Jesse Ventura
Jesse Ventura (* 15. Juli 1951 als James George Janos in Minneapolis) ist ein US-amerikanischer Wrestler, Filmschauspieler und Radiomoderator. Von 1999 bis 2003 war er der 38. Gouverneur des US-Bundesstaates Minnesota.
Leben
Er wurde als Sohn von Bernice Martha (geb. Lenz) und George William Janos geboren. Beide Eltern dienten im Zweiten Weltkrieg. Die Eltern hatten eine deutsche bzw. slowakische Abstammung. Er wuchs in Minneapolis auf.
Vom 1. Dezember 1969 bis zum 10. September 1975 diente er in der United States Navy, davon die letzten beiden Jahre als Reservist. Er war Mitglied einer Kampfschwimmereinheit mit Spezialisierung auf Unterwassersprengungen. Entgegen populärer Behauptungen war er jedoch kein Navy Seal im eigentlichen Sinne, da er diese Ausbildung nicht vollständig absolvierte. Richtig hingegen ist, dass er während seiner Reservistenzeit in einem Seal-Team gelistet wurde.<ref>N.N.: More than Military. Jesse Ventura – Professional Wrestler, Governor of Minnesota. Advertise Military, LLC (militaryhub.com), archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 24. Dezember 2018; abgerufen am 21. Januar 2015. Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref>
Wrestlingkarriere
Janos begann seine Wrestlingkarriere im Oktober 1975 im Alter von 24 Jahren. Er kopierte seinen Ring-Charakter, mit Federboa, Ohrringen, diversen Bartstilen und vor allem extravaganter Kleidung, fast komplett von seinem großen Vorbild Billy Graham. Mitte der 1980er Jahre musste er seine aktive Karriere aus gesundheitlichen Gründen beenden. Er selbst behauptet, dass diese aus dem Einsatz von Agent Orange während des Vietnamkrieges resultierten. Er wechselte dann ans Kommentatorenpult und wurde mit Gorilla Monsoon zum Teil eines der bekanntesten Kommentatoren-Teams des Wrestling. 2004 wurde er von seinem Sohn Tyrel in die WWE Hall of Fame eingeführt.
Schauspielerei
1987 spielte er an der Seite Arnold Schwarzeneggers in dem sehr erfolgreichen Actionfilm Predator mit. Sein dort verwendeter Ausspruch I ain’t got time to bleed (dt.: „Ich hab keine Zeit zum Bluten“) wurde ein populäres Filmzitat und später Titel seiner Autobiographie. Es folgten acht weitere Auftritte in Spielfilmen (unter anderem Running Man mit Arnold Schwarzenegger).
Politische Karriere
Von 1991 bis 1995 hatte er das Amt des Bürgermeisters von Brooklyn Park, Minnesota, inne.
Bei den Wahlen zum Gouverneur von Minnesota 1998 trat Ventura als Kandidat der Reform Party of Minnesota an. Später trat er der Independence Party of Minnesota bei, nachdem sich diese von der Reform Party of the United States of America abgespalten hatte. Er gewann die Wahl knapp gegen die Kandidaten der Großparteien, den Republikaner Norm Coleman (Bürgermeister von St. Paul) und den Generalstaatsanwalt Hubert H. „Skip“ Humphrey III (Minnesota Democratic-Farmer-Labor Party).
Im Wahlkampf warb er mit dem Slogan „Don't vote for politics as usual“, außerdem nutzte er als einer der ersten Politiker das Internet zur Wahlwerbung.
Im Verlauf seiner Amtszeit führten eine schlechte wirtschaftliche Entwicklung in Minnesota und umstrittene Stellungnahmen von Ventura zu einer deutlichen Abnahme seiner Popularitätswerte. Er begründete den Verzicht auf ein Antreten zur Wiederwahl 2003 mit dem übertriebenen Medieninteresse am Privatleben seiner Familie.
TV-Karriere
Am 2. Dezember 2009 startete die Reality Show Conspiracy Theory with Jesse Ventura auf dem US-amerikanischen TV-Kanal TruTV. Die Serie behandelt verschiedene Verschwörungstheorien, etwa zu den Anschlägen vom 11. September 2001, HAARP oder die Klimalüge.
Seit 2014 läuft Venturas Politik-Show Off the Grid auf dem On-Demand-Sender Ora Tv.
