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Freizeitheim Linden

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Datei:Hannover 2019 -Linden Nord - Limmer- by-RaBoe 073.jpg
Freizeitheim Linden, 2019

Das Freizeitheim Linden in Hannover ist ein Ort multikultureller Begegnungen für Linden und Limmer. Das 1961 eröffnete Haus mit der Adresse Windheimstraße 4 an der Ecke Limmerstraße<ref name="50 Jahre">N.N: Pressemitteilung / Einladung zum Festakt 50 Jahre ...</ref> gilt als erstes seiner Art in Deutschland.<ref name="HKuKL">Helmut Knocke, Hugo Thielen: 1961. In: Hannover Kunst- und Kultur-Lexikon, S. 20</ref>

Geschichte

Datei:Maria Becke-Rausch Das Gespräch 1961 Freizeitheim Linden Ansicht dreiviertel von rechts unten.jpg
Die Skulptur „Das Gespräch“, 1961 von Maria Becke-Rausch für das Freizeitheim geschaffen, aufgestellt im Innenhof
Datei:Egon Kuhn ehemaliger Leiter Freizeitheim Linden in Hannover auf dem Ehrenfriedhof am Maschsee-Nordufer.jpg
Egon Kuhn, langjähriger Leiter des Freizeitheims

Nachdem der Rat der Stadt Hannover 1959 den Bau von Freizeitheimen beschlossen hatte, wurden die konzeptionellen Grundlagen maßgeblich von dem Stadtrat Heinz Lauenroth entwickelt. Er plante soziokulturelle Stadtteilzentren für alle Bevölkerungsgruppen und Altersschichten, unabhängig von Parteien, Kirchen und Milieu. Den unterschiedlichsten Gruppen, Vereinen, Initiativen und Bürgern sollten Räume und Einrichtungen mit Gruppenräumen, Studios, Festsälen und Stadtteilbüchereien zur Verfügung gestellt werden.<ref name="SLH">Rainer Kasties M.A.: Freizeitheime</ref> Am 16. Februar 1981 wurde hier der DGB-Chor Hannover gegründet.<ref>615 Jahre Linden - Linden jubelt!, Jubiläumszeitschrift, S. 14</ref>

Speziell für ein Freizeitheim in Linden engagierte sich der Vorsitzende des Lindener Kulturkreises, Fred Grube, der später als Initiator des Freizeitheims mit der Namensgebung des Fred-Grube-Platzes geehrt wurde.<ref>Foto des Straßenschildes mit gesondert angebrachter Informationstafel</ref> Die Planung des Freizeitheims erfolgte durch den Architekten Erlhoff. Es wurden auf zwei Ebenen mehr als 20 Räume für Gruppen von 20 bis 70 Personen geschaffen. Der Vortrags- und Veranstaltungssaal bot 220 Plätze, im Untergeschoss waren 250 m² für Tanz und andere Veranstaltungen vorgesehen. Zielgruppe waren aber vorwiegend junge Menschen.<ref>Torsten Bachmann: Linden: Streifzüge durch die Geschichte, Sutton Verlag GmbH, 2012, Seite 95</ref>

Das Freizeitheim Linden mit der Stadtbibliothek Limmerstraße wurde am 28. Januar 1961 durch den damaligen Oberbürgermeister Karl Wiechert eröffnet<ref name="50 Jahre"/> und galt international als beispielgebend.<ref name="SLH"/> Im Programm für „Jedermann“ wurden unterschiedliche Werkräume für Arbeiten mit Keramik, Textil, Papier und Weben, Nähen, Metall, Holz und Fotos bereitgestellt. Für andere Aktivitäten standen ein Tischtennisraum und verschiedene Musikstudios mit schalldichten Kabinen zur Verfügung, aber auch Räume für Treffen von älteren Menschen oder Kindern.<ref>N.N: Freizeitheim Linden (erstes Programmheft), o. J. (1961)</ref>

