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Wehrden (Saar)

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Wehrden
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(5198)&title=Wehrden 49° 15′ N, 6° 49′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(5198) 49° 14′ 50″ N, 6° 49′ 25″ O
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Höhe: 236 m
Einwohner: 5198 (30. Juni 2024)<ref>Stadt Völklingen: Stadtportrait, Statistik & Geschichte. 30. Juni 2024, abgerufen am 7. März 2025.</ref>
Eingemeindung: 1. April 1937
Postleitzahl: 66333
Vorwahl: 06898
Lage von Wehrden im Saarland
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Wehrden ist ein Stadtteil der Stadt Völklingen im saarländischen Regionalverband Saarbrücken.

Lage

Wehrden liegt auf der linken Saarseite und wird von der A620 durchquert. Der Ortsteil liegt in einer hügeligen Wald- und Agrarlandschaft. Im Norden grenzt Wehrden an Schaffhausen und Hostenbach, im Süden an den Völklinger Stadtteil Geislautern. Über die Saarbrücke erreicht man direkt die Völklinger Hütte und den Bahnhof von Völklingen. Geographisch gehört Wehrden zur Warndt-Region.

Etymologie

Der Ortsname geht vermutlich auf das mittelhochdeutsche Wort „wert“ zurück, das eine Flussinsel bezeichnete. In Wehrden mündete die Rossel in die Saar. Dadurch lagerte sich viel Geröll an, so konnte der Fluss an dieser Stelle, einer Furt, leicht überquert werden.<ref name="stadtgeschichte">Geschichte des Stadtteils Wehrden, Stadt Völklingen, abgerufen am 9. Juni 2025.</ref>

Geschichte

Wehrden wurde im Jahre 1234 erstmals in einer Schenkungsurkunde des Grafen Simon III. von Saarbrücken an die nahe gelegene Prämonstratenser-Abtei Wadgassen genannt.<ref name="wandel-neu1">Geschichte des Stadtteils Wehrden, www.voelklingen-im-wandel.de, abgerufen am 9. Juni 2025.</ref> Im Jahr 1313 wurde erstmals der Betrieb einer Saarfähre erwähnt. Dieser kam herausragende Bedeutung zu, da erst im 16. Jahrhundert Brücken über die Saar gebaut wurden. Die Einkünfte der Flussfähre erhielten die Grafen von Saarbrücken. Im Mittelalter kreuzten sich in Wehrden mehrere bedeutende Fernstraßen.<ref name="wandel-neu2">Geschichte des Stadtteils Wehrden (S. 2), www.voelklingen-im-wandel.de, abgerufen am 9. Juni 2025.</ref>

Im Jahr 1518 wurde Wehrden während einer Fehde niedergebrannt, sodass der Ort im Jahr 1542 nur noch 13 Haushalte mit 60 Menschen zählte.<ref name="wandel-neu3">Geschichte des Stadtteils Wehrden (S. 3), www.voelklingen-im-wandel.de, abgerufen am 9. Juni 2025.</ref> Im Verlauf des Dreißigjährigen Krieges wurde Wehrden ebenfalls verwüstet und entvölkert. Ab 1660 erfolgte eine Neuansiedlung.<ref name="wandel-neu4">Geschichte des Stadtteils Wehrden (S. 4), www.voelklingen-im-wandel.de, abgerufen am 9. Juni 2025.</ref> Um 1800 zählte der Ort wieder 34 Haushalte mit 199 Einwohnern.<ref name="wandel-neu5">Geschichte des Stadtteils Wehrden (S. 5), www.voelklingen-im-wandel.de, abgerufen am 9. Juni 2025.</ref>

Anfang des 18. Jahrhunderts erbauten die Franzosen eine Holzbrücke über die Saar,<ref name="wandel-neu4"/> ab 1867 wurde eine Steinbrücke errichtet. Mit der Einweihung der neuen Saarbrücke im Jahr 1869 wurde der Fährbetrieb eingestellt. Zu dieser Zeit waren eine Mühle und ein Sägewerk die wichtigsten nichtagrarischen Arbeitgeber im Ort. Der Großteil der Wehrdener Bevölkerung lebte vor allem von der Landwirtschaft. Im Jahr 1873 entstand die Völklinger Eisenhütte, die der Industrielle Carl Röchling 1881 erwarb und umfassend ausbaute. Viele Arbeiter der neugegründeten Hütte siedelten sich im nahen Wehrden an, das dadurch einen Aufschwung erlebte.<ref name="wandel-neu7">Geschichte des Stadtteils Wehrden (S. 7), www.voelklingen-im-wandel.de, abgerufen am 9. Juni 2025.</ref>

Im Jahr 1894 wurde mit dem Anwachsen der Bevölkerung in Wehrden, das bis dahin zur katholischen Pfarrgemeinde St. Eligius Völklingen gehörte, ein Kirchenbauverein mit dem Ziel gegründet, Geldmittel für den Bau einer eigenen Kirche zu beschaffen.<ref name="kirche">Die Geschichte der Pfarrgemeinde St. Josef Auf: www.pg-warndt.de, abgerufen am 4. August 2014.</ref> In den Jahren 1898 bis 1899 erfolgte der Bau der neofrühgotischen Kirche St. Josef nach Plänen des aus Roden stammenden Architekten Wilhelm Hector.<ref>Kristine Marschall: Sakralbauwerke des Klassizismus und des Historismus im Saarland, (Veröffentlichungen des Instituts für Landeskunde im Saarland, Bd. 40), Saarbrücken 2002, S. 362–363 und S. 602.</ref><ref name="info">Völklingen, Wehrden: Pfarrkirche St. Josef. Auf: www.kunstlexikonsaar.de, abgerufen am 4. August 2014.</ref> Im Jahr 1937 wurde Wehrden nach Völklingen eingemeindet.<ref name="stadtgeschichte" /><ref name="wandel-neu8">Geschichte des Stadtteils Wehrden (S. 8), www.voelklingen-im-wandel.de, abgerufen am 9. Juni 2025.</ref>

Im Zweiten Weltkrieg erlitt Wehrden bei alliierten Bombenangriffen am 11. Mai und am 5. Oktober 1944 schwere Zerstörungen. Auch die Saarbrücke war davon betroffen und konnte erst in den Jahren 1948/1949 wieder aufgebaut werden.<ref name="wandel-neu8"/>

In den Jahren 1953 bis 1954 errichtete der Altenkesseler Architekt Willy Lather die evangelische Auferstehungskirche. Der Turm wurde erst im Jahr 1964 ergänzt. Der aus Ungarn stammende Architekt und Glasmaler György Lehoczky schuf im Jahr 1954 das große Rundfenster im Chorraum, das den auferstandenen Christus, flankiert von Johannes dem Täufer und dem Erzengel Michael, darstellt.<ref>Institut für aktuelle Kunst im Saarland, Archiv, Bestand Völklingen, Auferstehungskirche (Dossier K 409)</ref> Die katholische Pfarrkirche St. Hedwig wurde in den Jahren 1964 bis 1965 errichtet, 1968 wurde St. Hedwig eine selbstständige Gemeinde.<ref name="wandel-neu9">Geschichte des Stadtteils Wehrden (S. 9), www.voelklingen-im-wandel.de, abgerufen am 9. Juni 2025.</ref> Der Glasmaler Ferdinand Selgrad (Spiesen-Elversberg) lieferte die Entwürfe für die Betonglaswände. Das Monumentalbild „Der erhöhte Christus“ gestaltete der Koblenzer Maler Jakob Schwarzkopf.<ref>Institut für aktuelle Kunst im Saarland, Archiv, Bestand Völklingen, St. Hedwig (Dossier K 864).</ref> In Wehrden befindet sich zudem die Selimiye-Moschee, die von der DITIB geführt wird. Seit 2011 steht dort das erste saarländische Minarett, seit 2012 wird die Moschee beleuchtet.<ref name="wandel-neu9"/>

Ab 1967 wurde die neue Hallerbrücke gebaut, die B406 ausgebaut und damit verbunden bis 1972 die 500 Meter lange und bis zu 25 Meter hohe Rosseltalbrücke gebaut. An der Saar entstand ein vollelektronisches Klappenwehr. 1970 hatte Wehrden 7.112 Einwohner. Nach dem Niedergang der Völklinger Hütte ab der Mitte der 1970er Jahre wurde mit Förderprogrammen versucht, den Stadtteil Wehrden aufzuwerten. Das Gewerbegebiet „Vorderster Berg“ wurde erschlossen. 1974 wurde der Bahnhof Wehrden abgerissen.<ref name="wandel-neu9"/>

1990 lebten 6.469 Einwohner in Wehrden. 1997 fiel die Wehrdener Schleuse durch den Saarausbau weg. Im Juli 2000 wurde die Schiffsanlegestelle an der Saar eingeweiht. 2002 wurde der neue Wehrdener Platz oberhalb der künftigen Saarpromenade und der Anlegestelle fertiggestellt und die Autos von der Fläche verbannt, was umstritten war. Im selben Jahr wurde das Kraftwerk der „Kraftwerk Wehrden GmbH“ abgerissen, 2003 auch die beiden unter Denkmalschutz stehenden, zugehörigen Kühltürme.<ref name="wandel-neu9"/>

Die Auferstehungskirche wurde 2010 zum Denkmal, ursprünglich sollte sie 2011 verkauft werden. Die ersten Stolpersteine wurden in Wehrden und dem Stadtteil Ludweiler verlegt.<ref name="wandel-neu9"/>

Persönlichkeiten

Weblinks

Commons: Wehrden – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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