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Agfa Foto-Historama

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Datei:Agfa Foto-Historama auf der photokina, Köln 1968. Foto- Archiv Museum Ludwig, Köln.jpg
Agfa Foto-Historama auf der photokina, Köln 1968. Foto: Archiv Museum Ludwig, Köln

Das Agfa Foto-Historama ist eine fotografische Sammlung. Neben annähernd 20.000 Kameras und anderen technischen Geräten umfasst sie eine Bibliothek mit über 3000 Bildbänden und historischen Dokumenten zur Geschichte der Fotografie,<ref name="goethe">Jan Thorn-Prikker: Die Sammlung Agfa, Köln – Die Geschichte der Fotografie in herausragenden Beispielen. Homepage des Goethe-Instituts, Juli 2006.</ref> sowie über 12.000 Fotografien seit den Anfängen der Fotografie im 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Seit 2005 zählt die Sammlung – mit Ausnahme der Kameras und Geräte – zur „Sammlung Fotografie“ des Museum Ludwig in Köln.

Geschichte

Erich Stenger

Den Grundstock bildet die Sammlung von Erich Stenger, der sich bereits als Jugendlicher mit der Fotografiegeschichte beschäftigte.<ref name="goethe" /><ref name="geh">Beaumont Newhall: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />„The late Erich Stenger“ (Memento vom 17. September 2011 im Internet Archive) (PDF; 20,7 MB). Nachruf in: Image – Journal of Photography and Motion Pictures of the George Eastman House. Bd. 7, Nr. 1. Januar 1958. S. 4. (englisch)</ref> Nach einem Chemiestudium in München und Kiel wurde er 1905 war Assistent an der Technischen Hochschule Charlottenburg (heute TU Berlin) und ab 1934 Leiter des Institut für Angewandte Photochemie.<ref name="geh" /> In den 1930er-Jahren entwickelte sich die Sammlung zur damals größten fotohistorischen Privatsammlung der Welt.<ref name="geh" /><ref name="dmtb">Faszination des Augenblicks: Eine Technikgeschichte der Fotografie (PDF; 580 kB). Deutsches Technikmuseum Berlin 2/2007. S. 4–13.</ref> In seinen Lebenserinnerungen eines Sammlers schreibt Stenger: „Ohne von Mitbewerbern bedrängt zu werden, konnte ich kaufen, sichten und das Wichtige herausschälen. Langsam entstand das ‚Programm’ meiner Photosammlung; es gewann immer mehr an Ausdehnungen, auch bezüglich mancher Begleiterscheinungen.“<ref>Miriam Halwani: Photographien führen wir nicht... Erinnerungen des Sammlers Erich Stenger (1878–1957). Hrsg.: Miriam Halwani. Heidelberg/Berlin 2014, S. 125.</ref> Er emeritierte 1945.<ref name="geh" /> Die Sammlung hatte er bereits während des Kriegs nach Franken ausgelagert.<ref name="dmtb" />

Agfa

1955 wurde Stengers Sammlung von der Firma Agfa-Gevaert AG übernommen, die sie dann in der Folge systematisch weiter ausbaute.<ref name="museum">Die Sammlung des Agfa Photo-Historamas im Museum Ludwig, Köln. (PDF) Artcontent.de, ehemals im Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 15. Juni 2014.@1@2Vorlage:Toter Link/www.rheinischemuseen.de (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )</ref> 1969 und 1971 kamen 300 von Hugo Erfurth aufgenommene Porträts sowie 1000 Kameras aus Hanns J. Wendels privatem Fotomuseum Düsseldorf hinzu. Vervollständigt wurde dies durch 20.000 Geräte aus dem Archiv des Agfa Camerawerks München.<ref name="museum" /> 1968 wurden erstmals Teile der Sammlung als Agfa Foto-Historama auf der photokina in Köln gezeigt.

Nach jahrelanger provisorischer Unterbringung wurde die Sammlung 1974 in Leverkusen unter ihrem heutigen Namen erstmals öffentlich ausgestellt.<ref name="plum">„Agfa Foto-Historama“. In: Yvonne und Thomas Plum: Kunst, Kakao und Karneval - was Museen in und um Köln zeigen. J.P. Bachem Verlag. Köln 1995.</ref> 1985 ging sie als Dauerleihgabe an die Stadt Köln.<ref name="rede">Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Grußwort des Oberbürgermeisters Fritz Schramma zur Ausstellungseröffnung „Tatsachen / Fotografien des 19. und 20. Jahrhunderts. Die Sammlung Agfa im Museum Ludwig“.] (PDF; 51 kB) stadt-koeln.de, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 20. August 2010.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>

