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Polenz (Brandis)

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Polenz
Stadt Brandis
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(513)&title=Polenz 51° 19′ N, 12° 39′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(513) 51° 19′ 6″ N, 12° 38′ 35″ O
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Höhe: 167 m
Fläche: 11,18 km²
Einwohner: 513 (21. März 2023)<ref>Usere Stadt. In: Webauftritt. Stadt Brandis, abgerufen im März 2026.</ref>
Bevölkerungsdichte: 46 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juni 1992
Postleitzahl: 04821
Vorwahl: 034292
Lage von Polenz in Sachsen
Datei:Polenz (Brandis).jpg
Blick auf Polenz

Polenz ist ein Ortsteil der sächsischen Stadt Brandis im Landkreis Leipzig.

Geografie

Datei:Fotothek df rp-b 0580078 Brandis. Oberreit, Sect. Leipzig, 1836-39.jpg
Polenz (rechts unten) auf einer Karte von Hermann Oberreit (1836/39)

Geographische Lage

Polenz liegt etwa 18 Kilometer östlich der sächsischen Großstadt Leipzig in der Leipziger Tieflandsbucht. Nordwestlich des Ortes liegt das Gelände des ehemaligen Flugplatzes Brandis-Waldpolenz, seit 2007 der Solarpark Waldpolenz.

Durch den Ort verläuft die Staatsstraße 45 GrethenGerichshain, über die Kreisstraße 8369 besteht zudem Anschluss an Leulitz.

Nachbarorte

Brandis Machern Leulitz
Waldsteinberg Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt
Naunhof Ammelshain Altenhain

Geschichte

Datei:Rittergut Polenz.jpg
Rittergut Polenz sowie die Kirche (um 1860)
Datei:PolenzSchloß1.JPG
Schloss Polenz heute

Die erste belegte Ortsnamenform datiert von 1405 als Polentzk.<ref name="HOV">Vgl. Polenz im Historischen Ortsverzeichnis von SachsenVorlage:Abrufdatum</ref> Im Dreißigjährigen Krieg wurde das Dorf durch Kroaten und das Holksche Korps fast völlig zerstört sowie 1813 von durchziehenden Truppen der Völkerschlacht bei Leipzig geplündert. In diese Zeit fällt auch der so genannte „Polenzer Holzkrieg“: In den Jahren 1805–07 herrschten lange und kalte Winter. Da Polenz über größere Wälder verfügte, fielen die Brandiser in die Polenzer Hölzer ein und stahlen Brennholz.<ref name="Chronik"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Porträt von Polenz auf der offiziellen Internetpräsenz der Stadt Brandis (Memento des Vorlage:IconExternal vom 20. September 2010 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.stadt-brandis.de, abgerufen am 21. August 2011</ref>

August Schumann nennt 1821 im Staats-, Post- und Zeitungslexikon von Sachsen Polenz betreffend u. a.:

„Da in früheren Zeiten zu Polenz zwei verschiedene Rittergüter unter dem Namen Ober- und Nieder-Polenz bestanden, so sind beide Benennungen auch jetzt noch in Beziehung auf das Dorf üblich, wiewohl dies nur eine Gemeinde, eine Kirchfahrt bildet und nur zu einem Rittergut gehört. Man versteht nun unter Ober-Polenz die herrschaftl. Schäferei, die Pfarre, Schule, Kirche nebst dem daran stoßenden höhern Theile des Orts; unter Nieder-Polenz aber die Rittergutsgebäude, Stallungen, Scheunen und den Rest des Dorfes. […] Auch eine Windmühle ist hier. […] Das hiesige Rittergut ist schon seit mehrern Jahrhunderten im ununterbrochenen Besitze der altadligen Familie von Lindenau gewesen, […]“<ref>Vgl. Polenz, Nieder- und Oberpolenz. In: August Schumann: Vollständiges Staats-, Post- und Zeitungslexikon von Sachsen. 8. Band. Schumann, Zwickau 1821, S. 482 f.</ref>

1873 wurde die Freiwillige Feuerwehr gegründet, da es im vorangegangenen Jahr einen größeren Brand gab, bei dem sogar der Kirchturm in Flammen stand.<ref name="Chronik" />

