Niko Alm
Nikolaus „Niko“ Alm (* 30. August 1975 in Wien<ref name="dosier">Dossier Niko Alm, Abgeordneter zum Nationalrat, NEOS. In: Meine Abgeordneten. Abgerufen am 1. August 2014.</ref>) ist ein österreichischer Unternehmer, Publizist,<ref>APA - Austrian Press Agency: Mateschitz-Projekt "Addendum" mit erstem Content online. Abgerufen am 4. Januar 2019.</ref> ehemaliger Politiker (NEOS, Die Bierpartei) und Politik-Aktivist für Laizität.<ref name=":0">Das Kreuz mit dem Laizismus - derStandard.de. Abgerufen am 6. Januar 2019.</ref> Er ist Gründer der Initiative gegen Kirchenprivilegien, der Laizismus-Initiative<ref name=":0" /> und Gründungsmitglied der Giordano-Bruno-Stiftung in Österreich.<ref>Über uns – Webauftritt der Giordano-Bruno-Stiftung Österreich. Ehemals im Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) (auf www.giordano-bruno-stiftung.de wird Niko Alm mehrmals erwähnt). (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )</ref> Niko Alm war von Oktober 2013 bis Ende März 2017 Abgeordneter zum österreichischen Nationalrat.<ref name="Standard 2013-09-30">Welche Neos in den Nationalrat einziehen. In: derstandard.at. 30. September 2013, abgerufen am 4. April 2017.</ref><ref name="Presse 2017-03-30">Neos-Abgeordneter Niko Alm legt Mandat zurück. In: DiePresse.com. 30. März 2017, abgerufen am 4. April 2017.</ref> Von 2017 bis zu deren Einstellung im Jahr 2020 war Niko Alm Geschäftsführer des Medienprojekts Addendum.<ref name="Salzburger Nachrichten 2017-09-25">Mateschitz-Projekt "Addendum" mit erstem Content online. In: Salzburger Nachrichten. 25. September 2017, abgerufen am 7. September 2018.</ref><ref>Rechercheplattform wird eingestellt: Red-Bull-Boss hat keine Lust mehr auf "Addendum", DWDL.de, 4. August 2020</ref><ref name="Ziele nicht erfüllt: Addendum eingestellt">Ziele nicht erfüllt: Addendum eingestellt, wienerzeitung.at, 4. August 2020</ref>
Leben
Alm studierte Publizistik und Philosophie. Zunächst war er als freischaffender Musikjournalist und Designer tätig, danach gründete er und wurde Geschäftsführer des Marketing-Unternehmens voortekk. 2001 gründete er Super-Fi, deren Geschäftsführer er auch wurde. Super-Fi umfasst eine Gruppe von Unternehmen, die in Bereichen wie Marketing, Musikplattformen, Social Media und Magazinen tätig sind. Im Jahr 2013 verkaufte Alm seine Anteile an Super-Fi an VICE. 2005 übernahm er die Herausgeberschaft des Popkulturmagazins The Gap und wechselte 2007 als Herausgeber zur österreichischen Ausgabe von VICE, wo er auch bis März 2016 als Geschäftsführer der VICE CEE Holding tätig war.<ref name="standard-2011-07-13.2">Der Wiener Nudelpapst der Gottlosen. In: derStandard.at. 13. Juli 2011, abgerufen am 17. Juli 2011.</ref>
Tätigkeit als Religionskritiker
Alm wurde in österreichischen Medien als bekennender Atheist und Religionskritiker bekannt.<ref>Sie tun mir als Atheist ja leid. In: derStandard.at. 5. August 2009, abgerufen am 17. Juli 2011.</ref><ref>Wer braucht das Kreuz? In: ORF-Sendung Club2. 19. November 2009, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 20. August 2010; abgerufen am 17. Juli 2011.</ref> Er engagiert sich für eine Trennung von Staat und Religion und spricht sich somit für Laizität aus. Nach seiner Auffassung ist die logische Konsequenz einer solchen Trennung die Beseitigung sämtlicher Privilegien und eine Neuverhandlung des Konkordats nach diesen Gesichtspunkten.<ref name="standard-2011-07-13">Niko Alm im Chat: „Habe Polizei nicht um Feststellung gebeten“. In: derStandard.at. 13. Juli 2011, abgerufen am 17. Juli 2011.</ref>
