Zum Inhalt springen

Potamon ibericum

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 30. November 2025 um 11:00 Uhr durch imported>Uwe Gille (HC: ±Kategorie:KrabbenKategorie:Potamoidea (Überfamilie); ±Kategorie:BrachyuraKategorie:Potamoidea).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)

<templatestyles src="Vorlage:Taxobox/styles.css" />

Potamon ibericum
Datei:Potamon ibericus (2).JPG

Potamon ibericum

Systematik
Teilordnung: Krabben (Brachyura)
Überfamilie: Potamoidea
Familie: Potamidae
Unterfamilie: Potaminae
Gattung: Potamon
Art: Potamon ibericum
Wissenschaftlicher Name
Potamon ibericum
(Bieberstein, 1808)

Potamon ibericum ist eine Süßwasserkrabbe aus der Familie der Potamidae. Die Krabbe ist von Südosteuropa bis Zentralasien verbreitet, in Südfrankreich ist sie als Neozoon eingebürgert. Sie bewohnt Bäche und Flüsse, deren Temperatur 5 °C nicht unterschreitet. Die Tiere sind Allesfresser und gehen nachts zur Nahrungssuche an Land, bei Regen auch tagsüber. Die Art kann bei hoher Luftfeuchtigkeit lange Zeit ohne Wasser überleben.

Beschreibung

Bei Potamon ibericum ist die Carapaxoberseite glatt, der Carapax wirkt insgesamt flach. Der vordere Seitenrand des Carapax ist schmal und regelmäßig gesägt. Der Hinterleib (Abdomen) des Männchens ist schlank dreieckig, die Abdomenseiten sind leicht konvex. Das erste Gonopodium des Männchens weist ein spindelförmiges Endglied auf, das Subterminalglied ist leicht gestreckt. Der biegsame Teil zwischen Endglied und Subterminalglied ist keulenförmig. Das zweite Gonopodium befindet sich auf der mesialen (inneren) Seite des ersten Gonopodiums und ist verlängert.<ref>D. Brandis, V. Storch, M. Türkay: Taxonomy and zoogeography of the freshwater crabs of Europe, North Africa and the Middle East. Senckenbergiana biologica 1(2), 2000: S. 5–56, hier S. 22–25.</ref>

Verbreitung und Lebensraum

Das große Verbreitungsgebiet der Art reicht mit zahlreichen zum Teil weiträumig voneinander isolierten (disjunkten) Vorkommen von Südosteuropa bis Zentralasien. Das Areal erstreckt sich vom nordöstlichen griechischen Festland und den Inseln der nördlichen Ägäis über das Einzugsgebiet der mittleren und unteren Donau, die weiteren Zuflüsse an der Süd- und Südostküste des Schwarzen Meeres und den Kaukasus bis zu den Zuflüssen des südlichen Kaspischen Meeres im Iran und in Turkmenistan.<ref>D. Brandis, V. Storch, M. Türkay: Taxonomy and zoogeography of the freshwater crabs of Europe, North Africa and the Middle East. Senckenbergiana biologica 1(2), 2000: S. 5–56, hier S. 22–25 und Verbreitungskarte S. 52</ref><ref name = "IUCN">[[[:Vorlage:IUCN/Weblink]] Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:IUCN“ ist nicht vorhanden.] in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2011. Eingestellt von: Cumberlidge, N., 2008. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple.</ref> Zudem ist die Art in Südfrankreich als Neozoon eingebürgert. Das Vorkommen befindet sich im Fluss Hérault in der Nähe von Saint-Guilhem-le-Désert etwa 350 km westlich von Nizza.<ref name = "IUCN"/>

Potamon ibericum bewohnt Bäche und Flüsse. Zypern wird bis in Höhenlagen besiedelt, in denen die Wassertemperatur 5 °C nicht unterschreitet. Die Art überbrückt ein temporäres Austrocknen ihres Wohngewässers im Flussbett in tiefen Röhren und unter Steinen. Die Art kann bei hoher Luftfeuchtigkeit lange Zeit ohne Wasser überleben.

Datei:Potamon ibericus (3).JPG
Potamon ibericum, Ansicht von vorn.

Lebensweise

Die Tiere gehen nachts zur Nahrungssuche an Land, bei Regen auch tagsüber. Potamon ibericum ist ausgesprochen omnivor und frisst pflanzliches und tierisches Material jeder Art. Als Nahrung nachgewiesen sind u. a. zerfallendes Pflanzenmaterial, Falllaub, fädige Grünalgen, Würmer, Flohkrebse, Insektenlarven, Weichtiere, Kaulquappen, Frösche, Fische und Aas. Die Fortpflanzung findet in den warmen Monaten von Juni bis Oktober statt. Nach dem Schlupf bleiben die Jungtiere 5 bis 7 Tage lang unter dem Abdomen des Weibchens und erreichen in dieser Zeit Carapaxbreiten von etwa 3,6 mm. Danach verlassen die Jungtiere das Weibchen und leben selbständig.<ref name = "IUCN"/>

Bestand und Gefährdung

Zumindest die Bestände in der Ukraine sowie auf einigen Inseln sind durch Lebensraumzerstörung, Schadstoffbelastung und Übernutzung stark rückläufig, Potamon ibericum wird von der IUCN daher als Art der Vorwarnliste (near threatened) eingestuft.

Quellen

Einzelnachweise

<references />

Literatur

  • D. Brandis, V. Storch, M. Türkay: Taxonomy and zoogeography of the freshwater crabs of Europe, North Africa and the Middle East. Senckenbergiana biologica 1(2), 2000: S. 5–56.

Weblinks

Sonstige Weblinks

Commons: Potamon ibericum – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien