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Lasurit

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Lasurit
Datei:Lazurite-177793.jpg
Lasurit in weißem Marmor mit etwas Pyrit aus Ladjuar Medam, Distrikt Sar-e-Sang, Badachschan, Afghanistan (Größe: 7,5 × 5,9 × 3,9 cm)
Allgemeines und Klassifikation
IMA-Nummer

2021 s.p.<ref name="IMA-Liste" />

IMA-Symbol

Lzr<ref name="Warr"></ref>

Andere Namen
  • Lasurstein
  • englisch: Lazurite (Cyanus)
Chemische Formel
  • Na3Ca(Si3Al3)O12S<ref name="IMA-Liste" />
  • (Na,Ca)8[S2|(AlSiO4)6]<ref name="StrunzNickel" />
Mineralklasse
(und ggf. Abteilung)
Silikate und Germanate
System-Nummer nach
Strunz (8. Aufl.)
Lapis-Systematik
(nach Strunz und Weiß)
Strunz (9. Aufl.)
Dana

VIII/F.07
VIII/J.11-040

9.FB.10
76.02.03.04
Kristallographische Daten
Kristallsystem kubisch
Kristallklasse; Symbol hexakistetraedrisch; 43m<ref name="Webmineral" />
Raumgruppe siehe Kristallstruktur
Gitterparameter siehe Kristallstruktur
Formeleinheiten siehe Kristallstruktur
Physikalische Eigenschaften
Mohshärte 5,5
Dichte (g/cm3) gemessen: 2,38 bis 2,45; berechnet: 2,39 bis 2,42<ref name="Handbookofmineralogy" />
Spaltbarkeit unvollkommen nach {110}
Bruch; Tenazität uneben, spröde
Farbe blau, azurblau, violettblau bis grünblau
Strichfarbe blau
Transparenz durchscheinend bis undurchsichtig
Glanz Glasglanz, matt
Kristalloptik
Brechungsindex n 1,502 bis 1,522<ref name="Mindat" />
Doppelbrechung keine, da isometrisch<ref name="Mindat" />

Lasurit ist ein selten vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der „Silikate und Germanate“ mit der idealisierten chemischen Zusammensetzung Na3Ca(Si3Al3)O12S<ref name="IMA-Liste" /> und damit chemisch gesehen ein Natrium-Calcium-Alumosilicat mit zusätzlichen Schwefelionen.

Lasurit kristallisiert überwiegend im kubischen Kristallsystem. Bekannt, wenn auch selten, sind allerdings auch orthorhombische bzw. trikline Lasurite (siehe Kristallstruktur).

Lasurit findet sich insbesondere als farbgebender Bestandteil des Lapislazuli, kommt aber auch in reiner Form als körnige bis massige und eingewachsene Mineral-Aggregate oder als Einkristalle mit rhombendodekaedrischer und seltener kubischer Tracht vor.

Etymologie und Geschichte

Lasurit wurde in der Lapislazuli-Lagerstätte Ladjuar Medam nahe Sar-e-Sang im Bezirk Kuran va Munjan (Provinz Badachschan) in Afghanistan entdeckt und 1890 durch Waldemar Christofer Brøgger und H. Bäckström erstmals wissenschaftlich beschrieben. Sie benannten das Mineral in Anlehnung an seine Farbe nach dem persischen Wort لاژورد / {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) für Blau bzw. „Himmelsblau“.

Der georgische Prinz Vaxushti Batonishvili (Wakuschti Batonischwili, 1696–1757) beschrieb in seiner Geschichtschronik Das Leben Kartlis ein seit der Frühen Bronzezeit existierendes Bergbaugebiet im Südosten Georgiens südlich der Stadt Bolnissi, wo demnach zu seiner Zeit Eisen, Kupfer und Lasurit verarbeitet wurden.<ref name="Stöllner-et-al" />

Klassifikation

In der veralteten 8. Auflage der Mineralsystematik nach Strunz gehörte der Lasurit zur Mineralklasse der „Silikate“ und dort zur Abteilung „Gerüstsilikate (Tektosilikate)“, wo er gemeinsam mit Haüyn, Nosean, Sodalith und Tugtupit in der „Sodalith-Nosean-Reihe“ mit der Systemnummer VIII/F.07 steht.

In der zuletzt 2018 überarbeiteten Lapis-Systematik nach Stefan Weiß, die formal auf der alten Systematik von Karl Hugo Strunz in der 8. Auflage basiert, erhielt das Mineral die System- und Mineralnummer VIII/J.11-040. Dies entspricht der Klasse der „Silikate“ und dort der Abteilung „Gerüstsilikate“, wo Lasurit zusammen mit Bicchulith, Haüyn, Hydrosodalith, Kamaishilith, Nosean, Sodalith, Tsaregorodtsevit, Tugtupit und Vladimirivanovit die „Sodalithgruppe“ mit der Systemnummer VIII/J.11 bildet.<ref name="Lapis" />

Die von der International Mineralogical Association (IMA) zuletzt 2009 aktualisierte<ref name=IMA-Liste-2009 /> 9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Lasurit in die Klasse der „Silikate und Germanate“ und dort in die Abteilung „Gerüstsilikate (Tektosilikate) ohne zeolithisches H2O“ ein. Hier ist das Mineral in der Unterabteilung „Gerüstsilikate (Tektosilikate) mit zusätzlichen Anionen“ zu finden, wo es zusammen mit Bicchulith, Danalith, Genthelvin, Haüyn, Helvin, Kamaishilith, Nosean, Sodalith, Tsaregorodtsevit und Tugtupit die „Sodalith-Danalith-Gruppe“ mit der Systemnummer 9.FB.10 bildet.

