paris und nahm 1890 die französische Staatsbürgerschaft an. Schloss Drachenburg nutzte er lediglich, um dort prominente Gäste zu empfangen.<ref>Stephan Sarter und Schloss Drachenburg – das Vermächtnis des Börsenbarons. Abgerufen am 23. August 2015.</ref>

Von Sarter starb in seiner Pariser Mietwohnung um Ostern 1902 an einer Lungenentzündung. Auf seiner französischen Totenbescheininung steht Cornelius Etienne Sarter. Der deutsche Adelstitel war in Frankreich nicht offiziell anerkannt worden. Erst ein Jahr später wurde er nach Deutschland überführt.<ref>Stephan Sarter und Schloss Drachenburg – das Vermächtnis des Börsenbarons. Abgerufen am 31. Januar 2015.</ref> Sein Grab befindet sich unterhalb der Drachenburg auf dem Friedhof Am Palastweiher in Königswinter.

Literatur

  • Ulrich Schäfer: Schloss Drachenburg im Siebengebirge. Deutscher Kunstverlag, Berlin/München 2010, ISBN 978-3-422-02272-0.
  • Ansgar Sebastian Klein: Stephan von Sarter (1833–1902). In: Elsbeth Andre, Helmut Rönz (Hrsg.): Rheinische Lebensbilder. Band 19. Düsseldorf 2013, S. 135–165. ISBN 978-3770076406.

Weblinks

Einzelnachweise

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