Im Jahr 2009 wollte Alm Busse der Wiener Linien mit dem Spruch „Es gibt keinen Gott“ versehen, wobei die Wiener Linien eine Affichierung untersagten. Die Sujets wurden daraufhin auf der Wiener Mariahilfer Straße plakatiert.<ref>„Es gibt keinen Gott. Auf uns kommt es an“: „Gottlose“ Kampagne wird in Wien gestartet. In: NEWS Online. 15. Juli 2009, abgerufen am 17. Juli 2011.</ref> Die Aktion stand im Zusammenhang mit der Atheist Bus Campaign. Im Jahr 2010 warb er mit der Aktion Religionsfreiheit? Lasst uns selbst entscheiden! dafür, dass Schulkinder bis zu ihrer Religionsmündigkeit (14 Jahre) Ethikunterricht statt Religionsunterricht erhalten sollen. Die Aktion wurde auf Deutsch und Türkisch durchgeführt.<ref name="presse-2010-10-28">Zu jung für Gott? Niko Alm will Kinder selbst entscheiden lassen. In: diepresse.com. 28. Oktober 2010, abgerufen am 17. Juli 2011.</ref> Im Mai 2011 übernahm Alm von Heinz Oberhummer den Vorsitz des Zentralrates der Konfessionsfreien.<ref>Niko Alm neuer Vorsitzender der Konfessionsfreien. In: derStandard.at. 11. Mai 2011, abgerufen am 17. Juli 2011.</ref>
Im Juli 2011 erregte der Anhänger der religionsparodistischen Bewegung des Fliegenden Spaghettimonsters Aufsehen, als er sein offizielles Führerscheinfoto veröffentlichte, auf dem er ein Nudelsieb als Kopfbedeckung trägt.<ref name="spiegel-2011-07-13">Im Namen des Spaghetti-Monsters. Führerscheinfoto mit Nudelsieb. In: Spiegel online. 13. Juli 2011, abgerufen am 13. Juli 2011.</ref><ref name="bbc">Austrian driver allowed 'pastafarian' headgear photo. In: BBC Europe. 14. Juli 2011, abgerufen am 17. Juli 2011 (englisch).</ref> Alm gab an, dass damit bei den österreichischen Behörden das Nudelsieb als religiöse Kopfbedeckung akzeptiert wurde. Die Behörden gaben jedoch an, dass das Foto unabhängig jeglichen religiösen Zusammenhangs genehmigt wurde. Bei einem Führerscheinbild müsse im Gegensatz zum Passfoto bloß gewährleistet sein, dass der Kopf und das Gesicht erkennbar und vollständig abgebildet ist.<ref>„Nudelsieb-Foto“ nicht aus religiösen Gründen genehmigt. In: ORF.at. 13. Juli 2011, ehemals im Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 17. Juli 2011. (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )</ref><ref name="standard-2011-07-13.3">Nudelsieb doch nicht aus religiösen Gründen genehmigt. In: derStandard.at. 13. Juli 2011, abgerufen am 17. Juli 2011.</ref> In § 2 Abs 1 Z 1 lit. h Führerscheingesetz-Durchführungsverordnung heißt es dazu noch weniger dezidiert: „[E]in Lichtbild, mit einer Höhe zwischen 36 und 45 mm und einer Breite zwischen 28 und 35 mm, wobei der Kopf erkennbar und vollständig abgebildet sein muss,“ womit es auch keine Vorgaben das Gesicht betreffend gibt. In den Medien wurde die Aktion als Vorführung der besonderen Behandlung der Religion kolportiert.<ref name="standard-2011-07-13" /><ref name="bbc" /> Alm selbst begründete die Aktion damit, dass er ein sehr sensibles Organ für Privilegien der Kirchen und Religionsgesellschaften habe und es als Demokrat nicht akzeptiere, dass manche gleicher seien als andere, vor allem wenn sie ihre Sonderrechte auf unbeweisbare Behauptungen stützen würden.<ref name="standard-2011-07-13" />
Im April 2013 fand die Eintragungswoche für das von Alm mitinitiierte Volksbegehren Initiative gegen Kirchenprivilegien statt.<ref>Erfolgloseste Initiativen der Geschichte, auf orf.at, abgerufen am 23. April 2013</ref> Dieses wurde von 56.673 Personen (das sind 0,89 Prozent der Wahlberechtigten) unterschrieben.
Im Februar 2019 veröffentlichte er im Residenz Verlag das Buch Ohne Bekenntnis: Wie mit Religion Politik gemacht wird. Zentraler Punkt der für Laizität eintretenden Publikation ist die Frage, wie frei die Politik von Religion ist, gebunden etwa durch die Konkordate des frühen 20. Jahrhunderts.<ref>Ohne Bekenntnis. Abgerufen am 26. Februar 2019.</ref>
Alm tritt als einer der Protagonisten im Dokumentarfilm I, Pastafari: A Flying Spaghetti Monster Story (2019) auf.
Podcast
Seit 26. November 2021 ist Niko einer der Co-Hosts von Radio Athikan Podcast<ref>Radio-Athikan-Podcast. Abgerufen am 21. Mai 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>.
