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Die Sonnenallee ist knapp fünf Kilometer (4,5 km in Neukölln und 400 m in Treptow-Köpenick) lang. Nordwestlich beginnt sie als Fortsetzung der Urbanstraße am Hermannplatz. Sie führt nach rund 2600 m unter der Ringbahntrasse hindurch und überquert kurz darauf den Neuköllner Schifffahrtskanal. Nach der Kreuzung mit dem Straßenzug Grenzallee – Dammweg tangiert die Sonnenallee Kleingartenanlagen und zwei größere Wohnsiedlungen und mündet an ihrem südöstlichen Ende auf die Baumschulenstraße (Berlin-Baumschulenweg).
Mehrere Stadtplätze wie der Hermannplatz, der Hertzbergplatz und der Venusplatz tangieren die Straße. Ursprünglich besaß der Verkehrsweg auf voller Länge eine Mittelpromenade und beiderseitigen Baumbestand (Allee), auf der bis 1965 Straßenbahngleise lagen. In den 1980er Jahren wurde die Mittelpromenade an einigen Stellen durch weitere Fahrbahnen oder Parkstreifen ersetzt. Die Straße ist komplett sechsstreifig ausgebaut und eine wichtige Verkehrsader im Südosten Berlins. Der Hausnummernverlauf folgt seit 1938 dem Prinzip der Orientierungsnummerierung, also links die ungeraden, rechts die geraden Nummern.
Die Straße wurde um 1880 in einem sumpfigen Gebiet Rixdorfs angelegt, um Wohnungssuchende aus der in die Städte drängenden Bevölkerung während der Landflucht des ausgehenden 19. Jahrhunderts aufnehmen zu können. Die Bewohner dieses Gebietes gehörten zur Jahrhundertwende zu den ärmeren Bevölkerungsschichten. Die Straße hieß nach dem Bebauungsplan schlicht Straße 84. Nach dem Tod Kaiser Friedrich III. im Jahr 1888 erhielt sie 1893 zu seinen Ehren den Namen Kaiser-Friedrich-Straße.
Bei ihrer ersten Aufnahme in das Berliner Adressbuch 1894 reichte sie mit entsprechender Randbebauung von der Hermannstraße / Kottbusser Damm bis zur Reuterstraße und war damit nur etwas mehr als 300 m lang. Die Liste enthält mehrfach die Hinweise „Baustellen“ sowie „Neubau“.<ref>Kaiser-Friedrich-Straße. In: Berliner Adreßbuch, 1894, Teil 5, Rixdorf, S. 163.</ref> Ihre Hausnummern waren in Hufeisenform entgegengesetzt dem Uhrzeigersinn festgelegt.
Schon im Folgejahr zeigt das Adressbuch die ostwärtige Fortführung über drei Plannummernstraßen bis zur Kreuzung mit dem Straßenzug Erkstraße – Wildenbruchstraße auf rund 1150 m Länge. Die Baustellen waren fertiggestellt und die Parzellen umfassten jetzt statt vorher fünf nun bereits 248 Nummern, wobei für eine geplante und schrittweise vorzunehmende Straßenerweiterung die Nummern 13–234 freigehalten wurden. Als Bauherren und damit Eigentümer der Gebäude traten fast nur Privatleute, insbesondere Handwerksmeister auf.<ref>Kaiser-Friedrich-Straße. In: Berliner Adreßbuch, 1895, Teil 5, Rixdorf, S. 175.</ref> Im Jahr 1897 erschien unter der Hausnummer 4 eine Gemeindeschule von Rixdorf, wenige Jahre später hieß sie „9. und 10. Gemeindeschule“.
Außer zahlreichen Mietwohnhäusern hatte sich in der Kaiser-Friedrich-Straße 241 die Klavierfabrik („Pianoforte-Fabrik“) von August Heise angesiedelt und entlang der Straße fanden viele kleine Händler, Dienstleister und Handwerker ein Auskommen. Gastwirtschaften durften selbstverständlich auch nicht fehlen, besaß doch Rixdorf in dieser Zeit zwei größere Brauereien.
Um die Jahrhundertwende stiegen die Einwohnerzahlen weiter, weshalb – außer in Berlin – auch in Rixdorf und den umliegenden Orten eine rege Bautätigkeit einsetzte. Außerdem gründeten sich erste größere Fabriken und suchten Arbeiter. Für die neue Belegschaft musste deshalb schnell und preisgünstig Wohnraum geschaffen werden. Die Aufstockung vorhandener Wohnhäuser und die Ausnutzung hinterer Flächen für Seitenflügel und Querhäuser verdichteten den Gebäudebestand.
In der Kaiser-Friedrich-Straße zeigte sich diese Entwicklung durch Vervielfachung der Mieter pro Haus. Des Weiteren wurden einige der frei gehaltenen Grundstücke in Richtung Südosten schrittweise bebaut. Als erster Großbetrieb ist auf dem Grundstück 227/228 die Nähmaschinenfabrik Gebr. Rothmann vermerkt. Als Eigentümer der freien Flächen und Baustellen tritt mehrfach die Neue Immobilien-Aktien Bank (Berlin) (später: „Gesellschaft“) auf.<ref>Kaiser-Friedrich-Straße. In: Adreßbuch für Berlin und seine Vororte, 1899, Teil 5, Rixdorf, S. 157 (Neue Immobilien-Aktien Bank (Berlin) und Nr. 227/228: Nähmaschinenfabrik).</ref>
Die zweite südöstliche Straßenverlängerung erfolgte im Jahr 1900, diesmal über die Elbestraße vorgezogen bis zur Treptowerstraße/ Hertzbergstraße mit wiederum vielen „Baustellen“ und „Neubauten“.<ref>Kaiser-Friedrich-Straße. In: Adreßbuch für Berlin und seine Vororte, 1900, Teil 5, Rixdorf, S. 167.</ref>
Dritte und vierte Verlängerung und Anschluss an das Eisenbahnnetz
Im Jahr 1901 begann die Berlin-Rixdorfer Terraingesellschaft mit der Bebauung der Parzellen 229–234. Zwischen Schönstedtstraße und Erkstraße wurde im gleichen Jahr ein Lagerplatz der Großen Berliner Pferdestraßenbahn genannt,<ref>Kaiser-Friedrich-Straße. In: Adreßbuch für Berlin und seine Vororte, 1901, Teil 5, Rixdorf, S. 176.</ref> der dem Abbau des Betriebshofs IV des Vorläufers der Berliner Straßenbahn in der Erkstraße diente. Das Pferdebahndepot wurde nun aufgelöst.<ref>Wolfgang Kramer: Betriebshöfe der Berliner Pferdebahnen. In: Berliner Verkehrsblätter. Heft 6, 1995, S. 100.</ref>
Die vierte Straßenverlängerung (Parzellen 45–172) erfolgte 1905 bis zur Ringbahn und der Ringbahnstraße. Hier errichtete jetzt der Rixdorfer Spar- und Bauverein eGmbH neue Wohnanlagen und weitere Maurermeister traten als Eigentümer und Bauherren auf den Plan. An der Ecke Wildenbruchstraße konnte das Gebäude der Polizeidirektion eröffnet werden.
Parallel zu den Straßenausbauarbeiten wurden Wasser- und Abwasserleitungen sowie Gasanschlüsse entlang der Straße verlegt. An der Straßenkreuzung Ringbahn- / Saalestraße befand sich nun die (zweite) Städtische Gasanstalt der Gemeinde Rixdorf (Kaiser-Friedrich-Straße 137–142 Ecke Teupitzer Straße 15–35).<ref name="AB.1905">Kaiser-Friedrich-Straße 137–142. In: Berliner Adreßbuch, 1905, Teil 5, Rixdorf, S. 257.</ref> Für die Entwässerung ließ Rixdorf zusammen mit der Berliner Verwaltung das Pumpwerk Süd-Ost anlegen (nach 1939 Parzellennummern 283–289).
Über mehrere Parzellen hinweg (Nummern 177–182) einschließlich anliegender Querstraßen ließ der Rixdorfer Beamten-Wohnungsverein ab 1905 eine Wohnsiedlung für seine Mitglieder bauen.<ref name="AB.1905" /> Im Jahr 1907 waren die Gebäude bereits fertig und die Wohnungen vollständig vermietet. Außerdem gesellten sich weitere Betriebe in der Straße hinzu wie eine Holzmosaikfabrik oder eine Schraubenfabrik (Nummer 218).
Neben den auch in der Kaiser-Friedrich-Straße schon vorhandenen evangelischen Gemeindeschulen (je eine für Knaben und eine für Mädchen) entstand in diesen Jahren die städtische höhere Bildungsanstalt Kaiser Friedrich-Realgymnasium<ref>Die spätere Karl-Marx-Schule, das heutige Ernst-Abbe-Gymnasium.</ref> und Realschule (Hausnummern 208–210 mit Wohnungen für den Schuldiener und den Direktor). Schon bald darauf wurde im Adressbuch neben einem Kaiser- und Kriegerdenkmal das Wandgemälde in dieser Schulaula als Sehenswürdigkeit in Neukölln (wie Rixdorf jetzt hieß) erwähnt.<ref>Neukölln. In: Berliner Adreßbuch, 1915, Teil 5, S. 772. „Sehenswürdigkeiten“ (unten rechts).</ref> Eine Fabrik „E. Hoppe“ wurde als Baustelle geführt (Nummern 230/231).<ref>Kaiser-Friedrich-Straße 208/210 und 230/231. In: Berliner Adreßbuch, 1907, Teil 5, Rixdorf, S. 328.</ref>
Im Bereich der Hausnummern 157–160 entstand neben dem Hertzbergplatz ein Sportplatz. Er diente dem Fußballverein Normannia Rixdorf (heute: 1. FC Neukölln) als Trainings- und Spielstätte.
