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Mitragyna

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Mitragyna
Datei:Kaim (Mitragyna parviflora)- Young tree W IMG 1229.jpg

Mitragyna parviflora

Systematik
Euasteriden I
Ordnung: Enzianartige (Gentianales)
Familie: Rötegewächse (Rubiaceae)
Unterfamilie: Cinchonoideae
Tribus: Naucleeae
Gattung: Mitragyna
Wissenschaftlicher Name
Mitragyna
Korth.

Mitragyna ist eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Rötegewächse (Rubiaceae). Sechs Arten sind in Asien sowie Malesien verbreitet und vier Arten kommen in Afrika vor (Stand Löfstrand et al. 2014).

Beschreibung

Datei:Kratom leafes.jpg
Blattoberseite und -unterseite von Mitragyna speciosa
Datei:Mitragyna tubulosa(41).jpg
Gegenständige, gestielten, einfachen Laubblättern und Nebenblätter von Mitragyna tubulosa
Datei:Stephegyne diversifolia Blanco1.131b.png
Illustration von Mitragyna diversifolia
Datei:Kaim (Mitragyna parviflora) W IMG 1233.jpg
Zweige mit gestielten, einfachen Laubblättern und kugeligen Blütenständen von Mitragyna parviflora
Datei:Atlas der baumarten von Java (Figur 513) BHL47163400.jpg
Illustration Atlas der Baumarten von Java, Figur 513 von Mitragyna diversifolia

Erscheinungsbild und Blätter

Mitragyna-Arten wachsen als meist in der Trockenzeit laubabwerfende, kleine bis ziemlich große Bäume.

Die gegenständig angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und -spreite gegliedert und besitzen manchmal Domatien. Die papierartigen bis etwas ledrigen Blattspreiten sind einfach. Die jungen Laubblätter, mindestens die Mittelrippe und manchmal auch die Nebenblätter sind gelegentlich rötlich bis rötlich-purpurfarben. Die abfallenden, interpetiolaren Nebenblätter sind einfach, eiförmig bis verkehrt-eiförmig, manchmal gekielt und oft groß sowie gut entwickelt; sie stehen aufrecht und aneinander gedrückt an den abgeflachten Knospen.

Blütenstände und Blüten

In auf dem Hauptstamm oder an den Zweigen endständig, manchmal über einem kurzen Blütenstandsschaft, bündeligen, zymösen, doldigen oder tyrsusförmigen Gesamtblütenständen stehen kugelige, kopfige Teilblütenstände zusammen. Oft sind reduzierte, kronblattartige und/oder hochblattartige Blätter und immer vergrößerte, manchmal auffällig gefärbte, nicht haltbare Nebenblätter an den Blütenständen vorhanden. Die Deckblätter sind spatelförmig bis verkehrt-pyramidal.

Die mehr oder weniger sitzenden Blüten sind zwittrig, zygomorph und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die fünf Kelchblätter sind zu einem gestutzten oder fünfzähnigen Kelch je nach Art unterschiedlich hoch verwachsen. Die fünf cremefarbenen bis gelb-grünen Kronblätter sind trichterförmig oder eng stieltellerförmig verwachsen. Die Kronröhre ist innen kahl bis unterschiedlich, besonders am Schlund flaumig behaart. Die fünf Kronlappen sind in der offenen Blüte aufsteigend. Es ist ein Kreis mit fünf fertilen Staubblättern vorhanden. Die auf oder kurz unterhalb des Schlundes der Kronröhre inserierten Staubfäden sind kurz und die Staubbeutel überragen teilweise oder ganz die Kronröhre. Zwei Fruchtblätter sind zu einem zweikammerigen und unterständigen Fruchtknoten verwachsen. Je Fruchtknotenkammer sind viele Samenanlagen vorhanden, die an einer fleischigen hängenden Plazenta im oberen Drittel des Septums angeordnet sind. Der Griffel endet in einer keulen- bis mützenförmige Narbe, die die Kronröhre überragt.

Fruchtstände, Früchte und Samen

Die kugeligen Fruchtstände bzw. Fruchtverbände enthalten Kapselfrüchte um die manchmal noch der Kelch erhalten bleibt. Die verkehrt-eiförmigen bis ellipsoiden, knorpeligen bis holzigen Kapselfrüchte enthalten viele Samen. Die kleinen Samen sind abgeflacht und spindelförmig bis lanzettlich. Die Samen besitzen an beiden Enden kurze Flügel, wobei der basale Flügel manchmal zweispaltig oder gekerbt ist.

