Gottfried Ludewig
Gottfried Ludewig (* 20. Oktober 1982 in Bonn) ist ein deutscher Politiker (CDU). Er war ab April 2018 Chef der Abteilung für Digitalisierung des Gesundheitswesens im Bundesministerium für Gesundheit. Zuvor war er ab 2011 Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses. Dort war er Gesundheitspolitischer Sprecher und, seit Januar 2014, zudem stellvertretender Vorsitzender der CDU-Fraktion. Von 2008 bis 2010 war er Bundesvorsitzender des Rings Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS) und von 2006 bis 2007 Vorsitzender des Allgemeinen Studentenausschusses (AStA) der Technischen Universität Berlin.<ref>Pragmatisch, Der Tagesspiegel vom 3. November 2006</ref><ref>Kulturrevolution an der Uni, Der Tagesspiegel vom 3. November 2006</ref> Von März 2015 bis Oktober 2017 war Ludewig Senior Consultant bei der PricewaterhouseCoopers AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Persönlich.] gottfriedludewig.de, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 24. Februar 2020.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>
Leben
Herkunft und Studium
Gottfried Ludewig kam 1982 als jüngstes von drei Geschwistern zur Welt. Sein Vater ist der frühere Politiker und Manager Johannes Ludewig (CDU). Nach seinem Abitur studierte Gottfried Ludewig von 2002 bis 2007 Volkswirtschaftslehre an der TU Berlin. Nach erfolgreichem Abschluss als Diplom-Volkswirt promovierte er zu dem Thema „Auf dem Weg zu neuen Rahmenbedingungen für den Krankenversicherungsmarkt – eine ordnungspolitische Analyse“. Die Arbeit schloss er 2013 ab und veröffentlichte diese im NOMOS-Verlag im Jahr 2014.<ref>Ludewig, Gottfried 2014: " Auf dem Weg zu neuen Rahmenbedingungen für den Krankenversicherungsmarkt – Eine ordnungspolitische Analyse". 1. Auflage 2014, Reihe: Europäische Schriften zu Staat und Wirtschaft, Bd. 37, Nomos Verlag</ref>
Politische Laufbahn
AStA-Vorsitzender und Bundesvorsitzender des RCDS (2006–2010)
Während seines Studiums begann Ludewig sich politisch zu engagieren. Er war von 2006 bis 2008 Vorsitzender des Allgemeinen Studierendenausschusses (AStA)<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Wir wollen das Geld der Studierenden verantwortungsvoll verwalten.] pressestelle.tu-berlin.de, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 23. März 2016.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> der TU Berlin. In dieser Funktion versuchte er die AStA-Druckerei wegen „Unwirtschaftlichkeit“ und des Druckens von „Propaganda für das linke Spektrum der Stadt“ zu schließen; die Druckerei-Angestellten gründeten gegen die Schließung einen Betriebsrat.<ref>Nina Apin: Kalter Krieg im Kleinformat. In: Die Tageszeitung. Nr. 8177, 17. Januar 2007, S. 21 (taz.de [abgerufen am 25. Mai 2021]).</ref> Nach der Abwahl des von Ludewig geführten AStA kritisierte das Studierendenparlament der TU Berlin die „Verschleuderung von AStA-Eigentum, nicht funktionsfähige Organe der Studierendenschaft, Anwaltskosten in Höhe von 100.000 € und eine zweifache Nothaushaltsführung“ als „Bilanz des RCDS-AStA“.<ref>RCDS AStA an der TU Berlin am Ende. Resolution des 28. Studierendenparlamentes der TU Berlin am 23.05.2008. In: AStAwatch-TUberlin. 24. Mai 2008, abgerufen am 25. Mai 2021.</ref> Nach der Abwahl blieb der AStA unter Führung Ludewigs mehrere Monate länger als vorgesehen im Amt, nachdem der mit RCDS-Leuten besetzte Studentische Wahlvorstand die Wahl des Studierendenparlaments für ungültig erklärt hatte.<ref>Fabian Reinbold: Streit um Asta der TU Berlin beendet. In: Tagesspiegel. 31. Oktober 2007, abgerufen am 25. Mai 2021.</ref>
