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Tobias Heinemann

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Tobias Heinemann (* 19. Februar 1971 in Bergisch Gladbach) ist ein deutscher Eisenbahn- und Logistikmanager. Seit dem 1. Januar 2024 ist Heinemann als Konzernbeauftragter für gemeinwohlorientierte Schieneninfrastruktur bei der Deutschen Bahn tätig.<ref>Henri Hessing: DB Konzernbeauftragter Tobias Heinemann: Statement zu Riedbahn Live-Ticker. In: DB-watch.de. 15. Juli 2024, abgerufen am 3. Februar 2025.</ref>

Heinemann war von 2018 bis 2023 Sprecher der Geschäftsführung der Transdev GmbH, des zweitgrößten in Deutschland tätigen Eisenbahnunternehmens.<ref>Geschäftsführung. In: Unternehmensprofil. Transdev GmbH, abgerufen am 3. April 2023.</ref> Ab April 2021 war er Präsident von Mofair e. V., eines Interessensverbands privater Bahnunternehmen.<ref>Dr. Tobias Heinemann neuer mofair-Präsident Interessenverband mofair e.V., 16. April 2021, abgerufen am 3. April 2023</ref> Von 2007 bis 2009 war Tobias Heinemann Chef der S-Bahn Berlin GmbH.<ref name="eurailp-2feb18" />

Leben

Nach seinem Studium schloss er von 1996 bis 1999 seine juristische Ausbildung am Kammergericht in Berlin ab.<ref name="punkt3">Wir stehen vor einer Renaissance des öffentlichen Personennahverkehr, Interview mit Tobias Heinemann: in punkt3, 11/2007, S. 12/13, Digitalisat (PDF; 2,4 MB) bei s-bahn-berlin.de</ref>

Wirken

Ab 1999 arbeitete Heinemann in verschiedenen Funktionen bei der Deutschen Bahn AG. Zunächst war er bei der DB Regio AG auf dem Gebiet der Unternehmensentwicklung tätig, später beim Konzernmarketing und danach wieder bei DB Regio im Angebotsmanagement. Von 2003 an war Heinemann Gesamtmarketingleiter der DB Regio AG in Frankfurt am Main.<ref name="punkt3" /> Während dieser Zeit verhandelte er maßgeblich die neuen Verkehrsverträge für die DB Regio AG mit den Auftraggebern im Schienenpersonennahverkehr.

Ab Mai 2007 leitete er als Sprecher der Geschäftsführung die S-Bahn Berlin GmbH.<ref>Peter Neumann: Die S-Bahn hat einen neuen Chef. In: www.berliner-zeitung.de. 3. Mai 2007, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 10. Februar 2015; abgerufen am 25. Dezember 2019.</ref> Während der Amtszeit von Heinemann unternahm die S-Bahn-GmbH aufgrund von Vorgaben des DB-Konzerns eine Reihe von Sparmaßnahmen und führte die S-Bahn Berlin in eine schwere Krise. Bereits im Jahr 2008 wurden die Auswirkungen dieser Maßnahmen auf den Fahrgastbetrieb kritisiert.<ref>ÖPNV: S-Bahn fährt die Qualität runter – und die Preise rauf - Berlin - Tagesspiegel. In: tagesspiegel.de. 16. September 2008, abgerufen am 25. Dezember 2019.</ref> Im Folgejahr kam es zu einer Reihe von gravierenden Betriebsstörungen im Berliner S-Bahn-System, für die Heinemann mitverantwortlich gemacht wurde.<ref>Nikolaus Doll, Bahn wollte Berlins Ex-S-Bahnchef in Krise befördern, in: Berliner Morgenpost, 18. September 2009</ref> Infolgedessen wurde er am 2. Juli 2009 gemeinsam mit anderen Mitgliedern der Geschäftsführung abberufen<ref>Sabine Rennefanz, Thomas Rogalla: Deutsche Bahn feuert nach Problem-Serie die komplette Geschäftsführung der Firmentochter: S-Bahn-Führerstand neu besetzt. In: www.berliner-zeitung.de. 3. Juli 2009, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 10. Februar 2015; abgerufen am 25. Dezember 2019.</ref> Nachdem Heinemann zunächst unter Weiterzahlung seines Gehalts beurlaubt war,<ref>Peter Neumann: Koalition und Betriebsrat fordern Konsequenzen für die Schuldigen des S-Bahn-Desasters: Urlaub für die Chefs - bei vollem Gehalt. In: www.berliner-zeitung.de. 18. September 2009, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 16. Mai 2016; abgerufen am 25. Dezember 2019.</ref> schied er später ganz aus dem DB-Konzern aus.<ref>Peter Neumann: Tobias Heinemann arbeitet wieder als Manager - in Nairobi: Der frühere S-Bahn-Chef ist nach Afrika ausgewandert. In: www.berliner-zeitung.de. 25. Januar 2011, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 9. März 2016; abgerufen am 25. Dezember 2019.</ref>

