Merregnon
Merregnon ist eine Reihe von Musikproduktionen, die Orchesterkompositionen und Fantasy-Geschichten kombinieren. Seit 2000 werden sie als Alben veröffentlicht und als Live-Konzerte präsentiert.<ref name=":0">Merregnon: Land of Silence. In: www.merregnon.com. Abgerufen am 9. April 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Merregnon soundtrack. 1. 2001, abgerufen am 15. April 2025.</ref><ref>Merregnon soundtrack. 2: Video game world symphony. 2004, abgerufen am 15. April 2025.</ref> Zu den jüngsten Teilen der Reihe zählen Merregnon: Land of Silence, das 2021 als Konzertfilm mit dem Royal Stockholm Philharmonic Orchestra veröffentlicht wurde,<ref name=":10" /> sowie Merregnon: Heart of Ice, das 2026 als Album erscheinen soll und mit dem London Symphony Orchestra aufgenommen wurde.<ref name=":11">Decca Classics Announces First Original Concert Work by Nobuo Uematsu - Merregnon: Heart of Ice - Nobuo Uematsu. Abgerufen am 4. April 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Sie wurden konzipiert, um Familien und ein jüngeres Publikum an Orchestermusik heranzuführen, in der Tradition von Saint-Saëns’ Karneval der Tiere und Prokofjews Peter und der Wolf.<ref name=":8">Sinem Kılıç: Nobuo Uematsu: "Das war die einzige Arbeit, die mir angeboten wurde!" In: Die Zeit. 25. Februar 2024, ISSN 0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 26. Februar 2024]).</ref><ref name=":10">Mat Ombler: Video Games Inspire a Generation of Classical Music Fans. In: Wired. ISSN 1059-1028 (wired.com [abgerufen am 15. April 2025]).</ref>
Die Merregnon-Reihe steht unter der künstlerischen Leitung von Thomas Böcker, dem Gründer von Merregnon Studios, der auch als Produzent fungiert.<ref name=":6">The power of video game music to inspire audiences – old and new. In: Gramophone. Abgerufen am 9. April 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Thomas Böcker – Game Concerts. In: www.gameconcerts.com. Abgerufen am 9. April 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Für die Produktionen wurden zahlreiche Komponisten gewonnen, die für ihre Arbeit an Videospielen bekannt sind, wie Nobuo Uematsu, Yoko Shimomura, Chris Hülsbeck und Yuzo Koshiro.<ref name=":1">Release “Merregnon, Volume 2” by Various Artists – MusicBrainz. In: musicbrainz.org. Abgerufen am 9. April 2022.</ref>
Merregnon: Heart of Ice
Merregnon: Heart of Ice ist ein Orchesterwerk mit Musik von Nobuo Uematsu und einer Geschichte der Kinderbuchautorin Frauke Angel.<ref name=":8" /> In einem Interview mit der ZEIT erklärte Uematsu, dass er seine verbleibende kreative Zeit Projekten widmen wolle, die ihm persönlich am Herzen liegen, wie Merregnon: Heart of Ice.<ref name=":8" /> Die Uraufführung fand am 29. Februar 2024 in Ludwigshafen statt, gespielt von der Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz unter der Leitung von Eckehard Stier.
Es handelt sich um Uematsus erstes Orchesterwerk, das ausdrücklich für den Konzertsaal entstanden ist.<ref>Tony: Merregnon: Heart of Ice feiert mit Uematsu-Musik in Deutschland Weltpremiere. In: jpgames.de. 27. April 2023, abgerufen am 15. April 2025.</ref> Sein Ziel dabei war, „Musik zu schreiben, die Kinder glücklich macht“.<ref name=":8" /> Eine Studioaufnahme soll am 19. Juni 2026 bei Decca Classics veröffentlicht werden. Sie wurde mit dem London Symphony Orchestra eingespielt; die Erzählung sprach die Schauspielerin Alicia Vikander ein.<ref name=":11" /> Die nächste Aufführung ist für den 25. Juni 2026 in der Philharmonie de Paris mit dem Orchestre national d’Île-de-France geplant.<ref>Symphonic Selections | Philharmonie de Paris. Abgerufen am 15. April 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Geschichte
Die Geschichte spielt in der eisigen Welt von Merregnon. Im Mittelpunkt stehen Kjugo, ein fröhlicher hölzerner Roboter, und die Hündin Beru, die sich auf die Suche nach Kjugos Schöpfer Nuobi begeben. Ihre Reise führt sie durch ein Reich ewiger Kälte, das von der Eiswindtänzerin Goyakai beherrscht wird. Auf ihrem Weg müssen Kjugo und Beru zahlreiche Herausforderungen bestehen, ehe sie Goyakai gegenübertreten. Im entscheidenden Moment gelingt es Kjugo, den magischen Bann zu brechen, der das Land im Eis gefangen hält. Nuobi wird gefunden, und die Wärme kehrt in die Welt zurück.<ref>Nobuo Uematsu composes for Merregnon: Heart of Ice. Abgerufen am 15. April 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Rezeption