Datei:Acharya Jagadish Chandra Bose Indian Botanic Garden - Howrah 2011-01-08 9772.JPG
Borke von Mitragyna parviflora

Systematik und Verbreitung

Die Gattung Mitragyna wurde 1839 durch Pieter Willem Korthals in Observationes de Naucleis Indicis, S. 19 aufgestellt.<ref name="Tropicos" /> Synonyme für Mitragyna <templatestyles src="Person/styles.css" />Korth. nom. cons. sind: Bamboga <templatestyles src="Person/styles.css" />Baill. orth. var., Mamboga <templatestyles src="Person/styles.css" />Blanco, Paradina <templatestyles src="Person/styles.css" />Pierre ex Pit., Stephegyne <templatestyles src="Person/styles.css" />Korth. Colin E. Ridsdale erstellte 1978 eine Systematische Übersichtsarbeit (englisch: systematic review), A revision of Mitagyna and Uncaria (Rubiaceae). In: Blumea, Volume 24, S. 43–100, und die afrikanischen Arten in die Gattung Hallea <templatestyles src="Person/styles.css" />Leroy aus, die durch Y.-F. Deng: Fleroya, a substitute name for Hallea J.-F. Leroy (Rubiaceae). In: Taxon, Volume 56, 2007, S. 247–248 zum Synonym von Fleroya <templatestyles src="Person/styles.css" />Y.F.Deng wurde. Viele danach erstellte Florenwerke und Arbeiten über die Unterfamilie und den Tribus gliedern die afrikanische Art Mitragyna inermis zur Gattung ein. Die Gattung Mitragyna gehört zur Tribus Naucleeae in der Unterfamilie Cinchonoideae innerhalb der Familie der Rubiaceae.<ref name="GRIN" /> Löfstrand et al. 2014 zeigten aber, dass alle Fleroya-Arten zu Mitragyna gehören.<ref name="Löfstrand2014" />

Sechs Mitragyna-Arten kommen in Asien und Malesien vor. Drei Arten sind in China und vier Arten sind in Thailand beheimatet. Mitragyna inermis und seit Löfstrand et al. 2014 weitere drei kommen in Afrika vor.

