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Ivo Ringe

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Foto des Künstlers Ivo Ringe

Ivo Ringe (* 5. Juli 1951 in Bonn) ist ein deutscher Maler, Dozent, Kurator und Künstler. Er ist ein Vertreter der Konkreten Kunst, dessen Werke auch dem Minimalismus und der Hard-Edge-Malerei zugerechnet werden können.<ref name="Micchelli">Thomas Micchelli: A Struggle for Balance. 10. September 2016, abgerufen am 12. Januar 2017.</ref>

Leben

Ivo Ringe studierte 1972 Bildhauerei an der Kunstakademie Düsseldorf bei Joseph Beuys. Er gehört zu der Minimal-Art Strömung von Beuys-Schülern wie Imi Knoebel und Blinky Palermo. 1974 wechselte er zu Rolf Sackenheim und widmete sich fortan dem Studium der freien Grafik. 1977 wurde er von Sackenheim zum Meisterschüler ernannt. Bereits während des Studiums beschäftigte sich Ringe mit Flächenfüllungen und mit traditionellen Ornamenten des Orients. Es entstanden Siebdrucke, Radierungen und Keramiken.<ref>Ivo Ringe, auf der Website der Galerie Filser & Gräf. Abgerufen am 29. November 2020.</ref>

1992 vernichtete ein Brand in seinem Atelier viele Werke des Künstlers.<ref>Fred Sellin: Von Malerwerkstatt Ivo Ringes blieb nur noch ein Trümmerhaufen. Beuys-Schüler: Atelier abgebrannt. 30 wertvolle Gemälde waren nicht mehr zu retten. In: Express, Lokalausgabe Köln vom 22. Januar 1992.</ref>

Seit 2008 ist er Dozent für die Fachbereiche Zeichentechnik und Illustrationstechnik an der von Karin-Simone Fuhs gegründeten Schule für Design Ecosign.<ref>Beuys Trilogie – Vorträge an der Ecosign, auf der Website der Ecosign vom 3. März 2008. Abgerufen am 29. November 2020.</ref> Seit 2011 ist er Dozent und seit 2014 künstlerischer Leiter des Ateliers für Bildende Kunst an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Unterseite Litterarium | Atelier (Memento des Vorlage:IconExternal vom 4. Juli 2020 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.litterarium.uni-bonn.de, auf der Website der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. Abgerufen am 7. Dezember 2020.</ref> 2015 hatte er im Kunsthaus Rehau eine umfangreiche Werkausstellung, und Eugen Gomringer schrieb ein Sonett zu einigen seiner Werke.<ref>Rückblick: Vorhergehendes im Zusammenhang mit Folgendem: Eugen Gomringer – Ivo Ringe. Galerie Floss & Schultz, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 10. November 2020; abgerufen am 20. Oktober 2020.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.so-eine-art-loft.de</ref><ref>ivoringe.com</ref> Die Sängerin und Songwriterin Amy Antin brachte 2020 ein Lied heraus, das sich mit Ivo Ringes künstlerischer Praxis befasst. Sie beschreibt darin, wie die Kunstwerke von Ringe auf ihr eigenes Erleben wirken (Textauszug):

“Each stroke of paint, each thickened line
Slashes the sky in a sudden design
That shatters us on the inside

Is it the path to holiness
Is it the math, the map to bliss
Is it the pulse of the galaxies
Or is it the song that sings in me?”

„Jeder Pinselstrich, jede verdickte Linie/ Zerschneidet den Himmel in einem plötzlichen Muster/ Das uns im Innern zerschmettert /Ist es der Weg zur Heiligkeit/ Ist es die Mathematik/ der Weg zur Glückseligkeit/ Ist es der Puls der Galaxien/ Oder ist es das Lied, das in mir singt?“

– <templatestyles src="Person/styles.css" />Amy Antin<ref>Amy Antin: Ivo Ringe. In: First Song of the Morning: Lyrics and Intros. Hrsg.: Werner Meyer. Husum 2022, ISBN 978-3-87062-354-8, S. 141.</ref>

Sie thematisiert darin die Techniken und Interessen des Künstlers, der sich mit der Wechselwirkung von Proportionen und Farben befasst. In ihrem Lied verdeutlicht Antin, dass sie diese Elemente wahrnimmt und sich von ihnen seelisch angesprochen fühlt, auch wenn sie nicht genau benennen kann, wie der Künstler diese Wirkungen erzielt.

Ringe lebt und arbeitet in Köln. Er ist Mitglied im Deutschen Künstlerbund<ref>Ordentliche Mitglieder. www.kuenstlerbund.de, abgerufen am 21. November 2018.</ref> und der Gruppe konkret. Ivo Ringe ist mit der US-amerikanischen Bildhauerin Heather Sheehan verheiratet.

Zum Künstlerischen Werk

„Meine Arbeiten sind Forschungen und Untersuchungen im Gedächtnisfeld der Konkreten Kunst.“

– <templatestyles src="Person/styles.css" />Ivo Ringe<ref>Wisse das Bild. (PDF; 2,19 MB) Galerie Floss & Schultz, 5. Januar 2016, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 16. September 2021; abgerufen am 20. Oktober 2020.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.galerieflossundschultz.de</ref>

Zuerst legt Ivo Ringe die Grundfarbe des Gemäldes fest, die häufig monochrom wirkt, in Wahrheit aber aus einer Vielzahl verschiedener Farbnuancen besteht, die einander überlagern: „So entsteht nicht selten eine vermeintlich schwarze Fläche aus dem Nebeneinander vieler Dunkelblau- und Violett-Töne. In einem Weiß sind häufig bis zu sechs verschiedene weiße Flächen übereinandergesetzt.“<ref>Ivo Ringe: Künstlerporträt. Galerie Nanna Preußners, abgerufen am 21. Oktober 2020.</ref> Die Farben dafür entstehen durch eigene Zusammenstellungen von Farbpigmenten.<ref>Manuela Rieger: Struktur und Klarheit. Der Beuys–Schüler Ivo Ringe zeigt Werke in der Galerie Claudia Weil. Augsburger Allgemeine, 15. Oktober 2016, abgerufen am 21. Oktober 2020.</ref> Anschließend setzt er Orientierungspunkte auf die Leinwand, die er mit Pinselstrichen netzartig verbindet. Diese Orientierungspunkte basieren auf klassischen Proportionen der Schönheit, wie sie schon in der Antike formuliert wurden.

Ringe setzt den Goldenen Schnitt ein, arbeitet aber auch mit Proportionen anderer Kulturen, wie z. B. aus alten Sanskrit-Texten.<ref name="Micchelli"/> Teilweise reichen diese Netzstrukturen über den Rand des Gemäldes hinaus, scheinen keinen Anfang und kein Ende zu haben. Die Strukturen erinnern an das Wachstum von Kristallen und anderen Strukturen der Natur. Das Werk entsteht – wie auch in der Natur – aus einer Mischung von vorheriger Festlegung und dem aktuellen Malprozess: „His approach [...] consciously draws an equivalence between the formal development of a painting and the growth of a leaf or a crystal; in each, complexity is achieved through the interaction of preset and random elements.“ (deutsch: „Sein Ansatz zieht [...] bewusst eine Äquivalenz zwischen der formalen Entwicklung eines Gemäldes und dem Wachstum eines Blattes oder eines Kristalls; bei beiden wird die Komplexität durch das Zusammenspiel von vorgegebenen und zufälligen Elementen erreicht.“)<ref name="Micchelli" />

Kuratorentätigkeit

2014 kuratierte Ivo Ringe gemeinsam mit Viola Weigel die Gruppenausstellung Strukturen/Structures: Britische und Deutsche Malerei im Dialog, die nacheinander in der Kunsthalle Wilhelmshaven (10. Mai 2014 bis 24. August 2014) und in der Newlyn Art Gallery & The Exchange (11. Oktober 2014 bis 3. Januar 2015) gezeigt wurde. Acht britische und deutsche Künstler, deren abstrakte Werke von Strukturen geprägt sind, zeigten ihre Arbeiten.<ref>Structures – Strukturen. Newlyn Art Gallery & The Exchange, abgerufen am 2. Juli 2020.</ref> Die Künstler der Ausstellung wurden von Ringe ausgewählt, der auch das Konzept der Ausstellung bedachte. Ebenfalls 2014 (18. November bis 13. Dezember 2014) kuratierte Ivo Ringe zusammen mit Joe Barnes und Po Kim die Gruppenausstellung Painting Black für die Sylvia Wald and Po Kim-Art Gallery in New York mit mehr als 30 Künstlern aus verschiedenen Ländern.<ref name="Wald">Painting Black. The Sylvia Wald and Po Kim Foundation, 2014, abgerufen am 2. Juli 2020.</ref>

Vom 18. Juli bis 8. Oktober 2016 fand in der Newlyn Art Gallery & The Exchange eine Gruppenausstellung mit dem Titel Restructured statt, bei der Künstler aus der ersten Ausstellung 2014 sowie neu hinzugekommene Künstler ihre Arbeiten ausstellten.<ref>ReStructured. In: newlynartgallery.co.uk. Abgerufen am 8. Juli 2020.</ref> Blair Todd, der Kurator des Museums, erwähnte in einem Video-Interview, dass es vor allem Ivo Ringes „energy and passion“ (deutsch: „Energie und Leidenschaft“) zu verdanken gewesen war, dass diese Artist in Residence stattfand.<ref>re:structured. moving to beyond (ab 0:02:11) auf YouTube, 12. September 2016, abgerufen am 2. Juli 2020 (Newlyn Art Gallery & The Exchange, Frank Norden).</ref> James Green, der Direktor, erklärt in demselben Video, dass es dem Museum nicht nur darum gehe, aktuelle Positionen abstrakter Kunst auszustellen, sondern vor allem darum, einen „creative experimental space“ (deutsch: „kreativer Experimentierraum“) zu schaffen, bei dem Künstler sich gegenseitig inspirieren können.<ref>re:structured. moving to beyond (ab 0:03:23) auf YouTube, 12. September 2016, abgerufen am 2. Juli 2020 (Newlyn Art Gallery & The Exchange, Frank Norden).</ref> Vom 10. bis zum 24. Februar 2018 fand ein weiterer Artist in Residence zum Thema Structures in Penzance statt, wieder wurden die Künstler von Ivo Ringe ausgewählt.<ref>Structures Residency. Newlyn Art Gallery & The Exchange, abgerufen am 7. Juli 2020.</ref>