Die Verkehrssituation musste in den Jahren des enormen Zuzugs an dieser Straße deutlich verbessert werden. Zahlreiche Straßenbahnlinien erschlossen schon das Straßennetz von Rixdorf. Bereits 1872 war an der Ringbahn der heutige Bahnhof Neukölln an der Berliner Straße (heute: Karl-Marx-Straße) in Betrieb gegangen. Die Gemeindeverwaltung vereinbarte mit der Königlichen Direction der Niederschlesisch-Märkischen Eisenbahn (NME, Teil der Preußischen Staatseisenbahnen), einen weiteren Bahnhof an der Kaiser-Friedrich-Straße einzurichten. Der Rixdorfer Architekt Reinhold Kiehl lieferte die Baupläne und ab 1911 entstand die neue Bahnhofsanlage. Sie konnte am 1. Oktober 1912 unter dem Namen Ringbahnstation Kaiser-Friedrich-Straße eröffnet werden. Die Straße kreuzte niveaugleich die Bahntrasse. Das erhalten gebliebene Empfangsgebäude mit seinem Eingang in der Saalestraße des heutigen S-Bahnhofs Sonnenallee ist mittlerweile ein Baudenkmal.<ref>Baudenkmal Empfangsgebäude des S-Bahnhofs Sonnenallee</ref>
Eine Trasse erhält den Namen Sonnenallee
Die um das Jahr 1914 errichtete Kaiser-Friedrich-Straßenbrücke (heute: Sonnenbrücke) über den Neuköllner Schifffahrtskanal<ref>Kaiser-Friedrich-Straße. In: Berliner Adreßbuch, 1915, Teil 5, Neukölln, S. 813. „Kaiser-Friedrich-Straßen-Brücke“ (zwischen Nr. 122 und 137).</ref> ermöglichte eine Verlängerung der Straße nach Südosten und stellte damit die Verbindung zu den Eiswerken am Dammweg her. Bereits vorher muss eine solche Wegeverbindung bestanden haben, denn die erzeugten Natureis-Stangen wurden mittels Fuhrwerken an Lebensmittelhändler, Gastwirtschaften, Brauereien und teilweise auch an Privathaushalte in Rixdorf geliefert. Eine Trassierung ohne Straßennamen ist auf vorherigen Straßenplänen erkennbar.
Die Gemeindeverwaltung beschloss entsprechend den gestiegenen Bevölkerungszahlen, neue Schulen einzurichten. So gab es im Jahr 1916 in der Kaiser-Friedrich-Straße die 1. und 2. Hilfsschule mit einer Schwerhörigenklasse (Nummern 207, 182).<ref>Neukölln. In: Berliner Adreßbuch, 1916, Teil 5, S. 727 (siehe „Hilfsschulen“).</ref>
In den letzten Jahren des Ersten Weltkriegs sind südlich der Kanalbrücke in der verlängerten Kaiser-Friedrich-Straße weitere Fabriken gegründet worden. 1919 findet man beispielsweise unter den Grundstücksnummern 132/133 die Maschinenfabrik Kraußer & Co. KG, Jacobius und Söhne GmbH Nachf. Schuhfabrik sowie Schäfer & Reiche, Militärausrüstungsgegenstände und bei den Nummern 135/136 gibt es die Deutsche Oxydric AG Sauerstoffwerk (Berlin). Die beiden zuletzt genannten sind im Jahr 1922 an dieser Stelle getilgt, dafür ist die Neuköllner Stadtbaugesellschaft Hoch- und Tiefbau eingetragen. Die vorherigen Fabrikhallen erhielten 1923 mit der Kontrolluhr- und Apparatebau GmbH sowie der ‚Milsana‘ Milchseparatorenfabrik neue Nutzer. Nach einem weiteren Jahr taucht dafür die Stamm & Nebelginne Fabrik für Kleineisenwaren auf. 1927 ist hier die Nat. Reg. Kassen GmbH zu finden, aus der um 1933 die Grünebergs Reg. Co AG hervorging. Immer wieder scheinen die Betriebe in den Gebäuden gewechselt zu haben, wie Beispiele von 1933 und 1938 zeigen: Kipp-Ordner-Werk, Büro-Artikel AG, ‚Regga‘ Briefordnerfabrikation oder der Futtermittelhersteller H. Diederichsmeier tauchten in der Kaiser-Friedrich-Straße 132/133 dafür auf.
Vor der Eingemeindung der Stadt Neukölln sowie der umliegenden Ortschaften nach Groß-Berlin erhielt die neu angelegte Trasse der verlängerten Kaiser-Friedrich-Straße zwischen der Kanalbrücke und dem Dammweg am 20. April 1920 den Namen ‚Sonnenallee‘.<ref>Sonnenallee. In: Berliner Adreßbuch, 1921, Teil 5, S. 800.</ref>
Zeit des Nationalsozialismus: Der Straßenzug wird zur Braunauer Straße
Im Abschnitt Sonnenallee 9–23 in Neukölln war um 1935 der Sportplatz ‚Tasmania‘ für den Deutschen Fußball-Bund und für den Bund Brandenburgischer Ballspielvereine angelegt worden. Im Treptower Teil sind Baustellen angegeben. Die Hausnummern 73–187 wurden freigehalten.
