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al-Awamia

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Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 5. April 2025 um 14:13 Uhr durch imported>الشيخ ياسر بن راشد الدوسري (al-Awamia).
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Koordinaten: 26° 35′ 27,9″ N, 49° 58′ 48,7″ O

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العوامية
Al-Awamia
Symbole
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Wappen
Wappen
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Flagge
Flagge
Basisdaten
Staat Saudi-Arabien
Vorlage:Info ISO-3166-2/admtypelink asch-Scharqiyya
Al-Awamia 2003
Al-Awamia 2003
Al-Awamia 2003

Al-Awamia (arabisch العوامية, DMG {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)) ist ein saudischer Ort mit circa 25.500 Einwohnern im Gebiet al-Qatif (Verwaltungsbezirk) der Provinz asch-Scharqiyya im Osten des Landes. Er ist gut über eine Schnellstraße zu erreichen, auch der Luftverkehrs-Drehkreuz Flughafen Dammam ist nicht weit.

Geschichte

Die Bewohner von al-Awamia sind mehrheitlich Schiiten. Sie gerieten 1913 infolge des Zerfalls des Osmanischen Reiches im Zuge der Eroberung eines Großteils der arabischen Halbinsel durch Abd al-Aziz ibn Saud unter die Herrschaft von sunnitischen Wahhabiten, die ihre religiösen Normen rücksichtslos durchsetzten. Dagegen protestierten immer wieder die Schiiten.

Laut dem in Oxford lehrenden Islamwissenschaftler Toby Matthiesen, der zu den saudischen Schiiten forscht, wurde al-Awamia in der jüngsten Geschichte Saudi-Arabiens zum Zentrum der schiitischen Opposition.<ref>Monika Bolliger, Beirut: Aufruhr unter Saudiarabiens Schiiten | NZZ. In: Neue Zürcher Zeitung. (nzz.ch [abgerufen am 29. Dezember 2019]).</ref>

Während des „Arabischen Frühlings“ in Saudi-Arabien wurde der aus al-Awamia stammende Prediger Nimr al-Nimr zum Sprecher der Schiiten und rief zu Demonstrationen für mehr Demokratie auf.<ref>Nicola Slawson: Saudi execution of Shia cleric sparks outrage in Middle East. In: The Guardian. 2. Januar 2016, ISSN 0261-3077 (theguardian.com [abgerufen am 15. November 2017]).</ref> Am 5. Oktober 2011 kamen bei Zusammenstößen zwischen Polizei und der schiitischen Bevölkerung der Stadt mindestens 14 Menschen ums Leben.<ref name="SDFaust">Tomas Avenarius: Riad kündigt Politik der eisernen Faust an. In: Süddeutsche Zeitung. 5. Oktober 2011, abgerufen am 6. Oktober 2011 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Nimr al-Nimr wurde 2012 verhaftet, zum Tode verurteilt und zusammen mit 46 anderen Schiiten am 2. Januar 2016 hingerichtet.

Daraufhin kam es im Frühjahr 2017 in al-Awamia zum Aufstand. Im Mai 2017 rückten das saudische Militär und mehrere Polizeieinheiten in gepanzerten Fahrzeugen vor und belagerten die Stadt.<ref>Violence erupts following Saudi demolition of historic Shia homes. In: The new Arab, 27. Juni 2017.</ref> Am 10. Mai begannen Bulldozer damit, rund 500 historische Häuser im Altstadtviertel al-Mosawara abzureißen. Damit sollte den Aufständischen das Rückzugsgebiet genommen werden.<ref>Christian Weisflog: Saudiarabiens innerer Krieg. Riad unterdrückt die Schiiten im eigenen Land mit harter Hand. In: Neue Zürcher Zeitung vom 14. Juli 2017, S. 4.</ref> Schätzungen gehen davon aus, dass etwa 20.000 Bewohner der Stadt vor den Massakern geflüchtet sind.<ref>Saudi man killed trying help citizens flee Awamiya: sources. In: Reuters. 3. August 2017 (reuters.com [abgerufen am 15. November 2017]).</ref>

Einzelnachweise

<references />