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Lutterhausen

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Lutterhausen
Stadt Hardegsen
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Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(244)&title=Lutterhausen 51° 40′ N, 9° 51′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(244) 51° 39′ 49″ N, 9° 50′ 47″ O
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Höhe: 211 m
Einwohner: 244 (1. Okt. 2021)<ref>Daten-Zahlen-Fakten. Einwohnerzahlen. In: Webauftritt. Stadt Asche, abgerufen im September 2025.</ref>
Eingemeindung: 1. Juni 1970
Postleitzahl: 37181
Vorwahl: 05505
Lage von Lutterhausen in Niedersachsen

Lutterhausen ist ein Ortsteil der Kleinstadt Hardegsen im Landkreis Northeim im südlichen Niedersachsen.

Geographie

Lutterhausen liegt am Südrand der Weper auf einer Höhe von 200 bis 230 m ü. NN sowie an der B241, unweit der Sollingbahn-Gleise. Der nächstgelegene Nachbarort ist Thüdinghausen.

Geschichte

Schon zwischen 780 und 802 war der Ort in den Traditiones et antiquitates Fuldenses schriftlich bezeugt, als Nithart und seine Gattin Eggihilt dem Kloster Fulda ihre Güter in mehreren Orten, darunter auch Luthereshusen, vermachten.<ref name="Ortsnamenbuch">Kirstin Casemir, Franziska Menzel, Uwe Ohainski: Die Ortsnamen des Landkreises Northeim (= Jürgen Udolph [Hrsg.]: Niedersächsisches Ortsnamenbuch (NOB). Teil V). Verlag für Regionalgeschichte, Bielefeld 2005, ISBN 3-89534-607-1, S. 252.</ref><ref>Ernst Friedrich Johann Dronke (Hrsg.): Traditiones et antiquitates Fuldenses. Abgerufen am 5. September 2011.</ref><ref>Ernst Förstemann: Altdeutsches Namenbuch. Zweiter Band: Ortsnamen. Abgerufen am 4. April 2022.</ref>

Unweit von Lutterhausen befand sich das heute wüst liegende Dorf Heddiehausen. Der genaue Zeitpunkt seiner Auflassung ist unbekannt, jedoch dürfte es vor 1479 seinen Untergang gefunden haben, da in diesem Jahr über die niedergebrannten Nachbarorte Behrensen, Thüdinghausen, Lütgenrode und Hevensen berichtet wird – Heddiehausen jedoch keine Erwähnung findet. Möglicherweise ging der Ort 1466, als Hardegsen belagert wurde und das Heer nach Moringen zog, in Flammen auf.<ref>Karl Lechte: Geschichte der Stadt Hardegsen. Hardegsen 1968, S. 222.</ref>

1279 übertrugen die Grafen von der Burg Lutterberg ihre Zehntrechte an das Stift Fredelsloh.<ref>Manfred Hamann (Hrsg.): Urkundenbuch des Stifts Fredelsloh, Band 37, Teil 6. Abgerufen am 4. April 2022.</ref>

Das Dorf wurde am 1. Juni 1970 in die Stadt Hardegsen eingegliedert.<ref>Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 213.</ref>

Politik

Lutterhausen hat einen fünfköpfigen Ortsrat, der seit der Kommunalwahl 2021 ausschließlich von Mitgliedern der „Bürgergemeinschaft Lutterhausen“ besetzt ist. Die Wahlbeteiligung lag bei 65,15 Prozent.<ref>Ergebnis Ortsratswahl 2021. Abgerufen am 9. Juli 2022.</ref>

Wirtschaft

Die Ortschaft hat drei Hofläden für Wurst, Fleisch, Kartoffeln, Eier, Honig und selbst produzierte Produkte, einen Malermeister sowie ein landwirtschaftliches Lohnunternehmen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Siehe auch Liste der Baudenkmale in Hardegsen

Evangelisch-lutherische Kirche

Datei:Lutterhausen Kirche.jpg
Kirche Lutterhausen

Die evangelisch-lutherische Kirche wurde 1852–55 nach Entwürfen des Architekten und Konsistorialbaumeisters Ludwig Hellner (1791–1862) in dezent klassizistischen Formen erbaut, die Einweihung erfolgte allerdings erst nach der fertigen Ausgestaltung des Innenraums 1859. Der steinsichtige Bau besitzt durch seine Lage am Hang oberhalb der Bundesstraße eine markante Wirkung, die durch die zweigeschossige Ostfassade mit mittig leicht vorspringendem Turm unterstrichen wird. Durch die breite dreiseitige Empore und die Deckengliederung mit Flachdecke über den seitlichen Emporen und flacher Tonne über der Mitte entsteht der Eindruck eines dreischiffigen Kirchensaals. Das Mittelschiff ist nach Westen verlängert, dort befindet sich die vom Landesbauconducteur Bode aus Northeim entworfene Kanzelaltarwand.<ref name="Denkmaltopographie">Christian Kämmerer, Peter Ferdinand Lufen: Landkreis Northeim, Teil 1. Südlicher Teil mit den Städten Hardegsen, Moringen, Northeim und Uslar, den Flecken Bodenfelde und Nörten-Hardenberg, der Gemeinde Katlenburg-Lindau und dem Gemeindefreien Gebiet Solling. In: Christiane Segers-Glocke (Hrsg.): Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Baudenkmale in Niedersachsen, Band 7.1. Niemeyer, Hameln 2002, ISBN 3-8271-8261-1, S. 122–123.</ref>

Die Kirche besitzt noch ihre originale Orgel aus dem Jahr 1859 von Carl Giesecke aus Göttingen, die 2020 von Sauer & Heinemann aus Höxter restauriert und 2021 wiedereingeweiht wurde. Die Disposition des Schleifladeninstruments mit mechanischer Spiel- und Registertraktur sowie 15 Registern auf zwei Manualen und Pedal lautet:<ref>Hans-Ulrich Funk: Die Carl-Giesecke-Orgel der evang.-luth. Kirche zu Lutterhausen. In: Ars Organi 70 (2022), Heft 1, ISSN 0004-2919, S. 9–16.</ref>

Disposition der Carl-Giesecke-Orgel von 1859 in Lutterhausen, evangelisch-lutherische Kirche
I Hauptwerk C–f3
1. Bordun<ref group="Anm. ">Pfeifenbestand von Franz Eggert (19. Jh.).</ref> 16′
2. Principal 8′
3. Hohlflöte (ab c, darunter mit Nr. 5)0 8′
4. Gambe 8′
5. Gedackt 8′
6. Octave 4′
7. Mixtur III 2′
II Oberwerk C–f3
8. Geigenprincipal (ab c, darunter mit Nr. 9)<ref group="Anm. ">Ursprünglich leere Reserveschleife, Pfeifenbestand größtenteils von Heinrich Schaper (1850).</ref>0 8′
9. Lieblich Gedackt 8′
10. Traversflöte<ref group="Anm. ">Ursprünglich Flauto traverso 8′, gemischter Pfeifenbestand (Mitte 19. Jh.).</ref> 4′
11. Rohrflöte 4′
Pedal C–d1
12. Subbass 16′
13. Octavbaß 8′
14. Violonbass 8′
15. Posaunenbass<ref group="Anm. ">Ursprünglich leere Reserveschleife, Pfeifenbestand größtenteils von Giesecke (ca. 1850).</ref>0 16′
  • Koppel: I/P (derzeit jedoch ohne Nr. 7)
  • Anmerkungen:

<references group="Anm. " />

Kultur

  • Im Dorf gibt es eine Freiwillige Feuerwehr mit einem angeschlossenen Musikzug, der auch überregional bekannt ist.<ref>Chronik des Feuerwehrmusikzugs Lutterhausen. Abgerufen am 4. April 2022.</ref>
  • 1871 – nach dem Deutsch-Französischen Krieg – baute der Tischler Adolf Hilke in Lutterhausen in der Werkstatt seines Vaters ein Hümmelke (eine Art von Griffbrettzither). Im Solling gab es schon eine ältere – aber vereinzelte – Tradition des Spiels auf der Hummel, so z. B. in Eschershausen seit ca. 1815. Die Hümmelkes aus dem Solling haben das besondere Charakteristikum, dass viele Schalllöcher auf der zum Auditorium gerichteten Instrumentenseite angeordnet sind.<ref>Wilfried Ulrich: Die Hummel. Geschichte eines Volksmusik-Instrumentes. In: Materialien & Studien zur Alltagsgeschichte und Volkskultur Niedersachsens. Heft 42. Museumsdorf Cloppenburg, Cloppenburg 2011, ISBN 978-3-938061-23-7, S. 33–44.</ref> Das originale Instrument Hilkes befindet sich seit 1920 im Heimatmuseum von Northeim. 2003 wurde es von Wilfried Ulrich restauriert, auch wurden Tonaufnahmen davon gemacht.<ref>Wilfried Ulrich: The Last German Hummel. Archiviert vom Vorlage:IconExternal; abgerufen am 23. Februar 2005.</ref>

Literatur

  • Festschrift zum 75-jährigen Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr Lutterhausen (1983)

Weblinks

Commons: Lutterhausen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

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