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Baggwil

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Baggwil
Staat: Vorlage:CHE2
Kanton: Kanton BernDatei:CHE Bern COA.svg Bern (BE)
Verwaltungskreis: Seelandw
Einwohnergemeinde: Seedorfi2w1
Postleitzahl: 3267
Koordinaten: 590799 / 208574Koordinaten: 47° 1′ 41″ N, 7° 19′ 3″ O; CH1903: 590799 / 208574
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Höhe: 593 m ü. M.
Website: www.seedorf.ch
Datei:Baggwil 2025 b.jpg
Blick auf Baggwil von Süden
Blick auf Baggwil von Süden
Karte
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Datei:Baggwil.jpg
Baggwil von Südwesten
Datei:Baggwilgraben 2025.jpg
Baggwilgraben

Baggwil ist ein Dorf in der politischen Gemeinde Seedorf im Kanton Bern in der Schweiz.

Geographie

Baggwil liegt auf 593 m ü. M. zwischen der Stadt Bern und dem bernischen Seeland am Nordhang des Frienisbergs, eines 820 m ü. M. hohen Hügelzugs mit dem Chutzenturm als 360°-Aussichtspunkt. Das Dorf besteht aus den Teilen Baggwil Dorf, Baggwilgraben und Elemoos sowie einigen Einzelhöfen.

Das Dorf liegt 2 km südlich von Seedorf in Richtung Frienisberg an der Hauptstrasse 236<ref>Durchgangsstrassenverordnung SR 741.272. Anhang 2: Liste der Hauptstrassen. B: Hauptstrassen, die nicht mit der «Nummerntafel für Hauptstrassen» (4.57) gekennzeichnet sind. In: Systematische Sammlung des Bundesrechts SR. Schweizerischer Bundesrat, 18. Dezember 1991, abgerufen am 9. August 2017 (Stand am 1. Januar 2016).</ref> AarbergBern. Im öffentlichen Verkehr wird Baggwil durch die Postautolinie 105<ref>Postautolinie 105 (Bern–Meikirch–Seedorf–Lyss). (PDF; 99 kB) In: Offizielles Kursbuch online. Die Schweizerische Post AGPostAuto Schweiz AG (PAG), 20. Dezember 2010, S. 3, abgerufen am 3. August 2011.</ref> Bern – Lyss bedient.

Geschichte und Wirtschaft

Die Geschichte Baggwils dürfte eng mit dem 1 km Luftlinie südöstlich entfernten Kloster Frienisberg in Zusammenhang stehen. So wurde das Recht zur Ausübung des Niederen Gerichts in Baggwil,<ref>Urs Martin Zahnd: Zur Wirtschaftsordnung hochmittelalterlicher Zisterzienserklöster im oberdeutschen und schweizerischen Raum. In: Schweizerische Zeitschrift für Geschichte. 40. Jg., 1990, Nr. 1, S. 61.</ref> der allgemeinen Entwicklung der Zisterzienserklöster im Hochmittelalter hin zur Rentenwirtschaft folgend, nach 1250 durch das Kloster Frienisberg erworben. Etwas später, 1267, kaufte das Kloster Frienisberg von Graf Rudolf III. von Thierstein neben anderen auch die Ortschaft Baggwil.<ref>27. Oktober 1267. Verkauf der Ortschaften Seedorf bei Aarberg, Lobsigen, Baggwil, «Slungenbrunnen», Wiler und Nikodei durch den Grafen Rudolf von Thierstein an das Kloster Frienisberg. Vgl. auch Soloth. Urkundenbuch II, S. 158–162, Nr. 253. In: Online-Inventar des Staatsarchivs des Kantons Bern.</ref> Schliesslich verkaufte das Kloster gut 100 Jahre später, 1380, Baggwil an die Stadt Bern.<ref>14. Februar 1380. Das Kloster Frienisberg verkauft die Dörfer Seedorf mit dem Kirchensatz zu Baggwil, Lobsigen, Wiler, Ried, Winterswil, Kappelen, Büetigen u. a. mit Twing und Bann, Zinsen, Gütern und Eigenleuten sowie seine Häuser in der Stadt Bern um 1'600 Gulden an die Stadt Bern. In: Online-Inventar des Staatsarchivs des Kantons Bern.</ref>

