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EU-Eingreiftruppe

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Eine gemeinsame EU-Eingreiftruppe unter europäischem Kommando wurde immer wieder diskutiert, um die Verteidigungsfähigkeit in Europa zu verbessern. Als ständig einsatzbereite militärische „Speerspitze“, zusammengesetzt aus Verbänden aller Mitgliedstaaten, würde sie einer schnellen Verteidigung des Unionsterritoriums dienen, als auch gezielt für gemeinsame Auslandseinsätze verwendet werden können. Einige haben auch gefordert, dass sie ein Vorläufer einer Europaarmee darstellen könnte.

2022 wurde mit der schnellen Eingreiftruppe der EU ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) erstmals ein solcher europäischer Verband im Rahmen der Gemeinsamen Sicherheits- und Verteidigungspolitik gebildet.

1999: Erste Planungen für eine EU-Eingreiftruppe

Als eine Maßnahme zur Entwicklung einer gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik beschloss die Europäische Union am 10. und 11. Dezember 1999 beim Regierungstreffen in Helsinki im Rahmen des European Headline Goal die Bildung einer EU-Eingreiftruppe bis 2003.<ref>Wissenschaftlicher Dienst des Deutschen Bundestages (Hrsg.): GASP, ESVP und ihre Instrumente – Ein Überblick. 18. September 2006 (bundestag.de [PDF]).</ref>

Diese hätte 50.000 bis 60.000 Soldaten umfassen sollen, imstande, innerhalb von 60 Tagen, unter Rückgriff auf NATO-Ressourcen (zum Beispiel Planungskapazitäten, Gefechtsstände), mit einer Durchhaltefähigkeit von einem Jahr Petersberg-Aufgaben zu erfüllen. Die EU-Eingreiftruppe hätte dabei eine Ergänzung zur NATO Response Force sein sollen.

Da dieses Ziel nicht wie geplant bis 2003 erreicht werden konnte, erfolgte zunächst die Entwicklung des „EU Battlegroup“-Konzepts und Aufstellung entsprechender Gefechtsverbände.<ref>Martin Winter: Warum die EU-Verteidigungspolitik vor dem Scheitern steht. 7. Mai 2013, abgerufen am 9. Februar 2021.</ref><ref>Volker Heise: Zehn Jahre Europäische Sicherheits- und Verteidigungspolitik. Hrsg.: Stiftung Wissenschaft und Politik – Deutsches Institut für Internationale Politik und Sicherheit. 2009 (swp-berlin.org [PDF]).</ref>

2022: Rapid Deployment Capacity (EU RDC)

Im Mai 2021 riefen 14 EU-Verteidigungsminister den Hohen Vertreter erneut dazu auf, ein Konzept für eine schnelle Eingreiftruppe der EU zu erarbeiten.<ref>EU seeks rapid response military force, two decades after first try. 6. Mai 2021, abgerufen am 30. Mai 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Dieses wurde im März 2022, auch im Angesicht des russischen Angriffs auf die Ukraine, im Rahmen des neuen Strategischen Kompasses der EU vorgestellt: So soll bis 2025 eine neue schnelle Eingreiftruppe ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value), RDC), bestehend aus bis zu 5000 Soldaten und aufbauend auf den EU Battlegroups, gebildet werden.<ref>Bis 2025: EU bekommt neue militärische Eingreiftruppe. In: Die Welt. 21. März 2022 (welt.de [abgerufen am 21. März 2022]).</ref> Sie soll 12 Monate lang einsatzbereit sein, Land-, See- und Luft-Komponenten enthalten und im Notfall sofort für verschiedene Szenarien zur Verfügung stehen.<ref>Establishing an EU rapid deployment capacity. Europäisches Parlament, 12. April 2023, abgerufen am 30. Mai 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Übungen der EU-Eingreiftruppe (EU RDC) seit 2023

Die seit 2023 stattfindenden Übungen der EU RDC werden kurz als MILEX (englisch „Military Exercise“) bezeichnet. Diese können als Gefechtsstands-Übung (englisch „Command Post Exercise“, CPX), bei denen es um die Planung und Koordination in einem Hauptquartier geht, durchgeführt werden. Dabei werden u. a. EU-Alarmierungsverfahren simuliert und ausgewählte militärische Schnellreaktionsmaßnahmen getestet. Werden zusätzlich Truppenverbände eingesetzt, wird diese Militärübung als LIVEX (englisch „Live Exercise“) bezeichnet.<ref name=":0">MILEX 25 | EEAS. In: European External Action Service (EEAS). Diplomatischer Dienst der EU, abgerufen am 16. März 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Während die EU RDC vom MPCC (Military Planning and Conduct Capability)<ref>The Military Planning and Conduct Capability (MPCC) | EEAS. Diplomatischer Service der EU, 20. November 2022, abgerufen am 22. März 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> in Brüssel geleitet wird, untersteht es im Einsatz dem Eurokorps als dem Hauptquartier der Truppenverbände (englisch „Force Headquarters“, FHQ).<ref>The annual EU Military Exercise returns with MILEX 25 | EEAS. Diplomatischer Service der EU, 4. März 2025, abgerufen am 22. März 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Name Datum Ort Truppenstärke Beteiligte Länder
MILEX-23 18. September – 6. Oktober 2023 Brüssel, Belgien N/A Frankreich, Irland, Italien, Malta, Österreich, Portugal, Rumänien, Spanien und Ungarn<ref>MILEX 23 – EU Crisis Management Military Exercise 2023 | EEAS. Diplomatischer Service der EU, 18. September 2023, abgerufen am 22. März 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
LIVEX-23 16.–22. Oktober 2023 Cádiz, Spanien 2800 Wie MILEX-23.<ref>Die Rapid Deployment Capacity das erste Mal in Aktion. Deutscher Bundeswehrverband, 25. Oktober 2023, abgerufen am 22. März 2025.</ref>
MILEX-24 8. April – 3. Mai 2024 Brüssel, Belgien N/A Belgien, Deutschland, Griechenland, Frankreich, Kroatien, Irland, Litauen, Luxemburg, Niederlande, Österreich, Polen, Rumänien, Schweden, Spanien und Ungarn
LIVEX-24 25. November – 10. Dezember 2024 Bergen, Deutschland > 1700 Wie MILEX-24.<ref>MILEX 24: Europäische Militärübung in Deutschland. In: Defence-Network.com. CPM Verlag, 21. November 2024, abgerufen am 22. März 2025.</ref>
MILEX-25 4.–6. März 2025 Brüssel, Belgien N/A Keine Angaben<ref name=":0" />
LIVEX-25 25. März – 10. April 2025 Pápa, Ungarn Keine Angaben<ref name=":0" />

Siehe auch

Weblinks

Einzelnachweise

<references />