Zum Inhalt springen

Industriebahn Seckbach

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 7. Oktober 2024 um 15:49 Uhr durch imported>Rafael Zink (+fehlender Text zu Foto, Bildgröße an Infobox angepasst).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Industriebahn Seckbach
Datei:798-10 Hafen Frankfurt 17091980.jpg
Güterzug, geführt von Lok D 1,überfährt die Lahmeyerbrücke(17. September 1980)
Güterzug, geführt von Lok D 1,
überfährt die Lahmeyerbrücke
(17. September 1980)
Streckenlänge:2,8 km
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
<templatestyles src="BS/styles.css" />
Strecke von Hanau
Lahmeyerbrücke Strecke nach Frankfurt
HIM
Stammgleis Wächtersbacher Straße Magnus
U4/U7
Stammgleis Kruppstraße Vaillant, VEDAG,
Preussag, Lurgi, Gotek, Lesonal, Fries Werft Union,
Deutsche Asphalt GmbH, Landis & Gyr, Blumör

Die Industriebahn Seckbach erschloss ab 1913 das Industriegebiet Frankfurt-Seckbach als Industrieanschlussbahn.

Geschichte

Datei:497-11 Hafen Frankfurt 26101977.jpg
Ein Zug mit Lok D 5 rangiert zwischen Gwinnerstraße und „Am Erlenbruch“ nahe der Flinschstraße.

Die technisch recht aufwändig gestaltete Anschlussbahn war Teil der Frankfurter Hafenbahn. Die zwischen den Stammgleisen der Hafenbahn und dem Seckbacher Industriegebiet verlaufende Bahnstrecke Frankfurt–Hanau wurde mit einer eigens dafür gebauten Brücke (heute: Lahmeyerbrücke) überquert. Die Frankfurter Hafenbahn wiederum schloss im Ostbahnhof an die Gleise der Staatsbahn und im Frankfurter Osthafen an die Binnenschifffahrt auf dem Main an. Im Bereich des Seckbacher Industriegebietes wurden Straßen jedoch mit schienengleichen Bahnübergängen gekreuzt, ebenso die Straßenbahn- und spätere U-Bahn-Trasse (U4 / U7).

Im Seckbacher Industriegebiet hatten so unter anderem die Stahlbaufirma J. S. Fries Sohn und die Lurgi Apparatebau einen Direktanschluss an den Eisenbahngüterverkehr.

Während der Zeit des Nationalsozialismus diente die Strecke auch dazu, Frankfurter Juden, Sinti und Roma aus dem Arbeitslager Kruppstraße<ref>Gedenktafel Lager Kruppstraße</ref> in die Vernichtungslager zu transportieren.

Die Bahnanlagen waren wegen ihrer industriellen Bedeutung im Zweiten Weltkrieg Ziel alliierter Bombenangriffe.

In den 1970er Jahren setzte eine Umstrukturierung ein. Das betraf zum einen die Unternehmen vor Ort: Sie zogen fort oder gaben auf. Zum anderen begann in den 1980er Jahren in großem Stil die Verlagerung des Gütertransports auf Lastkraftwagen.<ref>Anita Strecker: Die Kunst des Rangierens, Frankfurter Rundschau, 7. Juli 2009</ref> Dies bedeutete in den 1990er Jahren das Aus für die Seckbacher Industriebahn. Der Anschluss wurde gekappt, die Lahmeyerbrücke<ref>Foto: Dampflok überquert die Lahmeyerbrücke, ca. 1930</ref> wurde zu einer Fußgängerbrücke. Die Gleise der Bahn liegen zum Teil noch auf der ehemaligen Strecke.

Literatur

  • Eisenbahnatlas Deutschland 2007/2008. 6. Auflage. Schweers + Wall, Köln 2007, ISBN 3-89494-136-7.
  • Rhein-Main Stadtatlas. 13. Aufl., München 1989/90, S. 82, 102.

Weblinks

Commons: Industriebahn Seckbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references/>