Der Straßenzug aus Kaiser-Friedrich-Straße und Sonnenallee wurde am 11. Mai 1938 zusammengefasst und Braunauer Straße (nach Braunau am Inn, dem Geburtsort Adolf Hitlers) benannt. Der S-Bahnhof Kaiser-Friedrich-Straße und die Kaiser-Friedrich-Straßenbrücke wurden erst am 1. Oktober 1939 entsprechend umbenannt. Seither reicht die Allee vom Hermannplatz bis zur Baumschulenstraße und ist knapp fünf Kilometer lang.<ref name="AB.1941.Braunauer">Braunauer Straße. In: Berliner Adreßbuch, 1941, Teil 4, S. 1907 (Straßenverlauf).</ref>
Umnummerierung aller Grundstücke und weitere Entwicklungen
Nun war eine neue Hausnummernzuordnung notwendig. Beschlossen wurde, weiterhin die Nummer 1 am Hermannplatz beginnen zu lassen. Die neu vergebenen Nummern lagen zwischen 1 und 400.<ref name="AB.1941.Braunauer" /> Daraus resultierten komplette Hausnummernänderungen, die auch bei allen kommunalen Einrichtungen wie Schulen, Polizeiwache, Arbeitsamt vorzunehmen waren.
Folgende Gegenüberstellung dient der Orientierung:
1–125 wurden zu 6–400 (gerade Zahlen; 2 und 4 sind nicht vergeben),
die vorherige Doppel-Gemeindeschule trug nun die Nummer 10 und hieß 17. und 18. Volksschule,
das Gymnasium (vorher Nummern 208/210) hatte jetzt die Adresse Braunauer Straße 79,
das Polizeigebäude erhielt die Nummer 107/109,
das oben mehrfach genannte Fabrikgelände trug jetzt die Parzellennummern 221/223,
248–126 wurden zu 1–399 (ungerade Zahlen).
An der Braunauer Straße 241–257 entstand um 1941/1942 auf dem vorherigen Tasmania-Sportplatz ein Zweigwerk der Albert Hirth AG, die sich mit Motorendetails befasste.<ref>Braunauer Straße 241–257. In: Berliner Adreßbuch, 1942, Teil 4, S. 1909. „Zweigwerk Hirth AG“.</ref>
Braunauer Straße 9 – Lager von Reindl & Nieberding, SO 36, Kottbusser Ufer 7<ref>Landesarchiv Berlin: C Rep. 375-01-08, Nr. 7818, Lagerliste des Hauptgesundheitsamtes, Neukölln, Nr. 4</ref>
Braunauer Straße 19<ref>Arolsen Archives: 2.3.5.1. / 82368703</ref>
Braunauer Straße 34 – Lager von AEG AT (Apparatewerk Treptow) im Lokal Zur Weltkugel<ref>Laurenz Demps, Reinhard Hölzer: Zwangsarbeiterlager in Berlin 1939–1945 (= Miniaturen zur Geschichte, Kultur und Denkmalpflege Berlins. Nr.20/21). Berlin 1986, S.118.</ref>
Braunauer Straße 48 – Lager der Firma Goliasch & Co., Braunauer Straße 47/49<ref>Landesarchiv Berlin: C Rep. 375-01-08, Nr. 7818, Lagerliste des Hauptgesundheitsamtes, Neukölln, Nr. 81</ref>
Braunauer Straße 50 – Lager der Firma Goliasch & Co., Braunauer Straße 47/49<ref>Landesarchiv Berlin: C Rep. 375-01-08, Nr. 7818, Lagerliste des Hauptgesundheitsamtes, Neukölln, Nr. 81</ref>
Braunauer Straße 56–58 – Lager des Germania Spiralfederwerks<ref>Bernhard Bremberger: Minderjährige Zwangsarbeiterin bei Germania-Spiralfederwerk. In: Rudower Magazin. Nr.1, 2018, S.40.</ref>
Braunauer Straße 62<ref>Standesamt Neukölln: Sterberegister 1944, Nr. 4461</ref>
Braunauer Straße 80<ref>Arolsen Archives: 2.1.5.1 / 203:18 und 25</ref>
Braunauer Straße 106<ref>Arolsen Archives: 2.1.5.1. / 139:258</ref>
Braunauer Straße 127<ref>Standesamt Neukölln: Sterbebuch 1944, Nr. 3553</ref>
Braunauer Straße 164 – Lager von Ehrich & Graetz, später Blaupunktwerke, Wilmersdorf, Forckenbeckstraße 9–13<ref>Landesarchiv Berlin: C Rep. 375-01-08, Nr. 7818, Lagerliste des Hauptgesundheitsamtes, Neukölln, Nr. 5</ref>
