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Jan Skuin

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Datei:2010-7-28 Lichtenberg AMA fec (7).JPG
Dynamischer Körper in der Allee der Kosmonauten

Jan Skuin (* 1943 in Königsberg (Preußen); † 2018) war ein deutscher Metallkünstler.

Leben

Skuin absolvierte von 1964 bis 1967 in Berlin bei Fritz Kühn eine Lehre als Kunstschmied. Von 1968 bis 1972 machte er im Fach Plastik bei Karl Lemke an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee ein Abendstudium. Dabei erhielt er besondere Anregungen von Karl Lemke. Von 1969 bis 1973 baute Skuin am Institut für Denkmalspflege der DDR die Abteilung Metallrestaurierung auf. Ab 1973 betrieb er als freiberuflicher Metallgestalter in Berlin-Bohnsdorf als Kollegium Bildender Künstler eine gemeinsame Werkstatt mit Rüdiger Roehl und Gerd Hermann Werner (* 1944). Werner ging 1979 in die Bundesrepublik. Skuin versuchte unter anderem auch, Berlin über die Mauer zu verlassen, wurde aber von Grenzsoldaten festgenommen und mit Gefängnis bestraft.<ref>Metallbildhauer - Jan Skuin - Home. In: metallbildhauer-skuin.de. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 7. Januar 2022; abgerufen am 7. Januar 2022 (Erläuterung zur Skulptur Deutsch-Deutsches Paar auf der Website des Künstlers).</ref>

Skuin war bis 1990 Mitglied des Verbands Bildender Künstler der DDR und danach des Verbands Bildender Künstler Berlin.<ref name="Caputh"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Kunsttour Caputh von Jan Skuin (Memento vom 2. Januar 2013 im Internet Archive)</ref>

Werke (Auswahl)

