Katalin Szili
Katalin Szili [<templatestyles src="IPA/styles.css" />] (* 13. Mai 1956 in Barcs, Komitat Somogy) ist eine ungarische Juristin und Politikerin. Sie war von 2002 bis 2009 Parlamentspräsidentin.
Leben
Szili verlor im Alter von 12 Jahren ihre linke Hand, als eine Handgranate aus dem Zweiten Weltkrieg in ihren Händen explodierte.
Sie studierte Rechtswissenschaften und Politikwissenschaft an der Universität Pécs und arbeitete bis 1992 in verschiedenen Ämtern als Juristin. Szili war Mitglied in der MSZMP (Ungarische Sozialistische Arbeiterpartei) und trat 1989 in die MSZP (Ungarische Sozialistische Partei) ein. Von 1997 bis 2001 war sie Präsidentin der Partei im Komitat Baranya, von 2000 bis 2004 stellvertretende Vizepräsidentin der Partei.
Zwischen 1994 und 1998 arbeitete Szili als parlamentarische Staatssekretärin im Ministerium für Umweltschutz. Seit 1994 wurde sie viermal ins Parlament (ung. Országgyűlés) gewählt. Bei jeder Wahl errang sie das Direktmandat in einem Pécser Wahlkreis.<ref>http://www.parlament.hu/internet/plsql/ogy_kpv.kepv_adat?p_azon=s372&p_ckl=38</ref> Zwischen 1998 und 2002 war sie Vizepräsidentin des Parlaments. Von Mai 2002 bis 2009 war sie die Präsidentin des Parlaments.
Szili wurde am 15. April 2005 als Kandidatin der MSZP für die Nachfolge von Staatspräsident Ferenc Mádl benannt. Damit sah es so aus, als könne erstmals eine Frau das Amt des Staatspräsidenten in Ungarn übernehmen. Bei der Wahl, die am 6. und 7. Juni 2005 stattfand, unterstützte allerdings der kleinere Koalitionspartner, die liberale SZDSZ, sie nicht, weil sie als Parteipolitikerin nicht die Überparteilichkeit eines Staatspräsidenten verkörpern könne. Die SZDSZ nahm an der Wahl nicht teil. Szili unterlag im dritten Wahlgang gegen den ehemaligen Präsidenten des ungarischen Verfassungsgerichts, László Sólyom, der von der Opposition unterstützt wurde.
Sie galt als die beliebteste Politikerin der Sozialistischen Partei.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Archivierte Kopie ( vom 5. September 2009 im Internet Archive)</ref> Als amtierende Präsidentin des Parlaments kandidierte sie im Mai 2009 für das Amt des Bürgermeisters von Pécs. Die Wahl gewann der oppositionelle Bewerber der Fidesz, Zsolt Páva, mit 66 %.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Archivierte Kopie ( vom 12. Mai 2009 im Internet Archive)</ref>
2010 gründete sie eine neue Partei namens Szociális Unió. Damit erlosch ihre Mitgliedschaft bei den Sozialisten, sie trat im Oktober 2010 aus der Fraktion aus.<ref>Szili Katalin kilépett az MSZP-frakcióból. MTI, 4. Oktober 2010. Abgerufen am 10. April 2012.</ref> Seitdem saß sie als unabhängige Abgeordnete im Parlament.<ref>Angaben zu Katalin Szili auf der Internetseite des ungarischen Parlaments. Abgerufen am 10. April 2012</ref>
Szili wird weitgehend als anerkannte und fachkundige Politikerin bezeichnet. Sie ist verheiratet und hat zwei adoptierte Kinder.
Auszeichnungen
- 2005: Großes Goldenes Ehrenzeichen am Bande für Verdienste um die Republik Österreich<ref>Aufstellung aller durch den Bundespräsidenten verliehenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ab 1952 (PDF; 6,9 MB)</ref>
- 2007: Ehrenplakette des Bundes der Vertriebenen
Einzelnachweise
<references />
Árpád Göncz (SZDSZ, 1990) | György Szabad (MDF, 1990–1994) | Zoltán Gál (MSZP, 1994–1998) | János Áder (Fidesz, 1998–2002) | Katalin Szili (MSZP, 2002–2009) | Béla Katona (MSZP, 2009–2010) | Pál Schmitt (Fidesz, 2010) | László Kövér (Fidesz, seit 2010)
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Szili, Katalin |
| KURZBESCHREIBUNG | ungarische Juristin und Politikerin |
| GEBURTSDATUM | 13. Mai 1956 |
| GEBURTSORT | Barcs, Ungarn |