Braunauer Straße 165 – Lager von National Krupp (möglicherweise eine Verwechslung mit dem Lager in Hausnummer 185)<ref>Arolsen Archives: 2.1.5.1. / 139:204</ref>
Braunauer Straße 185–187 – Lager von National Krupp. Neben den Lagern auf dem Werksgelände in der Thiemannstraße und in der Turnhalle der Schule am Hertzbergplatz betrieb National Krupp auf diesem Gelände ein Barackenlager. Ab 1944 wurde es ein Außenlager des KZ Sachsenhausen, in dem ungarische Jüdinnen untergebracht waren<ref>KZ-Außenlager Sonnenallee – Berlin.de. Abgerufen am 13. Oktober 2020.</ref><ref>Bundesarchiv Ludwigsburg: ZStL IV 406 AR 645/69</ref><ref>Alexander Korb: Berlin-Neukölln. In: Wolfgang Benz, Barbara Distel (Hrsg.): Der Ort des Terrors. 3 Sachsenhausen, Buchenwald. Beck, München 2006, S.111–115 (Quellen und weitere Literatur).</ref>
Braunauer Straße 241–257 – Lager der Albert Hirth AG (AHAG) für Ostarbeiter, Italiener, Franzosen, Holländer. Zwischen 1942 und 1944 wurden von dort zahlreiche Zwangsarbeiter nach Neudamm (Adolf Hitler Platz / Soldiner Straße 9/13 und Soldiner Straße 56) verlegt, wo Hirth offenbar ein Zweigwerk betrieb<ref>Arolsen Archives: 2.1.5.1. / 192, 214, 217</ref>
ohne Hausnummer wird ein Lager der Osram GmbH, Werk D genannt<ref>Laurenz Demps, Reinhard Hölzer: Zwangsarbeiterlager in Berlin 1939–1945 (= Miniaturen zur Geschichte, Kultur und Denkmalpflege Berlins. Nr.20/21). Berlin 1986, S.118.</ref>
Umbenennung in Sonnenallee, Mauerbau und die Folgen
Entwicklung ab den 1990er Jahren und Gedenkort Grenze
Als erste Maßnahme wurde noch im November 1989 die Straßenbarrikade der Berliner Mauer abgeräumt. Die Kontrollstelle war noch einige Monate in Betrieb, die Ost-Berliner mussten hier ihre Personaldokumente vorzeigen, die von den Grenzorganen der DDR abgestempelt wurden.
In der Sonnenallee, Höhe Heidekampgraben, wurde am 20. März 1993 ein kupfernes Bodenrelief eingelassen, das von den Künstlern Rüdiger Roehl und Jan Skuin gestaltet worden war. Der Auftrag stammte von den benachbarten Bezirksämtern Treptow-Köpenick und Neukölln, die Übergabe an die Öffentlichkeit erfolgte am 4. Jahrestag der ersten freien Wahlen in der DDR.<ref name="SenMauer" /> Die Gedenktafel ist Teil einer im 21. Jahrhundert initiierten Geschichtsmeile Berliner Mauer. Des Weiteren hat die Aktionskünstlerin Heike Ponwitz im Abstand von einigen Metern über den früheren Grenzverlauf hinweg zwei touristische Fernrohre auf Ständern montiert, die als „Symbol für Überwachung in der Vergangenheit, für die Sehnsucht der Menschen nach Ferne und Weite“ dienen sollen. Die Kunstaktion war der preisgekrönte Beitrag eines vom Senat veranstalteten Einladungswettbewerbs und wurde 1999 realisiert.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Information zu „Nähe und Ferne“ an der Sonnenallee (Memento des Vorlage:IconExternal vom 28. September 2012 im Internet Archive) Datei:Pictogram voting info.svgInfo: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.berlin.de, abgerufen am 4. Februar 2013</ref><ref>KunStstadtRaum. 21 Kunstprojekte im Berliner Stadtraum; Erinnerung an historische Vorgänge nach 1945. „Übergang – Nähe und Distanz“; S. 28. Senatsverwaltung für StadtentwicklungBerlin, 2002.</ref> An den Tod von Chris Gueffroy erinnert eine am Britzer Zweigkanal aufgestellte Gedenkstele.