  • 1985: Fliegender Amboß in Berlin-Johannisthal, Sterndamm Ecke Großberliner Damm<ref name="Bildhauerei">Skuin, Jan – Bildhauerei in Berlin. Abgerufen am 7. September 2021.</ref>
  • 1985: Stele für Konrad Wolf (Stahl; Bernau)
  • 1986: Seerosenbrunnen (zusammen mit Rüdiger Roehl), in Berlin-Friedrichshain, Palisadenstraße Ecke Friedenstraße<ref name="Bildhauerei" />
  • (ohne Jahr) Das sitzende Buch mit Frucht<ref name="Meier">Metallbildhauer - Jan Skuin - Home. In: metallbildhauer-skuin.de. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 7. Januar 2022; abgerufen am 7. Januar 2022 (Kunsthistoriker Günter Meier über Jan Skuin).</ref>
  • 1986: Dynamischer Körper in Berlin-Lichtenberg, Allee der Kosmonauten 25; Stahl und Messing<ref name="Bildhauerei" />
  • 1985–1987: Hauszeichen in Berlin-Marzahn, Glambecker Ring 193/194: Mann in der Kugel (nicht erhalten), Grumsiner Straße 1: Fliegender Fisch<ref>Kunst in der Großsiedlung: Kunstwerke im öffentlichen Raum in Marzahn und Hellersdorf; eine Dokumentation. 2., überarbeitete Auflage. Selbstverlag des Bezirksamtes Marzahn-Hellersdorf, Berlin 2009, ISBN 978-3-00-026730-7, S. 172.</ref>
  • um 1987: Haupttür vom Rathaus Marzahn am Helene-Weigel-Platz (zusammen mit Rüdiger Roehl)
    Die zweiflügelige Tür am Haupteingang bestand aus Eisen, Kunststoff und Glas und stellte stilisierte Pflanzenteile dar. Der Verbleib des Kunstwerkes ist nicht bekannt.<ref>Kunst in der Großsiedlung: Kunstwerke im öffentlichen Raum in Marzahn und Hellersdorf; eine Dokumentation. 2., überarbeitete Auflage. Selbstverlag des Bezirksamtes Marzahn-Hellersdorf, Berlin 2009, ISBN 978-3-00-026730-7, S. 81.</ref>
  • 1991: Erinnerungsplatte zur Maueröffnung (zusammen mit Rüdiger Roehl) in Berlin-Baumschulenweg, Sonnenallee<ref name="Caputh" />
  • 1994: Harmonikaspieler, Stahl, in Berlin-Wedding auf dem Zeppelinplatz (zusammen mit dem Bildhauer G. Stade)<ref name="Caputh" /><ref name="Bildhauerei" />; als Titel ist in der Literatur irrtümlich „Köcher“ angegeben.
  • 1994: Schwarz-Weißes Paar in Berlin-Mitte, Brückenstraße<ref name="Bildhauerei" />
  • 1995: Neugestaltung des Grabmals für den Architekten des Berliner Schlosses Friedrich August Stüler (zusammen mit Rüdiger Roehl) auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof in Berlin-Mitte<ref name="Caputh" />
  • 1995: Urpflanze in Berlin-Baumschulenweg, Späthstraße, vor dem Arboretum<ref name="Bildhauerei" />
  • 1999: Mahnmal für 15 Treptower Maueropfer (zusammen mit Rüdiger Roehl), in Berlin-Plänterwald am Grünzug Heidekampgraben, Ecke Kiefholzstraße
    Inschrift: „In Treptow starben fünfzehn Menschen an der Berliner Mauer. Unter den Opfern waren 2 Kinder. Jörg Hartmann, 10 Jahre alt und Lothar Schleusener, 13 Jahre alt, erschossen am 14. 3. 1966.“
  • 2000: Denkmal für die letzten Kriegstoten bei Kriegsende 1945, Massengrabanlage Alter Garnisonfriedhof in Berlin-Mitte (gemeinsam mit Rüdiger Roehl)<ref name="Caputh" />
  • 2001: Deutsch-Deutsches Paar, Metallskulptur für die Kreisverwaltung Teltow-Fläming<ref name="Caputh" />
    Zwei Menschen umarmen sich herzlich.
  • 2001: Jeanne d’Arc, Metallskulptur, im Eingangsbereich der degewo-Verwaltung Berlin<ref name="Caputh" />
  • 2002: Faun und Flöte, Kreisverwaltung Teltow-Fläming<ref name="Caputh" />
    Jan Skuin fügte dem Kunstwerk folgenden Spruch hinzu: „Es ist einfacher ein Vermögen zu erringen als einen glücklichen Tag zu erleben.“
  • 2003: Kopf mit Herz in Berlin-Rahnsdorf, Seniorenresidenz/Einkaufscenter Fürstenwalder Allee
    Gemeinsam mit Rüdiger Roehl wurde auch der dortige Vorplatz gestaltet.<ref name="Caputh" />
  • 2005/06: Kunstinstallation Steckenpferd träumt mit dem Regenbogen (zusammen mit Rüdiger Roehl), in Berlin-Marzahn, Havemannstraße, Metall, Bronze, Edelstahl und Kupferblech
    Eine 7 Meter hohe Konstruktion nach einem Regenbogen farbig gestaltet, trägt an der Spitze einen Pferdekopf, unter dem ein Steckenpferd im Wind schaukelt. Das Kunstwerk markiert die Ahrensfelder Terrassen, durch Rückbau von Plattenbauten entstandene Wohngebäude.<ref>Kunst in der Großsiedlung: Kunstwerke im öffentlichen Raum in Marzahn und Hellersdorf; eine Dokumentation. 2., überarbeitete Auflage. Selbstverlag des Bezirksamtes Marzahn-Hellersdorf, Berlin 2009, ISBN 978-3-00-026730-7, S. 205.</ref>
  • 2007: Skulpturengarten Jan Skuin in Blankenfelde<ref name="Caputh" />
  • (ohne Jahr) Traum vom Fliegen (im Skulpturengarten), nach einem Kinderlied von Bert Brecht<ref name="Meier" />
  • 2008: Brunnenplastik im Kulturverein in Blankenfelde<ref name="Caputh" />

Ausstellungen (unvollständig)

Einschätzung seines Schaffens

Jan Skuin behandelte die menschliche Figur mit allen ihren Konflikten und versuchte diese in einprägsamen Werken darzustellen. Trotzdem sind seine Arbeiten stark differenziert, was auch durch die Verwendung unterschiedlichster Materialien wie Eisen, Edelstahl, Aluminium, Bronze, Glas oder Kunststoff unterstrichen wird. Skuin arbeitete ohne Modelle direkt mit den ausgewählten Materialien.<ref name="Caputh" />

Literatur

  • Rüdiger Roehl, Jan Skuin: Werkstatt für Metallgestaltung. In: Bildende Kunst, Berlin, 4/1981, S. 168–170
  • Helmut Wahlstab: Dekorative und funktionale Metallgestaltungen von Rüdiger Roehl und Jan Skuin. In: Metallverarbeitung, Berlin, 1/1981, S. 16–18 (mit neun Abbildungen)
  • Skuin, Jan. In: Dietmar Eisold (Hrsg.): Lexikon Künstler in der DDR. Verlag Neues Leben, Berlin 2010, ISBN 978-3-355-01761-9, S. 908/909.

Weblinks

Commons: Jan Skuin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />