Amado Boudou
Amado Boudou (* 19. November 1963 in Mar del Plata, Argentinien) ist ein argentinischer Geschäftsmann und war Vizepräsident des Landes unter Cristina Fernández de Kirchner vom 10. Dezember 2011 bis 9. Dezember 2015. Er erlangte den Posten bei den Präsidentschafts- und Parlamentswahlen in Argentinien 2011.
Leben
Boudou wurde am 19. November 1963 in der argentinischen Küstenstadt Mar del Plata geboren, in der er auch seine Ausbildung durchlief. 1986 schloss Boudou an der staatlichen Universidad Nacional de Mar del Plata sein Studium der Wirtschaftswissenschaften ab. Zu damaliger Zeit galt er als großer Freund der argentinischen Rockszene und organisierte verschiedene Rock-Konzerte, unter anderem ein Festival mit 15.000 Zuschauern in Mar del Plata.<ref name="nacion">La Nación</ref><ref name="cv"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Amado Boudou: curriculum vitae ( vom 10. August 2018 im Internet Archive)</ref> Zudem beschäftigte er sich seit dieser Zeit viel mit Motorrädern.<ref name=":0" />
Im weiteren Verlauf nahm Boudou an verschiedenen wirtschaftswissenschaftlichen Graduiertenkursen teil und erhielt den Master-Abschluss der privaten Universidad del CEMA. Daraufhin arbeitete Boudou als Geschäftsmann für die Venturino Ehisur S.A., einen Pflegedienstleister. Da er geschäftlich sehr erfolgreich war und verschiedene Verträge mit städtischen Krankenhäusern abschließen konnte, stieg er schnell innerhalb des Managements auf. 1995 ging das Unternehmen in Insolvenz, da ein Großkunde seinen Vertrag gekündigt hatte.<ref name="perfil"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Perfil (25. October 2008) ( vom 18. November 2008 im Internet Archive)</ref> Daraufhin beteiligte sich Boudou an der Gründung des Unternehmens Ecoplata S.A., ebenfalls im Gesundheitsbereich tätig, das daraufhin Verträge mit den Krankenhäusern der Urlaubsorte Villa Gesell und Pinamar abschließen konnte.<ref name="cv" />
1998 trat Boudou in den Beamtendienst ein, als er seitens des damaligen Wirtschaftsminister Roque Fernández – ebenfalls Student an der CEMA<ref name="nacion" /> – für die Controlling-Abteilung der staatlichen Sozialversicherung ANSES angeworben wurde. Ab 2001 leitete er die Controlling-Abteilung der ANSES. Nachdem Juan Pablo de Jesús die Bürgermeisterwahlen im Partido La Costa (Provinz Buenos Aires) gewonnen hatte, arbeitete Boudou dort als Finanzsekretär.<ref name="cv" />
2006 kehrte Boudou zur ANSES zurück. Der damalige Leiter der Sozialversicherung, Sergio Massa, beförderte Boudou zum Finanzdirektor. Im Oktober 2008 wurde Boudou zum Leiter der ANSES ernannt, nachdem Sergio Massa von Cristina Fernández de Kirchner zum Kabinettschef ernannt wurde.<ref name="perfil" />
Nachdem die Listenverbindung Frente para la Victoria der Präsidentin Kirchner in den argentinischen Parlamentswahlen im Juni 2009 herbe Verluste hinnehmen musste, trat der damalige Wirtschaftsminister Carlos Rafael Fernández zurück. Kirchner ernannte daraufhin Amado Boudou zum neuen Wirtschaftsminister.<ref>Clarín (7. Juli 2009)</ref>
Aufgrund der Wirtschafts- und Finanzkrise im Jahr 2008 und der bereits zuvor schwierigen finanziellen Lage Argentiniens auf dem Kreditmarkt, entschied Cristina Fernández de Kirchner die Reserven der Argentinischen Zentralbank zu nutzen, deren Präsident Martín Redrado unter ihrem Druck zurücktrat. Boudou unterstützte die Präsidenten in diesem Vorgehen.<ref>Clarín (22. Januar 2010)</ref> Ebenfalls entschied die Präsidenten den Rentenfonds, ursprünglich privat, wieder zu verstaatlichen; Boudou stand konzeptionell hinter dieser Verstaatlichung.
Am 20. Dezember 2010 verkündete Boudou seine Kandidatur für das Amt des Bürgermeisters der Stadt Buenos Aires für die Listenverbindung Frente para la Victoria. In den Vorwahlen entschied die Listenverbindung sich jedoch für den Senator Daniel Filmus als Kandidaten.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />El Argentino: Boudou lanza su precandidatura a Jefe de Gobierno ( vom 23. Juli 2011 im Internet Archive)</ref><ref>Filmus-Tomada, la fórmula kirchnerista para la Capital, La Nación</ref>
Im Juni 2011 verkündete die Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner ihre erneute Kandidatur für das Amt der Präsidentin, Boudou kandidierte für das Amt des Vizepräsidenten.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Cristina eligió a Boudou como su compañero de fórmula.] Clarín, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 8. Oktober 2011 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref><ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Argentinien: Fernández stellt Vize für Präsidentschaftswahl vor.] amerika21.de, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 3. Januar 2012.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> Dieses Amt übte er in der Folge auch aus, wobei er jedoch von Kirchner weitgehend von den Regierungsgeschäften ferngehalten worden sein soll. Grund dafür waren mithin auch Vorwürfe des Amtsmissbrauchs seitens der argentinischen Justiz, die mit Boudous Arbeit als Wirtschaftsminister im Jahr 2010 in Zusammenhang standen.
Ihm wurde eine Bevorzugung der Druckerei Ciccone Calcografia,<ref name=":0" /> die damals kurz vor dem Konkurs gestanden hatte, und mittels Steuererleichterungen im Austausch gegen 70 % der Aktien,<ref name=":0" /> saniert wurde, zur Last gelegt. Auch die 2012 neu gedruckten Banknoten<ref name=":0" /> des Landes, ebenso wie das Werbematerial<ref name=":0" /> für die Wahlkampagne Kirchners 2011, hatte Ciccone Calcografia hergestellt, was ihm die Staatsanwaltschaft als Amtsmissbrauch auslegte.<ref name=":0">Tjerk Brühwiller: Argentiniens Vize unter Anklage – Verdacht auf Amtsmissbrauch. In: Neue Zürcher Zeitung. Nr. 148. Zürich 30. Juni 2014, S. 5.</ref> 2018 wurde er wegen seiner Verwicklungen in den Korruptionsskandal zu fünf Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt. Im Juli 2021 gelangte er unter Auflagen wieder auf freien Fuß.<ref>Un juez le otorgó la libertad condicional a Amado Boudou. In: infobae. 22. Juli 2021, abgerufen am 25. Januar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Einzelnachweise
<references />
Weblinks
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Boudou, Amado |
| KURZBESCHREIBUNG | argentinischer Geschäftsmann und Wirtschaftsminister |
| GEBURTSDATUM | 19. November 1963 |
| GEBURTSORT | Mar del Plata, Argentinien |