Die Wohnbevölkerung der Sonnenallee veränderte sich in den letzten Jahren durch Einwanderung. Zahlreiche Immigranten aus dem Nahen Osten sind hier inzwischen heimisch. Weil von den Einwanderern rund 50 Prozent arbeitslos sind sowie aus unterschiedlichen Kulturkreisen stammen, entstehen häufig Konflikte.<ref>Shahd Wari: Palestinian Berlin: Perception and Use of Public Space. In: Habitat–International. Schriften zur Internationalen Stadtentwicklung, Band 22. Lit-Verlag 2017: S. 154 f.</ref> Laut Ferda Ataman wird der Kiez deshalb auch als „Gazastreifen“ bezeichnet.<ref>Ferda Ataman: Neukölln – der Nahost-Konflikt im Kiez. In: Der Tagesspiegel, 13. Januar 2008; abgerufen am 4. Februar 2013</ref> Nach dem Terrorangriff der Hamas auf Israel 2023 fanden zahlreiche pro-palästinensische Demonstrationen auf der Sonnenallee statt, unter anderem ein „Generalstreik“ der Geschäfte, bei denen es zu antisemitischen Vorfällen kam.<ref>Ruhiger Freitagabend in Berlin-Neukölln durch „Generalstreik“.rbb, 21. Oktober 2023, abgerufen am 22. Oktober 2023.</ref>
Knapp 50 Prozent der Kinder und Jugendlichen in der Sonnenallee leben von staatlichen Leistungen.<ref>Susanne Memarnia: Mythos Sonnenallee: Straße voller Licht und Schatten. In: taz. 23. März 2019 (taz.de).</ref>
Verkehr
Straßenbahnen (zuerst Linie 65, später geändert in Linie 95) und zeitweise auch die Linien 98 und 148<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Stadtplan Berlin 1939 (Memento des Vorlage:IconExternal vom 24. Januar 2016 im Internet Archive) Datei:Pictogram voting info.svgInfo: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.alt-berlin.info: siehe rot eingetragene Straßenbahnlinien entlang der Braunauer Straße</ref> erschlossen die Sonnenallee (Kaiser-Friedrich-Straße) ab dem Beginn des 20. Jahrhunderts in voller Länge. Infolge der Teilung Berlins in vier Sektoren endete die Straßenbahnlinie ab 1953 in Höhe des Heidekampgrabens vor der Sektorengrenze. Der West-Berliner Senat hatte zu Beginn der 1960er Jahre die komplette Einstellung des Straßenbahnbetriebs beschlossen, sodass die Linie 95 durch eine Omnibuslinie ersetzt wurde. Die letzten Straßenbahnen auf der Sonnenallee fuhren 1966 zwischen Saalestraße und dem Von-der-Schulenburg-Park.<ref>Foto der Sonnenallee von 1966 mit Straßenbahn,Straßenbahn-Forum, 3. Bild von oben</ref> Aktuell (Stand: 2021) verkehren die Metrobuslinie M41 und die Nachtbuslinie N70 durch die Sonnenallee.<ref>Linienplan der Metro-Buslinie M41; Stand per Dezember 2012. (PDF) bvg.de</ref>
Am 11. April 1926 eröffnete die BVG am nördlichen Ende der (heutigen) Sonnenallee den U-Bahnhof Hermannplatz.
Nach dem Streik der Westangestellten der von der Deutschen Reichsbahn betriebenen Berliner S-Bahn wurde der Bahnhof Sonnenallee am 18. September 1980 stillgelegt. Erst einige Jahre nach dem Mauerfall, am 18. Dezember 1997, konnte er nach Neuverlegung der Schienen und Restaurierung der Bahnhofsanlagen wiedereröffnet werden. Weil sich an der Sonnenallee ein innerstädtischer Grenzübergang befunden hatte, konnten von dieser Station bereits im Spätherbst 1989 viele DDR-Bürger in den Westteil der Stadt gelangen.
Für Radfahrer gibt es keine Radverkehrsanlagen, sie müssen also die Fahrbahn nutzen und sich den Ampelphasen anpassen. Daher sind auch manche Radfahrer auf dem Gehweg unterwegs.
Im September 2015 wurden Maßnahmen zur Verbesserung der Situation der überlasteten und von regelmäßiger Pulkbildung betroffenen Metrobuslinie M41<ref>Bestandsaufnahme Verkehrskonzept Sonnenallee/Weserstraße. Bus- und Fahrradverkehr in Neukölln-Nord. In: däumel.de. Wolfram Däumel, 2015, abgerufen am 9. Juni 2023.</ref> ergriffen: Der Takt in der Hauptverkehrszeit wurde von fünf auf vier Minuten verkürzt. Um den Fahrplan auch einhalten zu können, wurde der vorhandene, kurze Busfahrstreifen vor dem Hermannplatz bis zur Elbestraße verlängert und neue Busfahrstreifen im Bereich Wildenbruchstraße und Treptower Straße angeordnet. Die Busfahrstreifen sind auch für den Radverkehr freigegeben und deswegen größtenteils 4,50 m breit.<ref>M41 jetzt im 4-Minuten Takt. Pressemitteilung. In: stadtentwicklung.berlin.de.Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, 18. September 2015, abgerufen am 9. Juni 2023.</ref>
Bebauung und Besonderheiten
Die öffentlichen Bauten zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden maßgeblich von Reinhold Kiehl geprägt, dem Leiter des Hochbauamtes und Stadtbaurat von Neukölln, der unter anderem die Orangerie im Körnerpark, das Rathaus Neukölln sowie das Stadtbad Neukölln gestaltete. In der Sonnenallee geht das Bahnhofsgebäude auf seine Entwürfe zurück. Im Folgenden werden einige denkmalgeschützte oder bedeutsame Gebäude oder Objekte entlang der Straße genannt. Sie sind häufig noch nicht saniert.
Nördlicher Hausnummernbereich
1–105 (ungerade)
Nummer 13: Am 24. September 1996 enthüllten der Bezirksbürgermeister und Vertreter eines Opferverbandes eine Gedenktafel am früheren Wohnhaus des Ehepaars Heller. Irmgard Heller und Benno Heller hatten in der Nazizeit unter Lebensgefahr jüdische Mitbürger versteckt. Sie wurden denunziert und zum Tode verurteilt.<ref>Berlin im Jahr 1996 (24. September). In: Stadtchronik des Luisenstädtischen Bildungsvereins</ref>
Nummer 111: In den 1930er Jahren bot hier ein kleines Kino (Excelsior-Lichtspielhaus) den Anwohnern ein wenig Abwechslung. Das war eine Außenstelle der Neuköllner Filmtheater GmbH aus der Hermannstraße.
