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Wilhelm Fellendorf

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Wilhelm-Heinrich Fellendorf (* 8. Februar 1903 in Hamburg; † 28. Oktober 1942 oder 1943<ref name="gdw">Die Toten der Roten Kapelle. Gedenkstätte Deutscher Widerstand, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 30. Juni 2009; abgerufen am 14. März 2026.</ref> ebenda; Decknamen: Helmuth, Willy Machwuroff, Carlsson) war ein deutscher kommunistischer Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus, Agent des sowjetischen Militärnachrichtendienstes GRU und Opfer des Faschismus.

Leben

Wilhelm Fellendorf war der Sohn der Hamburger Plätterin Katharina Fellendorf und eines Arbeiters. Nach dem Besuch der Volksschule erlernte er den Beruf des Schlossers. Später war er auch als Kraftfahrer tätig, wurde 1923 Mitglied des Transportarbeiter-Verbands. Im Jahr 1929 trat er der KPD und dem Roten Frontkämpferbund bei, dessen Kraftfahrabteilung Hamburg er ab Ende 1930 aufbaute.

Nach der Machtübergabe an die NSDAP floh Fellendorf im Juni 1933 nach Dänemark und emigrierte in der Folge über Schweden in die Sowjetunion. Dort arbeitete er zunächst als Schlosser in einer Landmaschinenfabrik und ließ sich zum Fallschirmspringer ausbilden. Im Juli 1937 ging er nach Spanien, um sich den Internationalen Brigaden im Spanischen Bürgerkrieg anzuschließen. Zusammen mit Albert Hößler besuchte er eine geheime Ausbildungsschule des NKWD in Benimanet bei Valencia.<ref>Die internationalen Brigaden im Spiegel neuer Dokumente. In: anarchismus.at. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 14. März 2014.</ref> In dieser Guerillaschule lernte er, verdeckt zu operieren und im Hinterland des Feindes Spionageerkenntnisse zu sammeln. Fellendorf wurde Hauptmann in einer Panzereinheit und kam 1938 in Gefangenschaft. Durch Vortäuschung einer falschen Identität gelang es ihm, nach Schweden entlassen zu werden. 1939 kehrte er in die Sowjetunion zurück.

Im Auftrag des sowjetischen militärischen Nachrichtendienstes GRU wurde er am 17. Mai 1942 zusammen mit Erna Eifler in Ostpreußen über deutschem Reichsgebiet abgesetzt, wo sie Kontakt zu deutschen Informanten aufnehmen sollten.<ref>Hans Coppi: Der Trepper-Report vom Juni 1943. In: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte. Band 44, Nr. 3, 1996 (ifz-muenchen.de [PDF; 1,5 MB; abgerufen am 14. März 2014]).</ref> In Berlin fanden sie zeitweise illegalen Unterschlupf in der Wohnung von Else Imme in der Belforter Straße 29, die diese für illegale Treffen der Widerstandsgruppe um Harro Schulze-Boysen zur Verfügung stellte. Erst im Oktober 1942 erreichten die beiden Hamburg und fanden dort Kontakt zur Familie des Widerstandskämpfers Heinz Priess.

Schließlich wurde er von seiner Mutter Katharina Fellendorf, die in der Widerstandsgruppe „Bästlein-Jacob-AbshagenSolidaritäts- und Aufklärungsarbeit gegen die NS-Kriegsführung leistete, in ihre Wohnung aufgenommen. Als das die Gestapo herausfand, wurden beide am 15. Oktober 1942 verhaftet. Danach wurden unter anderem auch Oskar Reincke und Bernhard Bästlein verhaftet. Wilhelm Fellendorf wurde am 28. Oktober 1942, nach anderen Angaben 1943, in der Gestapohaft ermordet.

Literatur

Einzelnachweise

<references />

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