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Johanna Stachel

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Datei:Johanna Stachel (2016).jpg
Johanna Stachel, 2016

Johanna Barbara Stachel (* 3. Dezember 1954 in München) ist eine deutsche Kern- und Teilchenphysikerin sowie Hochschullehrerin für Experimentalphysik. Sie lehrt an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg. Im Forschungszentrum CERN in Genf erforscht sie in Experimenten mit dem Teilchenbeschleuniger Large Hadron Collider das „Quark-Gluon-Plasma“; zudem ist sie Sprecherin des BMBF-Forschungsschwerpunkts ALICE. Von 2012 bis 2014 war sie außerdem Präsidentin der Deutschen Physikalischen Gesellschaft.

Forschungsschwerpunkte

Stachel konzentriert sich bei ihrer Forschung auf das Verständnis der Kollisionen von Atomkernen mit ultra-relativistischen Energien. Dies bedeutet, dass die Atome mit nahezu Lichtgeschwindigkeit kollidieren, und die Relativitätstheorie eine wichtige Rolle spielt. Als Teil des ALICE-Experiments am Large Hadron Collider am CERN in Genf studiert sie das Quark-Gluon-Plasma und forscht an der Entwicklung der Detektoren, die diese Experimente der Teilchenphysik möglich machen.<ref name=":0">Johanna Stachel: Prof. Johanna Stachel. Abgerufen am 8. März 2017.</ref>

Karriere

Datei:ALICE Detector.jpg
Der ALICE-Detektor des LHC des CERN.

Johanna Stachel besuchte bis zum Abitur 1972 das Spohn-Gymnasium in Ravensburg,<ref>spohnline-Archiv: Ehemalige Spohnler in der Presse</ref> studierte an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz bis 1978 Chemie und Physik und wurde dort 1982 mit der Arbeit Die neutronenreichen Rutheniumisotope, ein Übergangsgebiet zwischen sphärischen und asymmetrisch deformierten Kernen zur Dr. rer. nat. promoviert. Von 1983 bis 1996 war sie, zuletzt als Professorin, an der SUNY at Stony Brook im US-Bundesstaat New York und dem nahen Brookhaven National Laboratory tätig.

1996 folgte sie einem Ruf an die Universität Heidelberg. 2003–2005 wirkte sie als Dekanin der Fakultät für Physik und Astronomie der Universität Heidelberg. Bis 2012 hatte sie weiterhin das Amt der Vize-Dekanin inne und gehörte der Redaktionsleitung von Nuclear Physics A (Elsevier) an.

Von 2000 bis 2024 war sie Projektleiterin des Projekts „ALICE Transition Radiation Detector“ und hatte zu dieser Zeit außerdem einen Sitz im Vorstand des ALICE-Experiments.<ref name=":0" />

Für ihre zweijährige Amtszeit von 2012 bis 2014 als Präsidentin der Deutschen Physikalischen Gesellschaft nahm sie sich außerdem vor, für die Notwendigkeit der Grundlagenforschung zu werben und somit die Wertschätzung der Forschung zu fördern. Außerdem war es ihr ein Anliegen, den Physikunterricht in Schulen zu fördern.<ref>Johanna Stachel ist Einsteins Erbin. (tagesspiegel.de [abgerufen am 8. März 2017]).</ref> Sie warnte in diesem Zusammenhang auch vor dem Mangel an Physiklehrern in deutschen Schulen.<ref>Heike Schmoll: Bildungspolitik: Problemfall Physiklehrer. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 1. April 2014, ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 8. März 2017]).</ref> Während ihrer Karriere hielt sie über 150 Vorträge bei internationalen Workshops und Konferenzen und wirkte bei über 100 Seminaren und Kolloquien mit.<ref name=":0" />

Ämter und Ehrenämter

Stachel war und ist Mitglied in zahlreichen wissenschaftlichen Beiräten und Komitees.<ref>ausführliche Liste siehe Lebenslauf auf ihrer Homepage</ref> Sie sitzt im Beirat der Wilhelm und Else Heraeus-Stiftung und saß im Aufsichtsrat des Karlsruher Instituts für Technologie und im Universitätsrat der Universität Heidelberg.

2011 wurde Johanna Stachel für die Amtszeit 2012–2014 zur Präsidentin der Deutschen Physikalischen Gesellschaft gewählt.<ref>Meldung der Universität Heidelberg</ref>

In der Funktionsperiode 2018 bis 2023 war sie Mitglied des Universitätsrates der Technischen Universität Wien.<ref>derStandard.at: Uni-Räte sind jetzt fast komplett. Artikel vom 30. April 2018, abgerufen am 2. Mai 2018.</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Universitätsrat TU Wien (Memento vom 2. Mai 2018 im Internet Archive). Abgerufen am 3. Mai 2018.</ref> Für die Funktionsperiode 2023 bis 2028 wurde sie zur stellvertretenden Vorsitzenden gewählt.<ref>Neuer Universitätsrat der TU Wien konstituiert. In: tuwien.ac.at. 31. März 2023, abgerufen am 2. April 2023.</ref>

2024 wurde sie zur Seniorprofessorin distincta der Universität Heidelberg ernannt.<ref>Rubrik: Menschen. In: Physik Journal. Band 23, Nr. 10, Oktober 2024, ISSN 1617-9439, S. 44–47 (pro-physik.de [abgerufen am 17. Oktober 2024]).</ref>

Ehrungen

Ehrenmitgliedschaft

Sie hat am 28. März 2014 beim Physikalischen Verein die Ehrenmitgliedschaft erhalten.<ref>Physikerin Stachel geehrt: Da urknallten die Sektkorken. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 13. April 2014; abgerufen am 11. April 2014.</ref> Sie ist gleichzeitig die erste Frau, die die Ehrenmitgliedschaft beim Physikalischen Verein verliehen bekam.

Weblinks

Commons: Johanna Stachel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

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