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Diallylamin

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Strukturformel
Strukturformel von Diallylamin
Allgemeines
Name Diallylamin
Andere Namen
  • Di-2-propenylamin
  • Bisallylamin
  • N-Allyl-2-propen-1-amin
Summenformel C6H11N
Kurzbeschreibung

farblose Flüssigkeit mit aminartigem Geruch<ref name="GESTIS" />

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer Vorlage:CASRN
EG-Nummer 204-671-2
ECHA-InfoCard 100.004.248
PubChem 31279
ChemSpider 21106561
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Eigenschaften
Molare Masse 97,16 g·mol−1
Aggregatzustand

flüssig

Dichte

0,79 g·cm−3<ref name="GESTIS" />

Schmelzpunkt

−88 °C<ref name="GESTIS" />

Siedepunkt

111 °C<ref name="GESTIS" />

Dampfdruck

24,2 hPa (20 °C)<ref name="GESTIS" />

Löslichkeit
  • löslich in Wasser (90 g·l−1 bei 20 °C)<ref name="GESTIS" />
  • löslich in Ethanol und Diethylether<ref name="CRC Handbook" />
Brechungsindex

1,4387 (20 °C)<ref name="CRC Handbook">W. M. Haynes (Hrsg.): CRC Handbook of Chemistry and Physics. 97. Auflage. (Internet-Version: 2016), CRC Press / Taylor and Francis, Boca Raton FL, Physical Constants of Organic Compounds, S. 3-14.</ref>

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung<ref name="GESTIS">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFAVorlage:Abrufdatum (JavaScript erforderlich)</ref>
Gefahrensymbol Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Gefahr

H- und P-Sätze H: 225​‐​302+332​‐​311​‐​314
P: 210​‐​280​‐​301+312​‐​303+361+353​‐​304+340+310​‐​305+351+338<ref name="GESTIS" />
Toxikologische Daten
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa). Brechungsindex: Na-D-Linie, 20 °C

Diallylamin ist eine organisch-chemische Verbindung aus der Stoffgruppe der aliphatischen Amine. Es ist ein Zwischenprodukt bei der Herstellung von Pharmazeutika, Harzen sowie Pflanzenschutzmitteln.

Gewinnung und Darstellung

Diallylamin wird technisch durch Ammonolyse von Allylchlorid mit wässrigem Ammoniak bei Temperaturen um 100 °C in Rührkesselreaktoren hergestellt:<ref name="Ullmann's Fine Chemicals">Ludger Krähling, Jürgen Krey, Gerald Jakobson, Johann Grolig, Leopold Miksche: Ullmann's Fine Chemicals Vol. 1. Wiley‐VCH Verlag GmbH & Co. KGaA, 2004, ISBN 978-3-527-33477-3, S. 113 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref><ref name="PATENT">Patent US2216548A: Process for production of unsaturated amines. Veröffentlicht am 1. Oktober 1940, Anmelder: Shell Development Company, Erfinder: Willard Converse.</ref>

Industrielle Synthese von Diallylamin durch Ammonolyse von Allylchlorid
Industrielle Synthese von Diallylamin durch Ammonolyse von Allylchlorid

Dabei entsteht ein Gemisch der Hydrochloride von Allylamin, Diallylamin und Triallylamin. Durch eine anschließende Destillation werden die freien Amine gewonnen.<ref name="Ullmann's Fine Chemicals" />

Eigenschaften

Physikalische Eigenschaften

Diallylamin hat eine Dichte von 0,79 g/cm3 bei 20 °C. Die relative Gasdichte (Dichteverhältnis zu trockener Luft bei gleicher Temperatur und gleichem Druck) beträgt 3,35 und die relative Dichte des Dampf-Luft-Gemisches 1,06 (Dichteverhältnis zu trockener Luft bei 20 °C und Normaldruck). Der Octanol-Wasser-Verteilungskoeffizient liegt bei 1,11.<ref name="GESTIS" />

Chemische Eigenschaften

Diallylamin ist eine leicht entzündbare Flüssigkeit aus der Stoffgruppe der aliphatischen Amine. Die Verbindung ist löslich in Wasser, Ethanol sowie in Diethylether. Eine wässrige Lösung von Diallylamin reagiert stark alkalisch. Dabei weist eine Lösung der Konzentration 9,7 g/L einen pH-Wert von 11,5 auf. Mit Oxidationsmitteln und Säuren können heftige chemische Reaktionen eintreten.<ref name="GESTIS" />

Verwendung

Diallylamin findet hauptsächlich Verwendung als Zwischenprodukt bei der Herstellung von Pharmazeutika, Harzen sowie Pflanzenschutzmitteln.<ref name="Ullmann's Fine Chemicals" /> Weiterhin wird die Verbindung gelegentlich als Lösungsmittel in der organischen Synthese eingesetzt. Diallylamin wird beispielsweise als Zwischenprodukt bei der Herstellung des Herbizids Allidochlor sowie des Herbizid-Safeners Dichlormid verwendet.

Sicherheitshinweise

Die Dämpfe von Diallylamin können mit Luft explosive Gemische bilden. Der Hauptaufnahmeweg verläuft über den Atemtrakt, eine Resorption über die Haut muss ebenfalls in Betracht gezogen werden. Bei Aufnahme oder Verschlucken kann es akut zu starken Reiz- bis Ätzwirkungen auf Schleimhäute und Haut kommen. Weiterhin können Lungenfunktionsveränderungen, neurotoxische Effekte sowie Herz-Kreislauf-Störungen auftreten. Angaben zur chronischen Wirkungsweise sind für den Menschen aktuell nicht verfügbar. In einem mikrobiologischen Test erwies sich Diallylamin als nicht genotoxisch. Zur Reproduktionstoxizität und Kanzerogenität liegen bisher keine substanzspezifischen Angaben vor. Diallylamin weist eine untere Explosionsgrenze (UEG) von 0,93 Vol.-% und eine obere Explosionsgrenze (OEG) von ca. 14,2 Vol.-% auf. Die Zündtemperatur beträgt 273 °C. Der Stoff fällt somit in die Temperaturklasse T3. Mit einem Flammpunkt von 7 °C gilt die Flüssigkeit als leicht entzündbar.<ref name="GESTIS" />

Einzelnachweise

<references />