Jean-Baptiste Moens
Jean-Baptiste Moens (* 27. Mai 1833 in Tournai<ref name="WerIstWer">Moens, Jean-Baptiste. In: Wolfgang Maassen (Hrsg.): Wer ist wer in der Philatelie? Ein Lexikon namhafter Philatelisten des 19./20. Jahrhunderts, Phil*Creativ Verlag, Schwalmtal 1999, ISBN 3-932198-32-8, Seite 140</ref>; † 29. April 1908<ref name="WerIstWer" /> in Ixelles/Elsene) war ein belgischer Berufsphilatelist und einer der Pioniere des Briefmarkenhandels.
Leben
Zunächst war er ab dem Alter von 19 Jahren Buchhändler.<ref name="Doberer">Kurt Karl Doberer: Schwarzer Einser rote Dreier, Fackelträger-Verlag, Hannover 1967, S. 176 ff</ref> Bereits in den 1850er Jahren begann er mit dem Handel von Briefmarken.<ref name="AusstellungskatalogMauritius" /> Namhafte Philatelisten zählten zu seinen Kunden und er verkaufte sehr viele philatelistische Raritäten. Außerdem verfasste er einige philatelistische Bücher, teils in Zusammenarbeit mit Louis Hanciau<ref>http://www.klassische-philatelie.ch, abgerufen am 4. September 2011</ref> und veröffentlichte eigene Briefmarkenkataloge.<ref name="AusstellungskatalogMauritius" /> Hanciau wurde sein Geschäftspartner.<ref name="Doberer"/> Ab 15. Februar 1863 bis 1900 gab er eine der weltweit ersten philatelistischen Fachzeitschriften mit dem Namen „Le Timbre-Poste“ heraus,<ref>Horst Hille: Pioniere der Philatelie. Verlag Phil Creativ, Schwalmtal 1995, ISBN 3-928277-17-0, Seite 203</ref> deren Redakteur wiederum Louis Hanciau war.<ref>Wolfgang Maassen: Philatelie und Vereine im 19. Jahrhundert, Verlag: Phil Creativ, Schwalmtal 2006, ISBN 978-3-932198-69-4, S. 221 f</ref> Eine Spezialität von ihm waren Neu- und Nachdrucke von Briefmarken, teilweise mit originalen Druckplatten.<ref name="AusstellungskatalogMauritius" /> Zudem handelte er mit postalischen Restbeständen von Briefmarken,<ref>Horst Hille: Pioniere der Philatelie. Verlag Phil Creativ, Schwalmtal 1995, ISBN 3-928277-17-0, Seite 204</ref> beides war damals noch nicht verboten. Sowohl sein Ruf als auch seine Umsätze waren legendär.<ref name="AusstellungskatalogMauritius">Lieselotte Kugler (Hrsg.), Andreas Hahn (Hrsg.): Die Blaue Mauritius. Das Treffen der Königinnen in Berlin. Eine Publikation der Museumsstiftung Post und Telekommunikation 2011, Ausstellungskatalog in deutscher und englischer Sprache, ISBN 978-3-9813202-1-3, Seite 180</ref> 1898 erstellte er eine Biografie aller damals bekannten 19 Mauritius Post Office-Marken.<ref name="BillionFeldmanHahn"/> Die von ihm eingeführte römische Nummerierung (I–XIX) wurde auf später entdeckte Exemplare ausgedehnt und gilt bis heute.<ref name="BillionFeldmanHahn">Jan Billion, David Feldman, Andreas Hahn: Die Biografien aller Mauritius Post Office-Briefmarken. In: Lieselotte Kugler (Hrsg.), Andreas Hahn (Hrsg.): Die Blaue Mauritius – Das Treffen der Königinnen in Berlin; S. 194</ref> 1900 beendete er seine geschäftliche Tätigkeit.<ref name="AusstellungskatalogMauritius" />
Privatleben
Jean-Baptiste Moens war der Sohn von Colette Blangenois und dem Soldaten Phillipe Moens. Jean-Baptiste Moens begann bereits in jungem Kindesalter Briefmarken der Post seiner Eltern zu sammeln.
Gegen 1850 lernte Moens seine Frau Sophie, geborene Huys kennen.<ref Name="Bottu"/> Sie hatten zusammen sieben Kinder und adoptierten fünf weitere Kinder.<ref Name="Bottu">Mark Bottu: Origin of Philatelic Literature in Belgium. In: The Philatelic Journalist des AIJP, Nr. 142, Oktober 2013, S. 19–22</ref>
Jean-Baptiste Moens starb 1908 in Ixelles und wurde dort auf dem Friedhof begraben.
Literatur
- Carlrichard Brühl: Geschichte der Philatelie, Band 1, Hildesheim u. a., Olms 1985. ISBN 3-487-07619-5, S. 49–62
- Horst Hille: Pioniere der Philatelie. Verlag Phil Creativ, Schwalmtal 1995, ISBN 3-928277-17-0, S. 202–207
- Lieselotte Kugler (Hrsg.), Andreas Hahn (Hrsg.): Die Blaue Mauritius. Das Treffen der Königinnen in Berlin. Eine Publikation der Museumsstiftung Post und Telekommunikation 2011, Ausstellungskatalog in deutscher und englischer Sprache, ISBN 978-3-9813202-1-3, S. 180
- Peter Fischer: J.-B. Moens. In: Deutsche Briefmarken-Zeitung Ausgabe Nr. 23/2007, S. 45; aus der Artikelserie/Rubrik: Basiswissen – Philatelie von A bis Z
- A. Leclercq, G. Waroquiers: Jean-Baptiste Moens 1833–1908, Pere de la Philatelie, La nomenclature de son ouvre avec critères de rareté (Werkverzeichnis), Corneille Soeteman, Brüssel 1981
- Wolfgang Maassen: Wer ist wer in der Philatelie?, Band 4, M–R, Phil Creativ, Schwalmtal, 3. Auflage, 2021, ISBN 978-3-928277-26-6, S. 104–108
Weblinks
Einzelnachweise
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| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Moens, Jean-Baptiste |
| KURZBESCHREIBUNG | belgischer Briefmarkenhändler |
| GEBURTSDATUM | 27. Mai 1833 |
| GEBURTSORT | Tournai |
| STERBEDATUM | 29. April 1908 |
| STERBEORT | Ixelles/Elsene |