Nummern 125–133: Wohnanlage (mit Innstraße 31/32, 34 und Stuttgarter Straße 1–6) 1904–1908 von Patrzek und v. Januszkiewicz im Auftrag der Baugenossenschaft Wohnungsbau-Verein Neukölln eG geplant und ausgeführt – es entstanden nur Vorderhäuser mit kurzen Seitenflügeln und jede Wohnung war mit einer Badewanne ausgestattet (was 1905 als sensationell galt).<ref>Erwähnung. In: Wohnungsbau-Verein Neukölln eG: Fotodokumentation der Wohnanlagen; Bezug auf Bauten von Patrzek. google.books</ref><ref>Baudenkmalskomplex Wohnanlage, 1904–1908 von Patrzek und v. Januszkiewicz</ref> Der zugehörige markante „Turmblock“, ein fünfgeschossiges Wohnhaus an der Sonnenallee 125, ist im Zweiten Weltkrieg zerstört worden.
Nummer 137: Hier wurde am 12. September 2008 ein Stolperstein zur Erinnerung an das Schicksal von Willa Kolbe verlegt.
Nummern 262–280: Ehemals die Agentur für Arbeit Berlin Süd (zur Zeit der Eröffnung Sonnenallee 38–56) entstand 1931/1932 als Arbeitsamt Süd-Ost, das zur „Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung“ mit Hauptsitz in Charlottenburg gehörte. Der Gebäudekomplex wurde nach Plänen von Leo Lottermoser gebaut.<ref>Baudenkmal Sonnenallee 262–280, ehemals: Arbeitsamt II, 1931/1932 von Leo Lottermoser</ref> Am Tag der Eröffnung des Arbeitsamtes, dem 2. März 1932, hatten sich mehrere tausend Personen zur Beantragung von Leistungen eingefunden. Unter den Wartenden gab es handfeste Auseinandersetzungen, sodass Polizeikräfte einschreiten mussten.<ref>Berlin am 2. März (1932). In: Stadtchronik des Luisenstädtischen Bildungsvereins</ref> Von 2012 bis 2018 Niederlassung der Fixemer Logistics GmbH.
282–414 (gerade)
Am südlichsten Ende der Sonnenallee, auf Ost-Berliner Seite, befand sich ein kleiner Intershop. Neben anderen westlichen Waren wurden dort – anfangs gegen D-Mark, später gegen Forumschecks – auch Farbfernsehgeräte angeboten. In den 1980er Jahren lief auf den eingeschalteten Geräten zeitweise Westfernsehen. Nachdem sich dies in der Bevölkerung im damaligen Stadtbezirk Treptow (Ortsteil Baumschulenweg) herumgesprochen und entsprechende Kommentare ausgelöst hatte, musste das abgestellt werden.
Zwischen Baumschulenstraße und Heidekampgraben wurden Ende der 1950er und Anfang der 1960er Jahre im Bereich Baumschulenweg viergeschossige Q3A-Bauten (Teilplattenbau) in lockerer Anordnung errichtet. Sie wurden nach der politischen Wende saniert und modernisiert. Datei:Tankstelle-sonnenallee-2017-11 01.pngEhemalige Tankstelle aus dem Jahr 1938
Nummer 414: Auf diesem Grundstück standen bis Dezember 2021 noch die Reste einer Tankstelle, die 1938 von der Deutsch-Amerikanischen Petroleum Gesellschaft gebaut und von 1938 bis 1945 als Standard- und Esso-Tankstelle betrieben wurde. Anfang der 1950er Jahre übernahm der VEB Minol den Betrieb der Tankstelle mit Alfons Wasikowski als Pächter, der sie schon vor 1945 leitete. Nach dem Bau der Berliner Mauer 1961 blieb diese Tankstelle weiterhin geöffnet, nur wenige Meter vom innerstädtischen Straßen- und Fußgängerübergang Sonnenallee entfernt. Der Betrieb der Tankstelle wurde Anfang der 1990er Jahre eingestellt. Mitte November 2021 begannen die ersten Abrissarbeiten am Dach und am Kassenhäuschen. Anfang Dezember 2021 waren bereits alle Hochbauten abgetragen.
Stadtplätze und Parkanlagen
Nummer 1: Hier markiert der Hermannplatz den Anfang der Allee.
Nummern 115–123: zwischen Finow- und Innstraße befindet sich ein frühzeitig angelegter kommunaler Spielplatz.
Zwischen den Nummern 163 und 165: Etwa in der halben Länge der Sonnenallee grenzt auf der nördlichen Straßenseite der Hertzbergplatz an die Trasse.
Nummern 165–179: Neben dem Stadtplatz folgt der Hertzberg-Sportplatz, wie oben berichtet, als Sportstätte für einen Neuköllner Fußballklub.