Museum Ludwig, Köln

Seit der Eröffnung des Neubaus des Museum Ludwig in Köln im Jahr 1986 wurde die Sammlung dort zunächst leihweise in wechselnden Präsentationen gezeigt.<ref>Sammlung Fotografie - Museum Ludwig, Köln</ref> Die Leitung übernahm Bodo von Dewitz als Angestellter der Agfa. Mit der 1980er Jahre war er, laut der Kunstkritikerin Helga Meister, einer von damals nur drei deutschen Kunsthistorikern, die sich auf Fotografie spezialisiert hatten.<ref name=Meister>Helga Meister: Bodo von Dewitz: Ein Glücksfall für die Fotografie, in: Westdeutsche Zeitung, 30. Januar 2013</ref><ref name="rede" /> Bodo von Dewitz schied 2013 altersgemäß aus dem Amt. Neue Kuratorin für Fotografie ist Miriam Halwani.<ref>Pressemitteilung der Stadt Köln vom 30. Juli 2013.</ref>

Nach dem frühen Tod Reinhold Mißelbecks, der für die „Sammlung für Fotografie und Video“ des Museums verantwortlich gewesen war, übernahm von Dewitz 2001 die Leitung der nun Fotografische Sammlung genannten Museumsabteilung und erwarb für die Stadt einige thematisch verwandte kleinere Sammlungen durch Kauf oder Schenkung. Als das Agfa Foto-Historama 2005 auf einer Auktion versteigert werden sollte, gelang es von Dewitz, die Fotosammlung als nationales Kulturgut anerkennen zu lassen und rettete so die Sammlung als Ganzes, indem die Stadt sie erwarb.<ref name=Meister/> Die Sammlung ist in der Onlinedatenbank des Museum Ludwig zu großen Teilen online einsehbar.

Gliederung der Bestandteile

Bodo von Dewitz unterteilte bei seiner Sichtung für die erste Präsentation des Agfa Foto-Historama im neuen Domizil 1986 die Sammlung in zehn Abteilungen:<ref>Bodo von Dewitz: Das Agfa Foto-Historama im Wallraf-Richartz-Museum/Museum Ludwig der Stadt Köln. Eine Auswahl von Photographien des 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Bilderheft Nr. 1, Stadt Köln, Köln 1986. S. 7f. Die folgenden Zitate von dort.</ref>

  1. Originalfotografien von 1840 bis 1945/1955 „… fast aller namhaften Photographen des 19. Jahrhunderts,“ alle Verfahren von Daguerreotypien bis zu den Edeldruckverfahren.
  2. Alben, Mappenwerke und Publikationen mit originalen Fotografien, darunter ein Geschenkband von Henry Fox Talbot an Alexander von Humboldt und Reisebildbände von Maxime Du Camp, Auguste Salzmann u. a.
  3. Zeugnisse für die Verwendung von Fotografien auf und an Gegenständen wie etwa Porzellan
  4. Vor-fotografische druckgrafische Erzeugnisse wie Guckkastenbilder, Litho- und Heliografien, Fotogravuren, Postkarten usw.
  5. Karikaturen u. ä., die sich auf die Fotografie beziehen, z. B. aus Tageszeitungen, auch Lithografien Honoré Daumiers
  6. Firmenschilder, Werbemittel, Etiketten, sowie Urkunden und Auszeichnungen
  7. Foto- und Filmkameras, auch eine vollständige Daguerreotypieausrüstung
  8. Betrachtungs- und Wiedergabegeräte
  9. Atelier- und Werkstatteinrichtungen
  10. Bibliothek und Dokumentensammlung mit Autografen und Manuskripten, sowie eine der vollständigsten Sammlungen von Photozeitschriften

Auswahl bekannter Fotografen in der Sammlung

Ausstellungen (Auswahl)

Siehe auch

Literatur

  • Siegfried Gohr, Klaus op ten Höfel, Werner Neite, Ursula Peters: „In unnachahmlicher Treue.“ Photographie im 19. Jahrhundert – ihre Geschichte in den deutschsprachigen Ländern. Ausstellung der Josef-Haubrich-Kunsthalle, Köln 1979.
  • Siegfried Gohr, Klaus op ten Höfel, Gert Koshofer, Rolf Sachsse: Farbe im Foto. Die Geschichte der Farbphotographie von 1861 bis 1981. Ausstellung der Josef-Haubrich-Kunsthalle, Köln 1981.
  • Bodo von Dewitz: Das Agfa Foto-Historama im Wallraf-Richartz-Museum/Museum Ludwig der Stadt Köln. Eine Auswahl von Photographien des 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Bilderheft Nr. 1, Stadt Köln, Köln 1986.
  • Agfa Foto-Historama. In: Yvonne und Thomas Plum: Kunst, Kakao und Karneval – was Museen in und um Köln zeigen. J.P. Bachem, Köln 1995.
  • Bodo von Dewitz, Museum Ludwig und Gesellschaft für Moderne Kunst am Museum Ludwig: Facts – Tatsachen. Fotografien des 19. und 20. Jahrhunderts. Die Sammlung Agfa im Museum Ludwig Köln. Steidl, Göttingen 2006, ISBN 978-3-86521-295-5.
  • Miriam Halwani (Hrsg.): Photographien führen wir nicht ... Erinnerungen des Sammlers Erich Stenger (1878–1957). Heidelberg/Berlin 2014.

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

Koordinaten: 50° 56′ 27″ N, 6° 57′ 37″ O

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