Merregnon: Heart of Ice wurde von der deutschen Tageszeitung Die Rheinpfalz als „ein spannendes Abenteuer mit viel Dramatik und einem fulminanten Kampf um Menschlichkeit“ beschrieben. Die Autorin Ulrike Dansauer, die der Uraufführung beiwohnte, hob die breite Wirkung des Projekts hervor: „Die Geschichte [...] kommt beim jungen Publikum sehr gut an: andächtiges Lauschen auch der Kleinsten, geschlossene Augen bei Erwachsenen, ganz versunken in die Geschichte.“<ref>Boshafte Blechbläser: Premiere von „Merregnon: Heart of Ice“ im BASF-Feierabendhaus - Ludwigshafen. 1. März 2024, abgerufen am 15. April 2025.</ref>
Thomas Nickel, Autor beim deutschen Computerspielmagazin M!Games, bestätigte diesen Eindruck: „Trotz später Stunde sind die jüngeren Besucher ebenso gefesselt wie die älteren Gäste.“ Er verglich den musikalischen Stil von Merregnon: Heart of Ice mit frühen Final-Fantasy-Soundtracks, empfand ihn jedoch als „frisch und originell“. Zudem betonte er die Ausdruckskraft des Projekts: „Man merkt Heart of Ice die Freude an der Musik und der Komposition deutlich an“, die Werke stünden für sich, ohne auf Grafiken oder Spielsysteme angewiesen zu sein, und vermittelten so eigenständig „Drama und Figuren“.<ref>Oliver Schultes: Die neue M! Games 368 | MANIAC.de. 17. April 2024, abgerufen am 15. April 2025.</ref>
Merregnon: Land of Silence
Merregnon: Land of Silence ist ein Orchesterwerk mit Musik von Yoko Shimomura und einer Geschichte der Kinderbuchautorin Frauke Angel.<ref name=":0" /> Es handelt sich um Shimomuras erstes Orchesterwerk für den Konzertsaal.<ref>«La musique de jeu pourrait être appelée classique». 21. November 2022, abgerufen am 15. April 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Die Uraufführung fand mit dem Royal Stockholm Philharmonic Orchestra unter der Leitung von Andreas Hanson statt und wurde im Juni 2021 im Konzerthaus Stockholm aufgezeichnet. Das Video wurde am 10. September 2021 auf der Website des Orchesters veröffentlicht.<ref name=":9">Merregnon: Land of Silence. (konserthuset.se [abgerufen am 15. April 2025]).</ref><ref name=":2">Chopin und Super Mario waren meine Helden. 10. September 2021, abgerufen am 15. April 2025.</ref> Seit 2022 wird Merregnon: Land of Silence weltweit aufgeführt, unter anderem von Orchestern wie dem Orchestre de Chambre de Lausanne, Hong Kong Philharmonic Orchestra oder Shanghai Symphony Orchestra.<ref name=":0" />
Geschichte
In der tristen Welt von Merregnon lebt das Mädchen Miru mit ihrem Hund Mako. Eines Tages finden sie einen verletzten Vogel namens Ikari, der von einem fernen Land im hohen Norden erzählt, in dem Milch und Honig fließen. Zusammen mit ihrem Freund Hikito brechen sie auf. Ihre Reise führt sie zu einer gewaltigen Mauer, die das paradiesische Nordland vom grauen Süden trennt, und zu Skissor, einem vermeintlichen Kriegshelden, der den Drachen Yamakito gefangen hält. Skissor zwingt den Drachen, das Grenzgebiet zu bewachen und so das Tor zum Norden zu versperren. Mit Ikaris Hilfe gelingt es den Freunden, Yamakito zu befreien. Sein Lied besiegt Skissor und die Mauer fällt.<ref name=":9" />
Rezeption
Merregnon: Land of Silence wurde von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung als „symphonischer Anime“ bezeichnet.<ref name=":7"></ref> Klassik Radio beschrieb das Konzert als ein „sinfonisches Anime-Märchen für die ganze Familie“, das Kinder spielerisch an die Welt des Orchesters heranführe.<ref>Sinfonisches Animé-Märchen für die ganze Familie. In: Klassik Radio. Abgerufen am 1. Mai 2022.</ref> In einem Beitrag des Deutschlandfunks wurde die Zusammenarbeit mit einer Videospielkomponistin im Kontext musikalischer Bildungsarbeit hervorgehoben.<ref>deutschlandfunk.de: Merregnon – Musikvermittlung mit einer Videospiel-Komponistin. Abgerufen am 6. November 2022.</ref>
Für die Zeitschrift Gramophone schrieb Böcker einen Gastbeitrag über die Bedeutung von Familienkonzerten, in dem er den Wert eines unterhaltsamen Zugangs zur Orchestermusik betonte.<ref name=":6" /> Das Magazin Wired nannte Merregnon: Land of Silence „eine willkommene helfende Hand für angeschlagene Konzertsäle“.<ref name=":5"></ref> In einem Webinar der deutschen Botschaft in Tokio sprachen Yoko Shimomura, Frauke Angel und Thomas Böcker über die Entstehung des Projekts.<ref>Neue Wege in der Orchestermusik. Abgerufen am 10. Mai 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Anfänge mit Merregnon Vol. 1 und 2