Es gibt sechs bis zehn Mitragyna-Arten:<ref name="POWO" />

  • Mitragyna ciliata <templatestyles src="Person/styles.css" />Aubrév. & Pellegr.: Sie ist vom tropischen westlichen bis westlichen-zentralen Afrika verbreitet.<ref name="POWO" />
  • Mitragyna diversifolia <templatestyles src="Person/styles.css" />(Wall. ex G.Don) Havil. (Syn.: Mitragyna javanica <templatestyles src="Person/styles.css" />Koord. & Valeton): Das weite Verbreitungsgebiet reicht von den chinesischen Provinzen Yunnan sowie Xinjiang über Vietnam, Kambodscha, Laos, Myanmar, Thailand, Malaysia bis Indonesien und die Philippinen.<ref name="POWO" />
  • Mitragyna hirsuta <templatestyles src="Person/styles.css" />Havil.: Das Verbreitungsgebiet reicht von der chinesischen Provinz Yunnan über Vietnam, Laos, Myanmar bis Kambodscha und Thailand.<ref name="POWO" />
  • Mitragyna inermis <templatestyles src="Person/styles.css" />(Willd.) Kuntze: Sie ist vom tropischen Westafrika bis zum Sudan verbreitet.<ref name="POWO" />
  • Mitragyna parvifolia <templatestyles src="Person/styles.css" />(Roxb.) Korth.: Es gibt zwei Varietäten:<ref name="POWO" />
    • Mitragyna parvifolia var. microphylla <templatestyles src="Person/styles.css" />(Kurz) Ridsdale: Sie kommt nur in Bangladesch sowie Myanmar vor.<ref name="POWO" />
    • Mitragyna parvifolia <templatestyles src="Person/styles.css" />(Roxb.) Korth. var. parvifolia: Das Verbreitungsgebiet reicht von den Andamanen sowie vom Indischen Subkontinent bis Myanmar.<ref name="POWO" />
  • Mitragyna rotundifolia <templatestyles src="Person/styles.css" />(Roxb.) Kuntze: Das Verbreitungsgebiet reicht vom südlichen Yunnan über Laos, Myanmar, Thailand bis Bangladesh, Darjiling und Assam bis zu den Andamanen sowie Nicobaren.<ref name="POWO" />
  • Mitragyna rubrostipulata <templatestyles src="Person/styles.css" />(K.Schum.) Havil. (Syn.: Adina rubrostipulata <templatestyles src="Person/styles.css" />K.Schum., Hallea rubrostipulata <templatestyles src="Person/styles.css" />(K.Schum.) J.-F.Leroy, Fleroya rubrostipulata <templatestyles src="Person/styles.css" />(K.Schum.) Y.F.Deng): Sie ist in Afrika von Äthiopien über Kenia, Burundi, Demokratischen Republik Kongo, Malawi, Mosambik, Ruanda, Uganda bis Tansania verbreitet.<ref name="POWO" />
  • Mitragyna speciosa <templatestyles src="Person/styles.css" />(Korth.) Havil.: Das Verbreitungsgebiet reicht von Vietnam, Kambodscha, Myanmar, Thailand über die Malaiische Halbinsel, Sumatra, Borneo bis Neuguinea und die Philippinen.<ref name="POWO" />
  • Mitragyna stipulosa <templatestyles src="Person/styles.css" />(DC.) Kuntze (Syn.: Nauclea stipulosa <templatestyles src="Person/styles.css" />DC., Mamboga stipulosa <templatestyles src="Person/styles.css" />(DC.) Hiern, Adina stipulosa <templatestyles src="Person/styles.css" />(DC.) Roberty, Hallea stipulosa <templatestyles src="Person/styles.css" />(DC.) J.-F.Leroy, Nauclea bracteosa <templatestyles src="Person/styles.css" />Welw., Mitragyna ledermannii <templatestyles src="Person/styles.css" />(K.Krause) Ridsdale, Mitragyna macrophylla <templatestyles src="Person/styles.css" />Hiern nom. illeg., Mitragyna chevalieri <templatestyles src="Person/styles.css" />K.Krause, Fleroya stipulosa <templatestyles src="Person/styles.css" />(DC.) Y.F.Deng): Sie ist im tropischen Afrika weitverbreitet.<ref name="POWO" />
  • Mitragyna tubulosa <templatestyles src="Person/styles.css" />(Arn.) Kuntze: Sie kommt nur in den südindischen Bundesstaaten Kerala sowie Tamil Nadu und auf Sri Lanka vor.<ref name="POWO" />

Nutzung

Einige Arten, beispielsweise Mitragyna diversifolia, dienen der Holzgewinnung.<ref name="FoC2011" />

Aus den Laubblättern von Mitragyna speciosa wird die (Arznei-)Droge „Kratom“ gewonnen. Die Blätter werden auch zum Brühen von Tee, zum Kauen und zum Rauchen verwendet. In Thailand und Malaysia werden die Blätter in der Volksmedizin eingesetzt. Der Hauptwirkstoff ist das Alkaloid Mitragynin, das nur als Inhaltsstoff von Mitragyna speciosa bekannt ist; von ihm wird behauptet, dass er in niedriger Dosis stimulierend und in hoher Dosis narkotisch wirkt.<ref name="FoC2011" />

Quellen

Einzelnachweise

<references> <ref name="Tropicos"> Mitragyna bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="GRIN"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="POWO"> Rafaël Govaerts, 2003: World Checklist of Selected Plant Families Database in ACCESS: 1-216203. The Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens. Mitragyna. In: POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew ScienceVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="FoC2011"> </ref> <ref name="Löfstrand2014"> Stefan D. Löfstrand, Åsa Krüger, Sylvain G. Razafimandimbison, Birgitta Bremer: Phylogeny and generic delimitation in the sister tribes Hymenodictyeae and Naucleeae (Rubiaceae). In: Systematic Botany, Volume 39, Issue 1, 2014, S. 304–315. doi:10.1600/036364414X678116 </ref> </references>

Weblinks

Commons: Mitragyna – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien