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Hibonit

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Hibonit
Datei:Hibonite Complete crystal MHNT MIN 2004 0 90 1.jpg
Hibonitkristall aus der eluvialen Lagerstätte Esiva bei Amboasary, Region Anosy (Fort Dauphin), Provinz Tuléar (Toliara), Madagaskar (Größe: 26 × 23 × 11 mm)
Allgemeines und Klassifikation
IMA-Nummer

2020 s.p.<ref name="IMA-Liste"/>

IMA-Symbol

Hbn<ref name="Warr"/>

Chemische Formel CaAl12O19<ref name="IMA-Liste" />
Mineralklasse
(und ggf. Abteilung)
Oxide und Hydroxide
System-Nummer nach
Strunz (8. Aufl.)
Lapis-Systematik
(nach Strunz und Weiß)
Strunz (9. Aufl.)
Dana

IV/C.05
IV/C.08-030

4.CC.45
07.04.01.01
Kristallographische Daten
Kristallsystem hexagonal
Kristallklasse; Symbol dihexagonal-dipyramidal; 6/m2/m2/m<ref name="Webmineral" />
Raumgruppe P63/mmc (Nr. 194)Vorlage:Raumgruppe/194<ref name="AMCSD" />
Gitterparameter a = 5,613 Å; c = 22,285 Å<ref name="AMCSD" /><ref name="Webmineral" />
Formeleinheiten Z = 2<ref name="AMCSD" /><ref name="Webmineral" />
Physikalische Eigenschaften
Mohshärte 7,5 bis 8<ref name="Handbookofmineralogy" />
Dichte (g/cm3) gemessen: 3,84; berechnet: 4,09<ref name="Handbookofmineralogy" />
Spaltbarkeit gut nach {0001}<ref name="Handbookofmineralogy" />
Bruch; Tenazität schwach muschelig
Farbe braun, schwarz, rotbraun
Strichfarbe braun<ref name="Handbookofmineralogy" />
Transparenz durchscheinend bis undurchsichtig
Glanz Glasglanz<ref name="Handbookofmineralogy" />
Radioaktivität schwach radioaktiv: 88,2 Bq/g<ref name="Webmineral" />
Kristalloptik
Brechungsindizes nω 1,807(2)<ref name="Mindat" />
nε 1,790(1)<ref name="Mindat" />
Brechungsindex n 1,807<ref name="Mindat" />
Doppelbrechung δ 0,017<ref name="Mindat" />
Optischer Charakter einachsig negativ
Pleochroismus sichtbar:<ref name="Mindat" /> ω= bräunlichgrau; ε= grau

Hibonit ist ein selten vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der „Oxide und Hydroxide“ mit der idealisierten chemischen Zusammensetzung CaAl12O19<ref name="IMA-Liste" /> und damit chemisch gesehen ein Calcium-Aluminium-Oxid.

Hibonit kristallisiert im hexagonalen Kristallsystem und entwickelt meist tafelige, seltener auch prismatische Kristalle in den Farben braun, schwarz und rotbraun. Seine Mohshärte beträgt 7,5 bis 8 und seine gemessene Dichte 3,84 g/cm³.

Etymologie und Geschichte

Erstmals entdeckt wurde Hibonit 1956 in der eluvialen Lagerstätte von Esiva bei Maromby, im Bezirk Amboasary, Region Anosy (Fort Dauphin) in der Provinz Toliara auf Madagaskar und beschrieben durch Curien, Guillemin, Orcel und Sternberg. Benannt wurde es nach seinem Entdecker Paul Hibon.

Klassifikation

In der veralteten 8. Auflage der Mineralsystematik nach Strunz gehörte der Hibonit zur Mineralklasse der „Oxide und Hydroxide“ und dort zur Abteilung „M2O3- und verwandte Verbindungen“, wo er gemeinsam mit Högbomit-Reihe und Magnetoplumbit sowie im Anhang mit Plumboferrit in der „β-Korund-Magnetoplumbit-Gruppe“ mit der Systemnummer IV/C.05 steht.

In der zuletzt 2018 überarbeiteten Lapis-Systematik nach Stefan Weiß, die formal auf der alten Systematik von Karl Hugo Strunz in der 8. Auflage basiert, erhielt das Mineral die System- und Mineralnummer IV/C.08-030. Dies entspricht der Klasse der „Oxide und Hydroxide“ und dort der Abteilung „Oxide mit dem Stoffmengenverhältnis Metall : Sauerstoff = 2 : 3 (M2O3 und verwandte Verbindungen)“, wo Hibonit zusammen mit Barioferrit, Bartelkeit, Batiferrit, Chihuahuait, Diaoyudaoit, Haggertyit, Hawthorneit, Lindqvistit, Magnetoplumbit, Nežilovit, Otjisumeit, Plumboferrit, Yimengit und Zenzénit die „Magnetoplumbitgruppe“ mit der Systemnummer IV/C.08 bildet.<ref name="Lapis" />

Die von der International Mineralogical Association (IMA) zuletzt 2009 aktualisierte<ref name=IMA-Liste-2009 /> 9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Hibonit in die Klasse der „Oxide (Hydroxide, V[5,6]-Vanadate, Arsenite, Antimonite, Bismutite, Sulfite, Selenite, Tellurite, Iodate)“ und dort in die Abteilung „Metall : Sauerstoff = 2 : 3, 3 : 5 und vergleichbare“ ein. Hier ist das Mineral in der Unterabteilung „Mit großen und mittelgroßen Kationen“ zu finden, wo es zusammen mit Batiferrit, Barioferrit, Diaoyudaoit, Haggertyit, Hawthorneit, Lindqvistit, Magnetoplumbit, Nežilovit, Plumboferrit und Yimengit die „Magnetoplumbitgruppe“ mit der Systemnummer 4.CC.45 bildet.

In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen Systematik der Minerale nach Dana hat Hibonit die System- und Mineralnummer 07.04.01.01. Das entspricht der Klasse der „Oxide und Hydroxide“ und dort der Abteilung „Mehrfache Oxide“. Hier findet er sich innerhalb der Unterabteilung „Mehrfache Oxide mit O19-Gruppen“ in der Gruppe „(Hexagonal, P63/mmc)“, in der auch Yimengit und Hawthorneit eingeordnet sind.

Kristallstruktur

Hibonit kristallisiert hexagonal in der Raumgruppe P63/mmc (Raumgruppen-Nr. 194)Vorlage:Raumgruppe/194 mit den Gitterparametern a = 5,613 Å und c = 22,285 Å<ref name="AMCSD" /> sowie zwei Formeleinheiten pro Elementarzelle<ref name="Webmineral" />.

Eigenschaften

Wie viele Seltenerdminerale enthält auch Hibonit Spuren von Uran und Thorium. Aus diesem Grund wird er als schwach radioaktiv eingestuft. Er weist eine spezifische Aktivität von etwa 88,2 Bq/g<ref name="Webmineral" /> (zum Vergleich: natürliches Kalium 31,2 Bq/g).

Bildung und Fundorte

Hibonit bildet sich metamorph in Granulit, Gneis, Kalkstein oder Pyroxenit. Kalzium- und aluminiumreiche Hiboniteinschlüsse kommen auch in primitiven Meteoriten als präsolares Mineral vor.

Datei:Hibonit-G-EmpireTheWorldOfGems.jpg
Hibonit, 0.40ct, Mogok Myanmar

Weltweit konnte Hibonit bisher an 23 Fundorten nachgewiesen werden, so unter anderem in der Tanezrouft-Wüste der algerischen Sahara; bei Charleroi in Belgien; bei Xingtai in China; in der israelischen Wüste Negev; im Efremovka-Meteorit in Kasachstan; im Tagish-Lake-Meteorit in Kanada und in Madagaskar; in der Provinz Chihuahua in Mexiko; in der „Søve Mine“ in der norwegischen Provinz Telemark; in den fernöstlichen und west-sibirischen Regionen von Russland; am Krymka-Meteoriten in der Ukraine; Kentucky und Utah in den USA sowie in Süd-Jemen.<ref name="Fundorte" />

Siehe auch

Literatur

Weblinks

Commons: Hibonite – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

<references> <ref name="AMCSD"> American-Mineralogist-Crystal-Structure-Database – Hibonite. In: rruff.geo.arizona.edu. Abgerufen am 15. November 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="Handbookofmineralogy"> </ref> <ref name="Fundorte"> Fundortliste für Hibonit beim Mineralienatlas (deutsch) und bei Mindat (englisch), abgerufen am 15. November 2022. </ref> <ref name="IMA-Liste"> Malcolm Back, Cristian Biagioni, William D. Birch, Michel Blondieau, Hans-Peter Boja und andere: The New IMA List of Minerals – A Work in Progress – Updated: July 2024. (PDF; 3,6 MB) In: cnmnc.units.it. IMA/CNMNC, Marco Pasero, Juli 2024, abgerufen am 13. August 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="IMA-Liste-2009"> Ernest H. Nickel, Monte C. Nichols: IMA/CNMNC List of Minerals 2009. (PDF; 1,9 MB) In: cnmnc.units.it. IMA/CNMNC, Januar 2009, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 29. Juli 2024; abgerufen am 30. Juli 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="Lapis"> Stefan Weiß: Das große Lapis Mineralienverzeichnis. Alle Mineralien von A – Z und ihre Eigenschaften. Stand 03/2018. 7., vollkommen neu bearbeitete und ergänzte Auflage. Weise, München 2018, ISBN 978-3-921656-83-9. </ref> <ref name="Mindat"> Hibonite. In: mindat.org. Hudson Institute of Mineralogy, abgerufen am 15. November 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="Webmineral"> David Barthelmy: Hibonite Mineral Data. In: webmineral.com. Abgerufen am 15. November 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="Warr"></ref> </references>