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Virbius

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Datei:Joseph Mallord William Turner 061.jpg
Nemorensis lacus, an dessen Ufer Virbius verehrt wurde (Gemälde von William Turner, um 1828)

Virbius ist in der römischen Mythologie eine Gottheit aus dem Umkreis der Diana Nemorensis. Der Name wird bei Servius als bis virum („zweimal Mann“) gedeutet.<ref>Servius, Commentarius in Vergilii Aeneida 7,761.</ref>

Virbius wurde mit dem griechischen Heros Hippolytos, dem Sohn des Theseus, identifiziert. Dieser wurde von seinem Vater verflucht, weil dieser annahm, Hippolytos habe sich an seiner Stiefmutter Phaidra vergriffen. Darauf wurde Hippolytos von Poseidon am Meeresstrand angegriffen und von seinen durchgehenden Pferden zerschmettert. In einer Variante des Mythos bleibt er aber nicht tot, sondern wird von Asklepios wiederbelebt. Danach sei er entweder nach Italien ausgewandert und habe dort das Heiligtum der Diana Nemorensis in Aricia begründet,<ref>Pausanias 2,27,4.</ref> bzw. er wurde von Artemis dorthin versetzt, wo er unter dem Namen Virbius von den Latinern verehrt wurde.<ref>Vergil, Aeneis 7,761-783; Ovid Fasti 6,755-758; Hyginus Mythographus Fabulae 251.</ref>

Als Grund für die Gleichsetzung wurde genannt, dass Hippolytos von Pferden getötet wurde und Pferde im Hain von Aricia tabu waren. Das scheint aber wenig plausibel, da das Tabu sich auf das ganze Heiligtum bezog und nicht spezifisch für Virbius war.<ref>Vergil, Aeneis 7,774-779; Ovid, Fasti 3,266.</ref> Von Horaz wird die Gleichsetzung abgelehnt.<ref>Horaz Carmina 4,7,25f</ref> Zum Hintergrund könnte gehören, dass sowohl Diana als auch die ebenfalls im Heiligtum verehrte Nymphe Egeria Gottheiten der Frauen und spezifisch Helfer bei der Geburt waren. Eine besondere Beziehung zu Frauen hat aber auch Hippolytos, dem die Jungfrauen vor der Hochzeit eine Locke opferten. So vermutet Georg Wissowa in Hippolytos einen „geburtshelfenden Dämon“.<ref>Wissowa Virbius in Roscher Bd. 6, Sp. 330</ref>

Es wurde vermutet, dass als Gedenktag des der Legende nach von Pferden zerrissenen Märtyrers Hippolyt von Rom mit Bedacht der 13. August gewählt wurde, da auf diesen Tag auch das Hauptfest des Heiligtums von Aricia fällt<ref>J. Rendel Harris: The Annotators of the Codex Bezae. London 1901, S. 101f</ref>

Die von Bovillae nach Aricia ansteigende Straße hieß clivus Virbi. Sie war bekannt für die dort sehr zahlreichen Bettler, die sich offenbar von den Pilgern zum Heiligtum Almosen erhoffte.<ref>Persius, Saturae 6,56.</ref>

Virbius scheint als älterer Mann dargestellt worden zu sein.<ref>Ovid, Metamorphosen 15,539f.</ref> Sein Kultbild durfte nicht berührt werden.<ref>Servius, Commentarius in Vergilii Aeneida 7,776.</ref> Eine Verehrung außerhalb des Heiligtums von Aricia scheint es kaum gegeben zu haben. Einziger Hinweis auf einen solchen Kult ist eine Grabinschrift, die einen flamen Virbialis, einen Priester des Virbius, erwähnt.<ref>CIL 10,1493</ref>

Bei Vergil erscheint ein gleichnamiger Sohn des Virbius - Hippolytos, der unter Turnus die Latiner von Acacia gegen Aeneas anführt.<ref>Vergil, Aeneis 7,781-783.</ref> Bei Silius Italicus schließlich ist Virbius einer von drei Söhnen der Egeria. Seine Brüder sind Capys und Albanus.<ref>Silius Italicus, Punica 4,380f.</ref>

Quellen

Literatur

Einzelnachweise

<references />