1999 rief Thomas Böcker das Projekt Merregnon ins Leben, indem er internationale Komponisten einlud, an seiner Musikproduktion mit Einflüssen aus der Welt der Videospielmusik mitzuwirken.<ref name=":10" /><ref>Merregnon 2 – Special, Sonstiges, Thomas Böcker. In: 4Players. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 25. Januar 2023; abgerufen am 21. April 2022.</ref> Merregnon, Volume 1 erschien im Jahr 2000 bei synSoniq Records. Die Veröffentlichung enthielt orchestrale Musik mit Erzähltext sowie ein Begleitheft mit Geschichte und Illustrationen.<ref name=":3">MRRG1 | Merregnon Soundtrack Volume 1 – VGMdb. In: vgmdb.net. Abgerufen am 9. April 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Ein Medley mit Musik aus Merregnon, Volume 2 wurde 2003 im Rahmen des ersten Symphonic Game Music Concert in Leipzig uraufgeführt, ebenfalls produziert von Böcker.<ref>Thomas Boecker: The Making Of The First Symphonic Game Music Concert In Europe. In: Game Developer. 24. November 2003, abgerufen am 9. April 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>First live videogame concert outside of Japan. In: Guinness World Records. Abgerufen am 9. April 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Das vollständige Album erschien 2004 bei Totentanz Records und wurde über SoulFood / Sony Music vertrieben.<ref name=":4">TOT23009 | Merregnon Soundtrack Volume 2 – VGMdb. In: vgmdb.net. Abgerufen am 9. April 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> 2005 folgte eine japanische Ausgabe durch Dex Entertainment.<ref>DECX-0018 | Merregnon Soundtrack Volume 2 – VGMdb. In: vgmdb.net. Abgerufen am 9. April 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Im Gegensatz zum ersten Album, das überwiegend mit synthetischen und gesampelten Klängen produziert worden war, wurde Volume 2 mit einem Live-Orchester unter der musikalischen Leitung von Andy Brick aufgenommen.<ref>Merregnon 2 – Special, Sonstiges, Andy Brick. In: 4Players. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 25. Januar 2023; abgerufen am 21. April 2022.</ref> Hauptkomponist beider Alben war Fabian Del Priore, der zentrale musikalische Themen entwickelte.<ref>Merregnon 2 – Special, Sonstiges, Fabian Del Priore. In: 4Players. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 25. Januar 2023; abgerufen am 21. April 2022.</ref>
Rezeption
Merregnon, Volume 1 wurde nach seiner Veröffentlichung positiv aufgenommen. Die Fachzeitschrift Amiga Plus hob hervor, dass die orchestrale Musik insbesondere ein junges Publikum anspreche. Die Website Epic Sound betonte die Zusammenarbeit vielversprechender Nachwuchskomponisten, während Music4Games dem Projekt bescheinigte, neue Maßstäbe in der Welt der Videospielmusik zu setzen. Die deutsche Website Krawall lobte die Bildhaftigkeit der Musik, und PC Joker bezeichnete das Album in seiner Rezension als „Hit“.<ref>Merregnon.com || Official Website, Reviews CD1. In: web.archive.org. 4. Februar 2005, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 4. Februar 2005; abgerufen am 20. April 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Auch Merregnon, Volume 2 wurde vielfach gelobt. Die Website DemoNews beschrieb die Musik als „einfach atemberaubend“, das Magazin Nautilus verwies auf die Nähe zu epischen Filmmusiken und sah darin ein Highlight für entsprechende Fans. MacLife sprach von „Spielmusik in Hollywood-Qualität“. Neben der Musik wurden auch Gestaltung des Begleitmaterials hervorgehoben, etwa von Astan und MangasZene, die das Booklet als hochwertig und aufwendig beschrieben.<ref>Merregnon.com || Official Website, Reviews CD2. In: web.archive.org. 4. Februar 2005, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 4. Februar 2005; abgerufen am 20. April 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Das deutsche Online-Magazin 4Players widmete dem Projekt eine mehrteilige Artikelreihe mit Interviews mit Thomas Böcker und beteiligten Komponisten.<ref>Merregnon 2 (PC): Test, News, Video, Spieletipps, Bilder. In: www.4players.de. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 25. Januar 2023; abgerufen am 20. April 2022.</ref> Nach Aussage von Böcker bildete die Arbeit an den beiden Merregnon-Alben den Grundstein für die spätere Entwicklung seiner Game Concerts-Reihe.<ref name=":5" />
Komponisten
- Andy Brick (Vereinigte Staaten)
- Allister Brimble (England)
- Jason Chong (Australien)
- Fabian Del Priore (Deutschland)
- Gustaf Grefberg (Schweden)
- Olof Gustafsson (Schweden)
- Markus Holler (Deutschland)
- Chris Hülsbeck (Deutschland)
- Yuzo Koshiro (Japan)
- Jogeir Liljedahl (Norwegen)
- Yoko Shimomura (Japan)
- Rudolf Stember (Deutschland)
- Nobuo Uematsu (Japan)
- Jonne Valtonen (Finnland)
Weblinks
Einzelnachweise
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