In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen Systematik der Minerale nach Dana hat Lasurit die System- und Mineralnummer 76.02.03.04. Das entspricht der Klasse der „Silikate“ und dort der Abteilung „Gerüstsilikate: Al-Si-Gitter“. Hier findet er sich innerhalb der Unterabteilung „Gerüstsilikate: Al-Si-Gitter, Feldspatvertreter und verwandte Arten“ in der „Sodalithgruppe“, in der auch Sodalith, Nosean, Haüyn, Bicchulith, Kamaishilith, Tugtupit und Tsaregorodtsevit eingeordnet sind.

Kristallstruktur

Lasurit kommt in drei Modifikationen unterschiedlicher Kristallstruktur vor, wobei die kubische Modifikation Lasurit-1C die häufigste Ausbildungsform darstellt und in der Raumgruppe P43n (Raumgruppen-Nr. 218)Vorlage:Raumgruppe/218 mit dem Gitterparameter a = 9,10 Å sowie einer Formeleinheit pro Elementarzelle kristallisiert.<ref name="StrunzNickel" />

Die anderen beiden Polymorphe sind:

Bildung und Fundorte

Datei:Lazurite-Muscovite-177787.jpg
Lasurit mit Muskovit aus Sar-e-Sang, Badachschan, Afghanistan (Größe: 3,5 × 2,4 × 1,7 cm)

Lasurit bildet sich durch Kontaktmetamorphose in Kalkstein, wo er neben Calcit unter anderem noch mit Diopsid, Forsterit, Haüyn, Humit, Muskovit und Pyrit vergesellschaftet zu finden ist.

Als seltene Mineralbildung konnte Lasurit bisher (Stand: 2011) nur an weniger als 50 Fundorten nachgewiesen werden.<ref name="MindatAnzahl" /> Neben seiner Typlokalität Ladjuar Medam trat das Mineral in Afghanistan noch an anderen Stellen in der Provinz Badachschan sowie in der Provinz Panjshir auf.

Weitere Fundorte liegen unter anderem in Chile, Kanada, Italien, Myanmar, Russland, Schweden, Slowakei, Tadschikistan und in verschiedenen Bundesstaaten der Vereinigten Staaten von Amerika.<ref name="Mindat" />

Literatur

  • W. C. Brögger, H. Bäckström: Die Mineralien der Granatgruppe, in P. Groth (Hrsg.): Zeitschrift für Krystallographie und Mineralogie, Band 18, Leipzig 1891, S. 209–276 (PDF 4,3 MB)
  • Paul Ramdohr, Hugo Strunz: Klockmanns Lehrbuch der Mineralogie. 16. Auflage. Ferdinand Enke Verlag, Stuttgart 1978, ISBN 3-432-82986-8, S. 786.
  • Martin Okrusch, Siegfried Matthes: Mineralogie. Eine Einführung in die spezielle Mineralogie, Petrologie und Lagerstättenkunde. 7. vollständige überarbeitete und aktualisierte Auflage. Springer Verlag, Berlin u. a. 2005, ISBN 3-540-23812-3, S. 125.
  • Henri Brasseur: Sur les structures de l'azurite et de la malachite, Brüssel, Hayez, 1933; zugleich Lüttich (Dissertation)

Weblinks

Commons: Lasurit – Sammlung von Bildern und Videos

Siehe auch

Einzelnachweise

<references> <ref name="Handbookofmineralogy"> </ref> <ref name="IMA-Liste"> Malcolm Back, Cristian Biagioni, William D. Birch, Michel Blondieau, Hans-Peter Boja und andere: The New IMA List of Minerals – A Work in Progress – Updated: July 2024. (PDF; 3,6 MB) In: cnmnc.units.it. IMA/CNMNC, Marco Pasero, Juli 2024, abgerufen am 13. August 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="IMA-Liste-2009"> Ernest H. Nickel, Monte C. Nichols: IMA/CNMNC List of Minerals 2009. (PDF; 1,9 MB) In: cnmnc.units.it. IMA/CNMNC, Januar 2009, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 29. Juli 2024; abgerufen am 30. Juli 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="Lapis"> Stefan Weiß: Das große Lapis Mineralienverzeichnis. Alle Mineralien von A – Z und ihre Eigenschaften. Stand 03/2018. 7., vollkommen neu bearbeitete und ergänzte Auflage. Weise, München 2018, ISBN 978-3-921656-83-9. </ref> <ref name="Mindat"> Lazurite. In: mindat.org. Hudson Institute of Mineralogy, abgerufen am 9. September 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="MindatAnzahl"> Localities for Lazurite. In: mindat.org. Hudson Institute of Mineralogy, abgerufen am 9. September 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="Stöllner-et-al"> Thomas Stöllner, Irina Gambaschidze, Andreas Hauptmann, Giorgi Mindiašvili, Giorgi Gogočuri, Gero Steffens: Goldbergbau in Südostgeorgien – Neue Forschungen zum frühbronzezeitlichen Bergbau in Georgien. Deutsches Bergbaumuseum Bochum auf bergbaumuseum.de, S. 5 </ref> <ref name="StrunzNickel"> Hugo Strunz, Ernest H. Nickel: Strunz Mineralogical Tables. 9. Auflage. E. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung (Nägele u. Obermiller), Stuttgart 2001, ISBN 3-510-65188-X, S. 699. </ref> <ref name="Webmineral"> David Barthelmy: Lazurite Mineral Data. In: webmineral.com. Abgerufen am 9. September 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> </references>