Als Folge der Ausstellung Painting Black in New York 2014 wurde Ivo Ringe von Carl-Jürgen Schroth eingeladen, in der Sammlung Schroth im Museum Wilhelm Morgner in Soest ebenfalls eine Ausstellung zu diesem Thema zu organisieren. 42 internationale Künstler aus verschiedenen Ländern zeigten ihre schwarzen Werke.<ref>Ausstellung: Painting Black. Stiftung für konzeptionelle Kunst, abgerufen am 7. Juli 2020.</ref>

2020 kuratierte Ivo Ringe zusammen mit der Kuratorin Juliane Rogge die Gruppenausstellung Multilayer Vision 20/20 für die Sammlung Schroth im Museum Morgner in Soest. Fünfzig internationale Künstler zeigen ihre neuen Arbeiten zur Konkreten Kunst, die sich seit Theo van Doesburg in den letzten hundert Jahren weiterentwickelt hat: „Die Konkrete Kunst erobert sich nicht nur die dritte Dimension, sondern passt sich damit auch einer komplexen Gegenwart an.“<ref>Jan Bykowski: Erweiterte Konzentration: Gruppenausstellung im Raum Schroth Soest. Hrsg.: kunst:art. Ausgabe 75, September – Oktober 2020, S. 4.</ref>

Im September 2024 kuratierte Ringe zusammen mit der Sammlung Schroth die Gruppenausstellung 3D. Wegweisende Plastik der konkreten Gegenwart, welche in Deutschland zum ersten Mal ausschließlich Plastiken der Konkreten Künstler der Gegenwart zeigt. Die Ausstellung ist Teil des III. Hellweg-Konkret-Ausstellungsprojekts. 39 internationale Künstler gestalteten mit verschiedensten Materialien den Raum als Thema ihrer Auseinandersetzung in ihren Skulpturen. Die Ausstellung war bis zum 1. Dezember 2024 in Soest zu sehen.<ref>Eröffnung der Ausstellung 3D. Wegweisende Plastik der konkreten Gegenwart. In: ssk-soest.de. Abgerufen am 9. September 2024.</ref>

Werke in öffentlichen Sammlungen

  • Museum Katharinenhof Kranenburg Electric Chair, 2008 – Acryl auf Leinwand, 78 × 64 cm
  • Artothek Köln,<ref>Elisabeth Claus: Ivo Ringe: Malerei. Arothek Köln, abgerufen am 20. Oktober 2018.</ref> zwei Werke
  • Artothek der Stadt Wiesbaden<ref>Ivo Ringe. Stadt Wiesbaden, abgerufen am 20. Oktober 2018.</ref>
  • Kunstsammlung Volksbank in der Ortenau<ref>Ivo Ringe. Volksbank in der Ortenau, abgerufen am 20. Oktober 2018.</ref>
  • Artothek Stadtmuseum Siegburg<ref>Ivo Ringe: Wonderful. Stadtmuseum Siegburg, abgerufen am 20. Oktober 2018.</ref>
  • Sammlung Schroth,<ref>Sammlung Schroth: Künstler. Sammlung Schroth, abgerufen am 22. Oktober 2020.</ref> Soest
  • Villa Zanders<ref>Petra Oelschlägel, Kunstmuseum Villa Zanders (Hrsg.): Aus Papier!: Ein Album zur Sammlung Kunst aus Papier. Kettler, Dortmund 2021, ISBN 978-3-86206-916-3, 249.</ref> Bergisch Gladbach

Einzelausstellungen

Ausstellungsbeteiligungen

Weblinks

Commons: Ivo Ringe – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur

  • Gert Fischer (Hrsg.): Ivo Ringe: angel signs, silent fighters. Rheinlandia-Verlag, Siegburg 1994, ISBN 3-925551-65-4.
  • Klaus Honnef: Ivo Ringe. Katalog zur Ausstellung Ivo Ringe der Galerie Apicella, 1991 (vergriffen, aber antiquarisch noch erhältlich, keine ISBN vorhanden).
  • Essenz / Essence. Mit Beiträgen von Juliane Rogge, Kirsten Floss, Klaus Honnef und Thomas Micchelli. Köln: arthellweg Verlag, 2026.

Einzelnachweise

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