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Cocos Malays

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Datei:Cocos (Keeling) Islands-CIA WFB Map.png
Lagekarte der Kokosinseln

Die Cocos Malays, auch Cocos Malay people, deutsch Kokos-Malaien, bilden eine Ethnie, die sich auf den Kokosinseln nach deren Inbesitznahme durch Europäer entwickelte und von ihnen wie Sklaven dorthin verschleppt worden waren. Diese Menschen sprechen einen eigenen malaiischen Dialekt und haben eine eigene Kultur.

Geschichte

Als Captain William Keeling 1609 die Kokosinseln erreichte, waren diese unbewohnt. 1825 besuchte John Clunies-Ross die noch immer unbewohnten Inseln. An Bord seines Schiffes befand sich Alexander Hare, ein Geschäftsmann und Sklavenhändler. Dieser besiedelte die Inseln 1826 mit 100 Malaien und seinem Harem.<ref name="rul">rulers.org: Dynastie Clunies-Ross, in englischer Sprache, abgerufen am 16. September 2011</ref> Auf den Inseln wurden Kokospalmen gepflanzt und daraus Kopra und Kokosöl hergestellt. Die ersten Menschen, die mit Hare auf die Inseln kamen, waren vor allem Malaien sowie einige Chinesen, Papuaner und Inder. Es wird angenommen, dass unter den ersten Siedlern auch Menschen aus Bali, Sulawesi, Madura, Sumbawa, Sumatra, Timor, Pasir Gudang, Malakka, Penang, Batavia und Cirebon waren.<ref name="wor"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />worldmap.org (Memento vom 25. Dezember 2013 im Internet Archive; PDF; 134 kB), Mission Atlas Projekt, S. 2, abgerufen am 16. September 2011</ref> Clunies-Ross ließ sich 1827 mit 40 Malaien auf Home Island nieder und installierte ein sklavereiartiges soziales und politisches System, das von Charles Darwin nach seinem Aufenthalt auf den Kokosinseln im Jahr 1836 folgendermaßen qualifiziert wurde:

„Die Malaien sind dem Namen nach in einem Zustand der Freiheit, aber sie werden als Sklaven betrachtet.“<ref name=rul />

Am 22. Dezember 1837 gab es eine erfolglose Revolte der Malaien gegen dieses System einer vollständigen Abhängigkeit bei niedriger Bezahlung. Daraufhin setzte Clunies-Ross, der sich König Ross I. nannte, eine Vereinbarung durch, die die auf den Kokosinseln lebenden malaiischen, bantamesischen und europäischen Familien zwang, in seinen Häusern zu leben und für ihn zu arbeiten oder aber die Insel zu verlassen.<ref name=env1>environment.gov.au</ref>

Die Cocos Malays, die isoliert von der Außenwelt lebten, separierten sich von den Europäern und bewahrten über acht Generationen ihre eigene Identität.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wanderte viele Cocos Malays aus, insbesondere nach Singapur und Sabah (damals Nord-Borneo). Im Jahr 2009 war die Arbeitslosigkeit unter den Inselbewohnern war mit geschätzten 65 % sehr hoch.<ref name="the">Paige Taylor: Administrator to head Cocos Islands. In: theaustralian.com.au. 1. September 2009, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 20. Juni 2013; abgerufen am 13. Juli 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Gegenwart

Datei:Baju melayu.jpg
Baju Melayu („malaiisches Hemd“)

Im Jahr 2000 gab es weltweit circa 5000 Cocos Malays, die meisten davon in Tawau und Lahad Datu, Sabah. In Malaysia ist die Zahl der Cocos Malays fast zehnmal so groß wie auf den Kokosinseln.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Archivierte Kopie (Memento vom 14. Mai 2014 im Internet Archive)</ref> Die Cocos Malays stellen eine Landbevölkerung dar, sie leben dörflich in sogenannten Kampungs, hauptsächlich in Bantam auf Home Island; die meisten sind Farmer, die auch Fische fangen.<ref name=wor /> Home Island befindet sich in einer isolierten und vom Festland weit entfernten Lage, etwa 2100 km vom Festland Australiens und etwa 1000 km von Sumatra und Java sowie 900 km von der Weihnachtsinsel entfernt.

Über 80 % der Cocos Malays sind Anhänger des sunnitischen Islams und sie wohnen vor allem auf Home Island. Eine Heirat ist nach muslimischem Glauben wichtig und sie können bis zu vier Frauen haben, aber dies ist kaum verbreitet. Am Ende des Ramadan halten sie eine Feier ab, die Hari Raya Puasi. Zu ihrer Religionsausübung gibt es beispielsweise ein Bethaus, die West Island Mosque auf West Island.

Cocos Malays sprechen einen eigenen Dialekt, Basa Pulu Kokos oder auch Bahasa Cocos<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />bahasa-malaysia-simle-fun (Memento vom 3. September 2011 im Internet Archive): Do You Speak Bahasa Malaysia the Sabah Version?</ref> genannt wird. Es ist ein Dialekt aus einer Mischung von malaiischer und indonesischer Sprache mit englischen und schottischen Sprachelementen. Diesen Dialekt sprechen etwa 450 Cocos Malays.<ref name="int">@1@2Vorlage:Toter Link/www.intellasia.netintellaisa.net (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im April 2018. Suche im Internet Archive ): Cocos Malays fight Aust ban on dialect, abgerufen am 16. September 2011</ref> Malaiisch und Englisch werden in der Schule unterrichtet. 2009 kolportierten Medien, dass die Cocos Malys gezwungen würden, Englisch an Stelle ihrer eigenen Sprache zu verwenden.<ref>SMH.com.au: Govt to investigate Cocos 'tensions'. Abgerufen am 28. November 2023.</ref> In der Folge reiste der australische Innenminister Brendan O’Connor auf die Inseln, wo auf verschiedenen Krisensitzungen das Sprachproblem und die hohe Arbeitslosigkeit besprochen wurden. Eine Entspannung des Arbeitsmarktes wird von dem Bau eines Touristenzentrums für Muslime aus dem pazifischen Raum erwartet, das 79 Arbeitsplätze schaffen wird.<ref name=the />

Die biola genannte europäische Violine gilt als ein wesentliches traditionelles Element der eigenen Kultur. Aus der indonesischen Musik haben die Cocos Malays die Rahmentrommel rebana und die Fasstrommel gendang übernommen.

Die Cocos Malays tragen eine besondere Bekleidung, den Baju Kebaya, den Frauen tragen, und Männer das Baju Melayu oder Sarong. Diese Kleider Baju Kebaya und Baju Melayu sind typisch für malaiische Volksgruppen. Verschiedene ihrer Tänze sind durch die javanesische und britische Kultur beeinflusst. Sie verspeisen typische malaiische Gerichte, die mit Reis, Nudeln, Curry, Chili, Huhn-, Rind- und Lammfleisch sowie Früchten des Meeres zubereitet werden. Ferner halten sie sich an den Ramadan. Es gibt drei Restaurants auf Home Island, davon serviert eines westliche Gerichte. Das Frischwasser ist limitiert und Regenwasser wird gesammelt.<ref name=wor />

Literatur

Einzelnachweise

<references />