Politischer Werdegang
Im Februar 2013 wurde bekannt, dass Alm, der bei der Landtagswahl in Niederösterreich 2003 für die Grünen kandidiert und bei den Nationalratswahlen 2006 und 2008 mit seiner Agentur Super-Fi jeweils die Wahlkampagne dieser Partei organisiert hatte, Aufträge der rot-grünen Wiener Stadtregierung, u. a. des Universitätsbeauftragten Alexander Van der Bellen, erhielt. Dies wurde kritisiert, da Politiker der Grünen kurz zuvor – im Zusammenhang mit ähnlichen Vorgängen im Innenministerium – für ein Verbot der Auftragsvergabe an parteinahe Agenturen eingetreten waren. Alm wies eine Nähe zu den Grünen zurück, die Partei bezeichnete die Berichte als „Schmutzkübel-Kampagne“.<ref>Stadt-Aufträge an Ex-Agentur: Grüne in Kritik. In: Die Presse, 22. Februar 2013</ref><ref>Grüne in Erklärungsnöten: Ex-Agentur auf Wiens Payroll. In: Die Presse, 21. Februar 2013</ref>
Im April 2013 stellte sich Alm den parteiinternen Vorwahlen der Partei NEOS – Das Neue Österreich und Liberales Forum und erreichte den 17. Platz auf der Bundeswahlliste.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Ergebnisse der Vorwahl ( vom 5. April 2017 im Internet Archive) zur Nationalratswahl 2013 – Webauftritt von NEOS – Das Neue Österreich und Liberales Forum</ref> Auf der Landeswahlliste für Wien wurde er auf den zweiten Platz gereiht.<ref>NR-Wahl: Landeslisten bei Neos erstellt. In: ORF.at. 8. Mai 2013, abgerufen am 4. April 2017.</ref> Bei der Nationalratswahl am 29. September 2013 erreichte die Partei 5 %<ref>Endergebnis der Nationalratswahl 2013 inklusive aller Wahlkartenergebnisse – BMI.</ref> und zog somit erstmals ins Parlament ein. Alm selbst konnte dabei ein Mandat im Landeswahlkreis Wien erzielen.<ref name="Standard 2013-09-30"/> In der Folge fungierte Niko Alm im Parlamentsklub von NEOS als Sprecher für Wirtschaft (Start-ups, EPU, KMU), Netzpolitik, Medienpolitik, Weltraum und Inneres. Er war vorübergehend auch Sprecher für Tierschutz, Sport, Landesverteidigung und Religion.<ref>NEOS: Strolz ersetzt "Pastafari" Alm als Religionssprecher nachrichten.at, OÖN, 10. Juni 2014, abgerufen am 30. März 2017.</ref>
Am 30. März 2017 erklärte Niko Alm überraschend seinen Rücktritt als Nationalratsabgeordneter, da er eine Führungsposition in einem neu aufzubauenden Medienunternehmen annehmen werde und diese privatwirtschaftliche Betätigung nicht vereinbar sei mit der Ausübung eines Nationalratsmandats. Wie später bekannt wurde, handelt es sich bei diesen Medienunternehmen um die Rechercheplattform Addendum.<ref name="Salzburger Nachrichten 2017-09-25"/> Seine Nachfolgerin im Klub von NEOS wurde Karin Doppelbauer.<ref name="Presse 2017-03-30"/> Sein Mandat im Landeswahlkreis Wien erhielt Claudia Gamon, das dadurch frei gewordene Mandat auf der Bundesparteiliste Karin Doppelbauer.<ref>Claudia Angela Gamon auf der Website des österreichischen Parlaments</ref>
Bei der Landtags- und Gemeinderatswahl in Wien 2020 kandidierte Alm für die Bierpartei und errang einen Sitz in der Bezirksvertretung des Bezirks Landstraße.<ref>Bierbrunnen & Co.: Ideen der Kleinparteien. In: wien.ORF.at. 30. September 2020, abgerufen am 2. Oktober 2020.</ref>
Veröffentlichungen
- Niko Alm: Ohne Bekenntnis – Wie mit Religion Politik gemacht wird. Residenz Verlag, Wien 2019, ISBN 978-3-7017-3456-6
Weblinks
- Literatur von und über Niko Alm im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Nikolaus Alm auf der Website des österreichischen Parlaments
- Vorlage:IMDb/1
- Website von Niko Alm
Einzelnachweise
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Alm, Niko |
| ALTERNATIVNAMEN | Alm, Nikolaus (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | österreichischer Unternehmer, Bürgerrechtler und Politiker (NEOS), Abgeordneter zum Nationalrat, Autor |
| GEBURTSDATUM | 30. August 1975 |
| GEBURTSORT | Wien |
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