Es ist sehr wahrscheinlich, dass im Mittelalter in Baggwil neben Ackerbau und Viehzucht (primärer Wirtschaftssektor) im Verlauf der Zeit auch eine Getreidemühle (sekundärer Wirtschaftssektor) betrieben wurde. So findet sich eine gesiegelte Urkunde von 1507 über einen Landverkauf des Müllers zu Baggwil<ref>11. Mai 1507. Ulrich Loeffel, Müller zu Baggwil, verkauft dem Kloster Frienisberg für 66 Pfund und 1 Mütt Dinkel eine Schuppose, genannt «das Kurzlengütli» zu Lyss. In: Online-Inventar des Staatsarchivs des Kantons Bern. Abgerufen am 2. Juni 2019.</ref> an das Kloster Frienisberg. Auch sind Streitigkeiten um die mittelalterlichen Wasserrechte für die Mühle zu Baggwil und der Entscheid des Schiedsgerichtes 1557 beurkundet.<ref>21. September 1557. Aarberg In einem Wasserrechtsstreit des Klosters Frienisberg – im Namen seiner Mühle und der Mühle zu Baggwil – wird von Schiedsrichtern festgesetzt, dass es bei einem diesbezüglichen Entscheid von 1545 bleiben soll. Der Entscheid von 1545 ist inseriert. In: Online-Inventar des Staatsarchivs des Kantons Bern.</ref> Heute existiert noch eine ehemalige Getreidemühle aus dem Jahre 1825.<ref>Mühle Baggwil, Seedorf BE. Ehemalige Getreidemühle, dat. 1825, heute Wohnhaus. Stattlicher Fachwerkbau. Der Gewerbebau wird auf 2 Seiten von Sandsteinfelsen umgeben (Bauinventar BE 2003).</ref>

Über die Geschichte Baggwils oder seiner Bewohner im Mittelalter ist nichts Genaues bekannt. Anfang des 20. Jahrhunderts hatte Baggwil gegen 40 Häuser und über 200 Einwohner.<ref>Charles Knapp, Maurice Borel, Victor Attinger, Heinrich Brunner, Société neuchâteloise de géographie (Hrsg.): Geographisches Lexikon der Schweiz. Band 1: Aa – Emmengruppe. Verlag Gebrüder Attinger, Neuenburg 1902, S. 125, Stichwort Baggwil  (Scan der Lexikon-Seite).</ref> Heute besteht die Wirtschaft Baggwils aus Landwirtschaft und Gewerbe. Eine Getreidemühle ist nicht mehr in Betrieb.

Baggwil besitzt seit der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts eine eigene Schule. Zum Schulkreis Baggwil gehörte auch das Dorf Frienisberg. Heute befindet sich in Baggwil neben der Unterstufe auch die zentrale Oberstufe der Realschule der Gemeinde Seedorf.

Sehenswürdigkeiten

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Im Jahr 2018 war in Baggwil ein Kornkreis zu sehen.<ref>Andrea Butorin: In maximal vier Wochen ist der Spuk vorbei. In: Bieler Tagblatt. 28. Juni 2018, abgerufen am 8. November 2022.</ref>

Westlich von Baggwil liegen die Sandsteinhöhlen von Lobsigen.

Literatur

  • Therese Bigler, Jürg Schweizer u. a.: 100 Jahre Alters- und Pflegeheim Frienisberg. Frienisberg 1997.
  • Gemeinde Seedorf (Hrsg.): Ein Heimatbuch. Seedorf 1998.
  • Albert Jahn: Chronik oder geschichtliche, ortskundliche und statistische Beschreibung des Kantons Bern, alten Theils, in alphabetischer Ordnung, von den ältesten Zeiten bis auf die Gegenwart nach den zuverlässigsten Quellen. Bern 1857, S. 96–97.
  • Kulturkommission Seedorf (Hrsg.): Seedorf einst und jetzt. Überblick über die Entwicklung der Dorfschaften unserer Gemeinde. Seedorf 1976.

Weblinks

Commons: Baggwil – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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