Weiteres
Im Januar 2012 behauptete der prominente Scharfschütze Chris Kyle in einem Interview mit Bill O’Reilly, dass er Jesse Ventura verprügelt habe. Kyle behauptete, dass Ventura den Krieg, den früheren Präsidenten George W. Bush und Amerika schlechtgemacht habe („bad-mouthing the war, bad-mouthing Bush, bad-mouthing America“).<ref>Michael Zennie: America’s deadliest sniper killed 255 Iraqi ‘savages’' to protect his friends… but he punched out Jesse Ventura because he ‘bad-mouthed the troops’. dailymail.co.uk, abgerufen am 9. Juni 2013.</ref> Ventura sagte daraufhin, dass er Kyle nie getroffen habe, nicht von ihm verprügelt worden sei und auch nicht schlecht über die Armee gesprochen habe.<ref>Paul Joseph Watson: Ventura: Navy SEAL ‘Punch’ Hoax May be Retribution For Supporting Ron Paul. InfoWars, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 21. August 2013; abgerufen am 9. Juni 2013. Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref><ref>Dan Browning: Jesse Ventura aims to get even with Navy SEAL in court. StarTribune, abgerufen am 9. Juni 2013.</ref> Jesse Ventura wurden in einem Prozess wegen Rufschädigung 1,8 Millionen US-Dollar Entschädigung zugesprochen.<ref>Dan Lamothe: Jesse Ventura wins $1.8 million in damages against Chris Kyle, slain Navy SEAL sniper. The Washington Post, 29. Juli 2014, abgerufen am 21. Januar 2015.</ref>
Auszeichnung
2001 wurde er mit dem Emperor Has No Clothes Award der Freedom From Religion Foundation ausgezeichnet.
Filmografie
- 1985: Hunter (Fernsehserie, Folge 2x05: Killer In A Halloween Mask)
- 1987: Predator
- 1987: Running Man (The Running Man)
- 1988: Abraxas – Retter des Universums (Abraxas)
- 1989: Der Hammer (No Holds Barred)
- 1990: Von allen Geistern besessen! (Repossessed)
- 1991: Abraxas (The Abraxas – Guardian of the Universe)
- 1991: Ricochet – Der Aufprall (Ricochet)
- 1993: Demolition Man
- 1994: Die Indianer von Cleveland II (Major League II)
- 1997: Batman & Robin
- 2001: Joe Jedermann (Joe Somebody)
- 2002: Meister der Verwandlung (The Master of Disguise)
Bücher
- Jesse Ventura: I Ain’t Got Time to Bleed. Reworking the Body Politic from the Bottom up. Signet, New York 2000, ISBN 0-451-20086-1.
- Jesse Ventura, Julie Mooney: Do I Stand Alone? Going to the Mat Against Political Pawns and Media Jackals. Pocket Books, New York 2000, ISBN 0-7434-0587-0.
- Jesse Ventura, Dick Russell: Don’t Start the Revolution Without Me. From the Minnesota Governor’s Mansion to the Baja Outback. Reflections and evisionings. Skyhorse Publishing, New York 2008, ISBN 978-1-60239-273-1.
- Jesse Ventura, Dick Russell: American Conspiracies: Lies, Lies, and More Dirty Lies that the Government Tells Us. Skyhorse Publishing, New York 2010, ISBN 978-1-60239-802-3.
- Jesse Ventura, Dick Russell: 63 Documents the Government Doesn’t Want You to Read. Skyhorse Publishing, New York 2011, ISBN 978-1-61608-226-0.
- Jesse Ventura, Jenn Hobbs, Steve Kubby: Jesse Ventura’s Marijuana Manifesto: How Lies, Corruption, and Propaganda Kept Cannabis Illegal. Skyhorse Publishing, New York 2016, ISBN 978-1-5107-1424-3.
Literatur
- Daniel Cohen: Jesse Ventura. The body, the mouth, the mind. 21st Century Books, Brookfield, Connecticut 2001, ISBN 0-7613-1905-0, S. 26.
Weblinks
- Vorlage:IMDb/1
- WWE Hall of Fame-Profil (englisch)
- <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Der Wert des Parameters
archive-todaymuss ein Datum der Form YYYYMMDD oder Zeitstempel der Form YYYY.MM.DD-hhmmss bzw. YYYYMMDDhhmmss sein. - Profil auf Cagematch.de
- Profil auf Genickbruch.com
- Jesse Ventura in der Datenbank der National Governors Association (englisch)
- Jesse Ventura in der NGA
- The Minnesota Historical Society
Einzelnachweise
<references />
Minnesota-Territorium (1849–1857):
Ramsey |
Gorman |
Medary
Bundesstaat Minnesota (seit 1858):
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Ramsey |
Swift |
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| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Ventura, Jesse |
| ALTERNATIVNAMEN | Janos, James George |
| KURZBESCHREIBUNG | US-amerikanischer Wrestler und Gouverneur von Minnesota |
| GEBURTSDATUM | 15. Juli 1951 |
| GEBURTSORT | Minneapolis |
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- Gouverneur (Minnesota)
- Bürgermeister (Brooklyn Park, Minnesota)
- Mitglied der Reform Party of the United States of America
- Wrestler (Vereinigte Staaten)
- AWA World Tag Team Champion
- Mitglied der WWE Hall of Fame
- Filmschauspieler
- US-Amerikaner
- Geboren 1951
- Mann