Zum 1. Juni 1992 wurde Polenz nach Brandis eingemeindet.<ref>Gebietsänderungen ab 1. Januar 1992 bis 31. Dezember 1992 auf der Internetpräsenz des Statistischen Landesamts des Freistaats Sachsen, S. 2 (PDF; 15 kB), abgerufen am 15. August 2011.</ref>

Entwicklung der Einwohnerzahl

Jahr Einwohnerzahl<ref name="HOV" />
1552 34 besessene Mann, 33 Inwohner
1764 38 besessene Mann, 13 Häusler, 9 ¾ Hufen
1834 381
1871 497
Jahr Einwohnerzahl
1890 511
1910 457
1925 485
1939 1505
Jahr Einwohnerzahl
1946 731
1950 729
1964 631
1990 503

Kirche Polenz

Datei:Kirche-Polenz-1.jpg
Kirche Polenz


Die Polenzer Kirche wurde in ihrer jetzigen Gestalt in den Jahren 1722 und 1725 errichtet. Die Grundsteinlegung fand am 22. Juni 1722 statt, die Einweihung erfolgte 21. August 1725. Über einen Vorgängerbau, welcher an gleicher Stelle gestanden haben soll, sind keine Belege vorhanden. Vermutlich stammte der Bau von 1440.<ref name="Chronik" /> Die Baukosten betrugen 2400 Taler. 1878 wurde nach Plänen des Baumeisters Altendorff aus Leipzig das Kircheninnere völlig umgestaltet, die Kosten hierfür beliefen sich auf 8030 Mark. 1883 wurde dem zweistimmigen Geläut eine dritte, mittlere Glocke gestiftet.<ref>Vgl. Die Parochie Polenz mit Filial Ammelshain. In: Neue Sächsische Kirchengalerie, Die Ephorie Grimma links der Mulde. Strauch Verlag, Leipzig 1911, Sp. 628–636 (Digitalisat)</ref>

Seit 1978 gehört Polenz zur Kirchgemeinde Brandis.<ref>Kirche zu Polenz, abgerufen am 22. August 2011</ref> Im Jahr 1970 wurde der Kirchturm gekürzt (erzwungen wegen unerwünschter Nähe zum Militärflughafen der Sowjetarmee) und verlor so seine eindrucksvolle Gestalt.

Aktuell (Stand: März 2021) engagiert sich die Interessengemeinschaft (IG) „Kirchturm Polenz“ für die Wiederherstellung des historischen Kirchturms; das Vorhaben erhält aus dem Bürgerfonds der Stadt Brandis<ref>https://mit-mach-stadt.de/buergerfonds/, abgerufen am 21. März 2021.</ref> eine Anschubfinanzierung von 12.000 Euro. Die Kosten für den Turmaufbau werden auf 700.000 Euro geschätzt. Ziel ist, das Projekt im Jahr 2025 zur 300-Jahr-Feier der Kirche erfolgreich abzuschließen.<ref>Grünes Licht für Brandiser Bürgerprojekte. In: lvz.de. 10. März 2021, abgerufen am 24. Februar 2024.</ref>

Literatur

  • Polenz, Nieder- und Ober-Polenz. In: August Schumann: Vollständiges Staats-, Post- und Zeitungslexikon von Sachsen. 8. Band. Schumann, Zwickau 1821, S. 482–485.
  • Die Parochie Polenz mit Filial Ammelshain. In: Neue Sächsische Kirchengalerie, Die Ephorie Grimma links der Mulde. Strauch Verlag, Leipzig 1911, Sp. 623–636 (Digitalisat)
  • Cornelius Gurlitt: Polenz. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 20. Heft: Amtshauptmannschaft Grimma (2. Hälfte). C. C. Meinhold, Dresden 1898, S. 212.
  • G. A. Poenicke (Hrsg.): Album der Rittergüter und Schlösser im Königreiche Sachsen nach der Natur neu aufgenommen von F. Heise, Architect. I. Section: Leipziger Kreis. Leipzig 1860, S. 159–160.
  • Ev.-Luth. Kirchgemeinden Brandis-Polenz und Beucha-Albrechtshain (Hrsg.): Die Kirchen Brandis, Polenz, Beucha, Albrechtshain. 1. Auflage. Brandis 2018.

Weblinks

Commons: Polenz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Klappleiste/Anfang

Beucha | Brandis | Polenz | Waldsteinberg

Vorlage:Klappleiste/Ende