Von 2008 bis 2010 war Ludewig Bundesvorsitzender der CDU-nahestehenden studentischen Vereinigung RCDS. In dieser Funktion war er auch Mitglied des Bundesvorstands der CDU. 2008 ließ die RCDS-Hochschulgruppe an der TU Berlin den RCDS-Bundesvorsitzenden Ludewig aus dem RCDS ausschließen.<ref>J. Skowronek, D. Schmidt, A. Seeringer: Pressemitteilung: RCDS schließt Gottfried Ludewig aus – Verband muss neuen Bundesvorsitzenden wählen. (PDF) Ring Christlich-Demokratischer Studenten Hochschulgruppe an der Technischen Universität Berlin (RCDS TU Berlin e. V.), 26. Juni 2008, abgerufen am 25. Mai 2021.</ref> Das Bundesschiedsgericht erklärte den Ausschluss später für ungültig.<ref>RCDS-Bundeschiedsgericht auch gegen Demokratie – Ludewig-Skandal zieht immer weitere Kreise. RCDS TU Berlin, 29. Juni 2008, abgerufen am 21. Mai 2021.</ref>
CDU-Kreisvorsitzender und Mitglied des Abgeordnetenhauses (2011–2018)
Im Jahr 2009 kandidierte Ludewig im Bundestagswahlkreis Berlin-Pankow erfolglos<ref>Bericht des Landeswahlleiters 2009. (PDF) S. 68, abgerufen am 21. September 2017.</ref> für den Deutschen Bundestag. Am 18. September 2011 gelang ihm bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus von Berlin 2011 der Einzug in das Landesparlament. Er übernahm dort die Funktion als Gesundheitspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion von seinem Vorgänger Mario Czaja.
2014 wurde er zum stellvertretenden Vorsitzenden der Berliner CDU-Fraktion gewählt.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />CDU-Fraktion wählt Vorstand neu – Graf als Vorsitzender bestätigt ( vom 21. Februar 2014 im Internet Archive)</ref> Ludewig zog über die Pankower Bezirksliste ins Abgeordnetenhaus ein.
Auf Landesebene setzt er sich besonders für die Stärkung von Forschung und Innovation im Gesundheitsbereich am Standort Berlin ein. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Innovation meets politics“ hat er gemeinsam mit wesentlichen Akteuren einen Zehn-Punkte-Plan<ref>CDU-Fraktion Berlin – Beschlüsse –. Abgerufen am 28. August 2017.</ref> mit konkreten Maßnahmen erarbeitet. Ein weiteres Kernthema seiner Arbeit ist die Stärkung des Pflegebereichs. Unter anderem hat er einen Gesetzentwurf für die Schaffung einer Berliner Pflegekammer<ref>Andreas Abel: CDU-Fraktion legt Gesetzentwurf für Pflegekammer vor. 23. März 2017 (morgenpost.de [abgerufen am 28. August 2017]).</ref> – als institutionalisierte Vertretung des Pflegebereichs – in das Berliner Abgeordnetenhaus eingebracht. Zudem ist er bekennender Unterstützer des Vereins Flussbad Berlin e. V.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Flussbad.] gottfriedludewig.de, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 23. März 2016.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref><ref>Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: Vorlage:Cite book/URL In: The New York Times, 11. Oktober 2015. Abgerufen am 23. März 2016 (english).Vorlage:Cite book/URL Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref><ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Flussbad.] flussbad-berlin.de, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 23. März 2016.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>, der sich für die Umwandlung des ungenutzten Spreearms entlang der Museumsinsel in ein Bad starkmacht.