Von Herbst 2010 bis 2014 war Tobias Heinemann als Chief Commercial & Marketing Officer des Rift Valley Railways Consortium für die Modernisierung des Eisenbahnverkehrs auf der Uganda-Bahn zwischen Mombasa und Kampala zuständig. Heinemann hat in dieser Funktion ab Dezember 2010 die Verhandlungen mit den Kreditgebern und der Konzessionsvergabestelle für die Finanzierung der Projekte federführend geleitet.<ref>Philipp Neumann: Eine Bahn als Lebensader - WELT. In: welt.de. 5. November 2011, abgerufen am 25. Dezember 2019.</ref> Er lebte während dieser Zeit mit seiner Familie in Nairobi.

Vom 1. Januar 2015 bis 31. Januar 2018 war Heinemann bei der Transdev GmbH (ehemals Veolia Verkehr) als Geschäftsführer für Marketing und Vertrieb zuständig, ab dem 1. Februar 2018 war er Sprecher der Geschäftsführung von Transdev.<ref>Geschäftsführung - Transdev GmbH. In: transdev.de. Abgerufen am 25. Dezember 2019.</ref><ref name="eurailp-2feb18">Redaktion Eurailpress: Transdev: Heinemann löst Schreyer ab – Schreyer geht zur Zentrale. In: Eurailpress. 2. Februar 2018, abgerufen am 3. April 2023.</ref>

Ab April 2021 war Heinemann zudem Präsident von mofair,<ref>David Briginshaw: Mofair calls for three-pronged strategy to reform German rail infrastructure. 27. Januar 2022, abgerufen am 3. Februar 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> dem Interessenverband nichtbundeseigener Eisenbahnen im Nahverkehr. Heinemann vertrat den Verband auch in der Beschleunigungskommssion Schiene, die 2022 vom Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) einberufen wurde. Er leitete in der Kommission die Arbeitsgruppe „Kapazitätsförderndes Finanzierungs-und Steuerungsmodell“, welche die Einführung von Schieneninfrastrukturfonds vorschlug. Ein solcher Fonds soll die Finanzierung der Schieneninfrastruktur vereinfachen und über längere Zeiträume sicherstellen.<ref>Beschleunigungskommission Schiene. Abschlussbericht. Bundesministerium für Digitales und Verkehr, Dezember 2022, abgerufen am 3. Februar 2025.</ref>

Zum 31. August 2023 verließ Heinemann Transdev, um ab 1. Januar 2024 als Beauftragter der Deutschen Bahn für die gemeinwohlorientierte Schieneninfrastruktur zu fungieren.<ref>Heinemann Nachfolger von Sandvoß als InfraGo-Beauftragter. 4. Juli 2023, abgerufen am 25. Dezember 2023.</ref> Er löste damit Jörg Sandvoß ab, der sich aus Altersgründen zurückzog. Heinemann galt als wichtiger Kritiker der Monopolstruktur der Deutschen Bahn.<ref>Martin U. Müller, Serafin Reiber, Gerald Traufetter: Tobias Heinemann: Deutsche Bahn kauft sich Kritiker ein. In: Spiegel Online. 3. Juli 2023, abgerufen am 9. Juli 2023.</ref> Die im September 2025 von Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder vorgestellte „Agenda für zufriedene Kunden auf der Schiene“ sieht vor, dass die Rolle des Konzernbeauftragten Gemeinwohlorientierte Infrastruktur abgeschafft werden soll und dessen Aufgaben dem Vorstandsvorsitzenden der DB InfraGO übernommen werden sollen. Auf diese Weise sollen die Aufgaben des Konzerns stärker von denen der DB InfraGO getrennt werden.<ref>Agenda für zufriedene Kunden auf der Schiene. September 2025, abgerufen am 28. September 2025.</ref>

Einzelnachweise

<references />