Kurz vor der Fertigstellung des Gebäudes hatte die Bildhauerin Maria Becke-Rausch der Stadt Entwürfe für die Skulptur Das Gespräch vorgelegt, das der Stadt wie geschaffen für ihr erstes Freizeitheim schien. Nach Auftragserteilung durch die Stadt und Vollendung des Werkes war jedoch das Gebäude schon vollendet; so hob schließlich ein großer Baukran die Plastik an ihren endgültigen Bestimmungsort im Innenhof des Freizeitheims.<ref>Ehrtfried Böhm (Texte), Reinhold Lessmann (Fotos): neue plastik in hannover / Kunstsinn, Mäzenatentum, Urbane Ästhetik / Ein Beispiel im Spiegel zweier Jahrzehnte. Steinbock-Verlag, Hannover 1967, S. 76, 79</ref>

Eine besondere Attraktion waren die Tanzveranstaltungen am Samstag ab 19 Uhr. Hier herrschte eine strenge Kleiderordnung: Krawatten waren Pflicht. In Anbetracht des Alters der Gäste waren Alkohol und Nikotin in den Räumen verboten.<ref>Torsten Bachmann: Linden: Streifzüge durch die Geschichte, Sutton Verlag GmbH, 2012, Seite 95 f.</ref>

1965 übernahm der Osnabrücker Egon Kuhn die Leitung des Freizeitheimes.<ref>Andrea Tratner: Interview / Egon Kuhn: „Der Mythos Linden lebt noch immer“, <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />online (Memento des Vorlage:IconExternal vom 4. März 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.neuepresse.de auf neuepresse.de vom 2. September 2009, zuletzt abgerufen am 20. Mai 2012</ref>

In Anlehnung an die „Fannystraßen-Kinderfeste“ der 1920er Jahre initiierte das Freizeitheim 1978 erstmals wieder ein „Kinder-Schützenfest“, aus dem sich seitdem das alljährliche Butjerfest entwickelte.<ref name="Tacker">getackerte Kopien von Einzelveröffentlichungen des FZH, o. J., überreicht am 19. Oktober 2011</ref>

Anlässlich des 25-jährigen Bestehens erhielt das Freizeitheim Linden im Januar 1986 die „Auszeichnung für soziale Kulturarbeit“ durch die Kulturpolitische Gesellschaft.<ref name="Tacker"/>

Egon Kuhn Geschichtswerkstatt

Im Freizeitheim gründete Egon Kuhn 1987 die Geschichtswerkstatt. Im Mittelpunkt stehen die Lindener Butjer und die Geschichte des Arbeiterstadtteils "Rotes Linden". Hier werden die Fahnen und Banner der Arbeiterbewegung und Fotografien von Walter Ballhause aufbewahrt. Die Arbeiterwohnküche von Anni Röttger wurde aufgestellt. Rundgänge und Ausstellungen sind Programmbestandteil.<ref>Flyer der Egon Kuhn Geschichtswerkstatt im Freizeitheim Linden e.V., Hannover, ohne Datum</ref>

Literatur

  • Torsten Bachmann: Linden: Streifzüge durch die Geschichte, Sutton Verlag GmbH, 2012
  • Waldemar R. Röhrbein: Pavillon und Freizeitheime. In: Geschichte der Stadt Hannover, Bd. 2, Vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis in die Gegenwart, hrsg. von Klaus Mlynek und Waldemar R. Röhrbein, schlütersche, Hannover 1994, ISBN 3-87706-364-0, S. 772
  • G. Meyer: Freizeitheime in Hannover. Ihre Entstehung, Entwicklung und gegenwärtige Praxis, Hannover 1978
  • Rainer Kasties M.A.: Freizeitheime. In: Klaus Mlynek, Waldemar R. Röhrbein (Hrsg.) u. a.: Stadtlexikon Hannover. Von den Anfängen bis in die Gegenwart. Schlütersche, Hannover 2009, ISBN 978-3-89993-662-9, S. 190.
  • N.N.: Pressemitteilung / Einladung zum Festakt 50 Jahre Freizeitheim Linden am Freitag 28. Januar 2011 17.00 Uhr im Freizeitheim, o. J. (2011)
  • Jonny Peter: Die Lindener Kulturinstitution wird 60 Jahre alt. In: Lindenspiegel. Januar 2021, S. 4 (lindenspiegel.co.uk [PDF]).

Weblinks

Commons: Freizeitheim Linden (Hannover) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

Koordinaten: 52° 22′ 29,9″ N, 9° 41′ 58,9″ O

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