Neben seiner Tätigkeit als Landespolitiker ist er auch kommunalpolitisch aktiv. Seit 2012 ist er Kreisvorsitzender der CDU-Pankow,<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Berliner Woche: Gottfried Ludewig führt den mitgliederstarken Ortsverband ( vom 3. September 2014 im Internet Archive)</ref> seit 2009 Vorsitzender des Ortsverbands Pankow Nord.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />CDU Pankow Nord: Gottfried Ludewig neuer Ortsvorsitzender ( des Vorlage:IconExternal vom 3. September 2014 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref>
Bei der Bundestagswahl 2017 kandidierte Ludewig für den Bundestagswahlkreis Berlin-Pankow<ref>GOTTFRIED LUDEWIG. Abgerufen am 17. Juli 2017.</ref>, konnte sich allerdings nicht gegen Stefan Liebich durchsetzen. Er war jedoch erster Nachrücker für den Fall, dass ein Berliner CDU-Mandatsträger aus dem Bundestag ausscheidet.
Am 6. April 2018 gab er sein Abgeordnetenhausmandat zurück; für ihn rückte Dirk Stettner nach.<ref>Auf zu neuen Ufern mit einem lachenden und einem weinenden Auge: Niederlegung meines Abgeordnetenmandats / Neue Aufgabe im Gesundheitsministerium. In: Gottfried Ludewig. April 2018 (gottfried-ludewig.de [abgerufen am 13. April 2018]).</ref> Den Vorsitz des CDU-Kreisverbandes sowie den Vorsitz des CDU-Ortsverbandes legte er im Frühjahr 2021 nieder.<ref>CDU Kreisverband Pankow: Vorzeitiger Rückzug vom Kreisvorsitz. Abgerufen am 7. September 2021.</ref>
Karriere im Bundesministerium für Gesundheit (seit 2018)
Ende März 2018 wurde bekannt, dass Ludewig als Abteilungsleiter einer unter dem Bundesminister Jens Spahn neu geschaffenen Abteilung für Digitalisierung des Gesundheitswesens in das Bundesministerium für Gesundheit wechseln soll.<ref>Der Tagesspiegel: Spahn macht Berliner CDU-Politiker zum Abteilungsleiter für Digitalisierung. Abgerufen am 21. März 2018.</ref><ref>Deutsches Ärzteblatt: Spahn besetzt zentrale Stellen im Ministerium neu. 20. März 2018 (aerzteblatt.de [abgerufen am 21. März 2018]).</ref> Diese Stelle trat er im April 2018 an.<ref>Vordenker Gottfried Ludewig: „Menschen sollen verstehen, warum die Nutzung von Daten sinnvoll ist“. Abgerufen am 7. September 2021.</ref>
Berufliche Laufbahn
Im März 2022 wechselte er auf die Position des Senior Vice President bei T-Systems Health Industrie.<ref>Neustart: Ludewig übernimmt Leitung von T-Systems Health Industry, kma-online.de (Klinik Management aktuell), 10. März 2022</ref>
Kritik
In eine breite Öffentlichkeit gelangte Ludewig im Mai 2008, als er ein dem in Artikel 38 des Grundgesetzes gewährten Recht auf Gleichheit der Wahl widerstrebendes „doppeltes Wahlrecht für Leistungsträger“ forderte. Damit handelte er sich massive Kritik ein,<ref>Absurder Vorstoß – CDU-Verbands-Chef will Rentner zu Wählern zweiter Klasse degradieren in Spiegel online am 23. Mai 2008</ref> entschuldigte sich jedoch im Anschluss mehrfach für diese Provokation.<ref>Fragen an Gottfried Ludewig</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Die Berliner CDU unter Frank Henkel ( des Vorlage:IconExternal vom 3. September 2014 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref>
Weblinks
- Homepage von Gottfried Ludewig
- Gottfried Ludewig auf abgeordnetenwatch.de
- Biografie auf der Website des Berliner Abgeordnetenhauses für die 19. Wahlperiode
- www.tip-berlin.de: Die Berliner CDU unter Frank Henkel
Einzelnachweise
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| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Ludewig, Gottfried |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Politiker (CDU), MdA |
| GEBURTSDATUM | 20. Oktober 1982 |
| GEBURTSORT | Bonn |
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