Teddy Tetzlaff
Teddy Tetzlaff (Theodore Herbert Tetzlaff, * 5. Februar 1883 in Los Angeles; † 8. Dezember 1929 in Artesia, Kalifornien) war ein US-amerikanischer Rennfahrer in den Pionierzeiten der amerikanischen Autorennen. Tetzlaff trat auch als Schauspieler in Rennfilmen der Stummfilmzeit auf.
Karriere
Der gelernte Automechaniker Tetzlaff startete unter anderem von 1911 bis 1914 bei den ersten vier Rennen des ältesten heute noch bestehenden Autorennens der Welt, den 500 Meilen von Indianapolis, kurz Indy 500. Sein bestes Ergebnis war 1912 der zweite Platz hinter Joe Dawson.<ref>Autocourse Official History of the Indianapolis 500</ref> Sein Spitzname „Terrible“ Teddy Tetzlaff (der Schreckliche Teddy Tetzlaff) begründete sich in seinem Vollgasrennstil mit den Alternativen das Rennen gewinnen, die Maschine zum Platzen<ref>Beispiel für das Fahren über die Belastungsgrenze: 55. Must Have Been Bad Tires und folgend 56. Wauwatosa</ref> bringen oder aus der Spur fliegen.
Letztere Variante beschreibt ein Rennbericht so: „Teddy Tetzlaff … führte das Feld der 16 Fahrer an. Tetzlaff bestätigte seinen Ruf als Bleifuß ohne Nerven, indem er das Feld aus Los Angeles heraus anführte, bei San Diego aus der Spur schleuderte und seinen Wagen um einen Telefonmast wickelte.“<ref>Westways, Band 71</ref>
Höhepunkt seiner Rennkarriere war der zweite Platz bei der AAA National Championship 1912.<ref>Teddy Tetzlaff at Driver Database – Motorsport</ref> Er gewann mit einem Fiat S 61 die Santa Monica free-for-all, im Juli in Tacoma, Washington das 200 Meilen „heavy car event“ mit 2:54.31 h und einen Tag später das 250-mile-free-for all.<ref>The New International Year Book</ref><ref>Mercedes And Auto Racing In The Belle Epoque, 1895–1915</ref> Wenige Tage vor den Rennen in Tacoma war Tetzlaff in Tacoma zum Zwecke der Erpressung von Lösegeld gekidnappt worden, wurde aber befreit.<ref>Omnibus of Speed: An Introduction to the World of Motor Sport</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />History of the Tacoma Speedway – lakewoodhistorical.org ( vom 21. Februar 2012 im Internet Archive)</ref>
1911 erreichte Teddy Tetzlaff mit 78,7 mph (126,7 km/h) Durchschnittsgeschwindigkeit mit seinem Fiat in Santa Monica eine Weltbestleistung unter allen Rennen und Rennfahrern, die auch 1912 und 1913 nicht übertroffen wurde. Zum Vergleich: 1913 erreichte Earl Cooper mit einem Stutz auf dem damals schnellsten amerikanischen Kurs in Corona 74,63 mph (120,11 km/h) weltweit am schnellsten war Paul Bablot mit einem Delage in Le Mans mit 77 mph (124 km/h).<ref>The Troy Record Almanac and Year-book</ref><ref>Michigan Manufacturer & Financial Record, Band 15</ref>
Teddy Tetzlaff unterstützte auch als Fachmann die Planung und Vorbereitung von Langstreckenrennen für Veranstalter.<ref>EDDIE SYMS WATERMAN</ref>
Bei einem schweren Unfall im Jahr 1911 erlitt Tetzlaff eine Verletzung der Wirbelsäule. Es folgten gesundheitliche Probleme, die zu seinem Tod am 8. Dezember 1929 führten.<ref>Allen Brown: Teddy Tetzlaff. Abgerufen am 21. März 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Tetzlaff und der Film
1912 begann Tetzlaff in Stummfilmen von Komödienpionier Mack Sennett sich selbst zu spielen. Bekannt ist der Film The Speed Kings von Regisseur Wilfred Lucas<ref>The Speed Kings (1913)</ref>, in dem er mit den Rennfahrerkollegen Earl Cooper und Barney Oldfield auftrat. Später unterstützte er den Schauspieler Wallace Reid bei dessen Rennfahrerfilmen. Tetzlaffs Sohn Ted Tetzlaff wurde ein bekannter Kameramann in Hollywood, der später auch Regie führte.
Geschwindigkeitsrekorde
- Am 19. März 1910 verkündete eine Werbeschrift der Lozier Motor Company, dass ein serienmäßiges Modell 51 mit 51 bhp (37,5 kW), gefahren von Teddy Tetzlaff, einen Weltrekord über 100 Meilen (161 km) in 1:14:29 Stunden aufgestellt hätte.<ref name=Clymer>Floyd Clymer: Treasury of Early American Automobiles, 1877–1925. McGraw-Hill, New York 1950</ref><ref>Outing: Sport, Adventure, Travel, Fiction, Band 58</ref>
- Bei der ersten Motorrallye 1914 in den Bonneville Salt Flats<ref>Bonneville: The Fastest Place on Earth</ref> beschleunigte Teddy Tetzlaff seinen Blitzen-Benz auf 228 km/h<ref>Nina Rehfeld: Da fehlt Salz! Financial Times Deutschland, 14. Oktober 2011, Seite 25</ref>, nach anderen Quellen auf 229,85 km/h.<ref>Vor 100 Jahren: Rekordjäger mit 21,5 Liter Hubraum: Der Benz 200 PS, genannt „Blitzen-Benz“</ref>
Filmografie
- 1913: The Speed Kings
- 1919: The Roaring Road
- 1920: Double Speed
- 1921: Too Much Speed
- 1922: Across the Continent
Texte
Laut Catalogue of copyright entries: Pamphlets, leaflets …, Band 10, Ausgabe 2<ref>Catalogue of copyright entries: Pamphlets, leaflets …, Band 10, Ausgabe 2</ref>
- Teddy Tetzlaff: Ignorance costs autoists millions each year, 8692-8698
- Teddy Tetzlaff: tells readers of Evening herald all about automotives, 8692-8698
Weblinks
- Teddy Tetzlaff bei Indianapolis 500
- Vorlage:IMDb/1
- Teddy Tetzlaff in der Datenbank Find a GraveVorlage:Abrufdatum
- Teddy Tetzlaff. www.motorsportmemorial.org, abgerufen am 15. Mai 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).
- Bilder von Teddy Tetzlaff
- Von Teddy Tetzlaff gibt es Bilder des Fotografen James Walter Collinge Das erste Bild der Galerie zweigt Tetzlaff in einen Fiat, das dritte, vierte und neunte im Lozier und das letzte der Reihe mit ölverschmierten Gesicht im Fiat S74.
- Portraitphoto von Teddy Tetzlaff bei deviantart.com
- Portraitphoto von Teddy Tetzlaff bei oldracingcars
- drei Rennbilder von Tetzlaffs Auto von der Tacoma Public Library
Einzelnachweise
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Tetzlaff, Teddy |
| ALTERNATIVNAMEN | Tetzlaff, Theodore Herbert; Tetzlaff, Terrible Teddy (Spitzname) |
| KURZBESCHREIBUNG | US-amerikanischer Rennfahrer und Schauspieler |
| GEBURTSDATUM | 5. Februar 1883 |
| GEBURTSORT | Los Angeles |
| STERBEDATUM | 8. Dezember 1929 |
| STERBEORT | Artesia, Kalifornien |
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