Nummern 284–290 auf der südlichen Straßenseite: tangieren den Venusplatz, der eher eine extra benannte Straßenkreuzung mit der Planetenstraße darstellt.
Südlich des Von-der-Schulenburg-Parks, zu beiden Seiten der Sonnenallee entstand in den 1970er und 1980er Jahren die High-Deck-Siedlung. Diese Großsiedlung mit fünf- bis sechsgeschossigen Gebäuden für rund 6000 Bewohner, im Rahmen des Sozialen Wohnungsbaus nach seinerzeit städtebaulich innovativen Plänen von Rainer Oefelein und Bernhard Freund errichtet, wird begrenzt vom Heidekampgraben (Nord und Ost), der Neuköllnischen Allee (Süd) und der Jupiterstraße (West).
Ein weiteres Wohnviertel nördlich der Sonnenallee beginnt an der Sonnenallee Ecke Dammweg und zieht sich entlang der Aronsstraße in nordwestliche Richtung, begrenzt von Dieselstraße und Nernstweg. Die höhenabgestuften Häuser mit bis zu 18 Stockwerken bilden eine Dominante inmitten einer Villenanlage. Sie sind Großtafelbauten (dem „westlichen Pendant“ der DDR-Plattenbauten) und ihre Silhouette ist gut von der Bahnstrecke der Görlitzer Bahn Richtung Plänterwald und Schöneweide zu sehen.
Die Sonnenallee in Kunst, Musik und Medien
Ab 1989 fand einmal jährlich Mitte September auf der Sonnenallee zwischen Pannierstraße und Treptower Straße das Straßenfest „Singende, klingende Sonnenallee“ statt, das sogar schon bis zum Hermannplatz reichte. Immer weniger Interesse der Schausteller führte zu einer zeitlichen Verkürzung des einst erfolgreichen Straßenfestes. 2009 lehnte das Bezirksamt Neukölln die Genehmigung mit der Begründung des erheblich gesunkenen Niveaus endgültig ab.<ref>Stefan Strauss: Feiern verboten. In: Berliner Zeitung, 28. März 2009.</ref> Aus dem anfangs gut besuchten Straßenfest mit Bühnen und Livemusik, Getränkeständen mit Biergartenflair und Fahrgeschäften für die Kleinen<ref>Singende klingende Sonnenallee 2006 youtube.com (2:45 min) zum Fest 2006</ref> war am Ende eine von Markthändlern dominierte Veranstaltung geworden. Das Fest konnte nicht wieder aufleben. Dagegen haben zwei Anwohner die „Weserrakete“ – ein bescheidenes Kulturfestival in den Szenekneipen – rund um die Allee aus der Taufe gehoben, das 2008 startete.<ref>Uta Keseling: So läuft ein Tag auf dem Planeten Sonnenallee. In: Berliner Morgenpost, 8. August 2010; abgerufen am 1. Februar 2013</ref> Im Internet findet sich noch ein Aufruf für Mitmacher des Festes 2011, die eigentliche Website ist dagegen abgeschaltet. Das führt zu der Annahme, dass dieser neue Kulturversuch für die Sonnenallee gescheitert ist.
Fassaden der Sonnenallee 307 (Ärztezentrum), 308 und 309 sowie der angrenzenden Jupiterstraße 15 sind großflächig mit Wandbildern der französischen Künstlergruppe CitéCréation gestaltet. Die Werke wurden am 1. November 2010 eingeweiht.<ref>Bilder zu den Fassadenmalereien der CitéCréation siehe Murals Sonnenallee Berlin auf Wikimedia Commons.</ref>
Rio Reiser hat 1990 auf seinem Studioalbum *** („Sternchen“) ein Lied mit dem Titel Sonnenallee veröffentlicht.
Die Fotografin Mathilde Tijen Hansen erstellte eine „visuelle Langzeitstudie“ (Eigenaussage) über das Soziotop Sonnenallee.<ref>Jörg Sundermeier: Uh, du bist so Sonnenallee. In: wochentaz, 22.–28. November 2025, S. 25–27.</ref>
Literatur
Jan Feddersen: Meine Sonnenallee. Notizen aus Neukölln. Wallstein Verlag, Göttingen 2024, ISBN 978-3-8353-5710-5.
Jörg Sundermeier: Die Sonnenallee. be.bra verlag, Berlin 2016, ISBN 978-3-89809-132-9.
Kaiser-Friedrich-Straße. In: Luise.<ref>Hier heißt es: „Namen (früher/später) Sonnenallee (1929–1938)“. Das bedeutet nicht, dass die Straße in ihrer Gesamtheit umbenannt sein muss, sondern nur, dass es zumindest einige Straßenmeter gab, die den Namen wechselten. Allerdings handelt es sich hier möglicherweise um einen Irrtum; die bisherige Benennung reichte bis zur Brücke über den Kanal. Dabei blieb es vermutlich auch. Es reicht jedoch aus, dass nur die Meter über die Brücke von einem Kanalufer zum anderen den Namen wechseln, um in der Datenbank des Luisenstädtischen Bildungsvereins einen zeitweise veränderten Straßennamen zu vermerken.</ref>